Wer am Geldautomaten Bargeld abheben möchte und plötzlich einen Hinweis auf 4,95 Euro, 5,99 Euro oder eine andere Gebühr sieht, muss diese Kosten nicht einfach hinnehmen. Zeigt der Automat ein direktes Entgelt des Betreibers an, kannst du den Vorgang normalerweise noch abbrechen und einen anderen Geldautomaten suchen. Erst wenn du der Auszahlung einschließlich des angezeigten Entgelts zustimmst, wird die Gebühr zusammen mit dem abgehobenen Betrag belastet.
Komplizierter wird es dadurch, dass nicht jede Gebühr direkt auf dem Bildschirm des Geldautomaten erscheint. Neben einem möglichen Entgelt des Automatenbetreibers kann auch die eigene Bank Geld für die Bargeldabhebung verlangen. Im Ausland können zusätzlich Fremdwährungsentgelte und Kosten für die Währungsumrechnung hinzukommen. Eine vermeintlich kostenlose Abhebung kann dadurch im ungünstigen Fall aus mehreren Kostenbestandteilen bestehen.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Frage, ob ein Geldautomat „Gebühren verlangt“. Man muss unterscheiden, wer die Gebühr erhebt, wofür sie anfällt und ob sie vor der Auszahlung bereits erkennbar war.
Welche Gebühren können am Geldautomaten entstehen?
Bei einer Bargeldabhebung können grundsätzlich mehrere voneinander unabhängige Kosten entstehen. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Entgelt des Automatenbetreibers und einer Gebühr deiner eigenen Bank oder deines Kartenanbieters.
Ein Automatenbetreiber kann für die Nutzung seines Geldautomaten ein sogenanntes direktes Kundenentgelt verlangen. Das kommt vor allem bei Abhebungen an fremden Geldautomaten oder bei unabhängigen Automatenbetreibern vor. Die Höhe wird vom jeweiligen Betreiber festgelegt und kann sich deshalb von Automat zu Automat unterscheiden.
Daneben kann deine eigene Bank die Bargeldabhebung berechnen. Ob und in welcher Höhe dies geschieht, ergibt sich aus den Bedingungen deines Girokontos beziehungsweise der verwendeten Debit- oder Kreditkarte. Manche Kontomodelle ermöglichen kostenlose Abhebungen an bestimmten Automaten oder Automatenverbünden, andere berechnen beispielsweise einen festen Betrag oder einen Prozentsatz des Auszahlungsbetrags.
Im Ausland kann eine dritte Kostenebene hinzukommen: Wird Bargeld in einer anderen Währung als der Kontowährung ausgezahlt, können Entgelte für den Auslandseinsatz oder die Währungsumrechnung entstehen. Zusätzlich bieten viele Automaten eine sofortige Umrechnung in Euro an. Diese sogenannte dynamische Währungsumrechnung kann einen ungünstigeren Wechselkurs enthalten.
Damit können bei einer einzigen Abhebung theoretisch mehrere Kosten gleichzeitig entstehen.
| Kostenart | Wer verlangt das Geld? | Wann kann sie entstehen? |
|---|---|---|
| Betreiberentgelt | Geldautomatenbetreiber | Nutzung eines kostenpflichtigen Automaten |
| Abhebegebühr | Eigene Bank oder Kartenanbieter | Je nach Konto- oder Kartenmodell |
| Fremdwährungsentgelt | Eigene Bank oder Kartenanbieter | Abhebung in einer anderen Währung |
| Währungsumrechnung | Automatenbetreiber oder Kartenanbieter | Umrechnung zwischen Fremdwährung und Euro |
Deshalb reicht die Aussage „Mit dieser Karte kann man kostenlos Geld abheben“ allein nicht immer aus. Gemeint ist häufig lediglich, dass die kartenausgebende Bank selbst kein Entgelt berechnet. Ein zusätzliches Entgelt eines fremden Automatenbetreibers kann trotzdem möglich sein.
Darf ein Geldautomatenbetreiber eine Gebühr verlangen?
Grundsätzlich ja. Geldautomatenbetreiber dürfen für eine Bargeldabhebung ein eigenes Entgelt verlangen. In Deutschland gibt es keine allgemeine Regel, nach der jede Abhebung an einem Geldautomaten kostenlos sein müsste.
Entscheidend ist allerdings die Transparenz. Verlangt der Betreiber ein direktes Kundenentgelt, muss die Gebühr vor Abschluss der Auszahlung angezeigt werden. Der Nutzer soll erkennen können, welche zusätzlichen Kosten entstehen, bevor er die Abhebung endgültig bestätigt.
Typischerweise erscheint deshalb während des Auszahlungsvorgangs eine Meldung wie:
„Für diese Bargeldabhebung wird ein Entgelt von 4,95 Euro berechnet.“
An dieser Stelle besteht normalerweise die Möglichkeit, die Transaktion abzubrechen. Wer den Vorgang bestätigt und sich das Geld auszahlen lässt, akzeptiert damit das angezeigte Entgelt.
Das bedeutet auch: Eine deutlich angezeigte Betreibergebühr wird nicht allein deshalb unzulässig, weil sie vergleichsweise hoch erscheint. Entscheidend ist zunächst, ob die Kosten transparent dargestellt wurden und der Kunde die Möglichkeit hatte, die Auszahlung abzubrechen.
Gibt es eine gesetzliche Obergrenze für Geldautomatengebühren?
Eine allgemeine gesetzliche Obergrenze von beispielsweise zwei, drei oder fünf Euro pro Bargeldabhebung gibt es in Deutschland nicht. Deshalb können sich die verlangten Beträge zwischen verschiedenen Automaten erheblich unterscheiden.
Gerade unabhängige Geldautomaten an touristisch stark frequentierten Orten, Bahnhöfen, Flughäfen oder Einkaufsstandorten können höhere Entgelte verlangen als Automaten innerhalb eines Bankenverbunds. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine solche Gebühr rechtswidrig ist.
Für Verbraucher ist daher vor allem der Blick auf den Bildschirm wichtig. Wird ein Betreiberentgelt angezeigt, solltest du nicht automatisch auf „Bestätigen“ drücken. Bei einer Gebühr von beispielsweise 5,95 Euro für eine Auszahlung von 50 Euro würden allein die Automatenkosten fast 12 Prozent des gewünschten Bargeldbetrags ausmachen.
Bei kleinen Abhebungen wirken feste Gebühren besonders stark. 5 Euro Gebühr entsprechen bei einer Auszahlung von 50 Euro einer Kostenquote von 10 Prozent. Bei 500 Euro wären dieselben 5 Euro dagegen nur noch 1 Prozent.
Das soll nicht heißen, dass größere Bargeldbeträge nur wegen einer Gebühr abgehoben werden sollten. Es zeigt aber, warum viele kleine kostenpflichtige Abhebungen finanziell besonders ungünstig sind.
Auch die eigene Bank kann Geld fürs Abheben verlangen
Selbst wenn der Geldautomat kein Betreiberentgelt anzeigt, kann die Bargeldabhebung kostenpflichtig sein. Der Grund liegt dann häufig beim eigenen Girokonto oder der verwendeten Karte.
Banken dürfen abhängig vom vereinbarten Kontomodell Entgelte für Bargeldabhebungen vorsehen. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Modelle. Manche Konten ermöglichen unbegrenzt kostenlose Abhebungen, andere nur an bestimmten Automaten, ab einer bestimmten Auszahlungssumme oder nur eine begrenzte Anzahl pro Monat.
Bei anderen Kontomodellen wird für jede Abhebung ein Entgelt berechnet. Möglich sind sowohl feste Beträge als auch prozentuale Gebühren mit einem Mindestentgelt. Beispielsweise könnte eine Bank 2 Prozent des Auszahlungsbetrags, mindestens jedoch 5 Euro verlangen.
Wer 100 Euro abhebt, würde bei einem solchen Modell nicht 2 Euro, sondern wegen des Mindestentgelts 5 Euro bezahlen. Bei einer Auszahlung von 400 Euro würden dagegen 8 Euro anfallen.
Solche Kosten stehen normalerweise im Preis- und Leistungsverzeichnis sowie in den Vertragsbedingungen des Kontos oder der Karte. Der fremde Geldautomat muss eine Gebühr deiner eigenen Bank nicht zwangsläufig zusätzlich auf dem Bildschirm anzeigen.
Genau hier entsteht häufig das Missverständnis: Der Geldautomat zeigt „keine Gebühr“ an, einige Tage später befindet sich auf dem Konto trotzdem ein Entgelt. Dann stammt die Belastung möglicherweise nicht vom Automatenbetreiber, sondern von der eigenen Bank.
Können Betreibergebühr und Bankgebühr gleichzeitig anfallen?
Ja. Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Geldabheben an fremden Automaten.
Nehmen wir an, du möchtest 200 Euro abheben. Der Geldautomatenbetreiber verlangt ein direktes Kundenentgelt von 4,95 Euro. Deine eigene Bank berechnet für Abhebungen an fremden Geldautomaten zusätzlich 2 Prozent des Auszahlungsbetrags, mindestens jedoch 5 Euro.
In diesem Beispiel entstehen 4,95 Euro Betreiberentgelt und weitere 5 Euro Bankgebühr. Die Abhebung von 200 Euro kostet damit insgesamt 9,95 Euro.
Gerade deshalb sollte man zwischen den verschiedenen Kostenarten unterscheiden. Der Hinweis am Automaten kann lediglich das Entgelt des Betreibers betreffen. Welche zusätzlichen Kosten die eigene Bank verlangt, ergibt sich aus deinem Kontomodell und den Kartenbedingungen.
Wer regelmäßig Bargeld nutzt, sollte deshalb nicht nur die monatliche Kontoführungsgebühr vergleichen. Ein Konto für beispielsweise 3,90 Euro im Monat mit vielen kostenlosen Abhebemöglichkeiten kann für einen regelmäßigen Bargeldnutzer günstiger sein als ein Konto ohne Grundgebühr, bei dem bestimmte Abhebungen jeweils mehrere Euro kosten.
Wann ist Geldabheben tatsächlich kostenlos?
Von einer wirklich kostenlosen Bargeldabhebung kann man sinnvollerweise erst sprechen, wenn weder der Automatenbetreiber noch die eigene Bank ein Entgelt berechnen und bei einer Fremdwährungsabhebung auch keine zusätzlichen Umrechnungskosten entstehen.
In Deutschland sind kostenlose Abhebungen häufig über bestimmte Geldautomatenverbünde möglich. Banken stellen ihren Kunden dabei ein gemeinsames Automatennetz zur Verfügung. Welche Automaten genutzt werden können, hängt von der jeweiligen Bank und Karte ab.
Direktbanken und Neobanken nutzen teilweise andere Modelle. Dort können beispielsweise Abhebungen mit einer Visa- oder Mastercard-Debitkarte an einer großen Zahl geeigneter Automaten möglich sein. Häufig gelten jedoch Bedingungen wie ein Mindestabhebebetrag, eine bestimmte Zahl kostenloser Abhebungen oder Einschränkungen durch den Automatenbetreiber.
Der Satz „weltweit kostenlos Bargeld abheben“ sollte deshalb immer zusammen mit den Kartenbedingungen gelesen werden. Selbst wenn die eigene Bank kein Abhebeentgelt berechnet, können Betreiberentgelte oder Kosten einer Währungsumrechnung bestehen bleiben.
Geldautomat verlangt plötzlich eine hohe Gebühr – was solltest du tun?
Wenn der Geldautomat vor der Auszahlung ein Entgelt anzeigt, besteht die einfachste Lösung darin, die Abhebung abzubrechen. Solange die Transaktion noch nicht bestätigt und durchgeführt wurde, entstehen durch einen normalen Abbruch üblicherweise keine Auszahlungskosten.
Danach kannst du in der Banking-App, über die Website deiner Bank oder über eine Geldautomatensuche prüfen, wo sich ein geeigneter alternativer Automat befindet. Besonders in Städten lohnt es sich häufig, wenige hundert Meter weiter nach einem Automaten der eigenen Bank oder eines passenden Verbunds zu suchen.
Bei einer einmaligen Gebühr von zwei oder drei Euro kann der zusätzliche Weg je nach Situation kaum ins Gewicht fallen. Wer jedoch jede Woche 5 Euro für Bargeldabhebungen bezahlt, kommt auf rund 260 Euro im Jahr. Regelmäßige Automatengebühren sind deshalb ein wesentlich stärkeres Kostenproblem als eine einzelne Notfallabhebung.
Sinnvoll ist außerdem, nicht nur den Automaten, sondern das eigene Kontomodell zu prüfen. Wenn die meisten erreichbaren Geldautomaten kostenpflichtig sind, kann langfristig ein anderes Konto oder eine andere Karte wesentlich praktischer sein.
Vorsicht bei Abhebungen im Ausland
Außerhalb Deutschlands wird das Thema deutlich komplizierter. Neben möglichen Betreiberentgelten und Gebühren der eigenen Bank kann die Währung eine wichtige Rolle spielen.
Innerhalb der EU gilt für grenzüberschreitende Euro-Abhebungen grundsätzlich der Grundsatz, dass der eigene Zahlungsdienstleister dafür nicht mehr verlangen darf als für eine entsprechende inländische Abhebung. Kostet eine vergleichbare Abhebung in Deutschland beispielsweise nichts, darf die eigene Bank nicht allein wegen des Aufenthalts in einem anderen EU-Land eine höhere Gebühr für eine entsprechende Euro-Abhebung verlangen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jede Abhebung im europäischen Ausland kostenlos ist. Ein Geldautomatenbetreiber kann abhängig von der konkreten Konstellation ein eigenes Entgelt verlangen. Außerdem entstehen bei Abhebungen in einer anderen Währung als Euro zusätzliche Fragen rund um Wechselkurse und Währungsumrechnung.
Gerade in Ländern ohne Euro solltest du deshalb genau auf die Anzeigen des Automaten achten.
Warum die Umrechnung in Euro am Automaten teuer werden kann
Viele Geldautomaten im Ausland stellen eine scheinbar komfortable Frage: Soll der Betrag direkt in Euro abgerechnet werden?
Beispielsweise möchtest du in Polen 1.000 Złoty abheben. Der Geldautomat bietet dir an, den Betrag sofort in Euro umzuwandeln und zeigt einen festen Eurobetrag an. Damit kennst du zwar sofort die Belastung deines Kontos, akzeptierst aber gleichzeitig den vom Automatenanbieter angebotenen Wechselkurs.
Dieses Verfahren wird als Dynamic Currency Conversion, kurz DCC, bezeichnet.
Die Alternative besteht darin, die Abhebung in der Landeswährung abzurechnen. Dann übernimmt grundsätzlich der Kartenanbieter beziehungsweise die kartenausgebende Bank die spätere Umrechnung.
Die automatische Euro-Umrechnung am Geldautomaten ist häufig ungünstiger als die Abrechnung in Landeswährung. Deshalb solltest du Angebote wie „Guaranteed Exchange Rate“, „Convert to EUR“ oder „Abrechnung in Euro“ nicht allein aus Bequemlichkeit akzeptieren.
Bei einer angebotenen Währungsumrechnung müssen die damit verbundenen Kosten transparent dargestellt werden. Innerhalb der EU müssen entsprechende Währungsumrechnungsentgelte insbesondere als prozentualer Aufschlag gegenüber dem maßgeblichen Euro-Referenzwechselkurs der Europäischen Zentralbank erkennbar gemacht werden.
In vielen Fällen ist die Auswahl der Landeswährung günstiger. Trotzdem lohnt sich vorher ein Blick in die Kartenbedingungen, denn auch der eigene Anbieter kann Fremdwährungsentgelte verlangen.
Kreditkarte am Geldautomaten: Kostenlos heißt nicht immer kostenlos
Bei Kreditkarten sollte besonders genau geprüft werden, welche Bedingungen für Bargeldabhebungen gelten. Eine Kreditkarte kann beim Bezahlen gebührenfrei sein und trotzdem hohe Kosten beim Bargeldbezug verursachen.
Einige Kartenanbieter berechnen beispielsweise einen bestimmten Prozentsatz des abgehobenen Betrags mit einem Mindestentgelt. Andere ermöglichen Bargeldabhebungen ohne eigene Abhebegebühr.
Zusätzlich kann bei bestimmten Kreditkarten die Verzinsung von Bargeldabhebungen anders geregelt sein als bei normalen Kartenumsätzen. Während Einkäufe möglicherweise bis zur monatlichen Abrechnung zinsfrei bleiben, können Bargeldverfügungen je nach Kartenvertrag früher verzinst werden.
Deshalb sollte bei einer Kreditkarte nicht nur nach „kostenlosen Abhebungen“ gesucht werden. Entscheidend sind mindestens die eigene Abhebegebühr, mögliche Betreiberentgelte, Fremdwährungskosten und die Regelungen zu Kreditzinsen.
Warum kleine Bargeldabhebungen besonders teuer sein können
Feste Automatengebühren führen dazu, dass kleine Auszahlungsbeträge prozentual sehr teuer werden. Angenommen, ein Automat verlangt unabhängig vom Betrag 4,99 Euro.
Bei 20 Euro Auszahlung entsprechen die Kosten fast 25 Prozent des abgehobenen Betrags. Bei 50 Euro sind es knapp 10 Prozent, bei 100 Euro rund 5 Prozent und bei 500 Euro ungefähr 1 Prozent.
Das ist kein Argument dafür, unnötig große Mengen Bargeld mitzuführen. Es zeigt jedoch, dass regelmäßige Mini-Abhebungen an einem kostenpflichtigen Automaten eine der ungünstigsten Varianten der Bargeldversorgung sein können.
Wer beispielsweise viermal im Monat jeweils 50 Euro abhebt und dafür jedes Mal 4,99 Euro bezahlt, gibt jährlich knapp 240 Euro nur für Automatengebühren aus. Häufig lässt sich dieser Betrag vollständig vermeiden, indem ein passender Geldautomat genutzt oder die Bargeldstrategie geändert wird.
Diese Fehler machen Bargeldabhebungen unnötig teuer
Viele Kosten entstehen nicht deshalb, weil sich Bargeld grundsätzlich nur gegen Gebühr beschaffen lässt, sondern weil der falsche Automat oder die falsche Karte genutzt wird.
Ein häufiger Fehler besteht darin, Gebührenhinweise am Bildschirm routinemäßig zu bestätigen. Wer bereits die PIN eingegeben und den gewünschten Betrag gewählt hat, möchte den Vorgang häufig einfach beenden. Bei einem deutlich angezeigten Entgelt kann ein Abbruch jedoch innerhalb weniger Sekunden mehrere Euro sparen.
Ebenso problematisch ist es, nur auf die Aussage der eigenen Bank zu vertrauen, Bargeldabhebungen seien kostenlos. Das kann bedeuten, dass die Bank kein eigenes Entgelt verlangt. Ein fremder Automatenbetreiber kann trotzdem Kosten berechnen.
Im Ausland kommt die voreilige Zustimmung zur Euro-Umrechnung hinzu. Die Frage des Automaten ist häufig so gestaltet, dass die Umrechnung in die vertraute Heimatwährung bequem erscheint. Entscheidend ist aber nicht die Bequemlichkeit, sondern der verwendete Wechselkurs.
Schließlich lohnt sich auch ein Blick auf die verwendete Karte. Wer mehrere Debit- oder Kreditkarten besitzt, kann je nach Land, Währung und Geldautomat mit einer Karte deutlich günstiger abheben als mit einer anderen.
Checkliste: Bevor du eine kostenpflichtige Abhebung bestätigst
- Gebührenhinweis lesen: Prüfe, ob der Geldautomatenbetreiber ein direktes Entgelt verlangt.
- Abhebung notfalls abbrechen: Bei einem hohen Entgelt kannst du einen anderen Automaten suchen.
- Kartenbedingungen kennen: Prüfe, ob deine eigene Bank zusätzliche Abhebegebühren verlangt.
- Automatenverbund nutzen: Verwende nach Möglichkeit Automaten, an denen deine Karte regulär kostenlos eingesetzt werden kann.
- Im Ausland Landeswährung prüfen: Akzeptiere eine automatische Euro-Umrechnung nicht ungeprüft.
- Fremdwährungsentgelt berücksichtigen: Kontrolliere, ob dein Kartenanbieter einen prozentualen Aufschlag verlangt.
- Wiederkehrende Gebühren ernst nehmen: Wenn Bargeldabhebungen regelmäßig Geld kosten, kann ein anderes Kontomodell langfristig günstiger sein.
Was tun, wenn eine Gebühr vorher nicht angezeigt wurde?
Taucht nach einer Bargeldabhebung eine unerwartete Belastung auf, solltest du zunächst herausfinden, wer das Entgelt berechnet hat. Das lässt sich häufig anhand des Buchungstextes oder der Umsatzdetails in der Banking-App erkennen.
Stammt die Gebühr von deiner eigenen Bank, solltest du das Preis- und Leistungsverzeichnis sowie die Bedingungen deiner Karte prüfen. Möglicherweise gehört die Belastung zum vereinbarten Kontomodell.
Handelt es sich dagegen um ein Betreiberentgelt, an das du dich beim Geldautomaten nicht erinnern kannst, solltest du die Transaktionsdaten dokumentieren. Hilfreich sind Datum, Uhrzeit, Standort des Automaten, Auszahlungsbetrag, Kartenart und der genaue Buchungstext.
Anschließend kannst du dich zunächst an deine Bank beziehungsweise den Kartenanbieter wenden. Bei einem direkten Betreiberentgelt kann zusätzlich eine Kontaktaufnahme mit dem Automatenbetreiber erforderlich sein. Eine automatische Rückerstattung gibt es nicht allein deshalb, weil die Gebühr überraschend war. Wurde ein notwendiger Kostenhinweis jedoch tatsächlich nicht ordnungsgemäß angezeigt, sollte die Belastung überprüft werden.
Bargeldversorgung sollte zum Girokonto passen
Die Kosten am Geldautomaten zeigen, warum bei einem Girokonto nicht nur die monatliche Grundgebühr wichtig ist. Wer regelmäßig Bargeld benötigt, sollte auch die Bargeldversorgung in den Vergleich einbeziehen.
Ein kostenloses Konto kann teuer werden, wenn nur wenige geeignete Automaten erreichbar sind oder häufig Abhebegebühren entstehen. Umgekehrt kann ein Konto mit einer moderaten monatlichen Gebühr finanziell sinnvoll sein, wenn dafür ein gut erreichbares Netz kostenloser Geldautomaten zur Verfügung steht.
Auch persönliche Gewohnheiten spielen eine Rolle. Wer fast alles mit Karte bezahlt und nur zweimal im Jahr Bargeld benötigt, bewertet die Automatenversorgung anders als jemand, der wöchentlich Bargeld abhebt.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Was kostet das Girokonto pro Monat?“ Ebenso wichtig ist: Wie komme ich im Alltag tatsächlich an mein Bargeld – und was kostet mich das über ein ganzes Jahr?
Fazit: Gebühren am Geldautomaten sind erlaubt – Überraschungen lassen sich aber häufig vermeiden
Ein Geldautomat darf grundsätzlich Gebühren für eine Bargeldabhebung verlangen. Handelt es sich um ein direktes Betreiberentgelt, muss der Nutzer die Kosten vor Abschluss der Auszahlung erkennen können und kann die Transaktion normalerweise noch abbrechen. Eine allgemeine gesetzliche Obergrenze für solche Automatengebühren gibt es in Deutschland nicht.
Zusätzlich kann die eigene Bank abhängig vom Konto- oder Kartenmodell eine Gebühr berechnen. Diese muss nicht identisch mit dem am Automaten angezeigten Entgelt sein. Im Ausland können außerdem Fremdwährungskosten und ungünstige Wechselkurse hinzukommen.
Wer regelmäßig Bargeld benötigt, sollte deshalb wissen, welche Automaten zum eigenen Konto passen und welche Bedingungen für die verwendete Karte gelten. Eine einzelne kostenpflichtige Abhebung ist ärgerlich. Werden mehrere Euro jedoch Monat für Monat bezahlt, lohnt sich eine Änderung der Bargeldstrategie oder gegebenenfalls sogar des Kontomodells.
Häufige Fragen zu Gebühren am Geldautomaten
Gebühren beim Geldabheben wirken oft widersprüchlich, weil mehrere Unternehmen an einer einzigen Auszahlung beteiligt sein können. Die folgenden Fragen klären deshalb vor allem Situationen, in denen Kosten überraschend auftauchen.
Muss eine Geldautomatengebühr vorher angezeigt werden?
Ein direktes Entgelt des Geldautomatenbetreibers muss vor Abschluss der Bargeldabhebung erkennbar sein. Du kannst dann entscheiden, ob du die Gebühr akzeptierst oder den Vorgang abbrichst. Gebühren deiner eigenen Bank ergeben sich dagegen häufig aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis und werden nicht zwingend als zusätzliche Automatengebühr auf dem Bildschirm angezeigt.
Wie hoch darf eine Geldautomatengebühr sein?
Für direkte Geldautomatengebühren gibt es in Deutschland keine allgemeine gesetzliche Obergrenze in Euro. Betreiber können ihre Entgelte grundsätzlich selbst festlegen. Deshalb lohnt sich bei hohen Kosten ein Abbruch der Transaktion und die Suche nach einer günstigeren Alternative.
Warum wurde mir eine Gebühr berechnet, obwohl am Automaten nichts angezeigt wurde?
Möglicherweise stammt das Entgelt nicht vom Automatenbetreiber, sondern von deiner eigenen Bank oder deinem Kartenanbieter. Prüfe deshalb den Buchungstext und das Preis- und Leistungsverzeichnis. Auch Fremdwährungs- oder Auslandseinsatzentgelte können erst bei der Kontobelastung sichtbar werden.
Kann ich eine Geldabhebung abbrechen, wenn eine Gebühr angezeigt wird?
Ja, solange die Auszahlung noch nicht endgültig bestätigt wurde, kannst du einen normalen Abhebungsvorgang in der Regel abbrechen. Wurde ein Betreiberentgelt angezeigt, ist der Abbruch häufig die einfachste Möglichkeit, diese Kosten zu vermeiden.
Kann meine Bank für Abhebungen am eigenen Geldautomaten Geld verlangen?
Das kann abhängig vom Kontomodell möglich sein. Kostenlose Bargeldabhebungen sind nicht automatisch Bestandteil jedes Girokontos. Maßgeblich sind die mit der Bank vereinbarten Bedingungen und das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis.
Sind Bargeldabhebungen im EU-Ausland teurer?
Bei einer grenzüberschreitenden Euro-Abhebung innerhalb der EU darf der eigene Zahlungsdienstleister grundsätzlich keine höhere Gebühr verlangen als für eine entsprechende inländische Abhebung. Trotzdem können beispielsweise Betreiberentgelte relevant sein. Bei Abhebungen in Fremdwährung können außerdem Kosten für die Währungsumrechnung entstehen.
Sollte ich am ausländischen Geldautomaten Euro oder Landeswährung wählen?
Bei einer angebotenen sofortigen Umrechnung in Euro legt häufig der Geldautomatenanbieter den Wechselkurs fest. Diese sogenannte dynamische Währungsumrechnung kann teuer sein. In vielen Fällen ist die Abrechnung in Landeswährung günstiger, allerdings solltest du zusätzlich die Fremdwährungsbedingungen deiner eigenen Karte kennen.
Kann ich Geldautomatengebühren nachträglich zurückfordern?
Eine ordnungsgemäß vereinbarte und angezeigte Gebühr lässt sich nicht allein deshalb zurückfordern, weil sie hoch war. Bei einer unerwarteten oder möglicherweise falsch berechneten Belastung solltest du jedoch zunächst den Buchungstext, die Kartenbedingungen und den Automatenbetreiber prüfen und die Transaktion gegebenenfalls bei deiner Bank reklamieren.