Vermögen

Mit 30 sind zwei bis drei Nettomonatsgehälter als jederzeit verfügbare Rücklage ein sinnvoller erster Richtwert. Bei 2.500 Euro Nettoeinkommen entspricht das 5.000 bis 7.500 Euro. Zusätzliches Vermögen ist vorteilhaft, eine allgemeingültige Mindestsumme gibt es jedoch nicht.

Mit 30 Jahren sind zwei bis drei monatliche Nettogehälter als jederzeit verfügbare Rücklage ein sinnvoller erster Richtwert. Wer beispielsweise 2.500 Euro netto verdient, sollte zunächst etwa 5.000 bis 7.500 Euro als Notgroschen anstreben. Darüber hinaus ist es vorteilhaft, bereits zusätzliches Vermögen aufzubauen. Eine bestimmte Summe, die jeder Mensch bis zum 30. Geburtstag erreicht haben muss, gibt es allerdings nicht. Entscheidend sind das bisherige Einkommen, die persönlichen Lebensumstände, vorhandene Schulden und die Fähigkeit, künftig regelmäßig Geld zurückzulegen.

Wie viel Erspartes ist mit 30 ein guter Richtwert?

Wer mit 30 Jahren mehrere Tausend Euro angespart hat, verfügt bereits über eine finanzielle Grundlage. Ob diese ausreicht, hängt vor allem davon ab, welchen Zweck das Geld erfüllen soll. Eine Rücklage für unerwartete Ausgaben muss anders bewertet werden als langfristiges Vermögen für die Altersvorsorge oder Eigenkapital für einen Immobilienkauf.

Für die erste Orientierung bietet sich eine einfache Unterscheidung an: Zunächst sollte genügend Geld vorhanden sein, um finanzielle Engpässe ohne Kredit überstehen zu können. Als Ausgangspunkt eignen sich zwei bis drei Nettomonatsgehälter. Menschen mit unsicherem Einkommen, hohen Verpflichtungen oder Kindern können eine größere Reserve benötigen.

Ist diese Rücklage vorhanden und bestehen keine hoch verzinsten Schulden, kann zusätzliches Geld für längerfristige Ziele angespart oder investiert werden. Wer mit 30 bereits einen Notgroschen und darüber hinaus ein Wertpapierdepot besitzt, hat damit zwei unterschiedliche finanzielle Ziele abgedeckt: kurzfristige Sicherheit und langfristigen Vermögensaufbau.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem sinnvollen Sparziel und einem statistischen Durchschnitt. Der Kontostand anderer Menschen sagt wenig darüber aus, welche Rücklagen für die eigene finanzielle Situation erforderlich sind.

Warum das Einkommen allein nicht entscheidend ist

Zwei Menschen können mit 30 dasselbe Nettoeinkommen beziehen und trotzdem völlig unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten haben. Wer während einer Ausbildung oder eines Studiums nur wenig verdient hat, konnte möglicherweise erst vor wenigen Jahren mit dem Sparen beginnen. Andere haben bereits mit 18 Jahren gearbeitet, wohnen vergleichsweise günstig oder verfügen über Unterstützung aus der Familie.

Auch die laufenden Lebenshaltungskosten beeinflussen den möglichen Vermögensaufbau erheblich. Eine alleinlebende Person mit hoher Miete benötigt unter Umständen einen größeren Teil ihres Einkommens für unvermeidbare Ausgaben als jemand, der sich Wohnkosten mit einem Partner teilt. Hinzu kommen mögliche Verpflichtungen durch Kinder, Pflege von Angehörigen oder bestehende Kredite.

Deshalb wäre es wenig sinnvoll, beispielsweise 20.000 oder 30.000 Euro als allgemeine Mindestanforderung für alle 30-Jährigen festzulegen. Solche Beträge können persönliche Ziele sein, lassen sich aber nicht allein aus dem Lebensalter ableiten.

Aussagekräftiger ist die Frage, wie lange die vorhandenen Rücklagen im Ernstfall reichen würden und ob nach Abzug sämtlicher laufender Ausgaben regelmäßig Geld übrig bleibt.

Was zählt überhaupt als gespartes Geld?

Bei der Frage nach dem Ersparten werden häufig Kontoguthaben und Vermögen miteinander verwechselt. Dabei ist es wichtig, zwischen sofort verfügbarem Geld und längerfristig gebundenen Vermögenswerten zu unterscheiden.

Das Guthaben auf einem Tagesgeldkonto gehört zu den liquiden Rücklagen. Es steht grundsätzlich kurzfristig zur Verfügung und eignet sich deshalb für unerwartete Reparaturen, Einkommensausfälle oder andere finanzielle Notfälle.

Aktien, ETFs und Investmentfonds gehören ebenfalls zum Vermögen. Ihr Wert kann allerdings schwanken. Wer kurzfristig Geld benötigt, müsste Wertpapiere möglicherweise während eines Kursrückgangs verkaufen. Deshalb sollte der Notgroschen nicht vollständig aus Aktien oder Aktien-ETFs bestehen.

Auch Immobilien, Guthaben aus bestimmten Vorsorgeverträgen und andere Vermögenswerte können zur persönlichen Vermögensbilanz gehören. Sie sind jedoch nicht unbedingt kurzfristig verfügbar. Bei einer selbst genutzten Immobilie muss außerdem die verbleibende Finanzierung berücksichtigt werden.

Für die Beurteilung der finanziellen Situation sind deshalb zwei Zahlen besonders aufschlussreich: die Höhe der verfügbaren Rücklagen und das Nettovermögen. Letzteres ergibt sich aus dem gesamten Vermögen abzüglich der bestehenden Schulden.

Wer beispielsweise 15.000 Euro auf verschiedenen Konten besitzt, gleichzeitig aber 12.000 Euro Konsumentenkredite zurückzahlen muss, steht finanziell anders da als jemand mit 10.000 Euro Ersparnissen ohne Schulden.

Beispiel: Wie viel Erspartes reicht mit 30 tatsächlich aus?

Ein 30-jähriger Arbeitnehmer verdient monatlich 2.450 Euro netto. Er hat 6.200 Euro auf einem Tagesgeldkonto angespart und besitzt zusätzlich ETF-Anteile im aktuellen Wert von 2.800 Euro. Gleichzeitig ist sein Girokonto mit 1.200 Euro überzogen.

Seine Vermögensbilanz sieht folgendermaßen aus:

Position Betrag
Tagesgeld 6.200 €
ETF-Depot 2.800 €
Dispokredit −1.200 €
Nettovermögen 7.800 €

Auf den ersten Blick verfügt der Arbeitnehmer über ein ordentliches finanzielles Polster. Allerdings verursacht der überzogene Dispokredit laufende Zinskosten.

Würde er die 1.200 Euro aus seinem Tagesgeldguthaben verwenden, um den Dispokredit auszugleichen, blieben ihm 5.000 Euro als sofort verfügbare Rücklage. Das entspricht etwas mehr als zwei Nettomonatsgehältern. Sein Nettovermögen würde durch die bloße Verrechnung von Guthaben und Schulden zunächst unverändert bleiben, während künftig Dispozinsen vermieden werden könnten.

In diesem Beispiel besteht somit bereits eine solide Ausgangsbasis für weitere Sparziele. Der Arbeitnehmer könnte seine Rücklage nach Bedarf wieder erhöhen und anschließend den langfristigen Vermögensaufbau fortsetzen.

Das Beispiel verdeutlicht, warum ein einzelner Kontostand keine ausreichende Aussage darüber liefert, ob jemand mit 30 genügend Geld gespart hat.

Ist es schlimm, mit 30 noch keine Ersparnisse zu haben?

Wer mit 30 noch kein Geld zurückgelegt hat, sollte die eigene finanzielle Situation prüfen, statt sich ausschließlich an einer vermeintlich notwendigen Vermögenssumme zu orientieren.

Gerade nach einem längeren Studium, einer Ausbildung, dem Berufseinstieg oder einer Phase mit geringem Einkommen ist es nachvollziehbar, dass noch kein größeres finanzielles Polster vorhanden ist. Auch eine Trennung, Arbeitslosigkeit oder unerwartet hohe Ausgaben können bereits aufgebaute Rücklagen wieder aufzehren.

Problematisch wird fehlendes Erspartes vor allem dann, wenn unerwartete Rechnungen nur noch über den Dispokredit, Ratenzahlungen oder neue Schulden finanziert werden können. In diesem Fall sollte die Bildung einer finanziellen Reserve Vorrang vor ambitionierten Vermögenszielen haben.

Ein sinnvoller Anfang kann darin bestehen, zunächst 500 oder 1.000 Euro als erste Rücklage anzusparen. Diese Beträge sind keine allgemeingültigen Vorgaben, können aber helfen, kleinere ungeplante Ausgaben ohne Kredit zu bewältigen. Anschließend lässt sich der Notgroschen schrittweise erweitern.

Wer bereits hohe Kreditverpflichtungen hat, sollte außerdem prüfen, ob deren Rückzahlung wirtschaftlich sinnvoller ist als das parallele Ansparen größerer Guthaben. Insbesondere bei hohen Kreditzinsen kann der Schuldenabbau die finanzielle Situation deutlich verbessern. Eine kleine Reserve für notwendige Ausgaben sollte dabei möglichst erhalten bleiben.

Wie viel sollte man ab 30 monatlich sparen?

Neben dem bereits vorhandenen Vermögen ist die laufende Sparfähigkeit entscheidend. Wer mit 30 einen überschaubaren Betrag besitzt, dafür aber dauerhaft jeden Monat Geld zurücklegen kann, hat eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Vermögensaufbau geschaffen.

Wie hoch die monatliche Sparrate ausfallen sollte, hängt von den Einnahmen, den unvermeidbaren Ausgaben und den persönlichen Sparzielen ab. Eine Sparquote von 10 oder 20 Prozent des Nettoeinkommens kann als selbst gewählter Orientierungswert dienen, ist aber keine Voraussetzung für finanziellen Erfolg.

Bei einem Nettoeinkommen von 2.450 Euro würden beispielsweise 10 Prozent einer monatlichen Sparrate von 245 Euro entsprechen. Wer diesen Betrag regelmäßig zurücklegt, spart innerhalb eines Jahres 2.940 Euro – mögliche Zinsen oder Kapitalerträge noch nicht berücksichtigt.

Entscheidend ist, dass die Sparrate tatsächlich finanzierbar bleibt. Eine dauerhaft eingehaltene Sparrate von 100 Euro kann hilfreicher sein als ein ambitionierter Plan über 400 Euro, der wegen zu hoher Belastungen regelmäßig wieder aufgegeben werden muss.

Sobald der Notgroschen ausreichend gefüllt ist, können zusätzliche Ersparnisse auf verschiedene Ziele verteilt werden. Geld, das in absehbarer Zeit benötigt wird, sollte möglichst sicher und verfügbar bleiben. Für langfristige Ziele kommen dagegen auch breit gestreute Wertpapieranlagen infrage, sofern deren Risiken zur persönlichen Situation passen.

Sollte man mit 30 bereits für die Altersvorsorge sparen?

Mit 30 ist es sinnvoll, sich auch mit der langfristigen Altersvorsorge zu beschäftigen. Ein hoher Kontostand ist dafür jedoch nicht zwingend erforderlich. Wesentlich wichtiger ist, wie viel Geld künftig regelmäßig zur Verfügung steht und welche Altersvorsorge bereits besteht.

Wer langfristig investieren möchte, kann beispielsweise einen breit gestreuten ETF-Sparplan prüfen. Dabei müssen mögliche Kursverluste, die persönliche Risikobereitschaft und die voraussichtliche Anlagedauer berücksichtigt werden. Geld für den Notgroschen oder kurzfristig geplante Anschaffungen gehört nicht in eine Anlage, deren Wert erheblich schwanken kann.

Ob mit 30 bereits zusätzliches Kapital für den Ruhestand vorhanden sein sollte, lässt sich außerdem nicht unabhängig von der gesetzlichen Rente, einer möglichen betrieblichen Altersversorgung und anderen Vorsorgeansprüchen beurteilen.

Eine pauschale Forderung, bis zum 30. Geburtstag ein bestimmtes Vielfaches des Jahresgehalts angespart zu haben, bildet diese Unterschiede nicht ausreichend ab.

Fazit: Mit 30 zählt die finanzielle Grundlage mehr als eine bestimmte Summe

Wer mit 30 zwei bis drei Nettomonatsgehälter als Notgroschen besitzt, hat einen sinnvollen ersten finanziellen Meilenstein erreicht. Zusätzliches Vermögen und eine regelmäßige Sparrate verbessern die Ausgangslage für größere Anschaffungen und die spätere Altersvorsorge. Die erforderliche Höhe der Rücklagen hängt jedoch von den tatsächlichen finanziellen Verpflichtungen und Risiken ab.

Auch ohne größere Ersparnisse ist es mit 30 keineswegs zu spät, Vermögen aufzubauen. Entscheidend ist, zunächst finanzielle Engpässe abzusichern, teure Schulden zu reduzieren und eine dauerhaft tragbare Sparrate zu entwickeln. Wer diese Grundlagen erfüllt, muss seinen finanziellen Fortschritt nicht an einer willkürlichen Summe zum 30. Geburtstag messen.

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