Für Raucher könnte 2027 ein spürbarer Kostensprung bevorstehen. Die Bundesregierung hatte bereits eine stufenweise Erhöhung der Tabaksteuer von 2027 bis 2030 auf den Weg gebracht. Inzwischen wollen CDU/CSU und SPD im parlamentarischen Verfahren jedoch höhere Steuersätze als im ursprünglichen Regierungsentwurf. Nach der derzeit diskutierten Verschärfung könnte der rechnerische Durchschnittspreis einer Packung mit 20 Zigaretten 2027 bei etwa 9,10 Euro liegen. Für 2030 werden rund 11,78 Euro genannt. Wichtig ist dabei: Das sind keine staatlich festgelegten Verkaufspreise. Wie viel eine einzelne Packung tatsächlich kostet, entscheiden weiterhin Hersteller beziehungsweise Einführer. Zudem befindet sich das Gesetzgebungsverfahren noch nicht am Ende.
Tabaksteuer 2027: Was ist aktuell geplant?
Die Bundesregierung hatte am 6. Juli 2026 zunächst einen Gesetzentwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes beschlossen. Vorgesehen sind vier Erhöhungsschritte jeweils zum 1. Januar der Jahre 2027, 2028, 2029 und 2030. Betroffen wären nicht nur klassische Zigaretten, sondern unter anderem auch Feinschnitt, Zigarren und Zigarillos, Pfeifentabak, Wasserpfeifentabak, erhitzter Tabak sowie Substitute für Tabakwaren wie E-Zigaretten-Liquids.
Der ursprüngliche Regierungsentwurf ging bei einer Packung mit 20 Zigaretten von einem gewichteten durchschnittlichen Kleinverkaufspreis von 8,77 Euro im Jahr 2027 aus. Für 2028 wurden 9,56 Euro, für 2029 10,42 Euro und für 2030 11,36 Euro zugrunde gelegt. Zum Vergleich: Ausgangspunkt der Berechnungen war ein durchschnittlicher Preis von rund 8,05 Euro.
Inzwischen steht jedoch eine stärkere Erhöhung im Raum. Gegenstand der öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses am 5. Oktober 2026 war auch ein Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD, der über die Steigerungen des ursprünglichen Regierungsentwurfs hinausgeht. Damit ist für Verbraucher derzeit vor allem eines wichtig: Die häufig genannten 8,77 Euro für 2027 bilden nicht mehr die höchste aktuell diskutierte Belastung ab.
Nach den weitergehenden Planungen könnte sich für eine durchschnittliche 20er-Packung folgende Entwicklung ergeben:
| Jahr | Ursprünglicher Regierungsentwurf | Weitergehende Planung |
|---|---|---|
| 2027 | 8,77 Euro | ca. 9,10 Euro |
| 2028 | 9,56 Euro | ca. 9,91 Euro |
| 2029 | 10,42 Euro | ca. 10,81 Euro |
| 2030 | 11,36 Euro | ca. 11,78 Euro |
Damit würde die zusätzliche Verschärfung den rechnerischen Packungspreis noch einmal um rund 33 bis 42 Cent gegenüber dem ursprünglichen Regierungsentwurf erhöhen. Auch diese Werte sind jedoch Modellrechnungen und keine garantierten Ladenpreise.
Warum Zigaretten stärker verteuert werden sollen
Die geplante Neuregelung hat vor allem finanzpolitische und gesundheitspolitische Hintergründe. Bereits der Regierungsentwurf sieht die Tabaksteuer als eine Maßnahme zur Konsolidierung des Bundeshaushalts. Gleichzeitig soll die höhere Besteuerung dazu beitragen, den Tabakkonsum zu reduzieren.
Durch die ursprünglich geplante Neuregelung erwartete der Bund für 2027 zusätzliche Steuereinnahmen von 756 Millionen Euro. Der inzwischen diskutierte Änderungsantrag geht deutlich darüber hinaus. Nach den Angaben aus dem parlamentarischen Verfahren könnten die Mehreinnahmen 2027 auf rund 1,523 Milliarden Euro steigen. Für die Jahre 2027 bis 2030 werden bei der verschärften Variante insgesamt rund 11,7 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen erwartet.
Für Verbraucher ist allerdings weniger entscheidend, wie hoch die zusätzlichen Staatseinnahmen ausfallen, sondern wie stark die Steuer tatsächlich auf die Verkaufspreise durchschlägt. Das Bundesfinanzministerium geht grundsätzlich davon aus, dass Hersteller beziehungsweise Einführer höhere Tabaksteuern über die Preise an ihre Kunden weitergeben. Eine Verpflichtung, die Modellpreise exakt zu übernehmen, gibt es jedoch nicht.
Wer von der höheren Tabaksteuer betroffen wäre
Die unmittelbar größten Auswirkungen hätten die Änderungen für Menschen, die regelmäßig Zigaretten kaufen. Je höher der tägliche Konsum, desto stärker macht sich bereits eine Preissteigerung von wenigen Zehn-Cent-Beträgen im monatlichen Haushaltsbudget bemerkbar.
Betroffen wären aber nicht nur Zigarettenraucher. Auch die Besteuerung von Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten soll steigen. Hinzu kommen Pfeifentabak, Wasserpfeifentabak, Zigarren und Zigarillos sowie erhitzter Tabak.
Auch Nutzer von E-Zigaretten müssen die Entwicklung beachten. Substitute für Tabakwaren werden bereits besteuert. In der weitergehenden Planung sind für diese Produkte ebenfalls höhere Abgaben vorgesehen.
Damit wäre ein Ausweichen von fertigen Zigaretten auf andere Tabakprodukte nicht automatisch gleichbedeutend mit stabilen Preisen. Die Steuererhöhungen sollen bewusst mehrere Produktgruppen erfassen.
Was die Tabaksteuer 2027 konkret für Ihr Geld bedeuten könnte
Entscheidend wird die Erhöhung vor allem bei regelmäßigem Konsum. Schon vergleichsweise kleine Veränderungen beim Preis einer einzelnen Packung summieren sich über ein ganzes Jahr zu erheblichen Beträgen.
Als Orientierung lässt sich mit dem in den weitergehenden Planungen genannten Durchschnittspreis von rund 9,10 Euro für eine Packung mit 20 Zigaretten im Jahr 2027 rechnen. Verglichen mit dem vom Bundesfinanzministerium bisher als Ausgangswert verwendeten Durchschnittspreis von 8,05 Euro wären das 1,05 Euro mehr je Packung.
Beispielrechnung: Wer durchschnittlich eine Packung pro Tag kauft, würde bei 8,05 Euro rund 2.938 Euro im Jahr ausgeben. Bei 9,10 Euro wären es etwa 3.322 Euro. Die rechnerische Mehrbelastung läge damit bei rund 383 Euro pro Jahr beziehungsweise knapp 32 Euro pro Monat.
Bei einer halben Packung täglich entspräche die zusätzliche Belastung rechnerisch rund 192 Euro im Jahr. Wer zwei Packungen pro Woche kauft, käme auf ungefähr 109 Euro zusätzliche Ausgaben pro Jahr.
Diese Beispiele zeigen allerdings nur die Größenordnung. Der tatsächliche Unterschied hängt von der gekauften Marke, Packungsgröße und der Preispolitik des jeweiligen Herstellers ab.
Bis 2030 könnte die Belastung noch wesentlich größer werden
Besonders deutlich wird die finanzielle Wirkung, wenn nicht nur die erste Erhöhungsstufe betrachtet wird. Die Tabaksteuer soll nach der aktuellen Planung nicht einmalig, sondern in mehreren Schritten steigen.
Sollte der durchschnittliche Preis einer 20er-Packung tatsächlich von rund 8,05 Euro auf 11,78 Euro im Jahr 2030 steigen, entspräche dies einem Plus von 3,73 Euro je Packung beziehungsweise rund 46 Prozent gegenüber dem für die bisherigen Berechnungen verwendeten Ausgangspreis.
Bei einer Packung pro Tag ergäbe sich folgende Beispielrechnung:
Heute bei 8,05 Euro: rund 2.938 Euro im Jahr
2030 bei 11,78 Euro: rund 4.300 Euro im Jahr
Unterschied: rund 1.361 Euro im Jahr beziehungsweise etwa 113 Euro im Monat.
Wer seine laufenden Ausgaben regelmäßig kontrolliert oder ein Haushaltsbudget führt, sollte deshalb nicht nur auf die erste Erhöhung 2027 schauen. Bei unverändertem Konsum können die späteren Steuerstufen wesentlich stärker ins Gewicht fallen.
Auch Drehtabak und E-Zigaretten sollen teurer werden
Die Neuregelung ist bewusst breiter angelegt. Für Feinschnitt sieht die verschärfte Planung beispielsweise ebenfalls deutlich höhere Steuersätze vor. Für 2027 wird in dem Änderungsantrag ein fester Steuerbestandteil von 74,29 Euro je Kilogramm zuzüglich eines wertabhängigen Anteils vorgesehen. Auch in den folgenden Jahren soll die Belastung weiter steigen.
Bei Substituten für Tabakwaren liegt der derzeit geltende Steuersatz seit Anfang 2026 bei 0,32 Euro je Milliliter. Im ursprünglichen Regierungsentwurf waren anschließend schrittweise 0,33 Euro für 2027, 0,34 Euro für 2028, 0,35 Euro für 2029 und 0,36 Euro ab 2030 vorgesehen. In der weitergehenden Planung soll die Belastung bereits 2027 höher ausfallen.
Wie stark sich das am Ende auf eine konkrete Dose Tabak, eine Packung erhitzten Tabaks oder eine Flasche Liquid auswirkt, lässt sich deshalb nicht pauschal mit einem einzigen Betrag beantworten. Auch hier kommt es neben der Steuer auf Packungsgröße, Verkaufspreis und die Preisentscheidung des Herstellers an.
Müssen Raucher jetzt etwas unternehmen?
Aktuell besteht für Verbraucher zunächst kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Die geplanten höheren Steuersätze gelten noch nicht, und insbesondere die zuletzt diskutierte Verschärfung befindet sich noch im parlamentarischen Verfahren.
Von größeren Vorratskäufen allein wegen der angekündigten Steueränderung ist aus finanzieller Sicht nicht automatisch ein Vorteil abzuleiten. Zum einen steht die endgültige Ausgestaltung noch nicht fest. Zum anderen entscheidet sich erst nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens, welche Steuersätze tatsächlich gelten werden und wie Hersteller ihre Verkaufspreise anpassen.
Sinnvoll ist dagegen, die mögliche Mehrbelastung frühzeitig im persönlichen Budget zu berücksichtigen. Wer beispielsweise täglich eine Packung konsumiert, sollte bei einem Preisniveau von rund 9,10 Euro ab 2027 mit monatlichen Ausgaben von etwa 277 Euro rechnen. Bei einem späteren Preis von 11,78 Euro wären es im Monatsdurchschnitt bereits rund 358 Euro.
Gerade bei regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben kann ein Fixkosten- und Budget-Check helfen, sichtbar zu machen, welchen Anteil einzelne Konsumgewohnheiten am monatlich verfügbaren Einkommen haben.
Warum 9,10 Euro noch kein feststehender Zigarettenpreis sind
Bei den derzeit genannten Preisen gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen Steuer und Verkaufspreis. Der Gesetzgeber legt die Tabaksteuersätze fest, nicht jedoch den endgültigen Preis einer Zigarettenpackung im Geschäft.
Hersteller und Einführer bestimmen den Kleinverkaufspreis. Deshalb kann eine Marke künftig beispielsweise mehr oder weniger als die genannten 9,10 Euro kosten. Die Werte dienen vor allem dazu, die erwartete durchschnittliche Preisentwicklung unter den geplanten Steuersätzen abzubilden. Das Bundesfinanzministerium weist selbst darauf hin, dass sich der genaue zukünftige Packungspreis nicht sicher bestimmen lässt.
Für die persönliche Finanzplanung sollten die Beträge deshalb als Orientierung und nicht als garantierter Preis verstanden werden.
Wie geht es mit der Tabaksteuer 2027 jetzt weiter?
Das Gesetz ist noch nicht endgültig beschlossen. Der Bundestag hat den Regierungsentwurf am 24. September 2026 in erster Lesung beraten und anschließend an die Ausschüsse überwiesen. Am 5. Oktober fand im Finanzausschuss eine öffentliche Anhörung statt. Dabei wurde auch die von CDU/CSU und SPD geplante stärkere Erhöhung der Tabaksteuer behandelt.
Damit befindet sich das Vorhaben weiterhin im parlamentarischen Verfahren. Entscheidend sind nun die weiteren Beratungen und Abstimmungen. Erst danach steht fest, welche Steuersätze tatsächlich Gesetz werden.
Der geplante Starttermin bleibt derzeit der 1. Januar 2027. Danach sollen weitere Erhöhungsstufen zum 1. Januar 2028, 1. Januar 2029 und 1. Januar 2030 folgen.
Für Verbraucher ist deshalb vor allem die Unterscheidung wichtig: Eine Erhöhung der Tabaksteuer ab 2027 ist politisch weit fortgeschritten und Bestandteil des laufenden Gesetzgebungsverfahrens. Die konkrete Höhe – insbesondere die zusätzliche Verschärfung gegenüber dem ursprünglichen Regierungsentwurf – ist zum aktuellen Stand jedoch noch nicht endgültig beschlossen.
Fazit
Für Raucher könnte die Tabaksteuer 2027 zu einer spürbaren zusätzlichen Belastung des Haushaltsbudgets werden. Statt der ursprünglich kalkulierten durchschnittlich 8,77 Euro für eine Packung mit 20 Zigaretten steht inzwischen ein Preisniveau von etwa 9,10 Euro im Raum. Bis 2030 könnte der Durchschnittspreis nach der weitergehenden Planung auf rund 11,78 Euro steigen.
Besonders bei täglichem Konsum sind die Auswirkungen erheblich: Verglichen mit einem Ausgangspreis von 8,05 Euro würde eine Packung pro Tag bei 9,10 Euro rechnerisch rund 383 Euro zusätzliche Ausgaben im Jahr bedeuten. Bei 11,78 Euro wären es sogar rund 1.361 Euro mehr.
Noch sind diese Preise jedoch nicht endgültig. Das Gesetzgebungsverfahren läuft, und auch anschließend bestimmen die Hersteller die tatsächlichen Verkaufspreise. Verbraucher müssen deshalb derzeit nichts überstürzen. Für regelmäßige Raucher lohnt es sich aber, die möglichen Mehrkosten schon jetzt in der persönlichen Finanzplanung zu berücksichtigen – denn aus wenigen Euro Mehrkosten pro Woche können über ein Jahr mehrere Hundert Euro zusätzliche Ausgaben werden.