Was passiert bei einem Börsencrash mit ETFs?

Wenn die Aktienmärkte einbrechen, verlieren auch viele ETFs erheblich an Wert. Was dabei mit deinem investierten Geld geschieht, welche Risiken tatsächlich bestehen und wann Handeln sinnvoll sein kann.

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Ein Börsencrash kann innerhalb weniger Tage oder Wochen einen erheblichen Teil des aufgebauten Depotvermögens vernichten. Wer beispielsweise 30.000 Euro in einen Aktien-ETF investiert hat und plötzlich nur noch 21.000 Euro im Depot sieht, steht vor einer schwierigen Frage: Ist das Geld tatsächlich verloren oder handelt es sich lediglich um einen vorübergehenden Kursrückgang? Hinzu kommt die Unsicherheit, ob der ETF überhaupt weiter funktioniert, wenn immer mehr Anleger ihre Anteile verkaufen.

Bei einem Börsencrash verlieren Aktien-ETFs grundsätzlich an Wert, wenn die von ihnen abgebildeten Aktienmärkte einbrechen. Die ETF-Anteile verschwinden dadurch jedoch nicht. Sie bleiben im Depot und repräsentieren weiterhin eine Beteiligung am Fondsvermögen. Wie hoch der Verlust ausfällt, hängt insbesondere von den enthaltenen Wertpapieren, der Marktentwicklung und der jeweiligen Anlagestrategie ab.

Ein breit gestreuter Welt-ETF kann während einer schweren Börsenkrise durchaus 30, 40 oder sogar 50 Prozent seines Wertes verlieren. Solche Rückgänge hat es in der Vergangenheit bereits gegeben. Eine spätere Erholung ist möglich, aber weder ihr Zeitpunkt noch ihr Ausmaß sind garantiert. Deshalb entscheidet nicht allein die Qualität des ETFs darüber, ob Anleger eine Krise finanziell verkraften. Mindestens ebenso wichtig sind der Anlagehorizont, die verfügbaren Rücklagen und der Zeitpunkt, zu dem das investierte Geld wieder benötigt wird.

Warum verlieren ETFs bei einem Börsencrash an Wert?

Ein ETF ist zunächst ein Investmentfonds, dessen Anteile an der Börse gehandelt werden. Viele ETFs verfolgen eine passive Anlagestrategie und bilden einen bestimmten Index nach. Ein ETF auf den MSCI World orientiert sich beispielsweise an der Wertentwicklung zahlreicher Unternehmen aus Industrieländern. Ein DAX-ETF folgt dagegen der Entwicklung des deutschen Aktienindex.

Fallen die Aktienkurse der enthaltenen Unternehmen, sinkt auch der Wert des entsprechenden Aktien-ETFs. Er ist kein eigenständiger Schutzmechanismus gegen fallende Kurse, sondern ermöglicht Anlegern, an der Entwicklung eines bestimmten Marktes teilzunehmen. Diese Beteiligung funktioniert in beide Richtungen: Steigende Aktienkurse können den Fondswert erhöhen, fallende Aktienkurse reduzieren ihn.

Verliert ein Aktienindex innerhalb einer Börsenkrise beispielsweise 40 Prozent, wird ein ETF, der dessen Wertentwicklung abbildet, grundsätzlich ebenfalls einen erheblichen Verlust in dieser Größenordnung verzeichnen. Die tatsächliche Wertentwicklung kann unter anderem durch Fondskosten, Ausschüttungen, die Indexnachbildung und Wechselkurse abweichen. Außerdem muss beim Vergleich zwischen einem Kursindex und einem ETF berücksichtigt werden, ob Dividenden in der jeweiligen Berechnung enthalten sind.

Bei einem herkömmlichen passiven Aktien-ETF greift das Fondsmanagement nicht automatisch ein, sobald die Märkte fallen. Es verkauft also nicht grundsätzlich sämtliche Aktien, um einen weiteren Verlust zu verhindern. Seine Aufgabe besteht vielmehr darin, die vorgegebene Anlagestrategie umzusetzen und die Entwicklung des zugrunde liegenden Index möglichst genau nachzubilden.

Darin liegt ein wesentlicher Unterschied zu einer Anlage, bei der jemand aktiv versucht, die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu finden. Ein klassischer Index-ETF verspricht weder Schutz vor einem Crash noch eine bessere Wertentwicklung als der Markt.

Wie viel Geld kannst du bei einem ETF-Crash verlieren?

Die möglichen Verluste werden häufig unterschätzt, weil Prozentangaben zunächst abstrakt wirken. Ein Rückgang von 20 Prozent erscheint möglicherweise überschaubar. Bei einem größeren Depot können daraus jedoch schnell mehrere Tausend Euro werden.

Angenommen, du besitzt einen Aktien-ETF im Wert von 20.000 Euro. Je nachdem, wie stark die Märkte einbrechen, ergeben sich folgende Entwicklungen.

Kursverlust Neuer Depotwert Wertverlust
10 % 18.000 € 2.000 €
20 % 16.000 € 4.000 €
30 % 14.000 € 6.000 €
40 % 12.000 € 8.000 €
50 % 10.000 € 10.000 €

Die Tabelle zeigt eine vereinfachte Modellrechnung ohne zusätzliche Einzahlungen, Entnahmen oder Steuereffekte. Sie macht deutlich, dass selbst ein breit gestreuter Aktien-ETF erhebliche zwischenzeitliche Verluste verursachen kann.

Ein Verlust von 50 Prozent bedeutet bei einem ursprünglich 20.000 Euro großen Depot, dass das verbleibende Vermögen nur noch 10.000 Euro beträgt. Anleger besitzen weiterhin ihre ETF-Anteile, allerdings mit einem deutlich niedrigeren Marktwert.

Besonders problematisch wird eine solche Entwicklung, wenn das investierte Geld kurzfristig benötigt wird. Wer beispielsweise in wenigen Monaten eine Immobilie kaufen möchte und das dafür vorgesehene Eigenkapital vollständig in Aktien-ETFs angelegt hat, kann durch einen Crash in erhebliche Schwierigkeiten geraten.

Bei einem langfristigen Vermögensaufbau ist die Situation anders. Wer auf das Geld über viele Jahre nicht angewiesen ist, verfügt grundsätzlich über mehr zeitlichen Spielraum, um mögliche Kurserholungen abzuwarten. Eine Garantie, dass der ursprüngliche Wert rechtzeitig wieder erreicht wird, besteht allerdings auch bei langen Anlagezeiträumen nicht.

Warum ein Verlust von 50 Prozent einen Gewinn von 100 Prozent erfordert

Ein besonders häufiges Missverständnis betrifft die notwendige Erholung nach einem starken Kursrückgang. Viele Anleger gehen intuitiv davon aus, dass nach einem Verlust von 50 Prozent auch ein anschließender Gewinn von 50 Prozent ausreichen müsste, um wieder beim ursprünglichen Depotwert anzukommen.

Tatsächlich ist die Berechnungsgrundlage nach dem Verlust wesentlich kleiner.

Fällt ein ETF von 10.000 Euro auf 5.000 Euro, beträgt der Verlust 50 Prozent. Steigt der verbleibende Betrag anschließend um 50 Prozent, erhöht sich das Vermögen lediglich auf 7.500 Euro. Um wieder 10.000 Euro zu erreichen, muss sich der Wert von 5.000 Euro vollständig verdoppeln.

Je größer der Einbruch, desto höher fällt deshalb die anschließend erforderliche prozentuale Erholung aus.

Vorheriger Verlust Erforderlicher Gewinn
10 % 11,1 %
20 % 25,0 %
30 % 42,9 %
40 % 66,7 %
50 % 100,0 %

Die Berechnung berücksichtigt ausschließlich die Kursentwicklung. Kosten, Steuern und Inflation bleiben außen vor.

Gerade bei schweren Börsencrashs erklärt dieser mathematische Zusammenhang, warum eine vollständige Erholung trotz zwischenzeitlich kräftiger Kursgewinne mehrere Jahre dauern kann.

Ist das Geld bei einem ETF-Crash wirklich verloren?

Hier muss zwischen einem Kursverlust und einem durch Verkauf realisierten Verlust unterschieden werden.

Sinkt der Marktwert deines ETF-Depots von 10.000 Euro auf 6.000 Euro, beträgt dein aktueller Vermögensverlust 4.000 Euro. Dies ist eine tatsächliche Verringerung des gegenwärtigen Depotwertes und nicht nur eine bedeutungslose Zahl auf dem Bildschirm.

Solange du die Anteile behältst, ist allerdings noch offen, welchen Verkaufserlös du später tatsächlich erzielen wirst. Steigen die Kurse anschließend ausreichend, kann sich der Depotwert wieder erholen. Fallen sie weiter, kann sich der Verlust vergrößern.

Verkaufst du sämtliche Anteile für 6.000 Euro, nachdem du ursprünglich 10.000 Euro investiert hast, realisierst du einen Verlust von 4.000 Euro. Eine spätere Erholung dieses ETFs kommt dir mit den verkauften Anteilen dann nicht mehr zugute.

Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Verkauf während eines Crashs automatisch falsch wäre. Wer das Geld dringend benötigt, seine finanziellen Risiken reduzieren muss oder feststellt, dass die ursprüngliche Anlage nicht mehr zu den eigenen Zielen passt, kann nachvollziehbare Gründe für einen Verkauf haben.

Entscheidend ist, ob die Entscheidung auf der persönlichen finanziellen Situation beruht oder ausschließlich aus der Angst vor weiteren Verlusten entsteht.

Kann ein ETF bei einem Börsencrash vollständig wertlos werden?

Ein Totalverlust ist bei einem gewöhnlichen, breit gestreuten Aktien-ETF theoretisch möglich, aber wesentlich anders einzuordnen als bei einer einzelnen Aktie.

Wenn ein Unternehmen insolvent wird und die Aktionäre im Insolvenzverfahren leer ausgehen, kann dessen Aktie vollständig wertlos werden. Ein weltweit gestreuter Aktien-ETF enthält dagegen Beteiligungen an zahlreichen Unternehmen. Selbst wenn einzelne Firmen vollständig ausfallen, verbleiben die anderen Positionen im Fonds.

Damit ein breit diversifizierter Aktien-ETF allein durch den Zusammenbruch seiner Aktienpositionen praktisch wertlos wird, müssten nahezu sämtliche enthaltenen Unternehmensbeteiligungen ihren Wert verlieren. Das wäre ein außerordentliches Extremszenario.

Allerdings ist nicht jeder ETF breit gestreut. Ein Fonds, der ausschließlich in eine kleine Branche, ein einzelnes Land oder einen eng abgegrenzten Themenbereich investiert, kann wesentlich stärkere Verluste erleiden. Gehebelte ETFs besitzen zusätzliche Risiken und können durch starke Kursbewegungen besonders hohe Wertverluste verzeichnen.

Die Bezeichnung ETF allein sagt deshalb wenig darüber aus, wie sicher oder riskant eine konkrete Anlage ist. Maßgeblich sind die enthaltenen Vermögenswerte und die Funktionsweise des jeweiligen Produkts.

Was passiert, wenn der ETF-Anbieter insolvent wird?

Eine Insolvenz der Fondsgesellschaft ist etwas anderes als ein Börsencrash.

Bei regulären Investmentfonds wie klassischen UCITS-ETFs wird das Fondsvermögen rechtlich getrennt vom eigenen Vermögen der Fondsgesellschaft verwaltet. Dieses Prinzip wird als Sondervermögen beziehungsweise rechtlich getrenntes Investmentvermögen bezeichnet.

Gerät die Fondsgesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten, gehört das Fondsvermögen grundsätzlich nicht zu ihrem eigenen Insolvenzvermögen. Je nach Situation kann die Verwaltung auf eine andere Gesellschaft übertragen oder der Fonds abgewickelt werden.

Auch eine Insolvenz des Depotanbieters führt grundsätzlich nicht dazu, dass die verwahrten ETF-Anteile einfach zur Insolvenzmasse des Brokers gehören. Es können allerdings vorübergehende Einschränkungen beim Zugriff oder bei der Übertragung der Wertpapiere entstehen.

Wichtig: Der Schutz des Fondsvermögens vor einer Insolvenz ist kein Schutz vor Kursverlusten. Fallen die enthaltenen Aktien um 40 Prozent, verhindert der Status als Sondervermögen diesen Verlust nicht.

Außerdem gelten für andere börsengehandelte Produkte wie bestimmte ETCs und ETNs andere rechtliche Strukturen. Sie können Schuldverschreibungen sein und zusätzliche Emittentenrisiken enthalten. Die genaue Produktart sollte deshalb nicht allein anhand der Tatsache beurteilt werden, dass ein Wertpapier an der Börse gehandelt wird.

Können ETFs während eines Börsencrashs nicht mehr gehandelt werden?

ETFs gelten grundsätzlich als gut handelbar, insbesondere wenn sie große und liquide Märkte abbilden. In außergewöhnlichen Marktphasen kann der Handel allerdings schwieriger werden.

Bei heftigen Kursschwankungen können Börsen den Handel vorübergehend unterbrechen. Solche Maßnahmen dienen unter anderem dazu, eine geordnete Preisbildung zu ermöglichen. Auch technische Probleme, fehlende verlässliche Preise für die zugrunde liegenden Wertpapiere oder außergewöhnliche Marktstörungen können den Handel beeinträchtigen.

Eine Handelsunterbrechung bedeutet nicht, dass deine ETF-Anteile verschwunden sind. Sie kann jedoch verhindern, dass du zu einem bestimmten Zeitpunkt sofort kaufen oder verkaufen kannst.

Ein weiteres Problem sind die sogenannten Geld-Brief-Spannen. Darunter versteht man die Differenz zwischen dem höchsten aktuellen Kaufgebot und dem niedrigsten Verkaufsangebot. Während ruhiger Handelsphasen ist diese Differenz bei liquiden ETFs häufig relativ gering. In einer schweren Börsenkrise kann sie deutlich größer werden.

Angenommen, ein ETF wird mit einem Geldkurs von 58 Euro und einem Briefkurs von 60 Euro gehandelt. Wer sofort verkauft, kann möglicherweise nur 58 Euro erzielen, während ein sofortiger Kauf 60 Euro kostet. Die Differenz beträgt zwei Euro je Anteil.

Bei 100 ETF-Anteilen entspricht dieser Abstand bereits 200 Euro. Die Zahlen sind ein bewusst vereinfachtes Beispiel und stellen keine typische Handelsspanne dar.

Warum der Börsenkurs zeitweise vom tatsächlichen Fondswert abweichen kann

Für einen ETF lässt sich ein Nettoinventarwert berechnen. Dieser beschreibt vereinfacht den Wert des Fondsvermögens abzüglich seiner Verbindlichkeiten, geteilt durch die Anzahl der Fondsanteile.

Der tatsächliche Börsenkurs entsteht dagegen durch Kauf- und Verkaufsangebote am Handelsplatz. Er kann deshalb oberhalb oder unterhalb des berechneten Nettoinventarwertes liegen.

Normalerweise tragen spezialisierte Marktteilnehmer und der Mechanismus zur Schaffung und Rückgabe von ETF-Anteilen dazu bei, größere Preisabweichungen zu begrenzen. Während extremer Marktphasen können solche Abweichungen trotzdem zunehmen.

Besonders schwierig kann die Preisbildung werden, wenn die zugrunde liegenden Märkte geschlossen sind oder einzelne Wertpapiere kaum gehandelt werden. Ein ETF auf ausländische Aktien kann beispielsweise in Deutschland gehandelt werden, während die Heimatbörse eines wesentlichen Teils seiner Aktien noch geschlossen ist. Der ETF-Preis berücksichtigt dann auch Erwartungen darüber, wie sich diese Aktien beim nächsten Handelsbeginn entwickeln könnten.

Für Privatanleger hat das eine praktische Konsequenz: Wer während eines Crashs unbedingt handeln muss, sollte nicht ausschließlich auf den zuletzt angezeigten Kurs schauen. Ein Limitauftrag legt fest, welchen Mindestpreis man beim Verkauf akzeptiert beziehungsweise welchen Höchstpreis man beim Kauf zahlen möchte. Damit lässt sich ein unerwartet schlechterer Ausführungspreis begrenzen, allerdings kann die Order dann auch unausgeführt bleiben.

Eine unlimitierte Verkaufsorder bietet diese Preisgrenze nicht. Gerade bei stark schwankenden Märkten oder ungewöhnlich großen Geld-Brief-Spannen kann das zusätzliche Nachteile verursachen.

Erholen sich ETFs nach einem Börsencrash wieder?

Historisch haben sich breit gestreute Aktienmärkte von schweren Börsenkrisen mehrfach erholt und anschließend neue Höchststände erreicht. Das galt beispielsweise nach der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 und dem pandemiebedingten Börseneinbruch im Frühjahr 2020.

Die Geschwindigkeit solcher Erholungen unterschied sich erheblich. Während manche Einbrüche vergleichsweise schnell überwunden wurden, dauerten andere Verlustphasen viele Jahre. Je nach betrachteter Region, Währung, Ein- und Ausstiegszeitpunkt sowie Berücksichtigung von Dividenden kann die Dauer unterschiedlich ausfallen.

Vergangene Erholungen sind allerdings keine Garantie für die Zukunft. Ein Index kann über sehr lange Zeiträume unter seinem früheren Höchststand bleiben. Einzelne Länder oder Branchen können sich außerdem wesentlich schlechter entwickeln als der weltweite Aktienmarkt.

Für die Bewertung eines ETFs ist deshalb entscheidend, welchen Markt er tatsächlich abbildet.

Ein weltweit gestreuter Aktien-ETF verteilt die Anlage über Unternehmen aus mehreren Ländern und Branchen. Damit reduziert er die Abhängigkeit vom Schicksal einzelner Firmen oder eines einzelnen nationalen Aktienmarktes. Er beseitigt jedoch nicht das allgemeine Aktienmarktrisiko. Fallen die Aktienkurse weltweit gleichzeitig, kann auch ein globaler ETF erhebliche Verluste erleiden.

Ein ETF auf eine einzelne Branche kann dagegen über viele Jahre schwach bleiben, selbst wenn sich die Gesamtwirtschaft bereits erholt hat. Anleger sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass jeder Fonds nach einem Crash zwangsläufig zu seinem früheren Höchststand zurückkehrt.

Wie lange solltest du eine mögliche Erholung abwarten können?

Für eine langfristige Anlage in Aktien-ETFs wird häufig ein Anlagehorizont von mindestens zehn bis fünfzehn Jahren als Orientierung verwendet. Hintergrund ist, dass ein längerer Zeitraum die Möglichkeit eröffnet, schwere Börsenphasen auszusitzen.

Diese Zeitspanne ist allerdings keine feste Sicherheitsgrenze. Auch nach zehn oder fünfzehn Jahren können ungünstige Anlageergebnisse auftreten. Ebenso kann ein Börsencrash unmittelbar vor dem geplanten Verkaufszeitpunkt stattfinden.

Wer in zwölf Jahren eine größere Anschaffung finanzieren möchte, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, das gesamte Kapital bis unmittelbar vor dem Kauf vollständig in Aktien halten zu können. Je näher der konkrete Auszahlungszeitpunkt rückt, desto wichtiger wird die Frage, welcher Teil des Vermögens rechtzeitig in weniger schwankungsanfällige Anlageformen überführt werden sollte.

Eine solche Planung kann verhindern, dass ein ungünstiger Börsenzeitpunkt darüber entscheidet, ob ein bereits feststehendes finanzielles Ziel erreicht wird.

Was passiert mit einem ETF-Sparplan während eines Börsencrashs?

Bei einem ETF-Sparplan investierst du regelmäßig einen festgelegten Betrag. Fällt der Kurs des ETFs, erhältst du bei gleicher Sparrate mehr Anteile als zuvor, sofern die Ausführung wie vorgesehen stattfindet.

Ein einfaches Beispiel zeigt den Effekt.

Du investierst monatlich 200 Euro. Kostet ein ETF-Anteil zunächst 100 Euro, erhältst du dafür zwei Anteile. Fällt der Kurs auf 80 Euro, reichen dieselben 200 Euro bereits für 2,5 Anteile. Bei einem Kurs von 50 Euro kannst du mit dieser Sparrate sogar vier Anteile erwerben.

Dadurch sinkt bei weiteren Käufen zu niedrigeren Kursen der durchschnittliche Kaufpreis der insgesamt erworbenen Anteile. Dieser Effekt wird häufig als Durchschnittskosteneffekt bezeichnet.

Allerdings entsteht daraus kein automatischer Gewinn. Wenn der ETF nach deinem Kauf weiter fällt, verlieren auch die zusätzlich erworbenen Anteile an Wert. Ein Sparplan garantiert weder eine positive Rendite noch einen besonders günstigen durchschnittlichen Einstiegspreis gegenüber anderen Anlagestrategien.

Für langfristig orientierte Anleger kann das regelmäßige Investieren dennoch einen praktischen Vorteil haben: Sie müssen nicht fortlaufend entscheiden, ob gerade der richtige Zeitpunkt für einen Kauf gekommen ist.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Sparrate finanziell tragbar bleibt. Wer gleichzeitig seinen Arbeitsplatz verliert, keine ausreichenden Rücklagen besitzt oder laufende Verpflichtungen nicht mehr bezahlen kann, sollte die eigene Liquidität höher gewichten als die Fortsetzung eines ETF-Sparplans um jeden Preis.

Solltest du deine ETFs bei einem Börsencrash verkaufen oder behalten?

Die Entscheidung hängt wesentlich davon ab, warum du den ETF ursprünglich gekauft hast und wie deine finanzielle Situation heute aussieht.

Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, ausreichend liquide Rücklagen besitzt und auf das investierte Kapital voraussichtlich über viele Jahre nicht angewiesen ist, hat andere Handlungsmöglichkeiten als jemand, der in wenigen Monaten eine größere Zahlung leisten muss.

Ein Verkauf allein aufgrund eines starken Kursrückgangs birgt das Risiko, Verluste zu realisieren und eine spätere Erholung zu verpassen. Umgekehrt wäre es ebenso problematisch, einen zu hohen Aktienanteil unverändert beizubehalten, obwohl das Geld kurzfristig benötigt wird oder die eigene Risikotragfähigkeit nicht mehr ausreicht.

Deshalb ist die eigentliche Frage nicht, ob ein ETF während eines Crashs grundsätzlich verkauft werden sollte. Entscheidend ist vielmehr, ob die aktuelle Anlage weiterhin zu deinem finanziellen Bedarf, deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont passt.

Drei unterschiedliche Situationen zeigen, worauf es ankommt

Situation 1: Du investierst langfristig für den Vermögensaufbau.

Du bist 35 Jahre alt, besitzt ausreichende Rücklagen und möchtest dein ETF-Vermögen voraussichtlich erst in mehr als 20 Jahren nutzen. Dein breit gestreuter Aktien-ETF verliert während eines Crashs 35 Prozent.

In dieser Situation kann es nachvollziehbar sein, an einer zuvor durchdachten langfristigen Anlagestrategie festzuhalten. Entscheidend ist, dass du den verbleibenden Anlagezeitraum und das Risiko weiterer Verluste tatsächlich tragen kannst. Eine spätere Erholung ist möglich, aber nicht garantiert.

Situation 2: Du benötigst dein Geld in zwei Jahren.

Du hast 40.000 Euro für den Kauf einer Immobilie angespart. Der gesamte Betrag befindet sich in einem Aktien-ETF. Nach einem Kursrückgang von 30 Prozent stehen nur noch 28.000 Euro zur Verfügung.

Hier besteht ein konkretes Problem: Die verbleibende Zeit bis zum Immobilienkauf ist möglicherweise zu kurz, um eine ausreichende Erholung abzuwarten. Eine weitere Verschlechterung könnte das finanzielle Vorhaben zusätzlich gefährden. Die kurzfristige Verfügbarkeit des benötigten Kapitals sollte deshalb besonders berücksichtigt werden.

Situation 3: Der Börsencrash trifft dich während der Arbeitslosigkeit.

Du besitzt ein ETF-Depot, verlierst unerwartet deinen Arbeitsplatz und musst vorübergehend laufende Ausgaben aus deinem Vermögen finanzieren.

Wenn ausreichende liquide Rücklagen vorhanden sind, können diese verhindern, dass du unmittelbar während eines Kursrückgangs ETF-Anteile verkaufen musst. Reichen sie nicht aus, kann ein teilweiser Verkauf notwendig werden. Die Sicherung des Lebensunterhalts hat dann Vorrang vor dem Versuch, einen besonders günstigen Börsenzeitpunkt abzuwarten.

Diese Beispiele zeigen, warum dieselbe Marktentwicklung bei verschiedenen Anlegern zu unterschiedlichen Entscheidungen führen kann.

Welche ETFs sind bei einem Börsencrash besonders gefährdet?

Nicht jeder ETF reagiert auf einen Crash gleich. Entscheidend ist vor allem, in welche Anlageklasse investiert wird und wie stark das Portfolio auf bestimmte Risiken konzentriert ist.

Ein breit gestreuter Aktien-ETF kann erhebliche Verluste erleiden, verteilt die Anlage aber auf viele Unternehmen. Ein Branchen-ETF, beispielsweise auf Technologieunternehmen, konzentriert sich dagegen auf einen bestimmten Wirtschaftsbereich. Kommt gerade diese Branche besonders stark unter Druck, können die Verluste erheblich größer sein als am Gesamtmarkt.

Auch Länder-ETFs bergen Konzentrationsrisiken. Politische Krisen, wirtschaftliche Probleme oder Kapitalverkehrsbeschränkungen können einzelne Märkte besonders schwer treffen. Zusätzlich können Veränderungen des Wechselkurses die Rendite deutscher Anleger beeinflussen, wenn die zugrunde liegenden Vermögenswerte in Fremdwährungen notieren und das Währungsrisiko nicht abgesichert ist.

Bei gehebelten ETFs verschärft sich das Risiko. Solche Produkte versuchen beispielsweise, die tägliche Wertentwicklung eines Index mit einem bestimmten Faktor abzubilden. Bei einem zweifachen Hebel kann ein Tagesverlust des Index von zehn Prozent vereinfacht zu einem Verlust des ETFs von rund 20 Prozent führen. Durch die häufig tägliche Neugewichtung kann die Entwicklung über mehrere Tage erheblich von der einfachen Multiplikation der gesamten Indexrendite abweichen. Starke Schwankungen können deshalb zusätzliche Nachteile verursachen.

Anleihen-ETFs sind wiederum anderen Risiken ausgesetzt. Sie können beispielsweise durch steigende Marktzinsen oder eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit ihrer Schuldner an Wert verlieren. Insbesondere Fonds mit lang laufenden Anleihen oder risikoreichen Unternehmensanleihen können deutlich schwanken. Kurzfristige Geldmarktanlagen reagieren dagegen häufig wesentlich weniger empfindlich auf typische Aktienmarktbewegungen, sind aber ebenfalls nicht vollständig risikofrei.

Ein ETF ist somit keine einheitliche Risikoklasse. Die enthaltenen Vermögenswerte bestimmen maßgeblich, welche Verluste in einer Krise möglich sind.

Was passiert, wenn ein ETF während der Krise geschlossen wird?

Ein ETF kann aufgelöst oder mit einem anderen Fonds verschmolzen werden. Gründe können beispielsweise ein dauerhaft geringes Fondsvolumen, wirtschaftliche Entscheidungen des Anbieters oder die Einstellung einer bestimmten Anlagestrategie sein.

Eine Schließung bedeutet nicht automatisch, dass das investierte Geld vollständig verloren ist.

Bei einer regulären Fondsauflösung wird das verbleibende Fondsvermögen entsprechend den geltenden Regelungen verwertet und an die Anteilinhaber ausgezahlt. Maßgeblich ist dabei der Wert des Fonds zum Zeitpunkt der Abwicklung, gegebenenfalls abzüglich anfallender Kosten.

Angenommen, du hast ursprünglich 15.000 Euro investiert. Während eines Börsencrashs sinkt der Wert deiner ETF-Anteile auf 10.000 Euro. Wird der Fonds anschließend zu diesem Wert abgewickelt, erhältst du vereinfacht betrachtet ungefähr 10.000 Euro zurück, sofern keine weiteren Wertänderungen oder Kosten entstehen.

Du verlierst also nicht deshalb dein gesamtes Geld, weil der ETF geschlossen wird. Allerdings kann die Abwicklung dazu führen, dass du den bestehenden Verlust nicht mehr durch das weitere Halten genau dieses Fonds ausgleichen kannst.

Eine erneute Anlage des ausgezahlten Geldes wäre grundsätzlich möglich, kann jedoch Transaktionskosten verursachen. Je nach Konstellation können auch steuerliche Folgen entstehen.

Eine bloße Einstellung der Börsennotierung an einem einzelnen Handelsplatz ist außerdem von der vollständigen Auflösung eines Fonds zu unterscheiden. Ein ETF kann unter Umständen weiterhin an anderen Börsen gehandelt werden.

Wie kannst du dein ETF-Depot auf einen Börsencrash vorbereiten?

Die wirksamste Vorbereitung auf eine schwere Börsenkrise beginnt nicht erst, wenn die Kurse fallen. Sie besteht darin, die eigene Geldanlage so zu strukturieren, dass mögliche Verluste nicht unmittelbar zu finanziellen Schwierigkeiten führen.

Eine ausreichende Liquiditätsreserve spielt dabei eine zentrale Rolle. Wer mehrere Monatsausgaben kurzfristig verfügbar hält, muss bei unerwarteten Rechnungen oder einem vorübergehenden Einkommensausfall nicht zwangsläufig ETF-Anteile verkaufen. Wie hoch diese Reserve sein sollte, hängt unter anderem von der Beschäftigungssituation, den laufenden Verpflichtungen und der persönlichen finanziellen Sicherheit ab.

Daneben sollte Geld, das zu einem feststehenden Termin benötigt wird, nicht denselben Risiken ausgesetzt werden wie Kapital für einen langfristigen Vermögensaufbau. Ein geplanter Immobilienkauf in zwei Jahren erfordert beispielsweise eine andere Anlagestruktur als eine zusätzliche Altersvorsorge über mehrere Jahrzehnte.

Auch die Zusammensetzung des Depots ist entscheidend. Mehrere ETFs bedeuten nicht automatisch eine breite Streuung. Wer beispielsweise gleichzeitig einen MSCI-World-ETF, einen S&P-500-ETF und einen Technologie-ETF besitzt, kann eine erhebliche Überschneidung bei großen US-Technologieunternehmen haben. Ein Crash dieser Unternehmen würde dann möglicherweise mehrere Depotpositionen gleichzeitig stark belasten.

Werden Aktien-ETFs mit weniger schwankungsanfälligen Anlagen kombiniert, lässt sich das Gesamtrisiko des Vermögens grundsätzlich verändern. Allerdings müssen auch die Risiken dieser anderen Anlageformen berücksichtigt werden.

Checkliste: Ist dein ETF-Depot auf einen Crash vorbereitet?

Mit den folgenden Fragen kannst du überprüfen, ob deine Geldanlage zu deiner finanziellen Situation passt.

  1. Liquiditätsreserve prüfen: Sind ausreichend kurzfristig verfügbare Rücklagen vorhanden, um unerwartete Ausgaben ohne ETF-Verkauf zu finanzieren?
  2. Anlagehorizont bestimmen: Wann benötigst du das investierte Geld tatsächlich, und ist dieser Zeitpunkt flexibel?
  3. Verlustszenario berechnen: Könntest du einen vorübergehenden Rückgang deines ETF-Vermögens um 40 oder 50 Prozent finanziell verkraften?
  4. Risikostreuung kontrollieren: Investieren deine ETFs tatsächlich in unterschiedliche Märkte oder enthalten sie überwiegend dieselben Unternehmen?
  5. Aktienquote überprüfen: Passt der Anteil risikoreicher Anlagen zu deinen Zielen und deiner persönlichen Risikobereitschaft?
  6. Entnahmen vorbereiten: Soll in den nächsten Jahren Geld aus dem Depot verwendet werden, und ist dafür bereits ein geeigneter Plan vorhanden?

Wer diese Punkte vor einer Börsenkrise klärt, muss während starker Kursbewegungen weniger Entscheidungen unter unmittelbarem emotionalem Druck treffen.

Die häufigsten Fehler während eines ETF-Crashs

Ein Börsencrash verändert nicht nur Depotwerte, sondern häufig auch das Verhalten der Anleger. Besonders gefährlich wird es, wenn kurzfristige Marktbewegungen zu Entscheidungen führen, die mit der ursprünglichen Anlagestrategie kaum noch etwas zu tun haben.

Ein typischer Fehler ist der panische Komplettverkauf. Anleger sehen hohe Verluste, befürchten einen vollständigen Zusammenbruch und verkaufen sämtliche ETF-Anteile. Sobald sich die Märkte stabilisieren, entsteht häufig der Wunsch nach einem Wiedereinstieg. Problematisch ist dabei, dass sowohl der richtige Ausstiegszeitpunkt als auch der geeignete Zeitpunkt für den erneuten Kauf getroffen werden müssten.

Wer erst nach einem massiven Einbruch verkauft und anschließend auf eine eindeutig erkennbare Erholung wartet, kann einen erheblichen Teil der ersten Kursgewinne verpassen. Eine solche Entwicklung ist nicht zwangsläufig, zeigt aber das Risiko spontaner Markt-Timing-Entscheidungen.

Das gegenteilige Verhalten kann ebenfalls problematisch sein. Manche Anleger investieren während eines Crashs sämtliche verfügbaren Reserven, weil sie die niedrigen Kurse als einmalige Gelegenheit betrachten. Fallen die Märkte danach weiter oder entsteht unerwartet zusätzlicher Geldbedarf, fehlen möglicherweise genau diese Rücklagen.

Ebenso riskant ist es, mit geliehenem Geld auf eine schnelle Erholung zu spekulieren. Kreditzinsen und Rückzahlungsverpflichtungen bestehen unabhängig davon, ob sich die Börse wie erhofft entwickelt. Bei kreditfinanzierten Wertpapierkäufen können zusätzlich Nachschussforderungen oder erzwungene Verkäufe entstehen.

Schließlich sollten historische Kursverläufe nicht als Garantie betrachtet werden. Nur weil sich ein bestimmter Index nach früheren Krisen erholt hat, muss dies nicht innerhalb eines individuell passenden Zeitraums erneut geschehen.

Fazit: Ein Börsencrash gefährdet den ETF-Wert, nicht automatisch die ETF-Anteile

Ein Börsencrash kann selbst bei breit gestreuten Aktien-ETFs zu erheblichen Verlusten führen. Rückgänge von 30, 40 oder 50 Prozent gehören zu den Szenarien, mit denen langfristige Aktienanleger grundsätzlich rechnen müssen. Die ETF-Anteile bleiben dabei bestehen und repräsentieren weiterhin eine Beteiligung am Fondsvermögen, dessen Wert allerdings deutlich gesunken sein kann.

Ob aus einem Kursverlust ein dauerhaftes finanzielles Problem entsteht, hängt wesentlich vom persönlichen Anlagehorizont und vom benötigten Kapital ab. Wer kurzfristig Geld benötigt, kann gezwungen sein, zu ungünstigen Kursen zu verkaufen. Wer ausreichend Rücklagen besitzt und langfristig investiert, verfügt über mehr Spielraum, eine mögliche Erholung abzuwarten. Eine solche Erholung ist jedoch nicht garantiert.

Entscheidend ist deshalb eine Anlagestrategie, bei der die Risiken bereits vor dem Kauf berücksichtigt werden. Eine passende Aktienquote, eine ausreichende Liquiditätsreserve und eine breite Streuung können dazu beitragen, schwere Marktphasen finanziell besser zu verkraften. Sie verhindern den Börsencrash nicht, reduzieren aber das Risiko, dass daraus eine persönliche finanzielle Notlage entsteht.

Die folgenden häufigen Fragen beantworten weitere Punkte, die insbesondere bei starken Kursrückgängen und während einer möglichen anschließenden Erholung relevant werden.

Häufige Fragen zu ETFs bei einem Börsencrash

Kann ein MSCI-World-ETF bei einem Börsencrash 50 Prozent verlieren?

Ja. Auch ein weltweit über Industrieländer gestreuter Aktien-ETF kann während einer schweren Börsenkrise ungefähr die Hälfte seines Wertes verlieren. Die breite Streuung reduziert bestimmte Einzelunternehmensrisiken, schützt aber nicht vor einem allgemeinen Einbruch der Aktienmärkte. Historische Verluste dieser Größenordnung sind deshalb bei der persönlichen Risikoplanung zu berücksichtigen.

Verschwinden meine ETF-Anteile, wenn die Börse zusammenbricht?

Nein. Ein starker Kursrückgang führt nicht automatisch dazu, dass deine ETF-Anteile verschwinden. Du besitzt weiterhin deine Fondsanteile, deren Marktwert allerdings erheblich sinken kann. Vorübergehende Handelsunterbrechungen sind ebenfalls nicht mit einem Verlust des Eigentums gleichzusetzen.

Soll ich meinen ETF-Sparplan während eines Crashs stoppen?

Ein Kursrückgang allein macht das Stoppen eines langfristigen Sparplans nicht zwingend erforderlich. Bei niedrigeren Kursen erhältst du für die gleiche Sparrate mehr Anteile. Wenn du allerdings finanzielle Engpässe hast oder deine Rücklagen nicht ausreichen, kann es sinnvoll sein, die Sparrate zu reduzieren oder vorübergehend auszusetzen.

Wie lange dauert es, bis sich ein ETF nach einem Crash erholt?

Das lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Historisch gab es Börsenkrisen, nach denen sich große Aktienmärkte vergleichsweise schnell erholten, während andere Verlustphasen viele Jahre dauerten. Einzelne Märkte oder spezialisierte ETFs müssen ihren vorherigen Höchststand nicht zwangsläufig wieder erreichen.

Kann ich während eines Börsencrashs jederzeit ETFs verkaufen?

Nicht uneingeschränkt. Während regulärer Handelszeiten sind viele ETFs normalerweise handelbar, allerdings können Handelsunterbrechungen, geringe Liquidität oder technische Störungen auftreten. Zudem können die Geld-Brief-Spannen in außergewöhnlichen Marktphasen deutlich größer werden. Ein Limitauftrag kann den akzeptierten Verkaufspreis absichern, garantiert jedoch keine Ausführung.

Ist ein ETF nach einem Börsencrash automatisch günstig?

Nein. Ein ETF kann nach einem starken Rückgang günstiger sein als zuvor, ohne deshalb bereits attraktiv bewertet zu sein. Die enthaltenen Unternehmen können sich wirtschaftlich verschlechtert haben, und weitere Kursverluste sind möglich. Ein niedrigerer Börsenkurs allein ist deshalb keine ausreichende Grundlage für eine Kaufentscheidung.

Was passiert mit einem thesaurierenden ETF während eines Crashs?

Auch ein thesaurierender ETF verliert an Wert, wenn die enthaltenen Anlagen entsprechend fallen. Thesaurierung bedeutet lediglich, dass laufende Erträge wie Dividenden innerhalb des Fonds wieder angelegt werden, statt sie an die Anleger auszuschütten. Diese Wiederanlage verhindert keine Kursverluste und garantiert keine spätere Erholung.

Kann ein ETF nach einem Crash stärker steigen als der zugrunde liegende Index?

Ein gewöhnlicher passiver Index-ETF soll die Entwicklung seines Vergleichsindex möglichst genau abbilden. Abweichungen können beispielsweise durch Kosten, Ausschüttungen, Wechselkurse oder die Art der Indexnachbildung entstehen. Eine systematische Überrendite ist bei einem klassischen Index-ETF jedoch nicht das Anlageziel. Gehebelte und aktiv verwaltete ETFs können sich anders verhalten und besitzen eigene Risiken.

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Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

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