NurGeld Finanzlexikon
Sparplan
Das Wichtigste in Kürze
- Mit einem Sparplan wird regelmäßig ein festgelegter Geldbetrag gespart oder investiert.
- Sparpläne können je nach Produkt bereits mit kleinen monatlichen Beträgen genutzt werden.
- Bei Wertpapiersparplänen hängen Renditechancen und Risiken von der ausgewählten Geldanlage ab.
- Kosten, Sparrate, Anlagehorizont und Flexibilität sollten vor der Einrichtung geprüft werden.
- Ein Sparplan automatisiert den Vermögensaufbau, garantiert aber weder Rendite noch Kapitalerhalt.
Ein Sparplan ist eine einfache Möglichkeit, regelmäßig Geld zurückzulegen oder systematisch zu investieren. Statt einmalig einen größeren Betrag anzulegen, wird in festgelegten Abständen eine bestimmte Summe gespart. Das können beispielsweise monatlich 50, 100 oder 250 Euro sein. Je nach Sparplan fließt das Geld auf ein Sparkonto, in einen ETF, einen Investmentfonds oder in andere Anlageprodukte.
Besonders interessant ist ein Sparplan, weil bereits mit vergleichsweise kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufgebaut werden kann. Gleichzeitig lässt sich das regelmäßige Sparen automatisieren: Der vereinbarte Betrag wird beispielsweise jeden Monat vom Girokonto abgebucht und anschließend angelegt. Dadurch wird Sparen zu einem festen Bestandteil der persönlichen Finanzplanung und muss nicht jeden Monat neu entschieden werden.
Wie sinnvoll ein Sparplan ist, hängt allerdings wesentlich davon ab, welches Produkt dahintersteht. Ein ETF-Sparplan funktioniert anders als ein klassischer Banksparplan und besitzt andere Chancen und Risiken. Deshalb sollte nicht nur die Höhe der Sparrate betrachtet werden, sondern auch Kosten, Renditechancen, Verfügbarkeit und Anlagehorizont.
Was bedeutet Sparplan?
Als Sparplan wird eine Vereinbarung oder Anlagestrategie bezeichnet, bei der regelmäßig ein festgelegter Geldbetrag gespart oder investiert wird. Typischerweise erfolgt die Einzahlung monatlich, möglich sind je nach Anbieter und Produkt aber beispielsweise auch zweiwöchentliche, vierteljährliche oder halbjährliche Intervalle.
Der Begriff beschreibt dabei nicht automatisch eine bestimmte Geldanlage. Hinter einem Sparplan können sehr unterschiedliche Produkte stehen. Bei einem Banksparplan wird das Geld beispielsweise verzinst angelegt. Bei einem ETF-Sparplan werden regelmäßig Anteile oder Bruchteile eines börsengehandelten Indexfonds gekauft. Vergleichbare Modelle gibt es für Investmentfonds, Aktien und teilweise weitere Wertpapiere.
Entscheidend ist das Prinzip der Regelmäßigkeit. Wer jeden Monat einen festen Betrag spart, baut schrittweise Kapital auf. Dabei muss zu Beginn kein großes Vermögen vorhanden sein. Das macht Sparpläne insbesondere für Menschen interessant, die aus ihrem laufenden Einkommen langfristig Rücklagen oder Vermögen bilden möchten.
Ein Sparplan kann dabei unterschiedlichen Zielen dienen. Er kann für eine größere Anschaffung, die finanzielle Absicherung, den Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge eingesetzt werden. Ob das gewählte Produkt zu diesem Ziel passt, ist allerdings eine eigenständige Entscheidung.
Wie funktioniert ein Sparplan?
Zu Beginn wird festgelegt, welcher Betrag regelmäßig gespart werden soll. Diese Sparrate sollte so gewählt werden, dass sie dauerhaft zum verfügbaren Einkommen und zum persönlichen Budget passt. Eine hohe Rate bringt wenig, wenn sie nach wenigen Monaten wegen finanzieller Engpässe wieder eingestellt werden muss.
Anschließend wird das Sparintervall bestimmt. Besonders verbreitet ist eine monatliche Ausführung, weil viele regelmäßige Einnahmen wie Gehalt oder Rente ebenfalls monatlich eingehen. Bei einem Wertpapiersparplan wird die Sparrate zu den vorgesehenen Ausführungsterminen automatisch investiert. Bei einem klassischen Sparprodukt wird das Geld entsprechend den Vertragsbedingungen gutgeschrieben.
Bei Wertpapieren hängt die Anzahl der gekauften Anteile vom jeweiligen Kurs ab. Werden beispielsweise monatlich 100 Euro in einen ETF investiert und kostet ein Anteil rechnerisch 80 Euro, können – sofern der Anbieter Bruchstücke ermöglicht – 1,25 Anteile erworben werden. Steigt der Kurs auf 100 Euro, werden mit derselben Sparrate nur noch 1,0 Anteile gekauft.
Über viele Jahre entsteht dadurch ein wachsendes Vermögen. Bei Anlagen mit positiver Wertentwicklung können zusätzlich Erträge entstehen. Werden Ausschüttungen wieder angelegt, können langfristig außerdem Zinseszinseffekte beziehungsweise bei Wertpapieren vergleichbare Wiederanlageeffekte zum Vermögensaufbau beitragen.
Beispiel: Mit einem Sparplan langfristig Vermögen aufbauen
Eine Sparerin entscheidet sich dafür, jeden Monat 150 Euro zurückzulegen. Sie möchte das Geld langfristig anlegen und wählt dafür einen Wertpapiersparplan. Die Sparrate wird automatisch jeweils zu Beginn des Monats eingezogen und investiert.
Ohne irgendeine Wertentwicklung hätte sie nach zehn Jahren insgesamt 18.000 Euro eingezahlt:
150 Euro × 12 Monate × 10 Jahre = 18.000 Euro.
Nach 20 Jahren wären es bereits 36.000 Euro und nach 30 Jahren 54.000 Euro. Schon daran wird deutlich, welchen Einfluss regelmäßiges Sparen selbst ohne Berücksichtigung von Anlageerträgen haben kann.
Bei einem Wertpapiersparplan kann sich das Vermögen zusätzlich durch Kurssteigerungen und wiederangelegte Erträge entwickeln. Angenommen, die Anlage würde über 30 Jahre rechnerisch eine durchschnittliche Rendite von 5 Prozent pro Jahr nach angenommenen Kosten erzielen. Bei monatlicher Einzahlung von 150 Euro ergäbe sich modellhaft ein Endvermögen von rund 125.000 Euro. Tatsächlich eingezahlt wurden lediglich 54.000 Euro.
Die Differenz entsteht durch die unterstellte Wertentwicklung und den langfristigen Wiederanlageeffekt. Das Beispiel ist allerdings keine Renditeprognose. Bei Wertpapieren schwanken Kurse, zukünftige Renditen sind nicht garantiert und das tatsächliche Ergebnis kann deutlich höher oder niedriger ausfallen.
Warum ist ein Sparplan wichtig?
Ein Sparplan hilft vor allem dabei, Vermögensaufbau zu automatisieren. Wer nur das Geld spart, das am Monatsende zufällig übrig bleibt, spart häufig unregelmäßig. Eine feste Sparrate behandelt den Vermögensaufbau dagegen ähnlich wie eine regelmäßige Ausgabe.
Ein weiterer Vorteil besteht in der niedrigen Einstiegshürde vieler Sparpläne. Für den langfristigen Vermögensaufbau muss nicht zwingend zunächst ein fünfstelliger Betrag angespart werden. Je nach Anbieter können Wertpapiersparpläne bereits mit sehr kleinen Sparraten begonnen werden.
Besonders bei langfristigen Zielen spielt außerdem die Zeit eine große Rolle. Je früher regelmäßig gespart wird, desto länger kann vorhandenes Kapital Erträge erwirtschaften. Bei renditeorientierten Anlagen kann dieser Effekt über mehrere Jahrzehnte erheblich sein.
Ein Sparplan beseitigt jedoch nicht die Risiken des zugrunde liegenden Produkts. Wer regelmäßig einen Aktien-ETF kauft, trägt weiterhin das Risiko von Kursverlusten. Ein Sparplan ist deshalb keine eigene Sicherheitsklasse, sondern zunächst nur eine Methode, regelmäßig Geld anzulegen.
Worauf sollte man bei einem Sparplan achten?
Zunächst sollte geklärt werden, wofür das Geld benötigt wird. Für einen Notgroschen, der jederzeit verfügbar sein soll, ist eine schwankungsanfällige Aktienanlage normalerweise ungeeignet. Bei einem langfristigen Vermögensaufbau über viele Jahre können Wertpapieranlagen dagegen eine andere Rolle spielen.
Ebenso wichtig sind die Kosten. Bei einem ETF-, Fonds- oder Aktiensparplan können Ausführungsgebühren anfallen. Zusätzlich können innerhalb des jeweiligen Anlageprodukts laufende Kosten entstehen. Gerade bei kleinen Sparraten können feste Gebühren pro Ausführung prozentual stark ins Gewicht fallen.
Auch die Flexibilität sollte geprüft werden. Bei vielen modernen Wertpapiersparplänen können Sparrate und Ausführungsintervall verändert oder die Ausführung vorübergehend ausgesetzt werden. Bei langfristigen Sparverträgen können dagegen andere Bedingungen gelten. Vor Abschluss sollte deshalb klar sein, ob und zu welchen Bedingungen Änderungen, Pausen oder eine Kündigung möglich sind.
Bei Wertpapieren sollte außerdem nicht allein danach entschieden werden, ob ein Produkt sparplanfähig ist. Entscheidend bleiben unter anderem Risikostreuung, Anlageklasse, Kosten, persönliche Risikobereitschaft und Anlagehorizont.
Sparplan berechnen: Wie entwickelt sich das Vermögen?
Bei einem einfachen Sparplan ohne Verzinsung lässt sich das angesparte Kapital sehr leicht berechnen:
Sparrate × Anzahl der Einzahlungen = eingezahltes Kapital
Wer beispielsweise monatlich 200 Euro über 15 Jahre spart, zahlt insgesamt:
200 Euro × 12 × 15 = 36.000 Euro.
Komplexer wird die Berechnung, wenn eine Verzinsung oder Rendite berücksichtigt wird. Bei regelmäßigen monatlichen Einzahlungen kann vereinfacht die Formel für den zukünftigen Wert einer Zahlungsreihe verwendet werden:
Endkapital = Sparrate × ((1 + r)ⁿ − 1) ÷ r
Dabei steht r für die Rendite beziehungsweise Verzinsung je Zahlungsperiode und n für die Anzahl der Einzahlungen. Bei monatlichen Sparraten muss eine angenommene jährliche Rendite entsprechend auf die einzelnen Perioden übertragen werden.
Für die persönliche Finanzplanung sollte eine solche Berechnung immer als Modell verstanden werden. Während ein vertraglich vereinbarter Zinssatz grundsätzlich berechenbarer sein kann, verläuft die Rendite von Aktien, ETFs und anderen Wertpapieren nicht gleichmäßig. Eine angenommene durchschnittliche Jahresrendite von beispielsweise 5 Prozent bedeutet nicht, dass die Anlage jedes einzelne Jahr um exakt 5 Prozent steigt.
Sparplan, Einmalanlage und Dauerauftrag: Wo liegen die Unterschiede?
Sparplan, Einmalanlage und Dauerauftrag können ähnliche Zwecke erfüllen, funktionieren jedoch unterschiedlich.
MerkmalSparplanEinmalanlageDauerauftragEinzahlungregelmäßigeinmaligregelmäßigTypischer Zweckkontinuierliches Sparen oder Investierenvorhandenes Kapital anlegenGeld regelmäßig übertragenAutomatisierungmeist automatischnormalerweise einmaliger VorgangautomatischWertpapierkauf möglichje nach Sparplanjanicht unmittelbarAnpassbare Ratehäufig möglichnicht relevantnormalerweise möglichEin Dauerauftrag überweist lediglich regelmäßig einen festgelegten Betrag von einem Konto auf ein anderes. Ein Wertpapiersparplan geht einen Schritt weiter: Das überwiesene beziehungsweise eingezogene Geld wird automatisch in das gewählte Wertpapier investiert.
Bei einer Einmalanlage steht dagegen bereits ein größerer Betrag zur Verfügung, der auf einmal investiert wird. Wer beispielsweise 20.000 Euro besitzt, kann diesen Betrag unmittelbar investieren oder ihn über mehrere Sparplanausführungen verteilen.
Vorteile und Nachteile eines Sparplans
Ein Sparplan kann den regelmäßigen Vermögensaufbau erheblich vereinfachen. Ob seine Vorteile überwiegen, hängt jedoch vom zugrunde liegenden Produkt und vom persönlichen Ziel ab.
VorteileNachteileRegelmäßiges Sparen wird automatisiertAnlageerfolg hängt vom gewählten Produkt abEinstieg häufig mit kleinen Beträgen möglichBei Wertpapieren sind Verluste möglichSparrate ist bei vielen Angeboten flexibelGebühren können die Rendite reduzierenLangfristiger Vermögensaufbau wird erleichtertSparplanfähigkeit sagt nichts über die Qualität einer Anlage ausBei vielen Produkten sind Pausen möglichUnpassende Produkte können langfristig teuer seinGerade die Flexibilität ist ein wesentlicher Vorteil. Steigt das Einkommen, kann die Sparrate bei vielen Angeboten erhöht werden. Wird das Haushaltsbudget vorübergehend enger, lässt sie sich häufig reduzieren oder aussetzen.
Typische Fehler und Missverständnisse bei Sparplänen
Ein verbreitetes Missverständnis besteht darin, einen Sparplan mit einer bestimmten Geldanlage gleichzusetzen. Der Sparplan beschreibt jedoch hauptsächlich die Art der regelmäßigen Einzahlung beziehungsweise Investition. Ob das Geld sicher angelegt wird oder starken Schwankungen unterliegt, hängt vom jeweiligen Produkt ab.
Auch der sogenannte Cost-Average-Effekt wird gelegentlich überschätzt. Bei einer konstanten Sparrate werden bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile gekauft. Daraus folgt jedoch nicht automatisch eine höhere Rendite als bei anderen Anlagestrategien. Der wesentliche Vorteil eines Sparplans liegt vielmehr darin, regelmäßig investieren zu können, ohne für jede einzelne Ausführung einen vermeintlich optimalen Einstiegszeitpunkt bestimmen zu müssen.
Problematisch kann außerdem eine Sparrate sein, die zu ambitioniert gewählt wurde. Regelmäßiges Sparen sollte nicht dazu führen, dass alltägliche Ausgaben anschließend über den Dispokredit finanziert werden müssen. Vor langfristigem Vermögensaufbau ist deshalb häufig eine ausreichend verfügbare finanzielle Rücklage sinnvoll.
Ein weiterer Fehler besteht darin, einen einmal ausgewählten Sparplan jahrelang überhaupt nicht mehr zu überprüfen. Automatisierung ist sinnvoll, bedeutet aber nicht, dass Kosten, Anlageprodukt und Sparrate dauerhaft unbeachtet bleiben sollten.
Für wen ist ein Sparplan besonders relevant?
Sparpläne eignen sich grundsätzlich für Menschen, die regelmäßig einen Teil ihres Einkommens zurücklegen oder investieren möchten. Besonders interessant sind sie für Berufseinsteiger und andere Sparer, die noch kein großes Anfangskapital besitzen und ihr Vermögen schrittweise aufbauen möchten.
Auch für langfristige Sparziele können sie eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Altersvorsorge, Vermögensaufbau oder eine größere zukünftige Anschaffung. Entscheidend ist dabei, dass Anlageprodukt und Zeithorizont zusammenpassen.
Familien können Sparpläne außerdem nutzen, um langfristig Geld für Kinder zurückzulegen. Selbstständige wiederum können regelmäßige Sparraten als Bestandteil ihrer privaten Vermögens- und Altersvorsorgeplanung einsetzen. In allen Fällen sollte die Sparrate so gewählt werden, dass ausreichend finanzielle Flexibilität für unvorhergesehene Ausgaben erhalten bleibt.
Häufige Fragen zum Sparplan
Wie hoch sollte die monatliche Sparrate sein?
Eine allgemeingültige optimale Sparrate gibt es nicht. Sie hängt von Einkommen, laufenden Ausgaben, Rücklagen, Schulden und persönlichen Sparzielen ab. Sinnvoll ist eine Rate, die dauerhaft finanzierbar ist und nicht bei jeder unerwarteten Ausgabe reduziert werden muss. Wer zunächst nur 50 Euro monatlich zuverlässig sparen kann, erreicht damit häufig mehr als mit einer theoretischen Sparrate von 300 Euro, die nach wenigen Monaten wieder eingestellt werden muss. Steigt das verfügbare Einkommen später, kann die Rate bei flexiblen Sparplänen schrittweise erhöht werden.
Kann man einen Sparplan jederzeit stoppen?
Das hängt vom jeweiligen Sparprodukt und Vertrag ab. Viele Wertpapiersparpläne lassen sich vergleichsweise flexibel pausieren oder beenden. Wird die Sparplanausführung gestoppt, bedeutet das normalerweise nicht automatisch, dass bereits erworbene Wertpapiere verkauft werden. Sie können grundsätzlich weiterhin im Depot verbleiben. Bei anderen Sparprodukten können hingegen Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen oder finanzielle Nachteile bei einer vorzeitigen Beendigung bestehen. Deshalb sollten die konkreten Bedingungen des jeweiligen Angebots vor Abschluss geprüft werden.
Was passiert mit einem ETF-Sparplan, wenn die Kurse fallen?
Bei fallenden Kursen sinkt zunächst der Wert bereits vorhandener ETF-Anteile. Gleichzeitig können mit einer unveränderten Sparrate mehr Anteile beziehungsweise Bruchstücke gekauft werden, sofern der ETF weiterhin bespart wird. Das verhindert allerdings keine Verluste und garantiert auch keine spätere Erholung. Gerade bei Aktien-ETFs gehören zwischenzeitliche Kursrückgänge zum Anlagerisiko. Deshalb eignen sich solche Sparpläne grundsätzlich eher für langfristige Anlageziele und nicht für Geld, das kurzfristig zu einem bestimmten Zeitpunkt sicher benötigt wird.
Ist ein Sparplan besser als eine Einmalanlage?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil beide Varianten unterschiedliche Ausgangssituationen betreffen. Ein Sparplan ist besonders praktisch, wenn das anzulegende Geld erst nach und nach aus dem laufenden Einkommen zur Verfügung steht. Bei einer Einmalanlage ist das Kapital dagegen bereits vorhanden. Wer einen größeren Betrag besitzt, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass eine künstliche Aufteilung in viele kleine Sparraten finanziell vorteilhafter ist. Anlagehorizont, Risikobereitschaft und das konkrete Anlageprodukt bleiben entscheidend.
Welche Kosten können bei einem Sparplan entstehen?
Die Kosten hängen stark vom Sparprodukt ab. Bei Wertpapiersparplänen können beispielsweise Gebühren für jede Ausführung anfallen. Bei ETFs oder Investmentfonds kommen die laufenden Kosten des jeweiligen Produkts hinzu. Manche Anbieter führen bestimmte Sparpläne zeitweise ohne separate Ausführungsgebühr aus. Solche Konditionen können sich allerdings ändern. Bei klassischen Sparverträgen können wiederum andere Kostenstrukturen gelten. Deshalb sollte nicht nur auf die Sparrate, sondern auch auf sämtliche direkten und indirekten Kosten geachtet werden.
Muss man auf einen Sparplan Steuern zahlen?
Nicht die regelmäßige Einzahlung selbst löst grundsätzlich eine Besteuerung aus. Relevant können vielmehr Erträge aus der jeweiligen Geldanlage sein. Bei Kapitalanlagen können beispielsweise Zinsen, Dividenden, Ausschüttungen oder realisierte Kursgewinne steuerlich eine Rolle spielen. Wie die Besteuerung konkret erfolgt, hängt von der Anlageform und der persönlichen steuerlichen Situation ab. Ein Sparplan besitzt damit nicht automatisch eine eigene steuerliche Behandlung – entscheidend ist vor allem, welches Finanzprodukt regelmäßig bespart wird.
Kann man die Sparrate später erhöhen oder reduzieren?
Bei vielen modernen Sparplänen ist eine Änderung der Sparrate möglich. Das ist besonders praktisch, weil sich Einkommen und Lebenshaltungskosten im Laufe der Zeit verändern können. Nach einer Gehaltserhöhung kann beispielsweise ein Teil des zusätzlichen Einkommens in eine höhere Sparrate fließen. In finanziell schwierigeren Phasen lässt sich die Rate gegebenenfalls reduzieren. Ob Änderungen kostenlos und jederzeit möglich sind, hängt allerdings vom jeweiligen Anbieter und Vertrag ab. Bei langfristigen Sparverträgen können strengere Bedingungen gelten.
Fazit
Ein Sparplan ist ein einfaches und wirkungsvolles Instrument, um regelmäßiges Sparen oder Investieren zu automatisieren. Sein größter Vorteil besteht darin, dass Vermögensaufbau nicht von einzelnen spontanen Entscheidungen abhängig ist. Auch kleinere monatliche Beträge können sich über viele Jahre zu einem erheblichen Kapital entwickeln – insbesondere dann, wenn zusätzlich langfristige Anlageerträge erzielt und wieder angelegt werden.
Entscheidend ist allerdings nicht allein, dass regelmäßig gespart wird. Ebenso wichtig sind Sparziel, Anlagehorizont, Kosten, Flexibilität und das ausgewählte Finanzprodukt. Ein guter Sparplan sollte deshalb zur persönlichen finanziellen Situation passen und genügend Spielraum für Rücklagen und laufende Ausgaben lassen. Regelmäßiges Sparen schafft die Struktur – wie sich das Vermögen tatsächlich entwickelt, bestimmt vor allem die Anlage dahinter.