P-Konto eröffnen – so funktioniert die Umwandlung

So wandelst Du Dein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto um, sicherst Dein Guthaben und vermeidest Fehler bei einer Kontopfändung.

Veröffentlicht am:

Wenn Dein Girokonto gepfändet wurde oder eine Kontopfändung unmittelbar bevorsteht, kannst Du es bei Deiner Bank in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen. Dafür musst Du grundsätzlich kein neues Konto eröffnen, keine Zustimmung Deiner Gläubiger einholen und auch keinen gerichtlichen Antrag stellen. Du verlangst lediglich von Deiner Bank, dass Dein bestehendes Girokonto künftig als P-Konto geführt wird. Die Umwandlung ist kostenlos und darf nicht allein deshalb verweigert werden, weil Dein Konto überzogen oder bereits gepfändet ist.

Wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Bei einer bereits erfolgten Kontopfändung muss die Umwandlung innerhalb eines Monats nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank erfolgen, damit der gesetzliche Pfändungsschutz rückwirkend greift. Da die Bank für die Umsetzung eine gesetzliche Frist hat, solltest Du die Umwandlung möglichst sofort verlangen. In diesem Ratgeber erfährst Du, wie Du dabei vorgehst, welche Unterlagen Du benötigst, wie viel Geld geschützt bleibt und was Du tun kannst, wenn Deine Bank Schwierigkeiten macht.

Was ist ein P-Konto und wann solltest Du es eröffnen?

Ein Pfändungsschutzkonto ist ein gewöhnliches Girokonto mit einer zusätzlichen gesetzlichen Schutzfunktion. Wird Dein Kontoguthaben gepfändet, bleibt ein bestimmter Betrag für Dich verfügbar. Du kannst damit weiterhin beispielsweise Deine Miete überweisen, Lebensmittel bezahlen, Bargeld abheben und andere notwendige Ausgaben bestreiten, soweit ausreichend geschütztes Guthaben vorhanden ist.

Ohne P-Konto besteht bei einer Kontopfändung die Gefahr, dass Du vorübergehend nicht mehr auf Dein vorhandenes Geld zugreifen kannst. Das kann selbst dann passieren, wenn Deine Einkünfte ursprünglich ganz oder teilweise vor einer Lohnpfändung geschützt waren. Denn der Pfändungsschutz für Arbeitseinkommen beim Arbeitgeber und der Schutz des Guthabens auf Deinem Bankkonto sind zwei unterschiedliche Dinge.

Anzeige/Werbung

Die Umwandlung ist insbesondere sinnvoll, wenn bereits eine Kontopfändung vorliegt, eine konkrete Pfändung kurzfristig zu erwarten ist oder Deine Bank bei einem überzogenen Girokonto eingehende Zahlungen mit bestehenden Schulden verrechnet. Du musst nicht warten, bis tatsächlich eine Pfändung zugestellt wurde. Eine vorsorgliche Umwandlung ohne erkennbare Gefährdung ist dagegen häufig nicht erforderlich, weil mit der Führung als P-Konto bestimmte Einschränkungen verbunden sind.

Ein P-Konto beseitigt Deine Schulden nicht. Es verhindert auch nicht, dass Gläubiger grundsätzlich eine Kontopfändung betreiben können. Seine Aufgabe besteht darin, den gesetzlich geschützten Teil Deines Guthabens für Deinen Lebensunterhalt verfügbar zu halten.

P-Konto eröffnen: So wandelst Du Dein Girokonto Schritt für Schritt um

Die Umwandlung eines bestehenden Girokontos ist vergleichsweise unkompliziert. Du musst weder ein umfangreiches Antragsverfahren durchlaufen noch sämtliche Schulden offenlegen. Entscheidend ist, dass Du gegenüber Deiner Bank eindeutig erklärst, dass Dein Konto künftig als Pfändungsschutzkonto geführt werden soll.

Schritt 1: Wende Dich an Deine Bank

Kontaktiere zunächst die Bank oder Sparkasse, bei der Du Dein Girokonto führst. Viele Kreditinstitute bieten für die Umwandlung ein eigenes Formular an. Je nach Anbieter kannst Du den Antrag online, telefonisch, persönlich in einer Filiale oder schriftlich stellen.

Frage nach dem vorgesehenen Verfahren und lasse Dir erklären, wie Du den Antrag nachweisbar einreichen kannst. Eine schriftliche Erklärung ist besonders praktisch, weil Du später nachvollziehen kannst, wann Du die Umwandlung verlangt hast.

Du kannst beispielsweise folgende Formulierung verwenden:

„Hiermit verlange ich, dass mein bei Ihnen geführtes Girokonto mit der IBAN [Deine IBAN] gemäß § 850k ZPO als Pfändungsschutzkonto geführt wird. Ich versichere, dass ich bei keinem anderen Kreditinstitut ein weiteres Pfändungsschutzkonto unterhalte. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang meines Umwandlungsverlangens und teilen Sie mir mit, ab wann das Konto als P-Konto geführt wird.“

Die Erklärung muss Deine Bank eindeutig zuordnen können. Verwende daher Deinen vollständigen Namen und Deine Kontodaten. Bei einer bereits bestehenden Pfändung solltest Du zusätzlich ausdrücklich auf die Dringlichkeit hinweisen.

Schritt 2: Versichere, dass Du kein weiteres P-Konto besitzt

In Deutschland darf jede Person nur ein Pfändungsschutzkonto unterhalten. Deshalb musst Du Deiner Bank bei der Umwandlung versichern, dass Du nicht bereits bei einem anderen Kreditinstitut ein P-Konto führst.

Mehrere gewöhnliche Girokonten sind grundsätzlich möglich. Du darfst jedoch nicht mehrere davon gleichzeitig mit der gesetzlichen P-Konto-Schutzfunktion ausstatten.

Falls Du bereits bei einer anderen Bank ein P-Konto besitzt und wechseln möchtest, musst Du die bisherige P-Konto-Funktion rechtzeitig beenden beziehungsweise die Umstellung mit beiden Banken abstimmen. Eine parallele Führung zweier P-Konten kann dazu führen, dass der Pfändungsschutz auf einem der Konten gerichtlich aufgehoben wird.

Schritt 3: Reiche den Antrag nachweisbar ein

Am sichersten ist es, wenn Du einen Nachweis über den Eingang Deines Umwandlungsverlangens erhältst. Bei einer persönlichen Abgabe kannst Du Dir den Empfang bestätigen lassen. Bei einer digitalen Antragstellung solltest Du die Eingangsbestätigung speichern.

Eine P-Konto-Bescheinigung über Unterhaltspflichten oder Sozialleistungen benötigst Du nicht, um den grundlegenden Pfändungsschutz einzurichten. Sie wird erst relevant, wenn Dein persönlicher Freibetrag erhöht werden soll.

Du musst auch nicht zunächst nachweisen, dass eine Pfändung vorliegt. Das Recht auf Umwandlung besteht unabhängig davon, ob Dein Konto bereits gepfändet wurde.

Schritt 4: Prüfe die Bestätigung und die Kontofunktion

Sobald Deine Bank die Umwandlung durchgeführt hat, solltest Du kontrollieren, ob das Konto tatsächlich als P-Konto geführt wird. Bei einer laufenden Pfändung ist besonders wichtig, ob der geschützte Betrag verfügbar ist und Du notwendige Zahlungen wieder ausführen kannst.

Prüfe außerdem, ob Deine bisherige IBAN bestehen geblieben ist, Daueraufträge weiterhin eingerichtet sind und Überweisungen, Lastschriften sowie Onlinebanking im vertraglich vereinbarten Umfang funktionieren.

Die Umwandlung ist keine Neueröffnung: Dein bestehendes Girokonto erhält lediglich eine zusätzliche Schutzfunktion. Der Kontovertrag bleibt im Übrigen grundsätzlich bestehen. Deine Bank darf deshalb nicht allein wegen der Umwandlung beliebig neue Gebühren verlangen oder bisherige, nicht kreditabhängige Leistungen streichen.

Wie lange dauert die Umwandlung in ein P-Konto?

Ist Dein Kontoguthaben bereits gepfändet, kannst Du verlangen, dass Deine Bank das Konto spätestens zu Beginn des vierten Geschäftstages nach Deinem Umwandlungsverlangen als P-Konto führt. Maßgeblich sind dabei Geschäftstage des Kreditinstituts.

Ein Beispiel verdeutlicht die Frist: Du stellst Deinen Antrag an einem Mittwoch und es liegen keine Feiertage dazwischen. Donnerstag ist der erste folgende Geschäftstag, Freitag der zweite, Montag der dritte und Dienstag der vierte. Zu Beginn des Dienstags muss die Umwandlung erfolgt sein.

Diese Frist ist besonders wichtig, wenn Du kurzfristig Geld für Lebensmittel, Miete oder andere notwendige Ausgaben benötigst. Stelle den Antrag deshalb nicht erst kurz vor dem nächsten Zahlungstermin.

Ist noch keine Pfändung vorhanden, besteht das Umwandlungsrecht ebenfalls jederzeit. Die ausdrücklich geregelte Vier-Geschäftstage-Frist betrifft jedoch den Fall, dass bereits Guthaben gepfändet wurde.

Kannst Du ein P-Konto auch nach einer Kontopfändung eröffnen?

Ja. Du kannst Dein Girokonto auch dann noch umwandeln lassen, wenn der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss bereits bei Deiner Bank eingegangen ist.

Damit der gesetzliche Schutz rückwirkend auf die betreffende Pfändung angewendet wird, muss die Umwandlung vor Ablauf eines Monats seit Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank erfolgen. Maßgeblich ist also nicht unbedingt der Tag, an dem Du persönlich von der Pfändung erfährst.

Hier besteht ein wichtiges Risiko: Die Bank benötigt nach Deinem Antrag unter Umständen noch mehrere Geschäftstage für die Umwandlung. Wenn Du erst am letzten Tag der Monatsfrist tätig wirst, kann der rückwirkende Schutz gefährdet sein.

Erkundige Dich deshalb möglichst sofort nach dem Zustellungsdatum und stelle Deinen Antrag unverzüglich. Ist bereits mehr Zeit vergangen, solltest Du trotzdem eine Umwandlung verlangen und zusätzlich fachkundig prüfen lassen, welche Möglichkeiten bestehen, noch nicht ausgezahltes Guthaben zu schützen.

Welche Unterlagen benötigst Du für die Eröffnung eines P-Kontos?

Für die reine Umwandlung benötigst Du normalerweise nur Deine Kontodaten und eine eindeutige Erklärung gegenüber der Bank. Besteht eine Kontopfändung, kann es hilfreich sein, den entsprechenden Beschluss und das Aktenzeichen bereitzuhalten, um die Angelegenheit schneller zu klären.

Eine Bescheinigung über erhöhte Freibeträge ist keine Voraussetzung für die Umwandlung. Trotzdem ist es sinnvoll, frühzeitig zu prüfen, ob Du einen solchen zusätzlichen Schutz benötigst.

Je nach persönlicher Situation können folgende Unterlagen wichtig werden:

  • Personalausweis oder anderes geeignetes Identitätsdokument, soweit die Bank eine Identifikation benötigt.
  • IBAN und aktuelle Kontounterlagen.
  • Pfändungs- und Überweisungsbeschluss beziehungsweise Pfändungs- und Einziehungsverfügung, falls vorhanden.
  • Nachweise über gesetzliche Unterhaltspflichten.
  • Kindergeldbescheid oder andere Nachweise über Leistungen für Kinder.
  • Bescheide über Sozialleistungen.
  • Aktuelle Kontoauszüge, insbesondere bei bereits gesperrtem Guthaben oder besonderen Zahlungseingängen.

Du musst nicht sämtliche Unterlagen abwarten, bevor Du die Umwandlung verlangst. Gerade bei einer bestehenden Pfändung sollte zunächst der grundlegende Schutz eingerichtet werden. Zusätzliche Freibeträge können anschließend mit den erforderlichen Nachweisen geltend gemacht werden.

Wie viel Geld ist auf einem P-Konto geschützt?

Ein P-Konto schützt nicht automatisch Dein gesamtes Kontoguthaben. Stattdessen steht Dir grundsätzlich ein gesetzlicher monatlicher Freibetrag zur Verfügung, der unter bestimmten Voraussetzungen erhöht werden kann.

Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der automatische Grundfreibetrag 1.590 Euro pro Kalendermonat. Dies ist der Rechtsstand im September 2026. Der Betrag wird grundsätzlich jährlich angepasst und kann sich deshalb künftig ändern.

Du musst den Grundfreibetrag nicht gesondert beantragen oder Deine Einkommensverhältnisse dafür nachweisen. Sobald das Konto als P-Konto geführt wird, gilt der Schutz bei einer gewöhnlichen Kontopfändung automatisch.

Ein vereinfachtes Beispiel: Auf Dein P-Konto gehen monatlich 1.400 Euro ein. Liegen keine weiteren Guthaben oder Besonderheiten vor, kannst Du über diesen Betrag vollständig verfügen, weil er unter dem Grundfreibetrag liegt. Gehen dagegen 1.900 Euro ein, sind zunächst 1.590 Euro durch den Grundfreibetrag geschützt. Für die übrigen 310 Euro musst Du prüfen, ob zusätzlicher Schutz besteht oder eine besondere gesetzliche Übertragungsregel greift.

Bei bestimmten Forderungen, insbesondere bei einer Vollstreckung wegen gesetzlicher Unterhaltsansprüche oder vorsätzlich begangener unerlaubter Handlungen, können abweichende gerichtliche Festsetzungen gelten. Dann ist der im Pfändungsbeschluss festgelegte Schutzbetrag maßgeblich.

Wann kannst Du den Freibetrag erhöhen lassen?

Der Grundfreibetrag kann zu niedrig sein, wenn Du Kinder versorgst, gesetzlich Unterhalt leistest oder bestimmte Sozialleistungen für weitere Personen erhältst.

Bei entsprechenden gesetzlichen Unterhaltspflichten können seit Juli 2026 beispielsweise zusätzlich 597,42 Euro für die erste berücksichtigungsfähige Person und jeweils 332,83 Euro für die zweite bis fünfte Person geschützt werden.

Auch Kindergeld, bestimmte Leistungen für Kinder, einzelne Sozialleistungen und gesetzlich geschützte Nachzahlungen können den verfügbaren Betrag erhöhen. Entscheidend sind dabei die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen.

Für die Erhöhung benötigst Du in vielen Fällen eine sogenannte P-Konto-Bescheinigung. Diese können unter anderem geeignete Schuldnerberatungsstellen, Sozialleistungsträger, Familienkassen, Arbeitgeber oder bestimmte weitere berechtigte Stellen ausstellen.

Die Bescheinigung reichst Du anschließend bei Deiner Bank ein. Sie muss die darin nachgewiesenen Erhöhungsbeträge ab dem zweiten auf die Vorlage folgenden Geschäftstag berücksichtigen.

Reichen die pauschalen Freibeträge nicht aus, etwa bei höherem unpfändbarem Arbeitseinkommen oder besonderen Zahlungseingängen, kann eine individuelle Freigabe durch das zuständige Vollstreckungsgericht beziehungsweise bei einer entsprechenden öffentlichen Vollstreckung durch die zuständige Vollstreckungsbehörde erforderlich sein.

Die bloße Einrichtung eines P-Kontos ersetzt diese zusätzlichen Nachweise und Entscheidungen nicht.

Was passiert, wenn Dein Girokonto bereits im Minus ist?

Auch ein überzogenes Girokonto kannst Du in ein P-Konto umwandeln lassen. Deine Bank darf die Umwandlung nicht davon abhängig machen, dass Du vorher Deinen Dispokredit oder andere Verbindlichkeiten bei ihr vollständig zurückzahlst.

Allerdings darf ein P-Konto ausschließlich auf Guthabenbasis geführt werden. Ein bisher bestehender Dispokredit steht Dir deshalb nach der Umwandlung nicht mehr zur Verfügung.

Der negative Kontosaldo verschwindet dadurch nicht. Deine bisherigen Schulden bei der Bank bleiben bestehen und müssen gesondert behandelt werden.

Die gesetzliche Regelung schützt Dich jedoch davor, dass die Bank nach Deinem Umwandlungsverlangen geschützte neue Geldeingänge einfach mit ihrem eigenen Rückzahlungsanspruch verrechnet. Soweit die Gutschriften unter den gesetzlichen Pfändungsschutz fallen, müssen sie Dir grundsätzlich als Guthaben zur Verfügung stehen.

Ein Beispiel: Dein Girokonto ist mit 600 Euro überzogen. Anschließend erhältst Du 1.300 Euro Gehalt. Ohne geeigneten Schutz könnte die Verrechnung mit dem negativen Kontostand dazu führen, dass Dir nur ein Teil des Gehalts zur Verfügung steht. Verlangst Du rechtzeitig die Umwandlung, müssen geschützte Gutschriften nach den gesetzlichen Regeln vom bisherigen Minussaldo getrennt behandelt werden.

Besonders bei einem überzogenen Konto solltest Du die Umwandlung möglichst vor dem nächsten Gehaltseingang oder der nächsten Sozialleistungszahlung verlangen. Prüfe anschließend, ob die Bank die Gutschrift korrekt behandelt hat.

Was kostet ein P-Konto?

Die Umwandlung Deines bestehenden Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto muss kostenlos erfolgen. Deine Bank darf dafür keine gesonderte Umwandlungsgebühr berechnen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die gesamte Kontoführung kostenlos sein muss. Wenn Du bisher beispielsweise monatliche Kontoführungsgebühren bezahlt hast, können diese grundsätzlich weiterhin anfallen.

Anzeige/Werbung

Die Bank darf das Konto aber nicht allein aufgrund der P-Konto-Funktion in ein teureres Kontomodell überführen oder zusätzliche Gebühren ausschließlich für den Pfändungsschutz erheben.

Auch bisher vereinbarte Leistungen dürfen nicht ohne Weiteres gestrichen werden. Dazu gehören beispielsweise Überweisungen, Lastschriften und Onlinebanking. Eine Ausnahme besteht bei Leistungen, die eine Kreditgewährung voraussetzen. Ein Dispokredit oder eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen muss auf einem P-Konto nicht weiter bereitgestellt werden.

Wenn Deine Bank nach der Umwandlung plötzlich höhere Gebühren erhebt oder grundlegende Kontofunktionen einschränkt, solltest Du die Änderungen anhand Deines bisherigen Kontovertrags überprüfen und gegebenenfalls schriftlich widersprechen.

Eine Verbraucherzentrale oder geeignete Schuldnerberatungsstelle kann Dir bei der Einordnung helfen.

Kannst Du ein P-Konto ohne bestehendes Girokonto eröffnen?

Wenn Du noch kein Girokonto besitzt, kommt die Neueröffnung eines Kontos infrage, das von Anfang an als Pfändungsschutzkonto geführt wird. Anders als bei der Umwandlung eines bestehenden Kontos besteht allerdings nicht gegenüber jeder Bank ein uneingeschränkter Anspruch auf die Eröffnung eines beliebigen Girokontomodells.

Eine wichtige Möglichkeit ist das gesetzliche Basiskonto. Verbraucher haben unter den Voraussetzungen des Zahlungskontengesetzes grundsätzlich Anspruch auf ein solches Konto. Es ermöglicht wesentliche Zahlungsfunktionen wie Einzahlungen, Bargeldabhebungen, Überweisungen und Lastschriften.

Ein Basiskonto kann ebenfalls als P-Konto geführt werden.

Das ist insbesondere interessant, wenn Du aufgrund bestehender Schulden Schwierigkeiten hast, ein gewöhnliches Girokonto zu eröffnen. Eine negative Bonität bedeutet nicht automatisch, dass Dir ein Basiskonto verweigert werden darf. Gesetzlich geregelte Ablehnungsgründe und Voraussetzungen müssen allerdings beachtet werden.

Wenn Du bereits ein funktionierendes Girokonto besitzt, ist dessen Umwandlung häufig der unmittelbarere Weg. Ein vollständiger Bankwechsel kann zusätzliche organisatorische Probleme verursachen, weil Arbeitgeber, Sozialleistungsträger und Zahlungsempfänger über neue Kontodaten informiert werden müssen.

Besondere Situationen bei der Umwandlung

Nicht jedes Bankkonto lässt sich unter denselben Voraussetzungen schützen. Besonders bei Gemeinschaftskonten, mehreren Konten oder ungewöhnlichen Zahlungseingängen solltest Du die Besonderheiten kennen, bevor Du die Umwandlung beantragst.

Gemeinschaftskonto: Warum Du ein Einzelkonto benötigst

Ein Gemeinschaftskonto kann nicht unmittelbar als P-Konto geführt werden. Die gesetzliche Schutzfunktion ist an ein Zahlungskonto gebunden, das auf eine einzelne natürliche Person lautet.

Wird ein Gemeinschaftskonto gepfändet, bestehen besondere gesetzliche Schutz- und Übertragungsmöglichkeiten. Nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses darf die Bank grundsätzlich zunächst einen Monat lang nicht an den pfändenden Gläubiger auszahlen.

Während dieses Zeitraums können die Kontoinhaber unter den gesetzlichen Voraussetzungen die Übertragung ihres jeweiligen Guthabenanteils auf Einzelkonten verlangen. Der Anteil der verschuldeten Person kann anschließend durch rechtzeitige Umwandlung des Einzelkontos in ein P-Konto geschützt werden.

Bei einem gemeinsamen Konto mit Deinem Ehepartner oder Deiner Ehepartnerin solltest Du deshalb nicht einfach davon ausgehen, dass der gesamte Kontostand automatisch geschützt bleibt. Kläre möglichst schnell, welche Übertragung erforderlich ist und wie laufende Zahlungen künftig organisiert werden.

Was passiert mit Deiner IBAN und Deinen Daueraufträgen?

Bei der Umwandlung eines bestehenden Einzelkontos handelt es sich grundsätzlich nicht um die Eröffnung eines neuen Kontos. Deine bisherige IBAN bleibt daher normalerweise erhalten.

Auch bereits eingerichtete Daueraufträge und sonstige vertraglich vereinbarte Zahlungsfunktionen bestehen grundsätzlich fort. Allerdings können Zahlungen bei einer laufenden Pfändung nur ausgeführt werden, soweit entsprechendes verfügbares Guthaben vorhanden ist.

Prüfe deshalb unmittelbar nach der Umstellung, ob wichtige Zahlungen wie Miete, Strom und Krankenversicherung weiterhin durchgeführt werden können. Ein vorhandener Dauerauftrag garantiert nicht, dass die Bank die Zahlung tatsächlich ausführt, wenn nicht genügend verfügbares Guthaben vorhanden ist.

Was gilt für Selbstständige?

Auch Selbstständige können ein auf ihren eigenen Namen geführtes Zahlungskonto als P-Konto führen lassen. Das gesetzliche Umwandlungsrecht ist nicht ausschließlich Arbeitnehmern vorbehalten.

Die Besonderheit liegt häufig in der Höhe und Struktur der Geldeingänge. Selbstständige erhalten möglicherweise mehrere Kundenzahlungen pro Monat und müssen daraus neben ihrem Lebensunterhalt auch betriebliche Ausgaben bestreiten.

Der automatische Grundfreibetrag bildet diese Situation nicht immer angemessen ab. Unter bestimmten Voraussetzungen kann deshalb eine individuelle Festsetzung des pfändungsfreien Betrages erforderlich werden.

Ein P-Konto für natürliche Personen ist außerdem nicht mit einem Pfändungsschutz für Konten juristischer Personen gleichzusetzen. Bei einer GmbH oder anderen Gesellschaft müssen die rechtlichen Möglichkeiten gesondert beurteilt werden.

Welche Fehler solltest Du bei der P-Konto-Umwandlung vermeiden?

Ein P-Konto bietet einen wichtigen Schutz, doch Missverständnisse über seine Funktionsweise können dazu führen, dass Dir weniger Geld zur Verfügung steht als erwartet.

Ein häufiger Fehler besteht darin, sich ausschließlich auf den Grundfreibetrag zu verlassen. Wenn Du beispielsweise mehrere Kinder versorgst und Kindergeld erhältst, kann Dir ein deutlich höherer Schutzbetrag zustehen. Ohne die notwendigen Nachweise kann die Bank diese Erhöhungen jedoch nicht in jedem Fall berücksichtigen.

Ebenso problematisch ist die Annahme, dass jeder Geldeingang unabhängig von seiner Höhe geschützt sei. Beim P-Konto wird grundsätzlich nicht danach unterschieden, ob das Geld aus Arbeitslohn, einem privaten Geschenk oder dem Verkauf eines gebrauchten Gegenstands stammt. Entscheidend ist zunächst, welcher geschützte Betrag insgesamt zur Verfügung steht. Bestimmte Einnahmen benötigen zusätzlichen Schutz durch Bescheinigung oder Entscheidung der zuständigen Stelle.

Vorsicht ist auch geboten, wenn Du Geld vom Konto abhebst und anschließend im selben Monat wieder einzahlst. Die Wiedereinzahlung kann als erneuter Geldeingang berücksichtigt werden. Dadurch besteht das Risiko, dass der monatliche Freibetrag überschritten wird und ein Teil des Geldes nicht mehr unmittelbar verfügbar ist.

Nicht verbrauchtes geschütztes Guthaben kann grundsätzlich in die drei folgenden Kalendermonate übertragen werden. Du solltest daraus aber nicht schließen, dass Du auf einem P-Konto unbegrenzt Geld ansparen kannst. Die Übertragung ist zeitlich begrenzt und die tatsächliche Verfügbarkeit hängt von den jeweiligen Gutschriften und bereits verbrauchten Freibeträgen ab.

Schließlich schützt die P-Konto-Funktion allein nicht vor einer Lohnpfändung beim Arbeitgeber. Werden sowohl Dein Einkommen als auch Dein Konto gepfändet, können unterschiedliche Schutzberechnungen aufeinandertreffen. In solchen Fällen kann eine zusätzliche gerichtliche Entscheidung notwendig werden.

Was tun, wenn Deine Bank die Umwandlung verweigert?

Deine Bank ist gesetzlich verpflichtet, ein von Dir dort geführtes Zahlungskonto auf Dein Verlangen als P-Konto zu führen. Eine bereits bestehende Kontopfändung oder ein negativer Kontostand sind grundsätzlich keine zulässigen Gründe, die Umwandlung zu verweigern.

Sollte die Bank Deinen Antrag ablehnen, verlange zunächst eine schriftliche Begründung und weise ausdrücklich auf Dein Umwandlungsrecht nach § 850k ZPO hin.

Bewahre Deinen ursprünglichen Antrag sowie sämtliche Eingangsbestätigungen und Antworten auf. So kannst Du nachvollziehen, wann Du die Umwandlung verlangt hast und welche Fristen relevant sind.

Wenn die Bank trotz eindeutigem Antrag untätig bleibt oder geschütztes Geld nicht freigibt, solltest Du umgehend eine Verbraucherzentrale, eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle oder bei dringenden rechtlichen Fragen einen Rechtsanwalt einschalten.

Auch eine Beschwerde bei der Bank und die Einschaltung einer zuständigen Schlichtungsstelle können sinnvoll sein. Bei einer akuten Gefährdung Deines Lebensunterhalts ist allerdings zu prüfen, ob schnellerer gerichtlicher Rechtsschutz erforderlich ist.

Wenn Du bereits Deine Miete nicht mehr bezahlen kannst oder notwendige Versorgungsleistungen gefährdet sind, solltest Du nicht erst das Ergebnis eines längeren Beschwerdeverfahrens abwarten. Hole in diesem Fall möglichst unmittelbar geeignete Unterstützung ein.

Checkliste

Mit dieser Checkliste kannst Du die Umwandlung Deines Girokontos vorbereiten und anschließend überprüfen, ob Dein Pfändungsschutz tatsächlich funktioniert.

Kontopfändung und Fristen überprüfen

Stelle fest, ob bereits eine Kontopfändung vorliegt und wann der Überweisungsbeschluss bei Deiner Bank zugestellt wurde. Falls Du den Zeitpunkt nicht kennst, frage unmittelbar bei der Bank nach. Warte bei einer bestehenden Pfändung nicht mit dem Umwandlungsverlangen, bis sämtliche Einzelheiten geklärt sind.

Umwandlung bei Deiner Bank verlangen

Teile Deiner Bank eindeutig mit, dass Dein Girokonto als Pfändungsschutzkonto geführt werden soll. Verwende das vorgesehene Formular oder eine eigene schriftliche Erklärung. Versichere dabei, dass Du kein weiteres P-Konto besitzt, und sichere Dir einen Nachweis über den Eingang des Antrags.

Persönlichen Freibetrag ermitteln

Prüfe, ob Dir der automatische Grundfreibetrag ausreicht. Berücksichtige dabei insbesondere gesetzliche Unterhaltspflichten, Kindergeld und bestimmte Sozialleistungen. Wenn zusätzliche Beträge geschützt werden müssen, solltest Du frühzeitig die entsprechenden Nachweise beschaffen.

Kontofunktionen und Guthaben kontrollieren

Überprüfe nach der Umwandlung, ob Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen im vereinbarten Umfang funktionieren. Kontrolliere außerdem, welcher Betrag Dir tatsächlich zur Verfügung steht und ob die Bank geschützte Geldeingänge korrekt behandelt hat.

Bei Schwierigkeiten professionelle Hilfe einschalten

Lässt die Bank eine gesetzliche Frist verstreichen, verweigert sie die Umwandlung oder gibt sie notwendiges Guthaben nicht frei, solltest Du den Vorgang dokumentieren und unverzüglich fachkundige Hilfe suchen. Das gilt besonders dann, wenn Mietzahlungen, Lebensmittel oder andere grundlegende Ausgaben betroffen sind.

Häufige Fragen zum P-Konto eröffnen und Umwandeln

Bei der Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos entstehen häufig zusätzliche Fragen. Die folgenden Antworten behandeln wichtige Besonderheiten, die über den grundlegenden Ablauf der Umwandlung hinausgehen.

Kann ich mein P-Konto online eröffnen?

Ja, bei vielen Banken kannst Du die Umwandlung Deines bestehenden Girokontos online beantragen. Einige Anbieter stellen dafür ein spezielles Formular im Onlinebanking bereit. Andere verlangen eine schriftliche Erklärung oder bieten die Antragstellung telefonisch an. Ein gesetzlicher Anspruch darauf, dass jede Bank sämtliche Antragswege anbietet, besteht jedoch nicht. Entscheidend ist, dass Du Dein Umwandlungsverlangen wirksam gegenüber der Bank erklärst. Für eine schriftliche Aufforderung kannst Du auch den kostenlosen Onlinedienst der deutschen Justiz nutzen, der ein entsprechendes Schreiben erstellt. Bei einer akuten Pfändung solltest Du einen Antragsweg wählen, bei dem Du den Eingang möglichst zuverlässig nachweisen kannst.

Kann meine Bank mein Girokonto wegen der P-Konto-Umwandlung kündigen?

Die Umwandlung allein berechtigt die Bank nicht dazu, das bestehende Konto beliebig zu kündigen oder dessen Vertragsbedingungen einseitig zu verschlechtern. Das bisherige Vertragsverhältnis bleibt grundsätzlich erhalten. Allerdings bedeutet der P-Konto-Status nicht, dass ein Bankvertrag unter sämtlichen Umständen unkündbar wird. Ob eine Kündigung aus anderen Gründen zulässig ist, hängt unter anderem von der Kontoart, den vertraglichen Vereinbarungen und den gesetzlichen Vorgaben ab. Bei einem Basiskonto gelten besondere gesetzliche Regelungen. Erhältst Du eine Kündigung, solltest Du deren Begründung und Wirksamkeit prüfen lassen, bevor Du Deine Kontoverbindung aufgibst.

Erfährt die SCHUFA, dass ich ein P-Konto habe?

Deine Bank darf einer Auskunftei mitteilen, dass Du ein Pfändungsschutzkonto unterhältst. Diese Information dient jedoch ausschließlich dazu, zu kontrollieren, ob Du entgegen den gesetzlichen Vorgaben mehrere P-Konten führst. Eine Verwendung für andere Zwecke, insbesondere für die allgemeine Bonitätsbewertung, ist gesetzlich nicht zulässig. Die Einrichtung eines P-Kontos darf deshalb nicht allein aufgrund dieser Meldung als negativer Bonitätseintrag behandelt werden. Davon zu unterscheiden sind bereits bestehende Zahlungsausfälle, titulierte Forderungen oder andere Informationen über Deine finanzielle Situation. Wird die P-Konto-Funktion beendet, müssen entsprechende Meldungen nach den gesetzlichen Vorgaben wieder gelöscht werden.

Kann ich ein P-Konto bei einer anderen Bank eröffnen, obwohl mein bisheriges Konto gepfändet ist?

Grundsätzlich kannst Du bei einem anderen Kreditinstitut ein neues Konto eröffnen und dieses als P-Konto führen lassen, sofern Du nicht gleichzeitig ein weiteres P-Konto unterhältst. Allerdings muss Dir eine Bank nicht jedes beliebige Girokontomodell anbieten. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann ein Anspruch auf ein Basiskonto bestehen. Beachte außerdem, dass eine neue Kontoverbindung nicht automatisch das bereits gepfändete Guthaben auf Deinem bisherigen Konto freigibt. Für dieses Geld sind die geltenden Pfändungsschutzregelungen gesondert zu prüfen. Ein Bankwechsel sollte deshalb nicht dazu führen, dass notwendige Fristen bei der bisherigen Bank versäumt werden.

Was passiert mit meinem P-Konto, wenn ich Privatinsolvenz anmelde?

Ein bereits bestehendes P-Konto kann grundsätzlich auch während eines Verbraucherinsolvenzverfahrens weitergeführt werden. Der Pfändungsschutz kann weiterhin wichtig sein, damit Dir gesetzlich geschützte Beträge für Deinen Lebensunterhalt zur Verfügung stehen. Allerdings gelten im Insolvenzverfahren zusätzliche rechtliche Besonderheiten. Beispielsweise können Fragen zur Freigabe bestimmter Guthaben oder zur Behandlung ungewöhnlicher Zahlungseingänge entstehen. Wenn eine Privatinsolvenz bevorsteht, solltest Du Deine Kontosituation deshalb mit einer anerkannten Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle besprechen. Die Einrichtung eines P-Kontos ersetzt weder die Vorbereitung des Insolvenzverfahrens noch die notwendigen Angaben gegenüber dem Insolvenzgericht und den zuständigen Verfahrensbeteiligten.

Kann ich ein P-Konto wieder in ein normales Girokonto umwandeln?

Ja. Du kannst von Deiner Bank verlangen, dass sie die P-Konto-Funktion wieder beendet und das Konto anschließend als gewöhnliches Zahlungskonto weiterführt. Gesetzlich vorgesehen ist eine Rückumwandlung mit einer Frist von mindestens vier Geschäftstagen zum Monatsende. Das Recht besteht grundsätzlich auch dann, wenn eine Pfändung noch vorhanden ist. Du solltest die Schutzfunktion allerdings nicht vorschnell aufgeben. Besteht weiterhin eine Kontopfändung, kann nach der Rückumwandlung Dein Guthaben wieder ohne den bisherigen automatischen P-Konto-Schutz erfasst werden. Prüfe deshalb vorher, ob sämtliche relevanten Pfändungen tatsächlich erledigt sind oder ein anderer Schutz zuverlässig gewährleistet ist.

Was kann ich tun, wenn meine P-Konto-Bescheinigung nicht rechtzeitig ausgestellt wird?

Wende Dich möglichst früh an die Stelle, die Deine geschützten Leistungen auszahlt, oder an eine geeignete Schuldnerberatungsstelle. Können die erforderlichen Erhöhungsbeträge trotz entsprechender Bemühungen nicht in zumutbarer Weise bescheinigt werden, kommt unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Antrag beim zuständigen Vollstreckungsgericht beziehungsweise bei der zuständigen Vollstreckungsbehörde infrage. Bei der gerichtlichen Ersatzfestsetzung müssen die vorgeschriebenen vorherigen Bemühungen um eine Bescheinigung glaubhaft gemacht werden. Bewahre daher Anfragen, Absagen und sonstige Nachweise auf. Wenn bereits existenziell notwendiges Guthaben gesperrt ist, solltest Du ausdrücklich auf die Dringlichkeit hinweisen und prüfen lassen, ob vorläufiger Rechtsschutz erforderlich ist.

Kann ich ein P-Konto eröffnen, wenn ich überhaupt keine Schulden habe?

Ja. Das Umwandlungsrecht setzt nicht voraus, dass Du bereits Schulden hast oder eine konkrete Kontopfändung vorliegt. Du kannst grundsätzlich jederzeit verlangen, dass Dein bestehendes Girokonto als P-Konto geführt wird. Ohne eine erkennbare Gefährdung Deines Guthabens bietet die Umwandlung allerdings häufig keinen praktischen Vorteil. Gleichzeitig darf das Konto nur auf Guthabenbasis geführt werden, sodass ein bisher genutzter Dispokredit entfällt. Deshalb ist es sinnvoll, die Entscheidung an Deiner tatsächlichen finanziellen Situation auszurichten. Besteht dagegen eine konkrete Pfändungsgefahr, kann eine frühzeitige Einrichtung verhindern, dass Du später unter erheblichem Zeitdruck handeln musst.

Fazit

Ein P-Konto zu eröffnen ist für Menschen mit einer bestehenden oder drohenden Kontopfändung ein wichtiger Schritt, um weiterhin über einen gesetzlich geschützten Teil ihres Geldes verfügen zu können. Die Umwandlung eines bestehenden Girokontos ist vergleichsweise einfach: Du musst Deine Bank lediglich eindeutig auffordern, das Konto künftig als Pfändungsschutzkonto zu führen. Eine Zustimmung Deiner Gläubiger, ein gerichtlicher Beschluss oder ein vorheriger Ausgleich bestehender Kontoüberziehungen sind dafür grundsätzlich nicht erforderlich. Auch eine gesonderte Umwandlungsgebühr darf Deine Bank nicht verlangen.

Anzeige/Werbung

Bei einer bereits erfolgten Pfändung kommt es besonders auf die Fristen an. Der rückwirkende Schutz setzt voraus, dass die Umwandlung innerhalb eines Monats nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank erfolgt. Deshalb solltest Du möglichst sofort tätig werden und Dir den Eingang Deines Antrags bestätigen lassen. Anschließend ist zu prüfen, ob Dir der automatische Freibetrag tatsächlich ausreicht oder ob Du beispielsweise wegen Unterhaltspflichten, Kindergeld oder besonderer Zahlungseingänge zusätzlichen Pfändungsschutz benötigst. Diese Erhöhungen müssen gegebenenfalls durch eine Bescheinigung oder eine individuelle Entscheidung der zuständigen Stelle nachgewiesen werden.

Das P-Konto selbst ist allerdings keine Lösung für die zugrunde liegenden Schulden. Es schützt einen Teil Deines Guthabens und kann damit verhindern, dass eine Kontopfändung unmittelbar Deine gesamte alltägliche Zahlungsfähigkeit beeinträchtigt. Bestehen gleichzeitig mehrere Pfändungen, hohe Zahlungsrückstände oder Schwierigkeiten mit Deiner Bank, kann eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle helfen, die notwendigen Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Entscheidend ist, den Kontoschutz rechtzeitig einzurichten, den tatsächlich verfügbaren Freibetrag zu überprüfen und Deine weitere finanzielle Situation nicht aus dem Blick zu verlieren.

Bleib bei deinem Geld auf dem Laufenden

Neue Ratgeber, wichtige Finanzthemen und praktische Tipps von NurGeld.de direkt in dein Postfach.

NurGeld.de Newsletter Anmeldung

Kostenlos. Jederzeit abmeldbar. Kein Spam.

Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

Zu diesem Thema
Weitere Artikel

Vermögensaufbau ab 40 – lohnt sich der Einstieg noch?

Wer mit Anfang 40 noch keine größeren Ersparnisse besitzt,...

Spritpreisdeckel 2027: Neuer Gesetzentwurf zeigt, wann Benzin und Diesel tatsächlich gedeckelt werden

Der für 2027 angekündigte Spritpreisdeckel nimmt erstmals konkrete gesetzliche...

Riester-Mindesteigenbeitrag vor Jahresende prüfen: So sichern Sie sich die volle Förderung

Bei vielen Riester-Verträgen läuft die monatliche Abbuchung über Jahre...