Wer zum ersten Mal einen Börsenkurs betrachtet, sieht vor allem Zahlen: Aktienkurse ändern sich im Sekundentakt, daneben stehen Prozentwerte, Tageshochs, Tagestiefs und Handelsvolumen. Hinter diesen Bewegungen steckt jedoch kein geheimnisvolles System. Der Aktienmarkt ist im Kern ein organisierter Marktplatz, auf dem Käufer und Verkäufer zusammenkommen und Wertpapiere zu Preisen handeln, auf die sich beide Seiten einigen.
Mit einer Aktie kaufst du einen kleinen Anteil an einem Unternehmen. Steigt der Wert dieses Unternehmens aus Sicht des Marktes, kann auch der Aktienkurs steigen. Verschlechtern sich dagegen die Erwartungen, kann der Kurs fallen. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie gut ein Unternehmen heute dasteht, sondern vor allem, was Anleger für die Zukunft erwarten.
Für Anfänger ist deshalb eine Erkenntnis besonders wichtig: Die Börse ist weder ein automatischer Weg zu hohen Gewinnen noch ein Glücksspiel, bei dem Kurse zufällig entstehen. Sie ist ein Markt, auf dem Erwartungen, Unternehmensdaten, Zinsen, wirtschaftliche Entwicklungen und das Verhalten von Millionen Anlegern zusammentreffen. Wer diese Mechanismen versteht, kann Börsenbewegungen deutlich besser einordnen – auch wenn sich einzelne Kurse niemals zuverlässig vorhersagen lassen.
Was ist die Börse eigentlich?
Die Börse ist ein organisierter Handelsplatz für Wertpapiere und andere handelbare Finanzinstrumente. Bei Aktien bringt sie Anleger zusammen, die Aktien kaufen möchten, und Anleger, die ihre Aktien verkaufen wollen. Dieser Handel läuft heute größtenteils elektronisch ab.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Unternehmen und Börse. Wenn du beispielsweise Aktien eines bereits börsennotierten Unternehmens über dein Depot kaufst, fließt dein Kaufpreis normalerweise nicht direkt an dieses Unternehmen. Du kaufst die Aktien in der Regel von einem anderen Marktteilnehmer. Das Unternehmen hat seine Aktien zuvor ausgegeben.
Damit übernimmt die Börse mehrere Aufgaben gleichzeitig: Sie organisiert den Handel, führt Kauf- und Verkaufsaufträge zusammen, sorgt für nachvollziehbare Regeln und ermöglicht die laufende Preisbildung.
Primärmarkt und Sekundärmarkt
Wenn ein Unternehmen erstmals Aktien ausgibt oder neue Aktien emittiert, findet dieser Vorgang am sogenannten Primärmarkt statt. Dabei kann dem Unternehmen tatsächlich neues Kapital zufließen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist ein Börsengang, häufig auch als IPO bezeichnet.
Nach der Ausgabe können diese Aktien zwischen Anlegern weitergehandelt werden. Dieser Handel findet am Sekundärmarkt statt. Genau diesen Markt meinen die meisten Menschen, wenn sie davon sprechen, Aktien „an der Börse“ zu kaufen oder zu verkaufen.
Ein einfaches Beispiel macht den Unterschied deutlich: Gibt ein Unternehmen eine neue Aktie für 50 Euro aus und ein Anleger kauft sie im Rahmen der Emission, fließt das Kapital grundsätzlich in Richtung des Unternehmens beziehungsweise der beteiligten Verkäufer. Verkauft dieser Anleger die Aktie später für 60 Euro an einen anderen Anleger, erhält der Verkäufer die 60 Euro. Das Unternehmen selbst bekommt aus diesem späteren Börsengeschäft kein zusätzliches Geld.
Was besitzt man eigentlich mit einer Aktie?
Eine Aktie verkörpert einen Anteil an einer Aktiengesellschaft. Kaufst du eine Aktie, wirst du damit wirtschaftlich Miteigentümer eines sehr kleinen Teils des Unternehmens.
Wie klein dieser Anteil ist, hängt von der Anzahl der insgesamt ausgegebenen Aktien ab. Hat ein Unternehmen beispielsweise 100 Millionen Aktien ausgegeben und du besitzt zehn davon, gehört dir wirtschaftlich nur ein winziger Bruchteil des Unternehmens. Das Prinzip bleibt trotzdem dasselbe.
Je nach Aktienart können mit dem Aktienbesitz verschiedene Rechte verbunden sein. Dazu können beispielsweise Stimmrechte auf der Hauptversammlung oder Ansprüche auf ausgeschüttete Dividenden gehören.
Eine Dividende ist allerdings keineswegs garantiert. Unternehmen können ihre Gewinne vollständig im Unternehmen behalten, Dividenden erhöhen, reduzieren oder ganz streichen. Auch ein profitables Unternehmen muss deshalb nicht automatisch eine hohe Dividende zahlen.
Wie entsteht ein Aktienkurs?
Der Aktienkurs entsteht aus Kauf- und Verkaufsaufträgen. Anleger geben an, zu welchem Preis sie kaufen oder verkaufen möchten. Treffen passende Aufträge aufeinander, kommt ein Geschäft zustande.
Das lässt sich mit einem stark vereinfachten Beispiel erklären. Angenommen, die derzeit höchsten Kaufangebote für eine Aktie sehen so aus:
| Käufer möchten kaufen | Preis je Aktie |
|---|---|
| 100 Aktien | 49,90 € |
| 200 Aktien | 49,80 € |
| 300 Aktien | 49,70 € |
Gleichzeitig stehen folgende Verkaufsangebote gegenüber:
| Verkäufer möchten verkaufen | Preis je Aktie |
|---|---|
| 150 Aktien | 50,00 € |
| 200 Aktien | 50,10 € |
| 250 Aktien | 50,20 € |
Der beste Käufer bietet momentan 49,90 Euro. Der günstigste Verkäufer verlangt 50,00 Euro. Solange keiner seine Preisvorstellung verändert, kommt zwischen diesen beiden Aufträgen kein Handel zustande.
Gibt nun ein Käufer eine Order auf, mit der er bereit ist, 150 Aktien zu 50,00 Euro zu kaufen, kann das Angebot des Verkäufers ausgeführt werden. Damit ist ein neuer Börsenumsatz zu 50,00 Euro entstanden.
Dieses ständige Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage sorgt dafür, dass sich Aktienkurse laufend verändern.
Geldkurs, Briefkurs und Spread
In einer Ordermaske begegnen dir häufig die Begriffe Geld und Brief beziehungsweise Bid und Ask.
Der Geldkurs bezeichnet vereinfacht den höchsten Preis, den ein Käufer momentan zahlen möchte. Der Briefkurs zeigt den niedrigsten Preis, zu dem jemand verkaufen möchte.
Die Differenz zwischen beiden Preisen nennt sich Spread.
Steht beispielsweise:
Geld: 49,90 Euro
Brief: 50,00 Euro
beträgt der Spread 0,10 Euro beziehungsweise rund 0,2 Prozent des Aktienwertes.
Der Spread ist für Anleger relevant, weil er einen indirekten Handelskostenfaktor darstellt. Kaufst du unmittelbar zum Briefkurs und könntest im selben Moment nur zum Geldkurs verkaufen, würdest du bereits allein durch die Preisdifferenz einen kleinen rechnerischen Verlust haben.
Bei sehr liquiden und häufig gehandelten Aktien sind die Spreads häufig vergleichsweise gering. Bei wenig gehandelten Wertpapieren können sie erheblich größer ausfallen.
Warum steigen und fallen Aktienkurse?
Kurse bewegen sich nicht einfach deshalb, weil ein Unternehmen gerade „gut“ oder „schlecht“ ist. Entscheidend ist, wie sich die Erwartungen der Marktteilnehmer verändern.
Ein Unternehmen kann beispielsweise einen hohen Gewinn melden und die Aktie trotzdem fallen. Das klingt zunächst widersprüchlich. Hat der Markt jedoch einen noch höheren Gewinn erwartet, kann die tatsächliche Zahl enttäuschen.
Umgekehrt kann die Aktie eines Unternehmens steigen, obwohl es momentan Verluste macht. Anleger könnten davon ausgehen, dass sich das Geschäft in den kommenden Jahren stark verbessert.
Zu den Faktoren, die Aktienkurse beeinflussen können, gehören unter anderem:
- Umsatz- und Gewinnentwicklung eines Unternehmens
- Erwartungen an zukünftige Gewinne
- neue Produkte und Geschäftsfelder
- Konkurrenz und Marktanteile
- Zinsentwicklung
- Inflation
- Konjunktur
- politische und regulatorische Entscheidungen
- Übernahmen und Fusionen
- Veränderungen im Management
- Branchenentwicklungen
- Anlegerstimmung und Risikobereitschaft
An der Börse wird deshalb häufig nicht die Gegenwart gehandelt, sondern die erwartete Zukunft.
Erwartungen sind wichtiger als Schlagzeilen
Gerade Anfänger wundern sich häufig darüber, dass scheinbar positive Nachrichten keine steigenden Kurse auslösen. Der Grund liegt darin, dass öffentlich bekannte Informationen oftmals bereits im Aktienkurs berücksichtigt sind.
Angenommen, Anleger erwarten seit Monaten, dass ein Unternehmen seinen Jahresgewinn auf eine Milliarde Euro steigert. Genau diese Erwartung kann bereits zu einem höheren Aktienkurs geführt haben.
Meldet das Unternehmen anschließend tatsächlich eine Milliarde Euro Gewinn, ist das zwar objektiv eine gute Nachricht, aber möglicherweise keine Überraschung mehr. Steigt der Gewinn dagegen nur auf 800 Millionen Euro, kann die Aktie fallen, obwohl das Unternehmen weiterhin profitabel arbeitet.
Eine der wichtigsten Börsenregeln lautet daher: Ein Kurs reagiert häufig auf die Differenz zwischen Erwartung und Realität – nicht allein auf die absolute Nachricht.
Was passiert, wenn du eine Aktie kaufst?
Für den Aktienkauf benötigst du normalerweise ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Das Depot kannst du dir vereinfacht wie ein digitales Lager für deine Wertpapiere vorstellen.
Der eigentliche Kauf läuft typischerweise in mehreren Schritten ab:
- Du zahlst Geld auf das zum Depot gehörende Verrechnungskonto ein.
- Du suchst die gewünschte Aktie.
- Du gibst die gewünschte Stückzahl oder den Investitionsbetrag ein.
- Du wählst gegebenenfalls einen Handelsplatz.
- Du bestimmst den Ordertyp und möglicherweise ein Preislimit.
- Die Order wird an den Handelsplatz weitergegeben.
- Gibt es ein passendes Gegenangebot, wird die Order ausgeführt.
- Die gekauften Aktien erscheinen anschließend in deinem Depot.
Der Broker ist dabei die Verbindung zwischen dir und dem jeweiligen Handelsplatz. Du rufst also nicht selbst an der Börse an und suchst einen Verkäufer.
Market Order oder Limit Order?
Eine der praktisch wichtigsten Entscheidungen beim Börsenkauf betrifft den Ordertyp.
Bei einer Market Order steht die schnelle Ausführung im Vordergrund. Du akzeptierst grundsätzlich den nächsten verfügbaren Marktpreis. Das kann bei sehr liquiden Wertpapieren und normalen Marktbedingungen problemlos funktionieren, birgt aber ein Risiko: Der tatsächlich ausgeführte Preis kann schlechter ausfallen als der Kurs, den du unmittelbar vor dem Absenden der Order gesehen hast.
Eine Limit Order setzt dagegen eine Preisgrenze.
Möchtest du eine Aktie höchstens für 50 Euro kaufen, kannst du beispielsweise ein Kauflimit von 50 Euro setzen. Wird die Aktie nur für 50,20 Euro angeboten, erfolgt zunächst kein Kauf. Fällt ein passendes Verkaufsangebot auf 50 Euro oder darunter, kann deine Order ausgeführt werden.
Beim Verkauf funktioniert das Prinzip umgekehrt: Dein Verkaufslimit legt fest, welchen Mindestpreis du erzielen möchtest.
Für Anfänger können Limits besonders hilfreich sein, weil sie verhindern, dass eine Order aufgrund schneller Marktbewegungen überraschend teuer ausgeführt wird.
Warum Market Orders bei kleinen Aktien problematisch sein können
Stell dir eine wenig gehandelte Aktie vor. Im Orderbuch stehen folgende Verkaufsangebote:
- 5 Aktien zu 20,00 Euro
- 10 Aktien zu 20,50 Euro
- 20 Aktien zu 21,40 Euro
Du möchtest 30 Aktien kaufen und gibst eine unlimitierte Kauforder auf.
Dann könnten zunächst fünf Aktien zu 20 Euro ausgeführt werden, weitere zehn zu 20,50 Euro und die nächsten 15 bereits zu 21,40 Euro. Der durchschnittliche Kaufpreis läge deutlich höher als die zunächst sichtbaren 20 Euro.
Dieses Phänomen wird häufig als Slippage bezeichnet. Je geringer die Liquidität eines Wertpapiers und je größer eine Order im Verhältnis zum vorhandenen Angebot ist, desto stärker kann dieser Effekt ausfallen.
Was bedeutet Liquidität an der Börse?
Liquidität beschreibt vereinfacht, wie gut sich ein Wertpapier kaufen oder verkaufen lässt, ohne den Marktpreis stark zu bewegen.
Bei einer sehr liquiden Aktie gibt es normalerweise viele Käufer und Verkäufer. Dadurch liegen Kauf- und Verkaufspreise häufig relativ nah beieinander, und auch größere Orders können vergleichsweise problemlos ausgeführt werden.
Bei marktengen Aktien sieht es anders aus. Es gibt möglicherweise nur wenige Kauf- und Verkaufsangebote. Dadurch können größere Spreads entstehen und bereits einzelne Orders stärkere Kursbewegungen verursachen.
Für Anfänger ist das deshalb mehr als ein theoretischer Begriff. Zwei Aktien mit jeweils 50 Euro Kurs können völlig unterschiedlich handelbar sein.
Was sind Börsenindizes wie DAX oder MSCI World?
Ein Börsenindex bildet die Entwicklung einer bestimmten Gruppe von Wertpapieren nach festgelegten Regeln ab. Er dient damit als eine Art Messinstrument für einen Markt oder Marktbereich.
Ein Aktienindex kann beispielsweise große Unternehmen eines Landes, Unternehmen einer bestimmten Region oder Aktien aus zahlreichen Industrieländern umfassen.
Der Index selbst ist zunächst nur eine berechnete Kennzahl. Du kannst einen Index nicht einfach wie eine einzelne Aktie kaufen. Finanzprodukte wie Indexfonds und ETFs können jedoch versuchen, seine Entwicklung nachzubilden.
Indizes helfen außerdem bei der Einordnung einzelner Aktien. Steigt eine Aktie an einem Tag um zwei Prozent, sagt diese Zahl allein wenig aus. Ist der Gesamtmarkt gleichzeitig um vier Prozent gestiegen, war die relative Entwicklung der Aktie sogar schwächer als die des Marktes.
Wie breit gestreute Indexfonds funktionieren, erklären wir ausführlicher in unserem Ratgeber zu ETFs für Anfänger.
Wie verdient man mit Aktien Geld?
Bei Aktien gibt es grundsätzlich zwei zentrale mögliche Ertragsquellen: Kursgewinne und Dividenden.
Ein Kursgewinn entsteht, wenn du eine Aktie zu einem höheren Preis verkaufen kannst, als du für sie bezahlt hast.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Du kaufst 20 Aktien für jeweils 50 Euro.
Investition: 1.000 Euro
Nach einigen Jahren steht die Aktie bei 65 Euro.
Depotwert: 1.300 Euro
Unrealisierter Kursgewinn: 300 Euro
Verkaufst du die Aktien zu diesem Preis, wird aus dem Buchgewinn ein realisierter Gewinn. Handelskosten und mögliche Steuern sind in diesem Beispiel noch nicht berücksichtigt.
Zusätzlich könnte das Unternehmen während deiner Haltedauer Dividenden ausgeschüttet haben. Beide Komponenten zusammen bestimmen die tatsächliche Entwicklung deiner Geldanlage.
Kursgewinn ist nicht dasselbe wie Unternehmensgewinn
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, den Gewinn des Unternehmens mit deinem persönlichen Gewinn als Aktionär gleichzusetzen.
Das Unternehmen kann seinen Gewinn steigern, während sein Aktienkurs fällt. Umgekehrt kann eine Aktie steigen, obwohl das Unternehmen momentan kaum Gewinn erwirtschaftet.
Der Börsenkurs spiegelt die Erwartungen der Anleger darüber wider, was das Unternehmen langfristig wert sein könnte. Diese Erwartungen können sich erheblich verändern.
Was bedeutet Marktkapitalisierung?
Der Aktienkurs allein sagt nichts darüber aus, wie groß oder teuer ein Unternehmen insgesamt ist. Eine Aktie für 500 Euro muss nicht „teurer“ sein als eine Aktie für 20 Euro.
Entscheidend ist unter anderem, wie viele Aktien existieren.
Die Marktkapitalisierung berechnet sich vereinfacht so:
Aktienkurs × Anzahl der Aktien = Marktkapitalisierung
Unternehmen A besitzt beispielsweise 10 Millionen Aktien mit einem Kurs von 100 Euro.
Marktkapitalisierung: 1 Milliarde Euro
Unternehmen B besitzt 100 Millionen Aktien mit einem Kurs von 20 Euro.
Marktkapitalisierung: 2 Milliarden Euro
Obwohl die einzelne Aktie von Unternehmen B deutlich günstiger aussieht, bewertet der Aktienmarkt das gesamte Unternehmen in diesem vereinfachten Beispiel doppelt so hoch.
Der nominale Aktienkurs ist deshalb kein geeignetes Kriterium dafür, ob eine Aktie günstig oder teuer bewertet ist.
Warum ein Aktienkurs von 5 Euro nicht automatisch billig ist
Gerade Einsteiger suchen manchmal bewusst nach Aktien mit sehr niedrigen Kursen, weil sie glauben, dort sei besonders viel Potenzial vorhanden.
Das kann ein gefährlicher Denkfehler sein.
Eine Aktie, die von 100 Euro auf 5 Euro gefallen ist, kann weiterhin teuer sein, wenn sich das zugrunde liegende Unternehmen wirtschaftlich massiv verschlechtert hat. Eine Aktie mit einem Kurs von 500 Euro kann dagegen durchaus angemessen bewertet sein.
Die entscheidende Frage lautet nicht:
„Wie viel kostet eine Aktie?“
Sondern:
„Welchen wirtschaftlichen Wert erhält man für diesen Preis?“
Die Beantwortung dieser Frage ist erheblich komplizierter und führt in die Unternehmensbewertung.
Börse und Unternehmen sind nicht dasselbe
Eine Aktie kann sich über Monate oder sogar Jahre anders entwickeln als das zugrunde liegende Unternehmen.
Langfristig hängen Unternehmenswert und Aktienkurs zwar zusammen. Kurzfristig kann die Börse jedoch stark von Erwartungen und Stimmung geprägt werden.
Stell dir ein erfolgreiches Unternehmen vor, dessen Anleger extrem hohe Wachstumsraten erwarten. Selbst gute Geschäftszahlen können dann für fallende Kurse sorgen, wenn sie hinter diesen Erwartungen zurückbleiben.
Bei einem Unternehmen mit sehr niedrigen Erwartungen kann dagegen bereits eine kleine Verbesserung reichen, um den Kurs deutlich steigen zu lassen.
Deshalb reicht es nicht, lediglich „gute Unternehmen“ zu suchen. Auch der Preis, den Anleger für diese Unternehmen bezahlen, spielt eine entscheidende Rolle.
Wie riskant ist die Börse?
Aktien besitzen kein festes Rückzahlungsversprechen. Ihr Wert kann steigen, stagnieren oder erheblich fallen. Im Extremfall kann eine einzelne Aktie nahezu wertlos werden.
Diese Unsicherheit ist einer der Gründe, weshalb Aktien langfristig überhaupt eine höhere Renditechance als sehr sichere Anlagen bieten können. Anleger verlangen für das zusätzliche Risiko eine potenzielle Gegenleistung. Diese höhere Rendite ist jedoch nicht garantiert.
Dabei sollte zwischen verschiedenen Risiken unterschieden werden.
Unternehmensrisiko
Investierst du in eine einzelne Aktie, hängt ein erheblicher Teil deines Ergebnisses vom Erfolg dieses Unternehmens ab.
Managementfehler, neue Konkurrenten, technologische Veränderungen, Schulden oder ein dauerhaft schrumpfendes Geschäftsmodell können die Aktie stark belasten. Bei einer Insolvenz kann im schlimmsten Fall ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals entstehen.
Marktrisiko
Auch wirtschaftlich solide Unternehmen können stark fallen, wenn der gesamte Aktienmarkt unter Druck gerät.
Finanzkrisen, Rezessionen, stark steigende Zinsen oder geopolitische Schocks können große Teile des Marktes gleichzeitig treffen. Dieses allgemeine Marktrisiko lässt sich durch das Halten vieler Aktien nicht vollständig beseitigen.
Schwankungsrisiko
Aktienkurse können erheblich schwanken. Ein Depot kann zwischenzeitlich deutlich weniger wert sein, obwohl sich die langfristige Entwicklung später wieder erholt.
Das wird besonders problematisch, wenn du genau während einer solchen Schwächephase auf das investierte Geld angewiesen bist. Geld, das du in wenigen Monaten sicher benötigst, gehört deshalb normalerweise nicht in stark schwankende Aktienanlagen.
Diversifikation: Warum nicht alles auf eine Aktie setzen?
Niemand weiß zuverlässig, welches Unternehmen in zehn oder zwanzig Jahren besonders erfolgreich sein wird. Genau hier setzt Diversifikation an.
Anstatt das gesamte Kapital in ein einzelnes Unternehmen zu investieren, wird das Geld auf viele Unternehmen, Branchen und möglichst auch verschiedene Regionen verteilt.
Ein einfaches Beispiel zeigt den Unterschied:
| Depot | Verteilung | Auswirkung bei Totalverlust einer Position |
|---|---|---|
| Depot A | 10.000 € in einer Aktie | theoretisch bis zu 10.000 € Verlust |
| Depot B | 10 Aktien à 1.000 € | etwa 1.000 € direkte Belastung |
| Depot C | sehr breit gestreut | einzelne Unternehmenspleite meist deutlich geringerer Einfluss |
Die Tabelle ist stark vereinfacht. Auch ein breit gestreutes Aktienportfolio kann deutlich an Wert verlieren. Diversifikation verhindert keine Börsenkrisen. Sie reduziert vor allem die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen.
Wer sich genauer mit dem Zusammenhang zwischen Schwankung, Verlustrisiko und möglicher Rendite beschäftigen möchte, findet dazu mehr in unserem Ratgeber zu Risiko und Rendite.
Einzelaktien oder breit gestreute ETFs für Anfänger?
Wer die Börse verstehen möchte, muss nicht automatisch einzelne Aktien auswählen. Für den langfristigen Vermögensaufbau greifen viele Anleger stattdessen auf breit gestreute Indexfonds beziehungsweise ETFs zurück.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Verteilung des Risikos.
| Einzelaktien | Breit gestreuter Aktien-ETF |
|---|---|
| Beteiligung an einzelnen Unternehmen | Beteiligung an vielen Unternehmen |
| höhere Abhängigkeit von einzelnen Firmen | Einzelunternehmensrisiko stärker verteilt |
| Unternehmensanalyse besonders wichtig | Auswahl des zugrunde liegenden Index wichtig |
| Chance auf deutliche Überrendite | stärker an der Marktentwicklung orientiert |
| auch erhebliches Risiko einer Fehlentscheidung | weiterhin erhebliches allgemeines Aktienmarktrisiko |
| Portfolio muss selbst diversifiziert werden | Diversifikation kann bereits im Produkt vorhanden sein |
Ein ETF ist dadurch nicht automatisch sicher. Fällt der globale Aktienmarkt stark, kann auch ein weltweit investierender Aktien-ETF erheblich verlieren.
Der entscheidende Vorteil liegt vielmehr darin, dass der Erfolg nicht von einem einzigen Unternehmen abhängt.
Investieren und Trading sind zwei verschiedene Dinge
Der Begriff „Börse“ wird häufig mit kurzfristigem Kaufen und Verkaufen verbunden. Langfristiges Investieren funktioniert jedoch grundlegend anders als Trading.
Ein langfristiger Anleger beteiligt sich beispielsweise an Unternehmen oder an einem breiten Aktienmarkt und hält seine Investments über viele Jahre. Kurzfristige Kursschwankungen werden dabei bewusst akzeptiert.
Trader versuchen dagegen, kurzfristige Kursbewegungen auszunutzen. Positionen können nur Stunden, Minuten oder wenige Tage gehalten werden.
Beide Ansätze sollten nicht miteinander verwechselt werden.
Für Privatanleger bedeutet häufiges Handeln zusätzliche Herausforderungen. Jede Transaktion kann Kosten verursachen, Entscheidungen müssen wiederholt richtig getroffen werden und kurzfristige Marktbewegungen sind äußerst schwer vorherzusagen.
Ein langfristiger Anlagehorizont beseitigt das Aktienrisiko nicht. Er reduziert jedoch den Druck, innerhalb weniger Tage oder Monate einen bestimmten Verkaufskurs erreichen zu müssen.
Welche Kosten entstehen beim Aktienhandel?
Nicht nur die Entwicklung einer Aktie entscheidet über deine Rendite. Auch Kosten beeinflussen das Ergebnis.
Je nach Broker können unter anderem anfallen:
- Ordergebühren
- Handelsplatzentgelte
- Depotgebühren
- Kosten für bestimmte Zusatzleistungen
- indirekte Kosten durch den Spread
Gerade bei kleinen Beträgen können fixe Ordergebühren stark ins Gewicht fallen.
Angenommen, du kaufst Aktien für 100 Euro und bezahlst dafür fünf Euro Transaktionskosten. Dann entsprechen allein diese Kosten bereits fünf Prozent deines Anlagebetrags.
Investierst du dagegen 2.000 Euro bei denselben fünf Euro Kosten, entsprechen sie lediglich 0,25 Prozent.
Das Beispiel zeigt, warum die Kostenstruktur des Brokers und die geplante Ordergröße zusammen betrachtet werden sollten.
Welche Rolle spielen Steuern?
Kursgewinne und Dividenden können steuerliche Folgen haben. Bei einem Depot bei einem deutschen Kreditinstitut werden anfallende Steuern in vielen Standardfällen automatisch berücksichtigt beziehungsweise abgeführt.
Auch Freibeträge, Verlustverrechnung und die persönliche steuerliche Situation können eine Rolle spielen. Gerade bei ausländischen Depots, ausländischen Dividenden oder komplexeren Wertpapieren können zusätzliche Besonderheiten entstehen.
Für die Entscheidung, ob eine Aktie wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte die Steuer allerdings nicht das einzige Kriterium sein. Ein schlechtes Investment wird nicht dadurch gut, dass es steuerlich günstig behandelt wird.
Wie viel Geld braucht man für den Einstieg an der Börse?
Für den Einstieg sind keine fünfstelligen Beträge notwendig. Entscheidend ist vielmehr, dass das investierte Geld langfristig entbehrlich ist und die Kosten im Verhältnis zur Investition vernünftig bleiben.
Mit Sparplänen lassen sich je nach Anbieter bereits relativ kleine Beträge regelmäßig investieren. Das kann beispielsweise für jemanden interessant sein, der jeden Monat 50 oder 100 Euro für einen langfristigen Vermögensaufbau zurücklegen möchte.
Vor der Aktienanlage sollte jedoch die finanzielle Basis stehen. Wer keinen finanziellen Puffer besitzt und bereits eine unerwartete Autoreparatur über den Dispokredit finanzieren müsste, sollte nicht sein gesamtes verfügbares Geld an die Börse bringen.
Eine ausreichende Rücklage schafft die Möglichkeit, Aktien auch während schwacher Börsenphasen zu halten, statt sie aus Geldnot verkaufen zu müssen. Wie groß diese Reserve sinnvollerweise sein kann, erklären wir ausführlicher in unserem Ratgeber zum Notgroschen.
Warum der Anlagehorizont so wichtig ist
Aktienmärkte können über längere Zeiträume schwach laufen. Niemand kann garantieren, dass ein Depot genau dann im Plus steht, wenn du das Geld benötigst.
Stell dir vor, du möchtest in zwei Jahren eine Immobilie kaufen und hast 30.000 Euro Eigenkapital angespart. Investierst du das gesamte Geld in Aktien und der Markt fällt unmittelbar vor dem Immobilienkauf deutlich, entsteht ein reales Problem.
Anders sieht die Situation bei Geld aus, das voraussichtlich über viele Jahre oder Jahrzehnte nicht benötigt wird. Du hast dann mehr Zeit, schwache Marktphasen auszusitzen.
Ein langer Anlagehorizont ist allerdings keine Garantie für Gewinne. Er schafft lediglich bessere Voraussetzungen dafür, kurzfristige Schwankungen nicht durch einen ungünstigen Verkaufszeitpunkt realisieren zu müssen.
Sieben typische Börsenfehler von Anfängern
Viele Probleme an der Börse entstehen nicht dadurch, dass Anleger zu wenig komplizierte Finanztheorie kennen. Häufig liegen die Ursachen in einfachen Verhaltensfehlern.
1. Nur wegen eines steigenden Kurses kaufen
Eine Aktie ist nicht automatisch attraktiv, weil sie zuletzt stark gestiegen ist. Wer ausschließlich vergangenen Kursentwicklungen hinterherläuft, riskiert, nach einer bereits sehr starken Bewegung einzusteigen.
Wichtiger ist die Frage, warum die Aktie gestiegen ist und welche Erwartungen mittlerweile im Preis enthalten sein könnten.
2. Das gesamte Geld in eine Aktie investieren
Eine einzelne Erfolgsgeschichte kann beeindruckende Renditen liefern. Eine einzelne Fehlentscheidung kann jedoch ebenso einen erheblichen Teil des Vermögens vernichten.
Diversifikation ist deshalb keine Garantie gegen Verluste, sondern eine Form des Risikomanagements.
3. Den Notgroschen investieren
Geld, das kurzfristig benötigt werden könnte, sollte nicht davon abhängen, ob der Aktienmarkt gerade gut oder schlecht läuft.
Wer gezwungen ist, in einem Börsentief zu verkaufen, verliert die Möglichkeit, auf eine mögliche Erholung zu warten.
4. Aktien mit niedrigen Kursen für billig halten
Eine 5-Euro-Aktie ist nicht automatisch günstiger bewertet als eine 500-Euro-Aktie.
Entscheidend sind Unternehmenswert, Geschäftsentwicklung, Aktienanzahl, Gewinne, Schulden und die Erwartungen des Marktes.
5. Ohne Limit illiquide Aktien kaufen
Bei marktengen Aktien kann eine unlimitierte Order deutlich schlechter ausgeführt werden als erwartet.
Gerade bei kleineren Unternehmen und großen Spreads lohnt es sich, Orderbuch und Preislimit besonders aufmerksam zu prüfen.
6. Ständig kaufen und verkaufen
Häufiges Handeln verursacht nicht nur mögliche Transaktionskosten. Es schafft auch ständig neue Situationen, in denen eine Entscheidung falsch ausfallen kann.
Wer wegen jeder Nachricht seine Strategie ändert, besitzt am Ende häufig gar keine Strategie mehr.
7. Schwankungen mit dauerhaftem Verlust verwechseln
Ein zwischenzeitlicher Kursrückgang und ein dauerhafter Kapitalverlust sind nicht dasselbe.
Ein breit gestreuter Aktienmarkt kann vorübergehend stark fallen. Bei einem dauerhaft gescheiterten Einzelunternehmen kann dagegen ein großer Teil des Verlustes endgültig sein.
Diese Unterscheidung hilft, Risiken realistischer einzuschätzen.
Checkliste: Bevor du erstmals Geld an der Börse investierst
Ein Börseninvestment sollte nicht mit der Auswahl einer vermeintlich spannenden Aktie beginnen. Sinnvoller ist es, zunächst die eigene finanzielle Ausgangslage und das Anlageziel zu klären.
- Sorge zuerst für eine ausreichende finanzielle Reserve.
- Investiere kein Geld, das du kurzfristig sicher benötigst.
- Definiere deinen Anlagehorizont.
- Entscheide, wie viel Schwankung du finanziell und emotional aushalten kannst.
- Verstehe das Wertpapier, bevor du es kaufst.
- Prüfe Kosten und Spread.
- Achte auf ausreichende Diversifikation.
- Nutze Preislimits, wenn eine unlimitierte Order unerwünschte Ausführungspreise verursachen könnte.
- Entwickle eine Strategie, bevor die erste größere Börsenkorrektur kommt.
- Überprüfe regelmäßig deine Vermögensaufteilung, ohne auf jede kurzfristige Marktbewegung zu reagieren.
Eine gute Anlagestrategie beantwortet damit nicht nur die Frage, was du kaufen möchtest. Sie legt auch fest, warum du investierst, wie lange das Geld angelegt bleiben soll und wie du dich in schlechten Börsenphasen verhalten möchtest.
Was Anfänger an der Börse wirklich lernen sollten
Börsenwissen besteht nicht darin, möglichst viele Fachbegriffe auswendig zu kennen. Viel wichtiger ist es, einige grundlegende Zusammenhänge zu verstehen.
Aktien sind Unternehmensanteile. Kurse entstehen durch Angebot und Nachfrage. Anleger handeln Erwartungen über die Zukunft. Höhere Renditechancen gehen mit Risiken einher. Einzelunternehmen können scheitern. Diversifikation verteilt Risiken. Kosten reduzieren die Rendite. Und kurzfristige Kursbewegungen sind kaum zuverlässig vorhersehbar.
Wer diese Prinzipien verstanden hat, besitzt bereits eine deutlich bessere Grundlage als jemand, der lediglich versucht, den nächsten vermeintlichen Geheimtipp zu finden.
Der nächste Schritt besteht deshalb nicht unbedingt darin, sofort Aktien zu kaufen. Sinnvoller kann es sein, zuerst eine persönliche Anlagestrategie festzulegen: Welches Ziel soll das Geld erfüllen? Wie lange kann es investiert bleiben? Welche Verluste würdest du aushalten, ohne deine gesamte Strategie infrage zu stellen?
Fazit: Die Börse wird verständlicher, sobald man den Marktmechanismus kennt
Die Börse ist im Kern ein organisierter Marktplatz. Käufer und Verkäufer geben ihre Aufträge ab, passende Orders werden zusammengeführt und daraus entstehen fortlaufend neue Preise. Aktienkurse spiegeln dabei nicht nur die aktuelle wirtschaftliche Situation eines Unternehmens wider, sondern vor allem die Erwartungen der Marktteilnehmer an seine Zukunft.
Für Einsteiger ist deshalb weniger entscheidend, jede Kursbewegung erklären zu können. Wesentlich wichtiger sind die Grundlagen: Aktien bedeuten Unternehmensbeteiligung, Renditechancen gehen mit Verlustrisiken einher, einzelne Unternehmen können scheitern und eine breite Streuung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Aktien.
Wer mit langfristig verfügbarem Geld investiert, Kosten im Blick behält und vor dem ersten Kauf eine klare Strategie entwickelt, schafft eine wesentlich stabilere Grundlage als jemand, der Kursen oder Börsentipps hinterherläuft. Börsenerfolg beginnt deshalb nicht mit der Suche nach der perfekten Aktie, sondern mit dem Verständnis dafür, welches Risiko man eingeht und warum.
Häufige Fragen zu Börse und Aktienmarkt
Wer erstmals ein Depot eröffnet, stößt schnell auf Begriffe und Abläufe, die zunächst komplizierter wirken, als sie tatsächlich sind. Die wichtigsten Fragen lassen sich jedoch auf einige grundlegende Mechanismen zurückführen.
Kann man an der Börse sein gesamtes Geld verlieren?
Bei einer einzelnen Aktie ist im Extremfall ein nahezu vollständiger Verlust möglich, beispielsweise wenn das Unternehmen insolvent wird. Bei einem breit diversifizierten Portfolio ist ein vollständiger Verlust wesentlich unwahrscheinlicher, starke zwischenzeitliche Rückgänge bleiben aber möglich.
Wer bestimmt den Preis einer Aktie?
Es gibt keine einzelne Person, die den Aktienkurs festlegt. Der Preis entsteht aus den Kauf- und Verkaufsaufträgen der Marktteilnehmer. Treffen passende Angebote aufeinander, kommt ein Handel und damit ein neuer Börsenpreis zustande.
Warum verändert sich ein Aktienkurs ständig?
Während der Handelszeiten ändern Anleger laufend ihre Kauf- und Verkaufsaufträge. Neue Unternehmensdaten, wirtschaftliche Entwicklungen oder veränderte Erwartungen beeinflussen, welche Preise Marktteilnehmer akzeptieren.
Braucht man viel Geld, um mit Aktien anzufangen?
Nein. Je nach Broker können Aktien oder Wertpapiersparpläne bereits mit relativ kleinen Beträgen genutzt werden. Entscheidend ist weniger der Startbetrag als eine solide finanzielle Basis, eine ausreichende Rücklage und ein sinnvoller Anlagehorizont.
Ist die Börse Glücksspiel?
Aktienkurse sind kurzfristig schwer vorhersehbar, Aktien selbst sind jedoch Beteiligungen an realen Unternehmen. Langfristiges, breit diversifiziertes Investieren unterscheidet sich deshalb grundlegend von einem Glücksspiel mit festgelegten Gewinnwahrscheinlichkeiten. Spekulatives kurzfristiges Trading kann dagegen deutlich stärker von schwer vorhersehbaren Kursbewegungen abhängen.
Was passiert mit meinem Geld, wenn ich eine Aktie kaufe?
Beim normalen Börsenhandel kaufst du die Aktie typischerweise von einem anderen Marktteilnehmer. Dein Geld geht daher nicht automatisch an das Unternehmen. Direktes Kapital kann dem Unternehmen insbesondere bei der Ausgabe neuer Aktien zufließen.
Warum fallen Aktien trotz guter Unternehmenszahlen?
Börsenkurse reagieren stark auf Erwartungen. Hat der Markt noch bessere Zahlen erwartet, können objektiv gute Ergebnisse trotzdem enttäuschen und zu fallenden Kursen führen.
Sind ETFs für Anfänger besser als Einzelaktien?
Das hängt vom Anlageziel ab. Breit gestreute Aktien-ETFs können das Risiko einzelner Unternehmen erheblich reduzieren und erleichtern die Diversifikation. Sie beseitigen jedoch nicht das allgemeine Risiko des Aktienmarktes und können ebenfalls deutlich an Wert verlieren.