Etwa 100 bis 200 Euro Bargeld pro Person sind für viele Haushalte eine sinnvolle Notfallreserve. Eine dreiköpfige Familie könnte 300 bis 600 Euro bereithalten. Das Geld sollte möglichst in kleinen Scheinen sicher aufbewahrt werden. Einen verbindlichen staatlichen Richtwert gibt es in Deutschland nicht.
Eine Bargeldreserve von etwa 100 bis 200 Euro pro Person ist für viele Haushalte eine sinnvolle Orientierung. Das Geld dient als Absicherung für Situationen, in denen Kartenzahlungen, Onlinebanking oder Geldautomaten vorübergehend nicht funktionieren. Ein Haushalt mit drei Personen könnte beispielsweise 300 bis 600 Euro bereithalten. Entscheidend sind die persönlichen Ausgaben und die Frage, welche notwendigen Einkäufe im Notfall bezahlt werden müssen. Größere Bargeldbestände sind für die gewöhnliche Notfallvorsorge meist nicht erforderlich.
Wie viel Bargeld wird für einen Notfall empfohlen?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, für Krisensituationen Bargeld bereitzuhalten. Eine konkrete Summe nennt die Behörde allerdings nicht. Die Deutsche Bundesbank gibt ebenfalls keinen festen Betrag vor. Es gibt somit keine allgemeingültige staatliche Empfehlung, nach der jeder Haushalt beispielsweise 500 oder 1.000 Euro aufbewahren müsste.
Eine Orientierung bietet Österreich: Dort empfiehlt die Oesterreichische Nationalbank, mindestens 100 Euro pro Familienmitglied in kleinen Banknoten für Notfälle verfügbar zu halten.
Für deutsche Haushalte lässt sich daraus eine praktische Größenordnung ableiten. Wer allein lebt, kann zunächst rund 100 bis 200 Euro zurücklegen. Bei zwei Personen wären etwa 200 bis 400 Euro und bei einer vierköpfigen Familie ungefähr 400 bis 800 Euro denkbar.
Diese Beträge sind keine verbindlichen Vorgaben, sondern Orientierungswerte. Ein Haushalt mit einem gut gefüllten Lebensmittelvorrat benötigt möglicherweise weniger Bargeld als eine Familie, die kurzfristig Lebensmittel, Medikamente oder andere wichtige Dinge kaufen muss.
Auch die finanzielle Situation spielt eine Rolle. Wer nur wenig Geld zur Verfügung hat, sollte nicht versuchen, um jeden Preis mehrere Hundert Euro zurückzulegen. Eine kleinere Reserve von beispielsweise 30 oder 50 Euro ist immer noch hilfreicher als überhaupt kein Bargeld.
Warum sollte man überhaupt Bargeld zu Hause aufbewahren?
Der wichtigste Grund ist die Unabhängigkeit von elektronischen Zahlungssystemen. Im normalen Alltag funktionieren Kartenzahlungen, Geldautomaten und Banking-Apps in der Regel zuverlässig. Bei technischen Problemen kann sich das allerdings kurzfristig ändern.
Besonders deutlich wird das bei einem Stromausfall. Fallen die Stromversorgung oder Kommunikationsverbindungen aus, können Geldautomaten außer Betrieb sein. Gleichzeitig funktionieren möglicherweise die Kartenlesegeräte in Geschäften nicht mehr. Auch eine funktionierende Bankkarte hilft dann unter Umständen nicht weiter.
Eine Bargeldreserve kann in solchen Situationen ermöglichen, weiterhin notwendige Einkäufe zu bezahlen, sofern Geschäfte geöffnet haben und Barzahlungen annehmen können.
Dafür muss nicht gleich ein großflächiger Stromausfall eintreten. Auch eine technische Störung bei einem Zahlungsdienstleister, eine gesperrte Bankkarte oder ein vorübergehend nicht erreichbarer Geldautomat können dazu führen, dass Bargeld plötzlich benötigt wird.
Wer ohnehin regelmäßig einen kleinen Betrag im Portemonnaie mit sich führt, hat bereits eine erste Absicherung. Eine zusätzliche Reserve zu Hause stellt sicher, dass dieses Geld nicht versehentlich für alltägliche Einkäufe aufgebraucht wird.
Wichtig ist allerdings: Bargeld allein löst nicht jedes Versorgungsproblem. Wenn Supermärkte wegen eines Stromausfalls geschlossen bleiben oder keine Waren verfügbar sind, hilft auch ein größerer Geldbetrag nicht unmittelbar weiter. Die Bargeldreserve ist deshalb nur ein Bestandteil einer sinnvollen Notfallvorsorge.
Wie lässt sich die passende Bargeldreserve für den eigenen Haushalt ermitteln?
Statt ausschließlich auf einen pauschalen Betrag zu achten, ist es sinnvoll, den tatsächlichen Bargeldbedarf zu betrachten. Ausgangspunkt sind die Ausgaben, die während einer vorübergehenden Störung der elektronischen Zahlungssysteme anfallen könnten.
Dazu gehören insbesondere Lebensmittel, Getränke, Medikamente, notwendige Fahrten oder andere kurzfristig unvermeidbare Anschaffungen.
Wer bereits Lebensmittel und wichtige Alltagsprodukte bevorratet hat, muss möglicherweise nur einzelne Dinge nachkaufen. Ein Haushalt ohne entsprechende Vorräte benötigt dagegen unter Umständen mehr Bargeld.
Auch die Haushaltsgröße ist entscheidend. Eine alleinlebende Person hat normalerweise andere Ausgaben als eine Familie mit mehreren Kindern. Eine Person, die regelmäßig auf das Auto angewiesen ist, muss möglicherweise zusätzlich Kraftstoff einplanen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Tankstellen bei einem Stromausfall ebenfalls nicht zwangsläufig betriebsbereit sind.
Es kommt deshalb weniger darauf an, einen möglichst hohen Betrag zu besitzen. Vielmehr sollte die Reserve ausreichen, um einige wichtige Zahlungen überbrücken zu können, ohne dass unmittelbar ein Geldautomat benötigt wird.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Eine dreiköpfige Familie entscheidet sich für eine Bargeldreserve von 350 Euro. Sie möchte damit vor allem kleinere Lebensmitteleinkäufe, Medikamente und notwendige Ausgaben während einer vorübergehenden Störung bezahlen können.
Die Familie bewahrt das Geld in folgender Stückelung auf:
- 10 Scheine zu 20 Euro: 200 Euro
- 10 Scheine zu 10 Euro: 100 Euro
- 10 Scheine zu 5 Euro: 50 Euro
Insgesamt stehen damit 350 Euro zur Verfügung.
Der Vorteil besteht nicht nur in der Höhe des Betrags, sondern auch in seiner Aufteilung. Selbst wenn ein Geschäft vorübergehend nur Barzahlungen akzeptiert und wenig Wechselgeld zur Verfügung hat, lassen sich kleinere Einkäufe leichter bezahlen.
Der Betrag von 350 Euro ist in diesem Beispiel eine frei gewählte Reserve und keine offizielle Empfehlung für dreiköpfige Familien.
Welche Geldscheine sollte man zu Hause haben?
Für eine Notfallreserve eignen sich vor allem kleinere Banknoten. Fünf-, Zehn- und Zwanzig-Euro-Scheine bieten mehr Flexibilität als wenige große Geldscheine.
Wer beispielsweise ausschließlich 100- oder 200-Euro-Scheine aufbewahrt, kann bei kleineren Einkäufen Schwierigkeiten bekommen. Ein Händler hat möglicherweise nicht genügend Wechselgeld oder möchte große Scheine nicht annehmen.
Eine Mischung aus kleinen Banknoten und einigen Münzen ist deshalb zweckmäßig.
Es kann sinnvoll sein, einen Teil der Reserve besonders klein zu stückeln. Damit lassen sich beispielsweise einzelne Lebensmittel, Getränke oder kleinere Dienstleistungen bezahlen.
Bei der Zusammenstellung sollte allerdings auch die praktische Aufbewahrung berücksichtigt werden. Niemand benötigt für eine gewöhnliche Notfallreserve Hunderte Münzen. Einige passende Münzen und überwiegend kleine Scheine reichen normalerweise aus.
Die Bargeldreserve sollte außerdem tatsächlich verfügbar bleiben. Wer das Geld ständig für gewöhnliche Einkäufe verwendet und anschließend nicht wieder auffüllt, besitzt im entscheidenden Moment möglicherweise keine ausreichende Reserve mehr.
Wo sollte Bargeld zu Hause aufbewahrt werden?
Bargeld sollte an einem sicheren, trockenen und möglichst vor unbefugtem Zugriff geschützten Ort aufbewahrt werden.
Ein offen herumliegender Geldumschlag, eine leicht zugängliche Schublade oder ein allgemein bekanntes Versteck sind dafür wenig geeignet. Bei einem Einbruch können solche Aufbewahrungsorte schnell entdeckt werden.
Ein geeigneter, möglichst fest verankerter Tresor kann zusätzlichen Schutz bieten. Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt unter anderem von der Höhe des Bargeldbestands und den übrigen Wertgegenständen im Haushalt ab.
Auch Feuer und Wasser stellen Risiken dar. Ein gewöhnlicher Geldumschlag bietet bei einem Wohnungsbrand oder einem größeren Wasserschaden keinen ausreichenden Schutz. Wer einen Tresor oder eine Schutzbox verwendet, sollte deshalb auf die jeweiligen Schutzeigenschaften achten.
Entscheidend ist außerdem, dass die Reserve bei Bedarf schnell erreichbar bleibt. Ein besonders kompliziertes Versteck ist wenig hilfreich, wenn das Geld in einer Ausnahmesituation dringend benötigt wird oder andere Haushaltsmitglieder nicht darauf zugreifen können.
Bei größeren Bargeldbeständen empfiehlt es sich, die Aufbewahrung und den Versicherungsschutz genauer zu prüfen. Für eine kleine Notfallreserve ist dagegen meist keine aufwendige Sicherheitslösung notwendig, sofern das Geld angemessen geschützt wird.
Ist Bargeld zu Hause durch die Hausratversicherung abgesichert?
Bargeld kann über eine Hausratversicherung mitversichert sein. Allerdings bedeutet das nicht, dass bei einem Diebstahl oder Brand automatisch der gesamte aufbewahrte Betrag ersetzt wird.
Viele Versicherungsverträge enthalten besondere Entschädigungsgrenzen für Bargeld. Diese können deutlich niedriger ausfallen als die allgemeine Versicherungssumme für den Hausrat.
Teilweise unterscheiden Versicherer außerdem danach, ob sich das Geld frei zugänglich in der Wohnung oder in einem geeigneten Wertschutzschrank befunden hat. Auch die Art des Schadens ist relevant. Ein versicherter Einbruchdiebstahl ist beispielsweise nicht mit jedem gewöhnlichen Diebstahl gleichzusetzen.
Wer mehrere Tausend Euro zu Hause aufbewahrt, sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass die Hausratversicherung im Schadensfall automatisch vollständig einspringt.
Maßgeblich sind die konkreten Versicherungsbedingungen. Darin lässt sich nachlesen, welche Entschädigungsgrenze für Bargeld gilt, welche Ereignisse versichert sind und ob besondere Anforderungen an die Aufbewahrung bestehen.
Es ist außerdem hilfreich, einen größeren Bargeldbestand nachvollziehbar zu dokumentieren. Kontoauszüge, Abhebungsbelege oder eine Bestandsaufstellung können im Schadensfall bei der Klärung helfen. Sie garantieren allerdings noch keine Versicherungsleistung.
Sollte man mehrere Tausend Euro zu Hause lagern?
Für eine gewöhnliche Notfallreserve sind mehrere Tausend Euro in der Regel nicht notwendig. Mit zunehmender Bargeldmenge steigen die finanziellen Folgen eines möglichen Diebstahls, Brandes oder Verlusts.
Hinzu kommt, dass Bargeld zu Hause keine Zinsen erwirtschaftet. Steigen die Verbraucherpreise, sinkt seine Kaufkraft mit der Zeit.
Wer beispielsweise 5.000 Euro über mehrere Jahre unverzinst aufbewahrt, verzichtet auf mögliche Zinserträge. Gleichzeitig trägt er selbst das Risiko, dass die Banknoten beschädigt werden, verloren gehen oder gestohlen werden.
Für größere finanzielle Rücklagen eignet sich deshalb häufig ein Bankkonto besser. Insbesondere ein jederzeit verfügbares Tagesgeldkonto kann für den Notgroschen genutzt werden.
Dabei ist zwischen zwei unterschiedlichen Aufgaben zu unterscheiden: Eine Bargeldreserve dient der kurzfristigen Zahlungsfähigkeit, wenn elektronische Zahlungsmöglichkeiten ausfallen. Der finanzielle Notgroschen soll dagegen größere unvorhergesehene Ausgaben wie eine Autoreparatur oder einen längeren Einkommensausfall abfedern.
Beide Rücklagen können sich ergänzen, sollten aber nicht miteinander verwechselt werden.
Die Bargeldreserve ist auch kein Argument dafür, das gesamte verfügbare Geld vom Konto abzuheben. Wer nur über geringe Rücklagen verfügt, sollte darauf achten, dass weiterhin ausreichend Geld für Miete, Rechnungen und andere laufende Verpflichtungen auf dem Konto bleibt.
Wie oft sollte man die Bargeldreserve kontrollieren?
Eine gelegentliche Kontrolle reicht normalerweise aus. Dabei geht es weniger um den Zustand der Banknoten als um die Frage, ob der ursprünglich vorgesehene Betrag noch vollständig vorhanden ist.
Besonders sinnvoll ist eine Überprüfung, nachdem Geld aus der Reserve verwendet wurde. Fehlen beispielsweise 40 Euro, kann dieser Betrag bei der nächsten Gelegenheit wieder ergänzt werden.
Auch Veränderungen der Lebenssituation können eine Anpassung erforderlich machen. Zieht eine weitere Person in den Haushalt ein, kommen Kinder hinzu oder steigen die notwendigen Alltagsausgaben deutlich, kann eine höhere Reserve sinnvoll werden.
Es empfiehlt sich zudem, die Zusammensetzung der Banknoten gelegentlich zu kontrollieren. Wer nach und nach kleine Scheine verwendet und ausschließlich große Geldscheine nachlegt, verliert einen Teil der ursprünglich vorgesehenen Flexibilität.
Eine Bargeldreserve sollte letztlich weder ständig vergrößert noch vollständig vergessen werden. Es genügt, einen passenden Betrag festzulegen, ihn sicher aufzubewahren und nach einer Entnahme wieder aufzufüllen.
Fazit: Wie viel Bargeld sollte man zu Hause haben?
Für viele Haushalte ist eine Bargeldreserve von etwa 100 bis 200 Euro pro Person ein vernünftiger Ausgangspunkt. Eine dreiköpfige Familie könnte beispielsweise 300 bis 600 Euro bereithalten. Die genaue Höhe sollte sich an den notwendigen Ausgaben und den bereits vorhandenen Vorräten orientieren.
Wichtiger als ein besonders hoher Betrag sind kleine Geldscheine, eine sichere Aufbewahrung und die jederzeitige Verfügbarkeit. Die Reserve soll kurzfristige Zahlungsausfälle überbrücken und nicht das gesamte Ersparte ersetzen.
Wer mehrere Tausend Euro zu Hause lagert, geht zusätzliche Risiken ein und sollte insbesondere seinen Versicherungsschutz prüfen. Für die gewöhnliche Notfallvorsorge genügt dagegen meist ein überschaubarer Bargeldbetrag, während größere finanzielle Rücklagen auf einem geeigneten Bankkonto verbleiben können.