UnitPlus: ZinsPlus, ETF-Portfolios und Geldanlage im Überblick

UnitPlus verbindet kurzfristiges Sparen, langfristige Geldanlage und Bezahlen in einer App. Neben ZinsPlus bietet das Berliner Fintech verschiedene Anleihe-, ETF- und Multi-Asset-Portfolios sowie eine Mastercard an. Entscheidend ist jedoch, die einzelnen Produkte richtig einzuordnen: Hinter vielen Angeboten stehen Kapitalmarktanlagen und keine klassischen Bankkonten.

Veröffentlicht am:

Stand: September 2026

UnitPlus verfolgt einen Ansatz, der sich von einem klassischen Tagesgeldanbieter, einer Direktbank und auch von einem gewöhnlichen Onlinebroker unterscheidet. Über die Plattform können Anleger Geld in unterschiedliche Portfolios investieren, die von kurzfristig orientierten Geldmarkt- und Anleihelösungen bis zu langfristig ausgerichteten Aktien- und Multi-Asset-Strategien reichen. Ergänzt wird das Angebot durch Sparplanfunktionen und eine Mastercard, mit der sich die Geldanlage teilweise mit dem alltäglichen Bezahlen verbinden lässt.

Für Verbraucher kann UnitPlus damit interessant sein, wenn sie ihre Geldanlage möglichst einfach über eine zentrale App organisieren möchten und nicht jedes Wertpapier selbst auswählen wollen. Besonders auffällig ist ZinsPlus, das als Alternative zu klassischen Tagesgeldlösungen positioniert wird. Darüber hinaus gibt es unter anderem CashPlus, FestPlus, FlexPlus, verschiedene sogenannte Berg-Portfolios, AktienPlus und MultiPlus.

Bei der Bewertung sollte allerdings nicht nur auf beworbene Renditen oder Zinssätze geschaut werden. Viele UnitPlus-Produkte sind Wertpapierlösungen. Damit gelten andere Chancen, Risiken und Schutzmechanismen als bei einem klassischen Bankkonto. Wer UnitPlus nutzt, sollte deshalb genau unterscheiden, ob Geld kurzfristig verfügbar bleiben, möglichst schwankungsarm angelegt oder langfristig am Kapitalmarkt investiert werden soll.

UnitPlus auf einen Blick

Merkmal Einordnung
Anbieter UnitPlus InnoInvest GmbH
Sitz Berlin
Gründung 2021
Angebot Digitale Geldanlage und Vermögensverwaltung
Schwerpunkte Geldmarkt, Anleihen, ETFs, Aktienportfolios und Multi-Asset-Lösungen
Bekannte Produkte ZinsPlus, CashPlus, FestPlus, FlexPlus, AktienPlus, MultiPlus und Berg-Portfolios
Zahlungsfunktion UnitPlus Mastercard
Sparpläne Je nach Produkt und Strategie möglich
Verwaltung Digitale und weitgehend automatisierte Portfoliolösungen
Zielgruppe Verbraucher, die Geldanlage möglichst einfach über eine App organisieren möchten
Wichtiger Hinweis Viele Angebote sind Kapitalmarktprodukte und keine klassischen Bankeinlagen

Wer steckt hinter UnitPlus?

Hinter der Marke steht die UnitPlus InnoInvest GmbH mit Sitz in Berlin. Das Fintech wurde 2021 gegründet und verfolgt das Ziel, Sparen, Investieren und die Verfügbarkeit von Geld stärker miteinander zu verbinden. Statt ausschließlich ein Wertpapierdepot bereitzustellen, bei dem Anleger einzelne ETFs oder Aktien selbst auswählen müssen, setzt UnitPlus auf vorgefertigte Portfolios für unterschiedliche Anlageziele und Zeithorizonte.

Das Geschäftsmodell erinnert in Teilen an eine digitale Vermögensverwaltung beziehungsweise einen Robo-Advisor, geht durch die Verbindung von verschiedenen Anlagebausteinen und Zahlungsfunktionen jedoch darüber hinaus. Kunden können ihr Geld je nach gewünschter Strategie in defensiver ausgerichteten Geldmarkt- und Anleiheportfolios oder in langfristig ausgerichteten Aktien- und Mischportfolios anlegen.

Bei der technischen und regulatorischen Umsetzung arbeitet UnitPlus mit weiteren Finanzunternehmen zusammen. Depotführung, Kontostrukturen, Kartenabwicklung und Portfoliomanagement können daher von unterschiedlichen Partnern übernommen werden. Für Anleger ist das grundsätzlich nicht ungewöhnlich, sollte aber bekannt sein. Vertragspartner, Verwahrstelle und Anbieter der jeweiligen Finanzdienstleistung können sich unterscheiden.

Für die Beurteilung von UnitPlus ist deshalb weniger entscheidend, ob das Unternehmen wie eine klassische Bank funktioniert. Wichtiger ist, welches konkrete Portfolio genutzt wird, welche Wertpapiere darin enthalten sind, welche Kosten anfallen und welches Risiko damit verbunden ist.

Was bietet UnitPlus an?

UnitPlus deckt inzwischen mehrere Anlagebereiche ab. Die Bandbreite reicht von Geldmarktstrategien für kurzfristigere Rücklagen über Anleiheportfolios mit unterschiedlichen Laufzeiten bis zu Aktienportfolios für den langfristigen Vermögensaufbau.

Damit können verschiedene finanzielle Ziele innerhalb einer Plattform verfolgt werden. Beispielsweise könnte ein Anleger einen Teil seines Geldes kurzfristig in einer defensiveren Strategie halten und einen anderen Teil langfristig über Aktien-ETFs investieren. Ob das sinnvoll ist, hängt allerdings von Anlagehorizont, Risikobereitschaft, Kosten und persönlichen finanziellen Zielen ab.

Die wichtigsten Produkte unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. Es wäre deshalb falsch, UnitPlus insgesamt als Tagesgeldanbieter, ETF-Broker oder Vermögensverwaltung einzuordnen. Vielmehr bündelt der Anbieter verschiedene Ansätze unter einer Oberfläche.

ZinsPlus: Geldmarktanlage mit variabler Verzinsung

ZinsPlus gehört zu den bekanntesten Angeboten von UnitPlus. Das Produkt investiert im Bereich des Euro-Geldmarkts und soll Anlegern ermöglichen, kurzfristig verfügbares Kapital verzinst anzulegen. Die Verzinsung orientiert sich weitgehend an den aktuellen Bedingungen am europäischen Geldmarkt und kann sich deshalb verändern.

Im September 2026 weist UnitPlus für ZinsPlus eine Verzinsung von rund 2,58 Prozent pro Jahr aus. Dieser Wert ist jedoch nicht dauerhaft garantiert. Sinkt das allgemeine Zinsniveau, kann auch die erwartbare Rendite von ZinsPlus zurückgehen. Umgekehrt können sich steigende Geldmarktzinsen positiv auswirken.

Der wesentliche Unterschied zu Tagesgeld besteht in der Produktstruktur. Bei klassischem Tagesgeld liegt das Geld als Bankguthaben auf einem Konto. ZinsPlus basiert dagegen auf einer Kapitalmarktanlage. Anleger sollten deshalb nicht allein den Zinssatz vergleichen, sondern auch Kosten, Risiken, Verfügbarkeit und die rechtliche Struktur berücksichtigen.

Für kurzfristige Rücklagen kann ZinsPlus interessant sein, wenn bewusst eine Geldmarktanlage gesucht wird. Wer dagegen ausdrücklich eine klassische Bankeinlage innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung bevorzugt, sollte auch reguläre Tagesgeldkonten vergleichen.

CashPlus: defensiver Anlagebaustein für kurzfristigere Ziele

CashPlus verfolgt ebenfalls einen vergleichsweise defensiven Ansatz und richtet sich grundsätzlich an Anleger, die Kapital nicht vollständig unverzinst liegen lassen möchten, gleichzeitig aber keine hohen Aktienquoten wünschen. Je nach aktueller Zusammensetzung können hierfür Geldmarkt- oder sehr kurzfristig orientierte Anleiheinstrumente eingesetzt werden.

Derartige Portfolios können eine Zwischenposition zwischen klassischem Bankguthaben und langfristiger Kapitalmarktanlage einnehmen. Trotzdem besteht keine Garantie, dass der Wert jederzeit exakt dem ursprünglich investierten Betrag entspricht. Auch bei defensiven Wertpapierportfolios können geringfügige Schwankungen auftreten.

Für Verbraucher ist deshalb entscheidend, wofür das Geld vorgesehen ist. Beträge, die jederzeit garantiert in voller Höhe benötigt werden könnten, müssen anders betrachtet werden als Rücklagen, die grundsätzlich mehrere Monate oder Jahre investiert bleiben können.

FestPlus: Anleihen statt klassischem Festgeld

Der Name FestPlus erinnert bewusst an Festgeld. Wirtschaftlich handelt es sich allerdings nicht um ein gewöhnliches Festgeldkonto bei einer Bank. Stattdessen setzt UnitPlus auf Anleihen beziehungsweise entsprechende Wertpapierlösungen mit einem bestimmten Anlagehorizont.

Anleiheportfolios können insbesondere für Anleger interessant sein, die ihr Kapital für einen überschaubaren Zeitraum investieren und dabei weniger Schwankungen als bei einem reinen Aktienportfolio akzeptieren möchten. Dennoch bestehen unter anderem Zinsänderungs-, Kurs- und Emittentenrisiken.

Steigen die Marktzinsen, können bereits bestehende Anleihen zwischenzeitlich an Wert verlieren. Bei fallenden Zinsen können sich dagegen Kursvorteile ergeben. Zusätzlich hängt die tatsächliche Entwicklung von Laufzeiten, Bonität der Emittenten und konkreter Portfoliostruktur ab.

Wer FestPlus mit Festgeld vergleicht, sollte deshalb nicht nur die erwartbare Rendite betrachten. Bei einem klassischen Festgeldkonto wird ein bestimmter Zinssatz für eine vereinbarte Laufzeit festgelegt. Bei einer Anleihelösung können zwischenzeitliche Marktwertschwankungen auftreten. Dafür kann die Struktur je nach Produkt flexibler sein.

FlexPlus: Anleihelösung mit größerer Flexibilität

FlexPlus ist ebenfalls dem Anleihebereich zuzuordnen, setzt aber stärker auf die Kombination aus Renditechancen und Verfügbarkeit. Das Produkt kann damit für Anleger interessant sein, die Geld nicht ausschließlich kurzfristig auf dem Geldmarkt halten möchten, aber auch keine langfristige Aktienstrategie suchen.

Anleihen werden häufig als vergleichsweise defensiver Bestandteil einer Geldanlage eingesetzt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie risikofrei sind. Besonders Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus können sich auf die Kurse auswirken. Auch die Kreditwürdigkeit der jeweiligen Emittenten spielt eine Rolle.

Für die Beurteilung sollte deshalb immer der geplante Anlagezeitraum berücksichtigt werden. Je kürzer der Zeitraum ist, desto wichtiger wird die Frage, wie wahrscheinlich zwischenzeitliche Kursverluste zu einem ungünstigen Zeitpunkt realisiert werden müssten.

Die Berg-Portfolios von UnitPlus

Für den langfristigeren Vermögensaufbau bietet UnitPlus verschiedene Portfolios an, deren Bezeichnungen sich an Bergen orientieren. Hinter diesem Konzept stehen unterschiedliche Risikostufen und Vermögensaufteilungen. Je nach gewähltem Portfolio kann der Aktienanteil höher oder niedriger ausfallen.

Die Grundidee ist vergleichbar mit klassischen verwalteten ETF-Portfolios: Anleger entscheiden sich nicht für einzelne Aktien oder ETFs, sondern für eine passende Risikostruktur. Die konkrete Aufteilung wird innerhalb der Strategie vorgenommen und bei Bedarf angepasst.

Für Einsteiger kann dieser Ansatz angenehm sein, weil weniger eigene Entscheidungen notwendig sind. Gleichzeitig gibt man damit einen Teil der Kontrolle ab. Wer sein Depot gezielt aus bestimmten ETFs zusammenstellen, einzelne Regionen anders gewichten oder konkrete Wertpapiere auswählen möchte, findet bei einem klassischen Broker deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei langfristigen Portfolios muss außerdem mit stärkeren Wertschwankungen gerechnet werden. Je höher der Aktienanteil ist, desto größer können zwischenzeitliche Verluste ausfallen. Anleger sollten daher nur Geld investieren, das sie voraussichtlich über mehrere Jahre nicht benötigen.

AktienPlus: langfristig am Aktienmarkt investieren

AktienPlus richtet sich stärker an Anleger, die langfristig von der Entwicklung der internationalen Aktienmärkte profitieren möchten. Dafür wird das Geld breit über entsprechende Fonds beziehungsweise ETFs investiert.

Eine weltweit gestreute Aktienanlage kann langfristig attraktive Renditechancen bieten. Gleichzeitig gehören deutliche Kursrückgänge zum normalen Risiko der Anlageklasse. Schwankungen von mehreren Prozent innerhalb kurzer Zeit sowie größere Verluste in Krisenphasen sind möglich.

AktienPlus eignet sich deshalb nicht als Parkplatz für kurzfristige Rücklagen. Wer in wenigen Monaten eine größere Ausgabe plant, sollte dafür normalerweise keine Aktienstrategie verwenden. Anders sieht es bei langfristigen Zielen wie Vermögensaufbau oder zusätzlicher Altersvorsorge aus. Hier kann ein breit gestreutes Aktienportfolio grundsätzlich sinnvoll sein.

Ob AktienPlus gegenüber einem selbst eingerichteten ETF-Sparplan attraktiv ist, hängt insbesondere von Komfort, Kosten und gewünschter Betreuung ab. Ein günstiger Broker mit selbst ausgewähltem Welt-ETF kann kostengünstiger sein, verlangt aber mehr Eigenverantwortung.

MultiPlus: mehrere Anlageklassen kombinieren

MultiPlus verfolgt einen breiteren Ansatz und kann verschiedene Anlageklassen miteinander verbinden. Ziel einer solchen Multi-Asset-Strategie ist es, das Risiko nicht ausschließlich von der Entwicklung des Aktienmarkts abhängig zu machen.

Durch die Kombination unterschiedlicher Anlageklassen können Schwankungen reduziert werden. Gleichzeitig bedeutet eine defensivere Mischung häufig, dass die langfristige Renditechance geringer ausfallen kann als bei einer sehr aktienlastigen Strategie.

Interessant kann MultiPlus deshalb für Anleger sein, die eine vollständig verwaltete und breiter diversifizierte Vermögensanlage bevorzugen. Wer dagegen eine maximale Aktienquote anstrebt oder seine Aufteilung selbst steuern möchte, kann mit einem eigenen ETF-Depot flexibler sein.

UnitPlus Mastercard: Bezahlen aus der Geldanlage

Eine Besonderheit des Konzepts ist die UnitPlus Mastercard. Damit soll sich das investierte Vermögen stärker mit dem alltäglichen Zahlungsverkehr verbinden lassen. Statt Anlage und Bezahlen vollständig voneinander zu trennen, können verfügbare Beträge aus entsprechenden Portfolios für Zahlungen genutzt werden.

Das klingt zunächst komfortabel, sollte aber nicht mit einem gewöhnlichen Girokonto verwechselt werden. Wer seine alltäglichen Bankgeschäfte über Daueraufträge, Lastschriften, Gehaltseingang und Bargeldversorgung organisiert, benötigt möglicherweise weiterhin ein klassisches Girokonto.

Die Kartenfunktion kann vor allem für bestehende UnitPlus-Kunden interessant sein, die ohnehin Geld über die Plattform verwalten. Ob sie gegenüber einer normalen Debit- oder Kreditkarte einen echten Mehrwert bietet, hängt vom persönlichen Nutzungsverhalten und den jeweils geltenden Kartenkonditionen ab.

Sparpläne und automatisiertes Investieren

UnitPlus bietet Möglichkeiten, regelmäßig Geld zu investieren. Gerade für den langfristigen Vermögensaufbau sind automatisierte Sparpläne interessant, weil Anleger nicht jeden Monat selbst tätig werden müssen.

Zusätzlich bietet UnitPlus einen sogenannten AI Sparplan an. Dabei soll die Sparrate stärker an den individuellen finanziellen Möglichkeiten ausgerichtet und automatisiert werden. Solche Funktionen können dabei helfen, Sparen stärker in den Alltag zu integrieren.

Trotz der technischen Unterstützung bleibt die finanzielle Entscheidung beim Nutzer. Ein automatisierter Sparplan ersetzt weder einen ausreichenden Notgroschen noch eine sinnvolle Haushaltsplanung. Vor langfristigen Investments sollten zunächst kurzfristige Verpflichtungen und finanzielle Rücklagen berücksichtigt werden.

Kosten und Gebühren bei UnitPlus

Kosten sind bei digitalen Vermögenslösungen besonders wichtig, weil sie die Nettorendite unmittelbar reduzieren. UnitPlus erhebt je nach Produkt Nutzungs- beziehungsweise Verwaltungsgebühren. Zusätzlich können innerhalb der eingesetzten Fonds und ETFs Produktkosten entstehen.

Bei ZinsPlus liegt die UnitPlus-Nutzungsgebühr nach aktuellem Stand bei etwa 0,50 Prozent pro Jahr. Bei einer Anlage von 100.000 Euro entspricht dies beispielsweise rund 500 Euro jährlich. Deshalb sollte bei Zinsangeboten nicht ausschließlich die ausgewiesene Bruttoverzinsung betrachtet werden, sondern vor allem die erwartbare Rendite nach Kosten.

Bei anderen Portfolios kann die Kostenstruktur abweichen. Vor einer Anlage sollten deshalb immer das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis sowie die jeweiligen Produktinformationen geprüft werden. Besonders bei langfristigen Anlagen können Unterschiede von wenigen Zehntelprozentpunkten pro Jahr über viele Jahre einen erheblichen Einfluss auf das Endvermögen haben.

Auch ein Vergleich mit Alternativen lohnt sich. Ein selbst verwaltetes ETF-Depot kann bei günstigen Brokern geringere laufende Gesamtkosten verursachen. Dafür übernimmt der Anleger Auswahl, Gewichtung und gegebenenfalls Anpassungen des Portfolios selbst. UnitPlus verlangt somit nicht nur Geld für einzelne Finanzprodukte, sondern auch für Komfort, Verwaltung und die technische Plattform.

Wie sicher ist Geld bei UnitPlus?

Bei der Sicherheit muss zwischen Bankguthaben und Wertpapieren unterschieden werden. Diese Unterscheidung ist bei UnitPlus besonders wichtig, weil viele Angebote keine klassischen Spar- oder Bankkonten sind.

Wertpapiere in einem Depot bleiben grundsätzlich dem Anleger zugeordnet und fallen nicht einfach in das Vermögen des Plattformbetreibers. Fondsvermögen wird ebenfalls getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Eine Insolvenz von UnitPlus bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die gehaltenen Wertpapiere wertlos wären.

Davon getrennt betrachtet werden müssen jedoch die normalen Kapitalmarktrisiken. Kurse von Aktien, Anleihen und Fonds können fallen. Auch Geldmarktanlagen sind nicht identisch mit garantiertem Bankguthaben. Schutz vor einer Insolvenz des Plattformbetreibers bedeutet daher nicht Schutz vor Wertverlusten der Anlage.

Für Bankguthaben auf entsprechenden Partnerkonten können wiederum andere Sicherungsmechanismen gelten. Welche Einlagensicherung greift, hängt davon ab, bei welchem Kreditinstitut das jeweilige Guthaben tatsächlich geführt wird.

Vorteile von UnitPlus

UnitPlus kann insbesondere durch die Kombination verschiedener Anlageziele innerhalb einer App überzeugen. Anleger müssen nicht zwingend zwischen einer reinen Geldmarkt-App und einer langfristigen Vermögensverwaltung wechseln. Kurzfristigere, defensivere und langfristige Portfolios lassen sich unter einer Oberfläche organisieren.

Positiv ist außerdem die relativ klare Trennung der einzelnen Strategien nach Anlageziel und Risiko. Wer sich nicht intensiv mit der Auswahl einzelner ETFs oder Anleihen beschäftigen möchte, bekommt vorgefertigte Lösungen.

Zu den nachvollziehbaren Vorteilen gehören insbesondere:

  • verschiedene Anlageklassen innerhalb einer Plattform
  • Geldmarkt-, Anleihe- und Aktienstrategien
  • automatisierte Portfolioverwaltung
  • Sparplanmöglichkeiten
  • Kombination aus Geldanlage und Mastercard
  • vergleichsweise einfacher Einstieg für Anleger ohne eigenes ETF-Portfolio
  • unterschiedliche Lösungen für verschiedene Anlagehorizonte

Nachteile von UnitPlus

Der Komfort hat seinen Preis. Wer bereit ist, einen oder mehrere breit gestreute ETFs selbst auszuwählen und über einen günstigen Broker zu besparen, kann langfristig unter Umständen niedrigere Gesamtkosten erreichen.

Ein weiterer Punkt ist die Produktkomplexität. Namen wie ZinsPlus oder FestPlus können auf den ersten Blick an klassische Bankprodukte erinnern. Tatsächlich handelt es sich jedoch vielfach um Wertpapierlösungen. Anleger müssen deshalb verstehen, dass beispielsweise FestPlus nicht automatisch dieselben Eigenschaften wie Festgeld besitzt.

Auch die Abhängigkeit von mehreren beteiligten Unternehmen kann die Struktur weniger übersichtlich machen als bei einer klassischen Bank, bei der Konto, Depot und Karte aus einer Hand angeboten werden.

Zu berücksichtigen sind außerdem:

  • keine Garantie auf die zukünftige Wertentwicklung
  • Kursrisiken je nach Portfolio
  • laufende Gebühren
  • teilweise günstigere Selbstanlage über ETF-Broker möglich
  • kein vollständiger Ersatz für ein klassisches Girokonto
  • unterschiedliche Vertragspartner und Dienstleister im Hintergrund

Für wen eignet sich UnitPlus?

UnitPlus kann gut zu Verbrauchern passen, die ihre Geldanlage möglichst unkompliziert organisieren möchten. Besonders interessant ist der Anbieter für Menschen, die zwar investieren wollen, sich aber nicht selbst regelmäßig mit ETF-Auswahl, Portfolioaufteilung und Rebalancing beschäftigen möchten.

Auch Anleger, die mehrere finanzielle Ziele verfolgen, können das Konzept interessant finden. Kurzfristigere Rücklagen könnten beispielsweise anders investiert werden als langfristiges Vermögen. Mit verschiedenen Portfolios lässt sich diese Trennung innerhalb einer Plattform abbilden.

Für Einsteiger kann außerdem die klarere Zuordnung nach Anlageziel hilfreich sein. Statt aus mehreren Tausend ETFs und Wertpapieren auswählen zu müssen, entscheidet sich der Nutzer für eine Strategie und Risikostufe.

Langfristig orientierte Anleger sollten allerdings prüfen, ob sie den zusätzlichen Komfort tatsächlich benötigen. Wer sich mit einem einfachen Welt-ETF wohlfühlt und sein Depot selbst verwalten kann, benötigt nicht zwingend eine verwaltete Lösung.

Für wen eignet sich UnitPlus eher nicht?

UnitPlus ist nicht automatisch für jeden Anleger die passende Wahl. Wer ausdrücklich ein klassisches Tagesgeld- oder Festgeldkonto mit eindeutiger Bankeinlage sucht, sollte entsprechende Bankangebote direkt vergleichen. Die ähnlich klingenden UnitPlus-Produkte haben teilweise eine andere rechtliche und wirtschaftliche Struktur.

Auch erfahrene Anleger, die ihr Portfolio selbst zusammenstellen möchten, könnten sich durch die vorgegebenen Strategien eingeschränkt fühlen. Bei klassischen Onlinebrokern lassen sich einzelne ETFs, Aktien und Anleihen wesentlich gezielter auswählen.

Kostenbewusste ETF-Anleger sollten ebenfalls vergleichen. Wer lediglich einen weltweit diversifizierten ETF besparen möchte, findet bei zahlreichen Brokern sehr günstige oder teilweise kostenlose Sparplanmöglichkeiten.

Nicht optimal ist UnitPlus außerdem für Geld, das zu einem festen Termin garantiert in voller Höhe verfügbar sein muss. Kapitalmarktprodukte können je nach Struktur zwischenzeitlichen Schwankungen unterliegen.

Alternativen zu UnitPlus

Welche Alternative sinnvoll ist, hängt stark davon ab, welches UnitPlus-Produkt betrachtet wird.

Trade Republic kann interessant sein, wenn du selbst ETFs, Aktien und andere Wertpapiere auswählen möchtest und Wert auf einen günstigen Onlinebroker legst. Der Ansatz unterscheidet sich allerdings deutlich von der stärker verwalteten Portfoliostruktur bei UnitPlus.

Scalable Capital kombiniert ebenfalls Brokerfunktionen mit automatisierten beziehungsweise verwalteten Anlagelösungen. Dadurch kann der Anbieter vor allem für Nutzer interessant sein, die zwischen eigenständigem Investieren und professionell aufgebauten Portfolios wählen möchten.

quirion richtet sich stärker an Anleger, die eine klassische digitale Vermögensverwaltung suchen. Der Schwerpunkt liegt auf automatisierten ETF-Portfolios für verschiedene Risikostufen.

Für ZinsPlus sind dagegen nicht ausschließlich andere Fintechs die passenden Konkurrenten. Auch ein klassisches Tagesgeldkonto sollte in den Vergleich einbezogen werden. Entscheidend sind dann nicht nur Rendite beziehungsweise Zins, sondern auch Einlagensicherung, Kosten, Flexibilität und Produktstruktur.

Bei FestPlus können entsprechend klassische Festgeldangebote sowie Anleihe-ETFs Alternativen darstellen. Für AktienPlus kommen wiederum selbst verwaltete Welt-ETF-Portfolios infrage.

Worauf solltest du vor einer Anlage bei UnitPlus achten?

Bevor Geld investiert wird, sollte zunächst klar sein, wann es voraussichtlich wieder benötigt wird. Der Anlagehorizont entscheidet wesentlich darüber, welche Strategie überhaupt infrage kommt. Geld für die nächste Mietzahlung oder eine kurzfristig geplante größere Anschaffung sollte anders angelegt werden als Vermögen, das über zehn oder zwanzig Jahre wachsen soll.

Anschließend sollte die konkrete Produktstruktur geprüft werden. Besonders wichtig ist die Frage, ob es sich um Bankguthaben, Fonds, ETFs oder andere Wertpapiere handelt. Produktnamen allein sagen darüber wenig aus.

Auch die Gesamtkosten gehören in den Vergleich. Neben der UnitPlus-Gebühr können Kosten innerhalb der eingesetzten Fonds oder ETFs entstehen. Bei langfristigen Investments können selbst relativ kleine laufende Gebühren erhebliche Auswirkungen haben.

Darüber hinaus sollte geprüft werden, welche Risiken bestehen, wie schnell Geld verfügbar ist und welche Kursschwankungen möglich sind. Wer eine Aktienstrategie auswählt, muss auch größere zwischenzeitliche Verluste finanziell und emotional verkraften können.

Bei aktuellen Zinsprodukten sollte zudem berücksichtigt werden, dass heutige Konditionen nicht zwangsläufig dauerhaft gelten. Besonders geldmarktbasierte Renditen verändern sich mit dem allgemeinen Zinsniveau.

Fazit: UnitPlus bietet ein interessantes Konzept, ist aber kein Ersatz für jeden Broker oder jedes Sparkonto

UnitPlus hebt sich durch die Verbindung unterschiedlicher Anlageformen innerhalb einer Plattform von vielen klassischen Finanzanbietern ab. Besonders ZinsPlus dürfte für Verbraucher interessant sein, die nach einer Alternative für kurzfristig angelegtes Kapital suchen. Gleichzeitig stehen mit Anleihe-, Aktien- und Multi-Asset-Portfolios Lösungen für mittel- und langfristige Anlageziele zur Verfügung.

Eine Stärke liegt in der einfachen Handhabung. Anleger müssen nicht selbst zahlreiche ETFs vergleichen, eine Asset-Allokation entwickeln und ihr Portfolio regelmäßig anpassen. Für diesen Komfort fallen allerdings Gebühren an. Wer sein Depot problemlos selbst verwalten kann, findet bei günstigen Brokern möglicherweise kostengünstigere Alternativen.

Besonders wichtig ist die richtige Einordnung der Produkte. ZinsPlus ist kein klassisches Tagesgeld und FestPlus kein gewöhnliches Festgeldkonto. Hinter den Angeboten stehen Kapitalmarktanlagen mit eigenen Chancen und Risiken. Das ist weder grundsätzlich besser noch schlechter, bedeutet aber, dass ein direkter Vergleich ausschließlich anhand von Zinsen oder erwarteter Rendite zu kurz greift.

Für Anleger, die eine übersichtliche App suchen, mehrere finanzielle Ziele innerhalb einer Plattform abbilden möchten und bereit sind, für eine verwaltete Lösung entsprechende Gebühren zu zahlen, kann UnitPlus interessant sein. Wer dagegen maximale Kontrolle über die eigene ETF-Auswahl, möglichst geringe laufende Kosten oder klassische Bankeinlagen bevorzugt, sollte zusätzlich Broker, Tagesgeld- und Festgeldangebote vergleichen.

Häufige Fragen zu UnitPlus

Ist UnitPlus seriös?

UnitPlus ist ein deutsches Fintech mit Sitz in Berlin und arbeitet bei Depotführung, Zahlungsabwicklung und Portfoliomanagement mit regulierten Finanzdienstleistern zusammen. Entscheidend ist dennoch, zwischen der Seriosität des Anbieters und dem Risiko einer Geldanlage zu unterscheiden. Auch bei einem ordnungsgemäß strukturierten Finanzprodukt können Wertpapiere im Kurs fallen. Anleger sollten deshalb die Unterlagen zum jeweiligen Portfolio sowie die beteiligten Vertragspartner prüfen.

Ist UnitPlus eine Bank?

Nein. UnitPlus ist keine klassische Vollbank, bei der Verbraucher beispielsweise Girokonto, Tagesgeld und Kredit aus einer Hand erhalten. Die Plattform vermittelt beziehungsweise organisiert unterschiedliche Finanzprodukte und arbeitet bei verschiedenen Dienstleistungen mit externen Finanzunternehmen zusammen. Deshalb können Depot, Verrechnungskonto, Portfoliomanagement und Karte von unterschiedlichen Partnern bereitgestellt werden.

Welche Produkte bietet UnitPlus an?

Zum Angebot gehören unter anderem ZinsPlus, CashPlus, FestPlus, FlexPlus, AktienPlus und MultiPlus sowie verschiedene nach Bergen benannte Anlageportfolios. Zusätzlich bietet UnitPlus Sparplanfunktionen und eine Mastercard an. Die einzelnen Produkte unterscheiden sich teilweise erheblich hinsichtlich Anlageklasse, Risiko und empfohlenem Anlagehorizont.

Ist ZinsPlus ein Tagesgeldkonto?

Nein. ZinsPlus sollte nicht mit einem klassischen Tagesgeldkonto gleichgesetzt werden. Das Geld wird über eine Kapitalmarktstruktur im Geldmarktbereich angelegt. Dadurch unterscheiden sich sowohl der rechtliche Charakter als auch die Schutzmechanismen von einem gewöhnlichen Bankguthaben. Wer ausdrücklich Tagesgeld mit gesetzlicher Einlagensicherung sucht, sollte deshalb klassische Tagesgeldkonten zum Vergleich heranziehen.

Was kostet UnitPlus?

Die Kosten unterscheiden sich je nach Produkt. Bei ZinsPlus fällt nach aktuellem Stand eine UnitPlus-Nutzungsgebühr von rund 0,50 Prozent pro Jahr an. Bei anderen Portfolios können andere Kosten gelten. Zusätzlich sind gegebenenfalls die laufenden Kosten der eingesetzten Fonds und ETFs zu berücksichtigen. Vor einer Anlage sollte deshalb immer das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis geprüft werden.

Wie sicher ist UnitPlus?

Die Sicherheit hängt wesentlich vom jeweiligen Produkt ab. Wertpapiere im Depot sind grundsätzlich anders geschützt als Bankeinlagen, unterliegen aber Kurs- und Kapitalmarktrisiken. Bei Fonds wird das Fondsvermögen getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft geführt. Das schützt jedoch nicht vor Wertverlusten aufgrund fallender Kurse. Bankguthaben bei Partnerbanken können wiederum unter die jeweils geltende Einlagensicherung fallen.

Für wen eignet sich UnitPlus?

Interessant kann UnitPlus vor allem für Anleger sein, die ihre Geldanlage möglichst einfach über eine App verwalten und nicht selbst einzelne ETFs oder Anleihen auswählen möchten. Auch die Möglichkeit, verschiedene Anlageziele mit unterschiedlichen Portfolios abzubilden, kann attraktiv sein. Für erfahrene Selbstentscheider oder besonders kostenorientierte ETF-Anleger können klassische Onlinebroker allerdings besser geeignet sein.

Welche Alternativen zu UnitPlus gibt es?

Die passende Alternative hängt vom gewünschten Produkt ab. Für selbstständiges ETF- und Aktieninvestment kommen beispielsweise Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital infrage. Wer eine digitale Vermögensverwaltung bevorzugt, kann unter anderem Robo-Advisor wie quirion vergleichen. Für kurzfristige Geldanlagen sollten zusätzlich klassische Tagesgeldkonten berücksichtigt werden, während bei längerfristigen Zinsanlagen auch Festgeld oder Anleihe-ETFs infrage kommen können.

Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

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