P-Konto-Freibetrag 2026: Wie viel Geld bleibt geschützt?

Wie hoch ist der Pfändungsfreibetrag auf Deinem P-Konto? Erfahre, welche Beträge geschützt sind, wann Dir mehr Geld zusteht und wie Du Deinen Freibetrag erhöhen kannst.

Veröffentlicht am:

Wenn Dein Girokonto gepfändet wird, bedeutet das nicht, dass Gläubiger auf Dein gesamtes Geld zugreifen dürfen. Mit einem Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto, kannst Du einen gesetzlich festgelegten Teil Deines Kontoguthabens schützen. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der automatische Grundfreibetrag 1.590 Euro pro Kalendermonat. Diesen Betrag muss Dir Deine Bank bei einer gewöhnlichen Kontopfändung grundsätzlich zur Verfügung stellen, sofern ausreichend Guthaben vorhanden ist.

Der tatsächliche Freibetrag kann allerdings deutlich höher ausfallen. Unterhaltspflichten, Kindergeld, bestimmte Sozialleistungen oder ein bereits gepfändetes Arbeitseinkommen können zusätzlichen Pfändungsschutz begründen. Entscheidend ist, dass Du die entsprechenden Ansprüche gegenüber Deiner Bank nachweist oder eine individuelle Freigabe bei der zuständigen Stelle beantragst.

Dieser Ratgeber zeigt Dir die aktuellen P-Konto-Freibeträge, erklärt die Berechnung anhand konkreter Beispiele und hilft Dir dabei, Dein geschütztes Geld auch bei einer bestehenden Kontopfändung verfügbar zu machen.

Inhaltsverzeichnis

Wie hoch ist der P-Konto-Freibetrag 2026?

Seit dem 1. Juli 2026 gilt für ein Pfändungsschutzkonto ein monatlicher Grundfreibetrag von 1.590 Euro. Dieser Betrag bleibt bei einer gewöhnlichen Kontopfändung automatisch geschützt. Du musst dafür weder ein bestimmtes Einkommen nachweisen noch eine zusätzliche Bescheinigung vorlegen. Voraussetzung ist lediglich, dass Dein Girokonto tatsächlich als P-Konto geführt wird.

Anzeige/Werbung

Die Höhe des Freibetrags richtet sich nach den gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen. Diese werden grundsätzlich jährlich angepasst. Die aktuellen Beträge gelten für den Zeitraum vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2027.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Pfändungsfreibetrag für Arbeitseinkommen und dem Grundfreibetrag auf dem P-Konto. Der monatliche Grundbetrag für die Berechnung einer Lohnpfändung liegt seit Juli 2026 bei 1.587,40 Euro. Für das P-Konto wird dieser Betrag gesetzlich auf den nächsten vollen Zehn-Euro-Betrag aufgerundet. Dadurch ergeben sich die geschützten 1.590 Euro.

Der Freibetrag bezeichnet nicht den Betrag, den Du jeden Monat automatisch ausgezahlt bekommst. Er legt fest, bis zu welcher Grenze vorhandenes Kontoguthaben vor einer Pfändung geschützt ist. Gehen beispielsweise nur 1.200 Euro ein und befindet sich kein weiteres Guthaben auf dem Konto, kannst Du über diese 1.200 Euro verfügen. Die Bank zahlt Dir die Differenz zum Freibetrag nicht zusätzlich aus.

Aktuelle P-Konto-Freibeträge mit Unterhaltspflichten

Wenn Du einer oder mehreren Personen aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung Unterhalt gewährst, können zusätzliche Freibeträge berücksichtigt werden. Die Höhe hängt von der Zahl der berücksichtigungsfähigen Personen ab.

Gesetzliche Unterhaltspflichten Monatlicher P-Konto-Freibetrag
Keine Person 1.590,00 €
Eine Person 2.187,42 €
Zwei Personen 2.520,25 €
Drei Personen 2.853,08 €
Vier Personen 3.185,91 €
Fünf oder mehr Personen 3.518,74 €

Stand: 1. Juli 2026. Die Tabelle zeigt die pauschalen Freibeträge bei entsprechend nachgewiesenen Unterhaltspflichten. Zusätzlich geschützte Leistungen wie Kindergeld sind darin noch nicht enthalten. Individuelle gerichtliche Festsetzungen können zu abweichenden Beträgen führen.

Für die erste berücksichtigungsfähige Person erhöht sich der Grundfreibetrag um 597,42 Euro. Für die zweite bis fünfte Person kommen jeweils weitere 332,83 Euro hinzu.

Die erhöhten Beträge gelten jedoch nicht allein deshalb, weil mehrere Menschen in Deinem Haushalt wohnen. Entscheidend ist, ob Du ihnen gesetzlich geschuldeten Unterhalt tatsächlich gewährst oder ob eine andere gesetzlich vorgesehene Voraussetzung für einen Erhöhungsbetrag erfüllt ist.

Auch Personen, für die Du bestimmte Sozialleistungen auf Deinem Konto entgegennimmst, können unter den gesetzlichen Voraussetzungen berücksichtigt werden, obwohl Dir ihnen gegenüber keine eigene gesetzliche Unterhaltspflicht obliegt.

Wichtig: Während der Grundfreibetrag automatisch gilt, musst Du zusätzliche Freibeträge grundsätzlich durch eine geeignete P-Konto-Bescheinigung nachweisen.

Wie funktioniert der Freibetrag auf einem P-Konto?

Ein P-Konto ist ein Girokonto mit einem besonderen gesetzlichen Pfändungsschutz. Sobald eine Kontopfändung vorliegt, muss die Bank zwischen geschütztem und pfändbarem Guthaben unterscheiden. Bis zur Höhe des geltenden Freibetrags kannst Du grundsätzlich weiterhin Geld abheben, Überweisungen tätigen oder andere vertraglich vereinbarte Zahlungsfunktionen nutzen.

Der Schutz bezieht sich auf Kalendermonate. Er wird also nicht für einen Zeitraum von jeweils 30 Tagen ab dem ersten Geldeingang berechnet. Maßgeblich sind die gesetzlichen Regeln für den jeweiligen Monat und die Behandlung von Guthaben, das aus früheren Monaten übertragen wurde.

Beispiel: Dein monatlicher Geldeingang liegt unter dem Freibetrag

Angenommen, Du erhältst monatlich 1.450 Euro Arbeitslohn und hast keine weiteren Einnahmen. Dein P-Konto hat einen Grundfreibetrag von 1.590 Euro. Gehen keine weiteren Beträge ein und besteht kein zusätzliches Guthaben, bleiben die gesamten 1.450 Euro geschützt.

Du kannst das Geld weiterhin für Miete, Lebensmittel, Strom und andere notwendige Ausgaben verwenden. Dass Dein Konto gepfändet wurde, bedeutet in diesem Beispiel nicht, dass automatisch ein Teil Deines Arbeitslohns an den Gläubiger abgeführt wird.

Beispiel: Dein monatlicher Geldeingang liegt über dem Freibetrag

Du erhältst monatlich 1.800 Euro auf Dein P-Konto. Dein Freibetrag beträgt 1.590 Euro und es liegen keine zusätzlichen Bescheinigungen oder individuellen Freigaben vor.

Die Berechnung lautet:

1.800 Euro Geldeingang − 1.590 Euro Freibetrag = 210 Euro.

Du kannst im Rahmen des Grundschutzes über 1.590 Euro verfügen. Die übrigen 210 Euro sind zunächst nicht durch den Grundfreibetrag geschützt.

Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass diese 210 Euro tatsächlich pfändbar bleiben müssen. Handelt es sich beispielsweise um Arbeitslohn, der nach den Vorschriften zur Lohnpfändung nur teilweise gepfändet werden dürfte, kann eine individuelle gerichtliche Freigabe erforderlich sein.

Die Bank darf den Lohnpfändungsfreibetrag nicht einfach eigenständig anhand Deiner Gehaltsabrechnung berechnen und an die Stelle des gesetzlichen P-Konto-Freibetrags setzen.

Beispiel: Mehrere Überweisungen gehen im selben Monat ein

Du erhältst zu Monatsbeginn 1.300 Euro Gehalt. Zwei Wochen später bekommst Du weitere 400 Euro durch eine private Überweisung. Insgesamt wurden Deinem Konto damit 1.700 Euro gutgeschrieben.

Bei einem Grundfreibetrag von 1.590 Euro sind ohne weiteren Schutz zunächst 110 Euro nicht vom monatlichen Grundfreibetrag erfasst.

Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, dass das Geld aus unterschiedlichen Quellen stammt. Neben Arbeitslohn und Sozialleistungen zählen auch private Überweisungen, Bargeldeinzahlungen oder Verkaufserlöse zu den Geldeingängen, die bei der Berechnung berücksichtigt werden können.

Eine wichtige Ausnahme besteht bei gesetzlich zusätzlich geschützten Leistungen. Wird beispielsweise bescheinigtes Kindergeld überwiesen, kann dieser Betrag zusätzlich zum Grundfreibetrag geschützt sein.

Wann kannst Du den P-Konto-Freibetrag erhöhen?

Der gesetzliche Grundfreibetrag berücksichtigt zunächst nur den allgemeinen Basisschutz. In zahlreichen Lebenssituationen wäre dieser Betrag jedoch nicht ausreichend, um sämtliche gesetzlich geschützten Gelder verfügbar zu halten.

Deshalb sieht die Zivilprozessordnung zusätzliche Erhöhungsbeträge und individuelle Freigabemöglichkeiten vor. Dabei kommt es darauf an, aus welchem Grund Dir mehr Geld verbleiben muss und welche Nachweise Du vorlegen kannst.

Höherer Freibetrag wegen Unterhaltspflichten

Wenn Du gesetzlich verpflichtet bist, für ein Kind, Deinen Ehepartner oder eine andere unterhaltsberechtigte Person aufzukommen und tatsächlich Unterhalt gewährst, kannst Du einen erhöhten Freibetrag beanspruchen.

Unterhalt muss nicht ausschließlich durch eine monatliche Geldüberweisung erfolgen. Auch Naturalunterhalt, beispielsweise die Versorgung eines Kindes im eigenen Haushalt, kann eine gesetzliche Unterhaltspflicht erfüllen.

Entscheidend ist, dass die Voraussetzungen nachvollziehbar nachgewiesen werden. Eine gemeinsame Wohnung oder eine freiwillige finanzielle Unterstützung für einen Bekannten begründet dagegen nicht automatisch einen zusätzlichen Freibetrag.

Auch ein außerhalb Deines Haushalts lebendes Kind kann berücksichtigt werden, wenn Du ihm aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung tatsächlich Unterhalt gewährst. Dafür können beispielsweise ein Unterhaltstitel und entsprechende Zahlungsnachweise relevant sein.

Kindergeld zusätzlich zum Grundfreibetrag schützen

Kindergeld gehört zu den Leistungen, die auf einem P-Konto grundsätzlich zusätzlich geschützt werden können. Voraussetzung ist, dass Du gegenüber Deiner Bank nachweist, dass es sich bei dem Geldeingang tatsächlich um Kindergeld handelt.

Erhältst Du beispielsweise einen erhöhten Freibetrag wegen Deiner Unterhaltspflichten und geht zusätzlich Kindergeld auf Deinem Konto ein, kann der bescheinigte Kindergeldbetrag zusätzlich zu Deinem pauschalen Freibetrag geschützt sein.

Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass mit dem erhöhten Freibetrag für unterhaltsberechtigte Personen bereits sämtliche Ansprüche ausgeschöpft sind.

Allerdings gibt es eine gesetzliche Ausnahme: Wird wegen einer Unterhaltsforderung gerade des Kindes gepfändet, für das die Leistung gewährt wird oder bei dem sie berücksichtigt wird, kann der zusätzliche Schutz dieser Kinderleistung eingeschränkt sein.

Sozialleistungen und Leistungen für andere Haushaltsmitglieder

Auch bestimmte Sozialleistungen können einen zusätzlichen Freibetrag begründen. Das betrifft unter anderem gesetzlich geschützte Geldleistungen sowie Leistungen, die Du für weitere Personen einer Bedarfsgemeinschaft oder einer anderen gesetzlich erfassten Gemeinschaft entgegennimmst.

Erhältst Du selbst Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, können diese unter den gesetzlichen Voraussetzungen in dem Umfang geschützt werden, in dem sie den Grundfreibetrag überschreiten.

Daneben kommen besondere Leistungen infrage, deren Unpfändbarkeit ausdrücklich gesetzlich geregelt ist.

Wichtig ist dabei: Nicht jede beliebige Überweisung einer Behörde wird automatisch vollständig und zusätzlich zum Grundfreibetrag geschützt. Maßgeblich sind die Art der Leistung und die jeweils einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen.

Lass Dir deshalb von der auszahlenden Stelle möglichst genau bescheinigen, welche Leistung in welcher Höhe und für welchen Zeitraum gewährt wird.

Wie kannst Du Deinen P-Konto-Freibetrag erhöhen lassen?

Für die meisten gesetzlich vorgesehenen Erhöhungsbeträge benötigst Du eine P-Konto-Bescheinigung. Mit ihr weist Du Deiner Bank nach, dass bestimmte Geldbeträge zusätzlich geschützt werden müssen.

Die Bank ist grundsätzlich nicht verpflichtet, Deine Unterhaltspflichten, Familienverhältnisse oder den rechtlichen Charakter sämtlicher Zahlungseingänge selbst zu ermitteln. Deshalb ist es wichtig, den erforderlichen Nachweis frühzeitig zu beschaffen.

Wo bekommst Du eine P-Konto-Bescheinigung?

Eine Bescheinigung können unter anderem Familienkassen, zuständige Sozialleistungsträger, Arbeitgeber, geeignete Schuldnerberatungsstellen sowie dazu befugte Rechtsanwälte oder Steuerberater ausstellen.

Eine naheliegende Anlaufstelle ist zunächst die Behörde, von der Du eine geschützte Leistung erhältst. Familienkassen und bestimmte Sozialleistungsträger sind gesetzlich verpflichtet, auf Antrag Bescheinigungen über die von ihnen erbrachten einschlägigen Leistungen auszustellen.

Allerdings bescheinigen diese Stellen häufig nur die eigenen Zahlungen. Die Familienkasse kann beispielsweise den Kindergeldbezug bestätigen, ohne gleichzeitig sämtliche Unterhaltspflichten oder weitere Sozialleistungen zu erfassen.

Wenn mehrere unterschiedliche Erhöhungsgründe vorliegen, kann eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle helfen, die Unterlagen zusammenzuführen und eine möglichst vollständige Bescheinigung zu erstellen.

Bei gemeinnützigen Beratungsstellen ist eine Bescheinigung häufig kostenlos erhältlich, allerdings bieten nicht alle Stellen diesen Service ohne vorherige Aufnahme in eine Beratung an. Rechtsanwälte oder andere gewerbliche Anbieter können Gebühren verlangen. Kläre mögliche Kosten deshalb vorab.

Welche Unterlagen benötigst Du?

Welche Nachweise erforderlich sind, hängt von Deinen persönlichen Verhältnissen ab. Häufig werden ein Identitätsnachweis, Angaben zu Deinem P-Konto sowie Unterlagen über die geltend gemachten Erhöhungsgründe benötigt.

Bei Unterhaltspflichten können beispielsweise Geburtsurkunden, Unterhaltstitel oder Zahlungsnachweise relevant sein. Beim Kindergeld kommen Bescheide und Zahlungsnachweise infrage. Für Sozialleistungen sind insbesondere aktuelle Bewilligungsbescheide und gegebenenfalls Kontoauszüge hilfreich.

Wenn Du mehrere unterschiedliche Leistungen erhältst, solltest Du möglichst alle Nachweise zusammenstellen. Eine unvollständige Bescheinigung kann dazu führen, dass Deine Bank zunächst nur einen Teil des tatsächlich möglichen Freibetrags berücksichtigt.

Ab wann muss Deine Bank den höheren Freibetrag berücksichtigen?

Nach § 903 ZPO muss das Kreditinstitut die Angaben einer ordnungsgemäßen Bescheinigung ab dem zweiten auf ihre Vorlage folgenden Geschäftstag berücksichtigen.

Wenn Du die Bescheinigung beispielsweise an einem Montag einreichst und keine Feiertage dazwischenliegen, muss die Bank die Angaben grundsätzlich ab Mittwoch beachten.

Du solltest die Unterlagen dennoch nicht erst kurz vor Monatsende einreichen. Besteht bereits eine Kontopfändung und benötigst Du das Geld dringend für Miete oder Lebensunterhalt, ist eine frühzeitige Vorlage besonders wichtig.

Lass Dir den Eingang der Bescheinigung möglichst bestätigen und kontrolliere anschließend, ob der neue Freibetrag tatsächlich hinterlegt wurde.

Wie lange ist die Bescheinigung gültig?

Eine ausdrücklich befristete Bescheinigung muss die Bank für den angegebenen Zeitraum berücksichtigen. Unbefristete Bescheinigungen muss sie grundsätzlich zwei Jahre lang beachten. Danach darf sie eine neue Bescheinigung verlangen.

Bereits vor Ablauf dieser Zeit ist eine erneute Bescheinigung möglich, wenn tatsächliche Anhaltspunkte bestehen, dass die bisherigen Angaben unrichtig sind oder nicht mehr zutreffen. Die Bank muss Dich mindestens zwei Monate vorher darüber informieren, dass sie eine neue Bescheinigung verlangen will.

Eine jährliche Anpassung der gesetzlichen Freibeträge bedeutet dagegen nicht automatisch, dass Du allein wegen der neuen Beträge jedes Jahr eine neue Bescheinigung beschaffen musst. Bei bereits bestehenden Bescheinigungen sind die gesetzlich angepassten Freibeträge von der Bank entsprechend zu berücksichtigen.

Ändern sich allerdings Deine persönlichen Verhältnisse, solltest Du prüfen, ob eine aktualisierte Bescheinigung erforderlich ist.

Was tun, wenn der Freibetrag trotz Bescheinigung nicht ausreicht?

Nicht jede Situation lässt sich mit dem Grundfreibetrag und den pauschalen Erhöhungsbeträgen vollständig erfassen.

Anzeige/Werbung

Das ist beispielsweise der Fall, wenn bereits eine Lohnpfändung vorliegt, besondere Einkünfte eingehen oder der gesetzlich unpfändbare Teil Deines Einkommens höher ist als der auf Deinem P-Konto eingerichtete Freibetrag.

Dann kommt eine individuelle Festsetzung des geschützten Kontoguthabens infrage.

Individuellen Freibetrag beim Vollstreckungsgericht beantragen

Bei einer gewöhnlichen Kontopfändung durch einen privaten Gläubiger ist grundsätzlich das zuständige Vollstreckungsgericht für die individuelle Freigabe zuständig. Bei einer Pfändung durch eine öffentliche Stelle, beispielsweise ein Finanzamt, kann stattdessen die Vollstreckungsbehörde zuständig sein.

Ausnahmen bei der gesetzlichen Zuständigkeitsverteilung sind möglich. Welche Stelle Deinen Antrag bearbeiten muss, solltest Du deshalb anhand der konkreten Pfändungsunterlagen feststellen.

Für den Antrag musst Du nachvollziehbar darlegen, weshalb Dein bisheriger Freibetrag nicht ausreicht. Geeignete Unterlagen sind beispielsweise Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, Bescheide und der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss.

Das Gericht beziehungsweise die zuständige Stelle prüft anschließend, welcher Betrag nach den einschlägigen Vorschriften zusätzlich geschützt werden muss.

Eine individuelle Freigabe erhältst Du nicht automatisch allein deshalb, weil Deine monatlichen Ausgaben höher sind als Dein Freibetrag. Es muss eine entsprechende rechtliche Grundlage bestehen.

Was gilt bei gleichzeitiger Lohn- und Kontopfändung?

Besonders problematisch kann es werden, wenn Dein Arbeitslohn bereits beim Arbeitgeber gepfändet wird und anschließend auch Dein Bankkonto einer Pfändung unterliegt.

Der Arbeitgeber berechnet bei der Lohnpfändung den pfändbaren Teil Deines Einkommens und überweist Dir grundsätzlich den verbleibenden Betrag. Dieser kann aufgrund der Pfändungstabelle höher ausfallen als der pauschale Freibetrag auf Deinem P-Konto.

Wird anschließend auch das Konto gepfändet, kann ein Teil des bereits um den pfändbaren Lohnanteil verminderten Gehalts zunächst gesperrt werden.

In dieser Situation kannst Du eine individuelle Freigabe des zusätzlich unpfändbaren Arbeitseinkommens beantragen. Eine Gehaltsabrechnung, aus der die bereits erfolgte Lohnpfändung hervorgeht, ist dafür ein wichtiger Nachweis.

Verlasse Dich nicht darauf, dass Arbeitgeber und Bank die unterschiedlichen Pfändungsschutzregelungen automatisch miteinander abstimmen.

Besondere Situation bei selbstständigem Einkommen

Auch Selbstständige können als natürliche Personen ein P-Konto führen. Bei ihnen ist die Berechnung des notwendigen Pfändungsschutzes allerdings häufig komplexer, weil Einnahmen nicht mit dem tatsächlich verfügbaren persönlichen Einkommen gleichzusetzen sind.

Auf dem Konto können beispielsweise Kundenzahlungen eingehen, aus denen zunächst Betriebsausgaben, Steuern oder andere betriebliche Verpflichtungen finanziert werden müssen. Der automatische P-Konto-Grundfreibetrag berücksichtigt diese Besonderheiten nicht ohne Weiteres.

Hier kann ein Antrag auf individuelle Festsetzung des pfändungsfreien Betrags erforderlich sein. Entscheidend sind die gesetzlichen Schutzvorschriften und die konkreten wirtschaftlichen Verhältnisse.

Wenn Du selbstständig tätig bist und eine Kontopfändung droht, ist eine frühzeitige Beratung besonders sinnvoll. Eine unvorbereitete Kontosperrung kann nicht nur Deinen persönlichen Lebensunterhalt, sondern auch den laufenden Geschäftsbetrieb beeinträchtigen.

Was passiert mit nicht verbrauchtem P-Konto-Guthaben?

Du musst Deinen monatlichen Freibetrag nicht vollständig bis zum Monatsende ausgeben. Nicht verbrauchtes geschütztes Guthaben kann grundsätzlich in die nächsten drei Kalendermonate übertragen werden.

Angenommen, Dein Freibetrag beträgt 1.590 Euro und Du hast im September 2026 einen geschützten Guthabenrest von 300 Euro. Dieser Betrag kann zusätzlich zum jeweiligen monatlichen Freibetrag bis einschließlich Dezember 2026 geschützt bleiben, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Dabei gilt das sogenannte First-in-first-out-Prinzip: Wenn Du Geld abhebst oder Überweisungen tätigst, werden Deine Verfügungen rechnerisch zuerst dem ältesten vorhandenen Guthaben zugeordnet. Dadurch wird verhindert, dass ältere geschützte Beträge unnötig lange auf dem Konto stehen bleiben, während neuere Guthaben bereits verbraucht werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Du unbegrenzt Geld auf einem P-Konto ansparen kannst. Wird ein geschützter Guthabenrest auch innerhalb der drei Folgemonate nicht verbraucht, kann sein besonderer Schutz entfallen.

Hinzu kommt, dass die Bank über die monatlich noch verfügbaren geschützten Guthabenbeträge und über Beträge informieren muss, die zum Monatsende ihren Pfändungsschutz verlieren.

Gerade wenn Du für eine größere Anschaffung oder eine notwendige Reparatur Geld zurücklegst, solltest Du diese Informationen regelmäßig kontrollieren.

Was passiert, wenn zwei Gehälter in einem Monat eingehen?

Ein häufiges Problem entsteht durch ungünstige Zahlungstermine. Beispielsweise erhältst Du am Monatsanfang Deinen regulären Lohn und bereits am Monatsende das Gehalt für den nächsten Monat.

Dadurch können innerhalb eines Kalendermonats höhere Geldeingänge entstehen, obwohl sich Dein regelmäßiges Einkommen nicht verändert hat.

Das P-Konto-Recht enthält Regelungen, die verhindern sollen, dass ein ausschließlich durch den Zahlungszeitpunkt entstehender Monatswechsel automatisch zu einem endgültigen Verlust des Pfändungsschutzes führt.

Insbesondere darf die Bank bestimmtes gepfändetes Guthaben nicht sofort an den Gläubiger überweisen. Unter den Voraussetzungen des § 900 ZPO kann im Folgemonat erneut der dortige Freibetrag für das betreffende Guthaben zur Verfügung stehen.

Allerdings hängt die konkrete Behandlung davon ab, wann die Zahlungen eingegangen sind, welcher Freibetrag bereits verbraucht wurde und welche Guthabenbeträge geschützt oder gesperrt sind.

Du solltest deshalb bei ungewöhnlichen Zahlungsterminen nicht allein auf den angezeigten Kontostand vertrauen. Prüfe, welches Guthaben Deine Bank tatsächlich als verfügbar ausweist und welche Beträge gegebenenfalls erst im nächsten Monat freigegeben werden.

Wenn eine fehlerhafte Berechnung dazu führt, dass Du notwendige Zahlungen nicht leisten kannst, solltest Du die Bank umgehend zur Prüfung auffordern und gegebenenfalls Unterstützung durch eine Schuldnerberatungsstelle in Anspruch nehmen.

Welche Besonderheiten gelten bei Nachzahlungen und einmaligen Leistungen?

Nachzahlungen können dazu führen, dass in einem einzelnen Monat deutlich mehr Geld eingeht als üblich. Das betrifft beispielsweise nachträglich ausgezahlte Sozialleistungen, rückwirkend bewilligte Leistungen oder ausstehendes Arbeitsentgelt.

Für solche Fälle enthält § 904 ZPO besondere Schutzvorschriften.

Bei bestimmten Sozialleistungen sind Nachzahlungen unter den gesetzlichen Voraussetzungen zusätzlich geschützt. Für Nachzahlungen anderer laufender Sozialleistungen und von Arbeitseinkommen bestehen differenzierte Regelungen.

Liegt eine entsprechende Nachzahlung bei höchstens 500 Euro, kann sie nach den gesetzlichen Voraussetzungen durch eine Bescheinigung geschützt werden. Bei Nachzahlungen von mehr als 500 Euro ist insbesondere bei Arbeitseinkommen und bestimmten Sozialleistungen regelmäßig eine individuelle Festsetzung erforderlich. Dabei wird geprüft, in welchem Umfang die Zahlung in den Monaten, auf die sie sich bezieht, pfändungsfrei gewesen wäre.

Du solltest eine größere Nachzahlung deshalb möglichst schon vor der Auszahlung mit der zuständigen Beratungsstelle oder Vollstreckungsstelle besprechen.

Wichtig ist außerdem, zwischen verschiedenen einmaligen Zahlungen zu unterscheiden. Eine Nachzahlung, eine gesetzlich ausdrücklich unpfändbare Leistung, eine Steuererstattung und ein privates Geldgeschenk unterliegen nicht automatisch denselben Schutzregeln.

Ein hoher einmaliger Geldeingang ist daher immer ein Anlass, den vorhandenen Freibetrag und mögliche zusätzliche Schutzansprüche rechtzeitig zu prüfen.

Kann der P-Konto-Freibetrag auch niedriger sein?

Die genannten Freibeträge gelten für gewöhnliche Kontopfändungen. Bei bestimmten Forderungen können besondere gesetzliche Regeln zu einem abweichenden Schutz führen.

Das betrifft insbesondere Pfändungen wegen gesetzlicher Unterhaltsansprüche sowie bestimmte Forderungen aus vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen.

In solchen Fällen kann ein vom Vollstreckungsgericht festgesetzter Betrag an die Stelle des gewöhnlichen P-Konto-Freibetrags treten.

Du solltest deshalb den Pfändungsbeschluss sorgfältig prüfen, wenn dort ein besonderer Freibetrag festgelegt wurde. Die Bank darf eine entsprechende gerichtliche Anordnung nicht einfach ignorieren und stattdessen den allgemeinen Grundfreibetrag anwenden.

Wenn dadurch Dein notwendiger Lebensunterhalt gefährdet ist oder die Festsetzung aus Deiner Sicht nicht zutrifft, solltest Du unverzüglich fachkundige Unterstützung suchen. Je nach Sachverhalt kann ein Antrag auf Anpassung des geschützten Betrags möglich sein.

Checkliste

Wenn Dein Konto bereits gepfändet wurde oder eine Kontopfändung unmittelbar bevorsteht, solltest Du Deinen Pfändungsschutz möglichst systematisch überprüfen. Die folgenden Schritte helfen Dir dabei, den richtigen Freibetrag festzustellen und notwendige Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten.

1. Kontrolliere, ob Dein Konto tatsächlich als P-Konto geführt wird

Ein gewöhnliches Girokonto bietet bei einer Kontopfändung nicht automatisch den gesetzlichen P-Konto-Schutz. Prüfe deshalb bei Deiner Bank, ob die Umwandlung bereits erfolgt ist. Falls nicht, verlange die Umwandlung ausdrücklich. Bei einem bereits gepfändeten Konto muss die Bank die Führung als P-Konto zum Beginn des vierten auf Dein Verlangen folgenden Geschäftstages ermöglichen. Für die rückwirkende Schutzwirkung ist insbesondere die gesetzliche Monatsfrist nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank relevant. Beantrage die Umwandlung deshalb möglichst sofort.

2. Ermittle Deinen persönlichen Freibetrag

Prüfe, ob Dir lediglich der Grundfreibetrag von 1.590 Euro zusteht oder weitere gesetzliche Erhöhungsgründe vorliegen. Berücksichtige insbesondere tatsächliche gesetzliche Unterhaltspflichten, Kindergeld, bestimmte Sozialleistungen und geschützte Zahlungen für andere Personen. Vergleiche den ermittelten Betrag mit dem Freibetrag, den Deine Bank aktuell hinterlegt hat. Ein höherer Anspruch hilft Dir praktisch nur dann, wenn die entsprechenden Nachweise vorliegen und berücksichtigt werden.

3. Beschaffe und übermittle die erforderliche Bescheinigung

Wende Dich möglichst frühzeitig an eine geeignete Stelle, beispielsweise die Familienkasse, den zuständigen Sozialleistungsträger oder eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle. Achte darauf, dass sämtliche relevanten Erhöhungsgründe erfasst werden. Übermittle die Bescheinigung anschließend unverzüglich an Deine Bank und dokumentiere den Eingang. Prüfe nach der gesetzlichen Bearbeitungsfrist, ob der erhöhte Freibetrag tatsächlich verfügbar ist.

4. Beantrage bei Bedarf eine individuelle Freigabe

Wenn Dein gesetzlich unpfändbares Einkommen höher ist als der eingerichtete P-Konto-Freibetrag, solltest Du eine individuelle Festsetzung prüfen lassen. Dies gilt insbesondere bei gleichzeitiger Lohn- und Kontopfändung, größeren Nachzahlungen oder besonderen Einkommensverhältnissen. Reiche die erforderlichen Nachweise bei der zuständigen Stelle ein. Bei einer Pfändung durch einen privaten Gläubiger ist das grundsätzlich das Vollstreckungsgericht; bei öffentlichen Forderungen gelten besondere Zuständigkeitsregeln.

5. Überwache Dein verfügbares Guthaben und die Übertragungsfristen

Kontrolliere regelmäßig, welcher Betrag laut Bank noch pfändungsgeschützt verfügbar ist. Achte insbesondere auf ungewöhnliche Geldeingänge, nicht verbrauchtes Guthaben aus früheren Monaten und mögliche Fristen für dessen Übertragung. Wenn Du eine notwendige Mietzahlung oder andere existenzielle Ausgaben wegen einer Sperre nicht leisten kannst, solltest Du sofort mit der Bank und gegebenenfalls einer Beratungsstelle Kontakt aufnehmen. Warte nicht darauf, dass sich die Sperre von selbst erledigt.

Häufige Fragen zum P-Konto-Freibetrag

Beim Pfändungsschutzkonto entstehen häufig zusätzliche Fragen, wenn sich Einkommen, Kontostand oder persönliche Lebensverhältnisse verändern. Die folgenden Antworten erklären wichtige Sonderfälle und helfen Dir dabei, typische Missverständnisse zu vermeiden.

Ist mein gesamtes Geld geschützt, wenn ich weniger als 1.590 Euro verdiene?

Nicht automatisch in jeder denkbaren Kontosituation. Solange bei einer gewöhnlichen Kontopfändung Deine relevanten Geldeingänge und das verfügbare Guthaben innerhalb des geschützten Betrags liegen, kannst Du grundsätzlich über das gesamte Guthaben verfügen. Hast Du allerdings noch Geld aus früheren Monaten auf dem Konto oder erhältst Du zusätzliche Überweisungen, können andere Berechnungen entstehen. Besonders wichtig ist die zeitlich begrenzte Übertragung nicht verbrauchten Guthabens. Prüfe deshalb neben Deinem monatlichen Einkommen auch den tatsächlichen Kontostand und die Angaben Deiner Bank zum verfügbaren pfändungsgeschützten Guthaben.

Wird der P-Konto-Freibetrag automatisch jedes Jahr erhöht?

Der gesetzliche Grundfreibetrag wird entsprechend den gesetzlichen Anpassungen berücksichtigt. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt er 1.590 Euro. Auch die pauschalen Erhöhungsbeträge für berücksichtigungsfähige Unterhaltspflichten wurden angepasst. Bei bestehenden Bescheinigungen müssen Banken die neuen gesetzlichen Beträge grundsätzlich selbst berücksichtigen. Das bedeutet aber nicht, dass eine Änderung Deiner persönlichen Verhältnisse automatisch erkannt wird. Wenn beispielsweise eine weitere Unterhaltspflicht entsteht, benötigst Du regelmäßig einen entsprechenden Nachweis. Kontrolliere deshalb nach gesetzlichen Änderungen und bei Veränderungen Deiner Lebenssituation, ob Dein Freibetrag korrekt hinterlegt ist.

Was passiert, wenn ich bereits vor der Einrichtung des P-Kontos gepfändet wurde?

Du kannst Dein bestehendes Girokonto auch nach einer Kontopfändung noch in ein P-Konto umwandeln. Die Bank muss die Umwandlung zum Beginn des vierten auf Dein Verlangen folgenden Geschäftstages ermöglichen. Erfolgt die Umwandlung innerhalb der gesetzlichen Frist von einem Monat seit Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank, kann der P-Konto-Schutz auch für bereits gepfändetes Guthaben greifen. Da eine verspätete Reaktion zum Verlust von Schutzmöglichkeiten führen kann, solltest Du die Umwandlung unverzüglich verlangen. Ist bereits Geld an den Gläubiger ausgekehrt worden, muss gesondert geprüft werden, welche Möglichkeiten noch bestehen.

Kann ich den Freibetrag auf zwei P-Konten gleichzeitig nutzen?

Nein. Jede natürliche Person darf nur ein einziges P-Konto unterhalten. Bei der Umwandlung musst Du gegenüber Deiner Bank versichern, dass Du kein weiteres P-Konto besitzt. Mehrere gewöhnliche Girokonten dürfen zwar grundsätzlich bestehen, der besondere P-Konto-Schutz kann aber nur für ein Konto eingerichtet werden. Wenn Du die Bank wechseln möchtest, solltest Du darauf achten, dass die P-Konto-Funktion beim bisherigen Kreditinstitut beendet wird, bevor Du ein neues P-Konto einrichtest. Die gesetzlichen Anforderungen an die Beendigung und den Wechsel müssen dabei berücksichtigt werden.

Kann ich ein gemeinsames Konto mit meinem Partner als P-Konto führen?

Ein Gemeinschaftskonto kann nicht als P-Konto geführt werden. Wenn eine Pfändung droht, kann es deshalb sinnvoll sein, rechtzeitig auf getrennte Einzelkonten umzustellen. Wird ein Gemeinschaftskonto bereits gepfändet, bestehen besondere gesetzliche Schutzmöglichkeiten: Innerhalb eines Monats nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen die Übertragung von Guthabenanteilen auf Einzelkonten verlangt werden. Für den gepfändeten Anteil des betroffenen Kontoinhabers muss anschließend der erforderliche P-Konto-Schutz eingerichtet werden. Da hierfür Fristen gelten und mehrere Personen betroffen sein können, solltest Du die notwendigen Schritte unmittelbar mit der Bank klären.

Kann mein P-Konto vollständig vor Pfändungen geschützt werden?

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine zeitlich begrenzte Festsetzung möglich, durch die das Guthaben auf Deinem P-Konto insgesamt vor einer Pfändung geschützt wird. Nach § 907 ZPO kann das Vollstreckungsgericht eine solche Anordnung für bis zu zwölf Monate treffen. Dafür musst Du insbesondere nachweisen, dass in den vergangenen sechs Monaten ganz überwiegend nur unpfändbare Beträge eingegangen sind, und glaubhaft machen, dass dies auch in den kommenden sechs Monaten zu erwarten ist. Außerdem dürfen keine überwiegenden Gläubigerinteressen entgegenstehen. Diese Möglichkeit kann bei dauerhaft niedrigen oder bereits pfändungsbereinigten Einkünften sinnvoll sein.

Was kann ich tun, wenn meine Bank den erhöhten Freibetrag nicht freigibt?

Prüfe zunächst, ob die Bescheinigung vollständig und bei der Bank eingegangen ist. Nach § 903 ZPO muss die Bank deren Angaben ab dem zweiten auf die Vorlage folgenden Geschäftstag berücksichtigen. Ist diese Frist abgelaufen und bleibt der rechtmäßig geschützte Betrag trotzdem gesperrt, solltest Du die Bank schriftlich zur Prüfung und Freigabe auffordern. Wenn sich das Problem nicht kurzfristig lösen lässt, wende Dich an eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle oder einen Rechtsanwalt. Bei dringendem Bedarf kann je nach Sachverhalt auch gerichtlicher Eilrechtsschutz gegen die Bank erforderlich sein.

Muss ich für ein P-Konto höhere Kontoführungsgebühren bezahlen?

Die Umwandlung eines bestehenden Girokontos in ein P-Konto muss kostenlos erfolgen. Auch zusätzliche Gebühren allein für die Führung als Pfändungsschutzkonto sind unzulässig. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein P-Konto grundsätzlich kostenlos geführt werden muss. Die normalen, wirksam vereinbarten Kontoführungsentgelte können weiterhin anfallen. Ein P-Konto darf wegen seiner besonderen Schutzfunktion nicht teurer sein als das entsprechende gewöhnliche Girokonto. Wenn Deine Bank für die Umwandlung, die Bearbeitung einer Pfändung oder die zusätzliche P-Konto-Funktion gesonderte Gebühren verlangt, solltest Du diese Entgelte überprüfen lassen.

Fazit

Der P-Konto-Freibetrag schützt Dein notwendiges Kontoguthaben auch dann, wenn ein Gläubiger eine Kontopfändung veranlasst hat. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der automatische Grundfreibetrag 1.590 Euro pro Kalendermonat. Für viele Betroffene ist dieser Betrag allerdings nur die erste Schutzstufe. Bestehen gesetzliche Unterhaltspflichten, gehen Kindergeld oder bestimmte Sozialleistungen ein oder liegt bereits eine Lohnpfändung vor, können zusätzliche Freibeträge beziehungsweise individuelle Freigaben infrage kommen.

Entscheidend ist, dass Du zwischen dem gesetzlich zustehenden Schutz und dem tatsächlich bei Deiner Bank eingerichteten Freibetrag unterscheidest. Der allgemeine Grundfreibetrag wird auf einem P-Konto automatisch berücksichtigt. Zusätzliche Erhöhungsbeträge müssen dagegen in der Regel durch eine geeignete Bescheinigung nachgewiesen werden. Reichen die pauschalen Freibeträge nicht aus, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine individuelle Festsetzung durch das Vollstreckungsgericht oder die zuständige Vollstreckungsbehörde notwendig sein.

Anzeige/Werbung

Besondere Aufmerksamkeit verdienen größere Nachzahlungen, gleichzeitig bestehende Lohn- und Kontopfändungen sowie ungewöhnliche Zahlungstermine. Auch die Übertragung nicht verbrauchten Guthabens sollte regelmäßig kontrolliert werden. Geschütztes Geld kann grundsätzlich in die nächsten drei Kalendermonate übertragen werden, bleibt aber nicht unbegrenzt vor einer Pfändung geschützt.

Wenn Dein Konto bereits gepfändet wurde, solltest Du zuerst sicherstellen, dass es tatsächlich als P-Konto geführt wird. Prüfe anschließend Deinen persönlichen Freibetrag und reiche fehlende Nachweise möglichst schnell ein. Werden Gelder gesperrt, die Du dringend für Deinen Lebensunterhalt benötigst, kann eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle helfen, die erforderlichen Schritte einzuleiten. So kannst Du Deine gesetzlichen Schutzmöglichkeiten nutzen und verhindern, dass Dir aufgrund eines zu niedrig eingerichteten Freibetrags weniger Geld zur Verfügung steht, als Dir rechtlich zusteht.

Bleib bei deinem Geld auf dem Laufenden

Neue Ratgeber, wichtige Finanzthemen und praktische Tipps von NurGeld.de direkt in dein Postfach.

NurGeld.de Newsletter Anmeldung

Kostenlos. Jederzeit abmeldbar. Kein Spam.

Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

Zu diesem Thema
Weitere Artikel

Vermögensaufbau ab 40 – lohnt sich der Einstieg noch?

Wer mit Anfang 40 noch keine größeren Ersparnisse besitzt,...

Spritpreisdeckel 2027: Neuer Gesetzentwurf zeigt, wann Benzin und Diesel tatsächlich gedeckelt werden

Der für 2027 angekündigte Spritpreisdeckel nimmt erstmals konkrete gesetzliche...

Riester-Mindesteigenbeitrag vor Jahresende prüfen: So sichern Sie sich die volle Förderung

Bei vielen Riester-Verträgen läuft die monatliche Abbuchung über Jahre...