Steuererklärung richtig vorbereiten: So holst du mehr aus deinen Angaben heraus
Eine Steuererklärung besteht längst nicht nur daraus, einige Zahlen aus der Lohnsteuerbescheinigung in ein Formular zu übertragen. Entscheidend ist vielmehr, ob alle steuerlich relevanten Lebensbereiche vollständig berücksichtigt werden. Genau hier entstehen in der Praxis häufig Lücken: berufliche Ausgaben werden vergessen, Kosten für den Arbeitsweg nicht vollständig erfasst, Versicherungen nicht richtig zugeordnet oder haushaltsnahe Dienstleistungen übersehen. Wer seine Steuererklärung ohne Vorbereitung beginnt, merkt deshalb oft erst während der Bearbeitung, dass Belege fehlen oder bestimmte Ausgaben gar nicht mehr nachvollziehbar sind.
Der Steuer-Check hilft dir dabei, zunächst eine persönliche Bestandsaufnahme vorzunehmen. Welche Themen für dich tatsächlich wichtig sind, hängt stark von deiner individuellen Situation ab. Ein Arbeitnehmer mit täglichem Arbeitsweg hat andere steuerliche Möglichkeiten als jemand, der überwiegend im Homeoffice arbeitet. Familien müssen andere Angaben prüfen als Singles, Vermieter andere Unterlagen bereithalten als Rentner oder Selbstständige. Eine gute Steuererklärung beginnt daher nicht beim Formular, sondern bei der Frage, welche finanziellen Vorgänge des vergangenen Jahres überhaupt steuerlich relevant sein könnten.
Besonders hilfreich ist es, die Steuererklärung nicht als einmalige Aufgabe am Jahresende zu betrachten. Wer Rechnungen, Bescheinigungen und Nachweise bereits während des Jahres sinnvoll sortiert, spart später viel Zeit. Digitale Ordner können dabei genauso sinnvoll sein wie klassische Papierordner. Wichtig ist vor allem, dass berufliche Ausgaben, Versicherungsunterlagen, Handwerkerrechnungen, Spendenbescheinigungen und andere steuerlich relevante Dokumente nicht irgendwo zwischen Kontoauszügen und allgemeinen Unterlagen verschwinden.
Wer sollte eine Steuererklärung besonders genau prüfen?
Für viele Arbeitnehmer ist die Steuererklärung zunächst freiwillig. In bestimmten Situationen kann jedoch eine Verpflichtung zur Abgabe bestehen. Gleichzeitig bedeutet eine fehlende Abgabepflicht keineswegs, dass sich eine freiwillige Steuererklärung nicht lohnen kann. Gerade wenn hohe berufliche Aufwendungen, ein längerer Arbeitsweg, Fortbildungen, ein beruflich bedingter Umzug oder andere abzugsfähige Kosten angefallen sind, kann eine freiwillige Abgabe finanziell interessant sein.
Auch bei Veränderungen im persönlichen Leben lohnt sich eine genauere Prüfung. Eine Heirat, die Geburt eines Kindes, ein Arbeitsplatzwechsel, Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Krankengeld, Elternzeit, der Kauf oder die Vermietung einer Immobilie oder der Beginn einer selbstständigen Nebentätigkeit können Auswirkungen auf die steuerliche Situation haben. Selbst wenn einzelne Ereignisse zunächst nicht besonders bedeutend erscheinen, können sie darüber entscheiden, welche Formulare benötigt werden oder welche Ausgaben geltend gemacht werden können.
Wer mehrere Einkommensarten miteinander kombiniert, sollte besonders sorgfältig vorgehen. Dazu gehören beispielsweise Arbeitnehmer mit zusätzlichen Einnahmen aus Vermietung, Kapitalanlagen oder selbstständiger Tätigkeit. Auch Rentner können abhängig von ihren Einkünften und weiteren Einnahmen steuerlich relevante Sachverhalte haben. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Berufsbezeichnung, sondern die gesamte finanzielle Situation eines Jahres.
Werbungskosten: Einer der wichtigsten Bereiche für Arbeitnehmer
Für Arbeitnehmer spielen Werbungskosten eine besonders große Rolle. Darunter fallen grundsätzlich Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit entstehen. Viele typische Kosten werden automatisch über einen Pauschbetrag berücksichtigt. Liegen die tatsächlichen beruflichen Aufwendungen jedoch darüber, kann es sinnvoll sein, die einzelnen Ausgaben vollständig in der Steuererklärung anzugeben.
Ein klassisches Beispiel ist der Arbeitsweg. Wer regelmäßig zu seiner ersten Tätigkeitsstätte fährt, kann die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz steuerlich berücksichtigen. Dabei ist nicht entscheidend, ob die Strecke mit dem Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder teilweise zu Fuß zurückgelegt wird. Die Berechnung folgt steuerlichen Vorgaben und richtet sich grundsätzlich nach der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.
Neben dem Arbeitsweg können zahlreiche weitere berufliche Ausgaben relevant sein. Dazu zählen etwa Arbeitsmittel, Fachliteratur, beruflich genutzte Software, Fortbildungen, Bewerbungen oder bestimmte Reisekosten. Auch ein beruflich veranlasster Umzug oder eine doppelte Haushaltsführung kann steuerlich eine erhebliche Rolle spielen. Ob und in welchem Umfang einzelne Kosten anerkannt werden, hängt jedoch immer von den konkreten Voraussetzungen ab.
Gerade bei gemischt genutzten Gegenständen ist eine saubere Trennung wichtig. Ein Computer, Smartphone oder Internetanschluss kann beispielsweise sowohl privat als auch beruflich genutzt werden. In solchen Fällen sollte nachvollziehbar sein, welcher Anteil tatsächlich beruflich veranlasst ist. Je besser die Nutzung dokumentiert werden kann, desto einfacher lässt sich eine steuerliche Berücksichtigung begründen.
Homeoffice und Arbeitszimmer richtig einordnen
Das Arbeiten von zu Hause ist für viele Beschäftigte inzwischen selbstverständlich geworden. Steuerlich muss dabei jedoch zwischen verschiedenen Situationen unterschieden werden. Nicht jedes Homeoffice ist automatisch ein steuerlich anerkanntes häusliches Arbeitszimmer. Für viele Beschäftigte spielt stattdessen die Homeoffice-Tagespauschale eine wichtigere Rolle.
Wer regelmäßig von zu Hause arbeitet, sollte deshalb nachvollziehbar dokumentieren, an welchen Tagen die berufliche Tätigkeit tatsächlich in der eigenen Wohnung ausgeübt wurde. Besonders bei hybriden Arbeitsmodellen kann eine einfache Jahresübersicht hilfreich sein. Sie verhindert, dass Homeoffice-Tage später nur geschätzt werden müssen.
Ein häusliches Arbeitszimmer unterliegt strengeren Voraussetzungen. Hier kommt es unter anderem darauf an, wie der Raum genutzt wird und welche Bedeutung er für die berufliche Tätigkeit hat. Ein Schreibtisch im Wohnzimmer ist steuerlich nicht automatisch einem abgeschlossenen Arbeitszimmer gleichzustellen. Wer größere Kosten geltend machen möchte, sollte deshalb genau prüfen, welche Regelung auf die eigene Situation zutrifft.
Arbeitsmittel können sich stärker auswirken als gedacht
Beruflich benötigte Gegenstände gehören zu den Steuerpositionen, die häufig nicht vollständig erfasst werden. Dazu können beispielsweise Computer, Monitor, Drucker, Büromöbel, Werkzeug, typische Berufskleidung oder bestimmte Fachliteratur gehören. Entscheidend ist immer, dass ein nachvollziehbarer beruflicher Zusammenhang besteht.
Kleinere Ausgaben geraten besonders leicht in Vergessenheit. Wer im Laufe eines Jahres mehrere Arbeitsmittel anschafft, merkt häufig erst bei der Steuererklärung, wie hoch die Gesamtsumme tatsächlich geworden ist. Deshalb lohnt es sich, entsprechende Rechnungen sofort einem eigenen Steuerordner zuzuordnen.
Bei größeren Anschaffungen kann zudem entscheidend sein, ob die Kosten sofort oder über einen längeren Zeitraum steuerlich berücksichtigt werden. Welche Behandlung im konkreten Fall erforderlich ist, hängt von der Art und dem Wert des Wirtschaftsguts sowie den jeweils geltenden steuerlichen Regeln ab.
Fortbildungen, Bewerbungen und berufliche Weiterentwicklung
Berufliche Weiterbildung kann steuerlich besonders interessant sein. Seminare, Kurse, Fachveranstaltungen oder beruflich veranlasste Prüfungen können unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden. Dabei geht es nicht nur um die eigentliche Teilnahmegebühr. Auch Fahrtkosten, Übernachtungen, Fachliteratur oder weitere notwendige Aufwendungen können eine Rolle spielen.
Ähnliches gilt für Bewerbungen. Wer einen neuen Arbeitsplatz sucht, kann unter bestimmten Voraussetzungen Kosten für Bewerbungsunterlagen, Fotos, Porto, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen oder andere unmittelbar damit verbundene Aufwendungen berücksichtigen. Dabei ist es nicht zwingend erforderlich, dass die Bewerbung später tatsächlich erfolgreich ist. Entscheidend ist der berufliche Zusammenhang.
Gerade bei beruflichen Veränderungen können innerhalb eines Jahres viele einzelne Ausgaben zusammenkommen. Wer diese Positionen nicht systematisch sammelt, verschenkt möglicherweise steuerliches Potenzial.
Sonderausgaben: Versicherungen, Vorsorge und weitere private Aufwendungen
Neben beruflichen Kosten können auch bestimmte private Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere verschiedene Vorsorgeaufwendungen und Versicherungsbeiträge. Allerdings ist nicht jede Versicherung automatisch steuerlich absetzbar. Entscheidend ist, um welche Art von Versicherung es sich handelt und in welchem Zusammenhang die Beiträge stehen.
Beiträge zur Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung spielen dabei eine zentrale Rolle. Daneben können je nach Situation weitere Vorsorgeaufwendungen relevant werden. Manche Versicherungen lassen sich zudem ganz oder teilweise als Werbungskosten oder Betriebsausgaben einordnen, wenn ein unmittelbarer beruflicher Zusammenhang besteht.
Auch Spenden können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden. Wichtig ist, dass die Zahlung an eine begünstigte Organisation erfolgt und die entsprechenden Nachweise vorhanden sind. Bei regelmäßigen Spenden kann es sinnvoll sein, bereits während des Jahres eine Übersicht zu führen.
Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen nicht vergessen
Ein Bereich, den viele Steuerpflichtige unterschätzen, sind haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen. Wer beispielsweise eine Reinigungskraft beschäftigt, einen Gartenservice beauftragt oder bestimmte Arbeiten durch Handwerker durchführen lässt, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Steuerermäßigung erhalten.
Wichtig ist hierbei die korrekte Abrechnung. Entscheidend können insbesondere die Arbeitskosten sein. Materialkosten werden steuerlich häufig anders behandelt. Außerdem sollte die Rechnung nachvollziehbar sein und die Zahlung unbar erfolgen, wenn dies für die steuerliche Anerkennung erforderlich ist.
Auch Mieter sollten diesen Bereich prüfen. Bestimmte haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerkosten können über die jährliche Nebenkostenabrechnung beziehungsweise Betriebskostenabrechnung weitergegeben werden. Wer ausschließlich auf eigene Handwerkerrechnungen schaut, übersieht deshalb möglicherweise steuerlich relevante Beträge.
Kinder und Familie: Steuerliche Möglichkeiten genau prüfen
Familien haben bei der Steuererklärung zusätzliche Themen, die Singles ohne Kinder nicht betreffen. Dazu gehören beispielsweise Kinderbetreuungskosten, bestimmte Ausbildungs- und Betreuungssituationen sowie verschiedene steuerliche Vergünstigungen rund um Kinder.
Besonders Betreuungskosten können relevant sein, wenn Kinder beispielsweise eine Kita, Tagespflege oder andere Betreuungseinrichtung besuchen. Nicht jede Zahlung wird steuerlich gleich behandelt, weshalb eine saubere Aufteilung wichtig sein kann. Auch hier spielen Rechnungen und Zahlungsnachweise eine zentrale Rolle.
Mit zunehmendem Alter des Kindes können sich die steuerlich relevanten Themen verändern. Ausbildung, Studium, eigene Einkünfte oder ein Auszug aus dem Elternhaus können dazu führen, dass andere Fragen wichtig werden. Familien sollten deshalb ihre Steuererklärung nicht jedes Jahr unverändert aus dem Vorjahr übernehmen.
Außergewöhnliche Belastungen: Hohe private Kosten können steuerlich relevant sein
Bestimmte außergewöhnliche finanzielle Belastungen können unter Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Krankheitskosten, Pflegekosten oder andere zwangsläufig entstandene Aufwendungen.
Die steuerliche Behandlung ist hier allerdings komplexer als bei klassischen Werbungskosten. Nicht jede privat getragene Ausgabe wird automatisch anerkannt. Je nach Art der Kosten können Nachweise, ärztliche Bescheinigungen oder weitere Voraussetzungen erforderlich sein. Zudem kann eine zumutbare Eigenbelastung eine Rolle spielen.
Wer im Laufe eines Jahres ungewöhnlich hohe gesundheitliche oder pflegebedingte Ausgaben hatte, sollte diesen Bereich deshalb nicht vorschnell ignorieren. Gerade bei größeren Summen kann eine genauere Prüfung sinnvoll sein.
Kapitalerträge und Geldanlagen in der Steuererklärung
Zinsen, Dividenden und andere Kapitalerträge werden in Deutschland häufig bereits durch die Bank steuerlich erfasst. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass Kapitalanlagen in der Steuererklärung grundsätzlich keine Rolle mehr spielen. Das ist jedoch nicht in jeder Situation richtig.
Eine genauere Prüfung kann unter anderem dann sinnvoll sein, wenn Freistellungsaufträge nicht optimal verteilt wurden, ausländische Kapitalerträge vorliegen, mehrere Banken genutzt wurden oder besondere steuerliche Sachverhalte bestehen. Auch bei Verlusten aus Kapitalanlagen können zusätzliche Fragen entstehen.
Wer Depots oder Konten bei ausländischen Anbietern nutzt, sollte besonders sorgfältig prüfen, welche steuerlichen Pflichten daraus entstehen. Nicht jeder Anbieter führt deutsche Steuern automatisch ab. In solchen Fällen kann die eigene Steuererklärung deutlich wichtiger werden.
Vermietung und Immobilien: Einnahmen und Kosten vollständig erfassen
Wer eine Wohnung, ein Haus oder eine andere Immobilie vermietet, muss sich bei der Steuererklärung mit Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung beschäftigen. Dabei geht es jedoch nicht nur um die erhaltenen Mieten. Auch zahlreiche Aufwendungen rund um die Immobilie können steuerlich relevant sein.
Dazu können beispielsweise Finanzierungskosten, bestimmte Reparaturen, Verwaltungskosten, Versicherungen, Fahrtkosten oder Abschreibungen gehören. Gerade bei Immobilien ist die richtige steuerliche Einordnung einzelner Ausgaben wichtig, weil sich die Behandlung je nach Art der Maßnahme unterscheiden kann.
Eine größere Renovierung ist steuerlich nicht automatisch genauso zu behandeln wie eine kleinere Reparatur. Ebenso können Anschaffungs- und Herstellungskosten anderen Regeln unterliegen als laufende Werbungskosten. Wer Immobilien vermietet, sollte deshalb besonders sorgfältig dokumentieren, wofür einzelne Rechnungen angefallen sind.
Steuererklärung für Rentner: Nicht automatisch steuerfrei
Auch im Ruhestand kann eine Steuererklärung notwendig oder sinnvoll sein. Ob tatsächlich Einkommensteuer anfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der gesetzlichen Rente können beispielsweise Betriebsrenten, private Renten, Kapitalerträge, Mieteinnahmen oder andere Einkünfte eine Rolle spielen.
Rentner sollten deshalb nicht allein anhand der monatlichen Rentenhöhe beurteilen, ob sie steuerlich relevant sind. Entscheidend ist die gesamte Einkommenssituation. Gleichzeitig können auch im Ruhestand bestimmte Ausgaben berücksichtigt werden, beispielsweise Vorsorgeaufwendungen, Krankheitskosten, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen.
Wer mehrere Rentenarten oder zusätzliche Einkünfte erhält, sollte die steuerliche Situation regelmäßig neu prüfen. Änderungen bei Rentenhöhe, Freibeträgen oder weiteren Einnahmen können dazu führen, dass sich die steuerliche Einordnung von Jahr zu Jahr verändert.
Selbstständige und Nebentätigkeiten: Mehr als nur Einnahmen angeben
Bei Selbstständigen und Personen mit selbstständiger Nebentätigkeit geht die Steuererklärung deutlich über klassische Arbeitnehmerfragen hinaus. Neben den Einnahmen müssen betriebliche Ausgaben erfasst und korrekt zugeordnet werden. Gleichzeitig können zusätzliche Pflichten entstehen, etwa im Zusammenhang mit Umsatzsteuer, Gewerbesteuer oder Gewinnermittlung.
Gerade bei kleineren Nebentätigkeiten wird der Aufwand häufig unterschätzt. Auch wenn die Einnahmen vergleichsweise gering sind, sollten Belege, Rechnungen und Kontoauszüge von Anfang an sauber getrennt werden. Eine klare Trennung zwischen privaten und betrieblichen Ausgaben erleichtert die spätere Steuererklärung erheblich.
Wer regelmäßig Einnahmen neben dem Hauptberuf erzielt, sollte außerdem prüfen, ob es sich tatsächlich um eine steuerlich relevante selbstständige Tätigkeit handelt und welche zusätzlichen Erklärungen erforderlich werden.
Welche Unterlagen sollte man für die Steuererklärung sammeln?
Welche Unterlagen benötigt werden, hängt immer von der persönlichen Situation ab. Es gibt deshalb keine Dokumentenliste, die für jeden Steuerpflichtigen gleichermaßen passt. Arbeitnehmer benötigen beispielsweise andere Nachweise als Vermieter oder Selbstständige.
Typischerweise sinnvoll sind unter anderem Lohn- oder Rentenbescheinigungen, Versicherungsnachweise, Spendenbescheinigungen, Rechnungen über berufliche Ausgaben, Belege zu Handwerker- und haushaltsnahen Dienstleistungen sowie Unterlagen über Kinderbetreuung, Fortbildungen oder weitere steuerlich relevante Kosten.
Die persönliche Unterlagenliste aus dem NurGeld Steuer-Check kann dabei als Orientierung dienen. Sie ersetzt zwar keine vollständige Prüfung aller steuerlichen Sachverhalte, hilft jedoch dabei, die wichtigsten Dokumente gezielt zusammenzustellen und Lücken frühzeitig zu erkennen.
Belege aufbewahren, auch wenn sie nicht sofort eingereicht werden
Bei der digitalen Steuererklärung müssen viele Belege heute nicht mehr automatisch zusammen mit der Erklärung eingereicht werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie entsorgt werden können. Das Finanzamt kann Nachweise später anfordern.
Deshalb sollten Rechnungen, Bescheinigungen und andere steuerlich relevante Dokumente systematisch aufbewahrt werden. Sinnvoll ist eine digitale Ablage, bei der Dokumente nach Steuerjahr und Themenbereich sortiert werden. So lassen sich angeforderte Unterlagen schnell wiederfinden.
Gerade bei größeren Ausgaben ist es zusätzlich sinnvoll, nicht nur die Rechnung, sondern auch den Zahlungsnachweis aufzubewahren. Je nach Steuerposition kann dieser für die Anerkennung entscheidend sein.
Steuererklärung selbst machen oder Hilfe nutzen?
Viele Arbeitnehmer mit überschaubaren Einkommensverhältnissen können ihre Steuererklärung grundsätzlich selbst erledigen. ELSTER und verschiedene Steuerprogramme führen Schritt für Schritt durch die erforderlichen Angaben. Je komplexer die persönliche Situation wird, desto schwieriger kann jedoch die richtige steuerliche Einordnung werden.
Professionelle Hilfe kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn mehrere Einkunftsarten vorliegen, Immobilien vermietet werden, eine umfangreiche selbstständige Tätigkeit besteht, Auslandsbezug vorhanden ist oder größere steuerliche Gestaltungsfragen entstehen. Auch bei Unsicherheit über ungewöhnliche oder finanziell bedeutende Sachverhalte kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein.
Der NurGeld Steuer-Check ist bewusst kein Ersatz für eine Steuerberatung. Er soll dir vielmehr helfen, deine Situation strukturiert zu erfassen, typische steuerliche Themen zu erkennen und dich besser auf die eigentliche Steuererklärung vorzubereiten.
Typische Fehler bei der Steuererklärung vermeiden
Viele Fehler entstehen nicht durch komplizierte steuerliche Fragen, sondern durch Unvollständigkeit. Häufig werden bestimmte Kosten schlicht vergessen. Andere Ausgaben werden geschätzt, obwohl noch Belege vorhanden wären, oder Positionen aus dem Vorjahr werden übernommen, obwohl sich die persönliche Situation inzwischen verändert hat.
Problematisch kann auch sein, ausschließlich auf bereits elektronisch übermittelte Daten zu vertrauen. Arbeitgeber, Versicherungen und andere Stellen melden zwar zahlreiche Informationen direkt an die Finanzverwaltung, aber längst nicht alle persönlichen Ausgaben werden automatisch berücksichtigt.
Deshalb lohnt es sich, die Steuererklärung am Ende noch einmal systematisch durchzugehen. Stimmen Arbeitsweg und Homeoffice-Tage? Wurden berufliche Anschaffungen berücksichtigt? Sind Handwerkerrechnungen, Spenden und Betreuungskosten erfasst? Gibt es neue Einkünfte oder Veränderungen gegenüber dem Vorjahr? Eine solche Abschlusskontrolle dauert meist nur wenige Minuten, kann aber entscheidend sein.
Warum eine gute Vorbereitung so wichtig ist
Eine gute Steuererklärung entsteht selten erst in dem Moment, in dem das Steuerprogramm geöffnet wird. Wer seine Unterlagen vorbereitet hat, relevante Ausgaben kennt und weiß, welche Themen für die eigene Situation wichtig sind, kann wesentlich strukturierter arbeiten.
Der größte Vorteil einer systematischen Vorbereitung liegt darin, dass steuerlich relevante Ausgaben nicht erst Monate später rekonstruiert werden müssen. Gerade kleinere Beträge geraten sonst schnell in Vergessenheit. Über ein ganzes Jahr betrachtet können aus vielen einzelnen Ausgaben jedoch erhebliche Summen entstehen.
Der Steuer-Check soll deshalb nicht nur eine einmalige Auswertung liefern. Er kann auch als Ausgangspunkt für die eigene Steuerorganisation dienen. Wer erkennt, welche Bereiche regelmäßig wichtig sind, kann Belege bereits im laufenden Jahr gezielt sammeln.
Steuererklärung und Steuererstattung: Keine pauschale Garantie
Häufig wird suggeriert, dass eine Steuererklärung automatisch zu einer hohen Erstattung führt. Das ist jedoch nicht seriös. Ob Geld zurückgezahlt wird, hängt von der individuellen Einkommens- und Steuersituation ab.
Hohe Werbungskosten oder andere abzugsfähige Ausgaben können die steuerliche Belastung reduzieren. Gleichzeitig können zusätzliche Einkünfte oder bestimmte Leistungen dazu führen, dass eine Nachzahlung entsteht. Eine pauschale Aussage über die Höhe einer möglichen Erstattung ist deshalb ohne vollständige steuerliche Berechnung nicht möglich.
Der NurGeld Steuer-Check konzentriert sich bewusst darauf, mögliche relevante Bereiche und Sparpotenziale sichtbar zu machen. Eine verbindliche Berechnung der späteren Steuerfestsetzung erfolgt erst im Rahmen der tatsächlichen Steuererklärung beziehungsweise durch das Finanzamt.