NurGeld Finanzlexikon
TER
Das Wichtigste in Kürze
- Die TER zeigt bestimmte laufende Kosten eines ETFs oder Investmentfonds als jährlichen Prozentsatz des Fondsvermögens.
- Eine TER von 0,20 Prozent entspricht rechnerisch 2 Euro pro Jahr je 1.000 Euro Fondsvermögen.
- Die Kosten werden nicht als jährliche Rechnung vom Anlegerkonto abgebucht, sondern auf Ebene des Fonds berücksichtigt.
- Die TER umfasst nicht sämtliche Kosten einer ETF-Anlage, beispielsweise individuelle Kauf- und Verkaufskosten beim Broker.
- Eine niedrige TER ist vorteilhaft, sollte bei der ETF-Auswahl aber gemeinsam mit Tracking Difference und weiteren Produkteigenschaften betrachtet werden.
TER einfach erklärt: Bedeutung, Berechnung und Einfluss auf ETF-Kosten
Die Abkürzung TER begegnet Anlegern vor allem bei ETFs und Investmentfonds. Sie steht für „Total Expense Ratio“ und wird im Deutschen meist als Gesamtkostenquote bezeichnet. Die Kennzahl zeigt, welcher Anteil des Fondsvermögens pro Jahr für bestimmte laufende Kosten des Fonds anfällt. Eine TER von 0,20 Prozent bedeutet beispielsweise, dass rechnerisch jährlich Kosten in Höhe von 0,20 Prozent des Fondsvermögens berücksichtigt werden.
Gerade beim Vergleich von ETFs spielt die TER eine wichtige Rolle, weil sich selbst kleine Kostenunterschiede über viele Anlagejahre bemerkbar machen können. Gleichzeitig ist die Kennzahl leicht misszuverstehen: Die TER wird nicht als separate Rechnung vom Anleger bezahlt, sie enthält nicht sämtliche denkbaren Kosten eines Fonds und ein ETF mit der niedrigsten TER muss nicht automatisch die beste oder tatsächlich günstigste Anlage sein.
Was bedeutet TER?
TER ist die Abkürzung für „Total Expense Ratio“. Die Kennzahl beschreibt die laufenden Kosten eines Investmentfonds oder ETFs im Verhältnis zum durchschnittlichen Fondsvermögen. Angegeben wird sie als Prozentsatz pro Jahr.
Hat ein ETF beispielsweise eine TER von 0,25 Prozent, entspricht dies rechnerisch laufenden Kosten von 2,50 Euro pro Jahr je 1.000 Euro investiertem Vermögen. Bei 10.000 Euro wären es entsprechend 25 Euro. Diese Beträge dienen allerdings vor allem der Veranschaulichung, denn die tatsächliche Kostenbelastung wird nicht einmal jährlich vom Konto des Anlegers abgebucht.
Stattdessen werden die entsprechenden laufenden Kosten auf Ebene des Fondsvermögens berücksichtigt. Sie wirken sich damit auf die Wertentwicklung des Fonds und letztlich auf den Wert der Fondsanteile aus.
Zur TER können beispielsweise Verwaltungs- und Managementkosten sowie weitere laufende betriebliche Kosten des Fonds gehören. Nicht sämtliche Kosten, die bei einer Geldanlage entstehen können, werden jedoch von der TER erfasst. Kauf- und Verkaufsgebühren des Brokers, mögliche Sparplangebühren oder bestimmte Transaktionskosten innerhalb des Fonds können beispielsweise zusätzlich relevant sein.
Die TER ist deshalb eine wichtige Kostenkennzahl, aber keine vollständige Darstellung aller Kosten einer ETF- oder Fondsanlage.
Wie funktioniert die TER bei einem ETF?
Bei einem ETF werden laufend verschiedene Kosten aus dem Fondsvermögen getragen. Der Anleger erhält dafür normalerweise keine separate Kostenabrechnung, bei der beispielsweise einmal jährlich 20 oder 30 Euro vom Verrechnungskonto abgebucht werden.
Stattdessen reduzieren die auf Fondsebene anfallenden Kosten das Fondsvermögen. Dadurch beeinflussen sie mittelbar die Wertentwicklung des ETFs. Genau deshalb können Anleger die TER leicht übersehen: Sie müssen die Kosten nicht aktiv bezahlen, wirtschaftlich tragen sie sie dennoch.
Angenommen, ein ETF bildet einen bestimmten Aktienindex ab. Würde sich der Index unter ansonsten identischen Bedingungen um 8 Prozent entwickeln, kann der ETF nicht automatisch exakt dieselbe Wertentwicklung erzielen. Neben den laufenden Kosten beeinflussen unter anderem die konkrete Indexnachbildung, Transaktionskosten, steuerliche Effekte innerhalb des Fonds und Erträge aus Wertpapierleihen die Differenz zwischen Index und ETF.
Für Anleger ist daher neben der TER auch interessant, wie gut ein ETF seinen Vergleichsindex tatsächlich abbildet.
Konkretes Beispiel: Was kostet eine TER von 0,20 Prozent?
Eine Anlegerin investiert 25.000 Euro in einen ETF mit einer TER von 0,20 Prozent pro Jahr. Vereinfacht auf einen unveränderten Anlagebetrag gerechnet ergibt sich:
25.000 Euro × 0,20 % = 50 Euro
Rechnerisch entsprechen 0,20 Prozent bei einem Fondsvermögen von 25.000 Euro also 50 Euro pro Jahr.
Ein vergleichbarer ETF verlangt eine TER von 0,50 Prozent. Bei demselben Anlagebetrag wären das rechnerisch:
25.000 Euro × 0,50 % = 125 Euro
Der Unterschied beträgt in diesem vereinfachten Beispiel 75 Euro pro Jahr. Bei einer langfristigen Geldanlage kann der tatsächliche Effekt größer sein, weil nicht nur höhere Kosten anfallen, sondern das durch die Kosten fehlende Kapital künftig auch keine weiteren Erträge erwirtschaften kann.
In der Praxis bleibt der Anlagewert zudem normalerweise nicht konstant. Steigt oder fällt das Fondsvermögen, verändert sich auch der absolute Betrag der prozentual berechneten Kosten. Das Beispiel zeigt daher keine tatsächliche jährliche Abbuchung, sondern übersetzt die Prozentangabe lediglich in einen leichter verständlichen Eurobetrag.
Warum ist die TER für Anleger wichtig?
Bei langfristigen Anlagen sind Kosten eine der Größen, die Anleger vergleichsweise gut beurteilen können. Wie sich Aktienmärkte in den kommenden zehn oder zwanzig Jahren entwickeln, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Die laufenden Kosten eines ETFs sind dagegen bekannt beziehungsweise anhand der Produktinformationen nachvollziehbar.
Besonders relevant wird die TER beim Vergleich ähnlicher Produkte. Bilden zwei ETFs denselben Index ab, verfolgen eine vergleichbare Replikationsmethode und unterscheiden sich auch bei anderen wesentlichen Eigenschaften kaum, kann eine niedrigere laufende Kostenbelastung ein Argument für einen der beiden ETFs sein.
Der Unterschied zwischen beispielsweise 0,15 und 0,25 Prozent wirkt zunächst gering. Bei größeren Anlagebeträgen und langen Laufzeiten können sich solche Differenzen jedoch summieren. Zusätzlich entsteht ein Zinseszinseffekt: Geld, das aufgrund höherer Kosten nicht mehr im Fondsvermögen verbleibt, kann künftig auch nicht mehr an weiteren Kurssteigerungen und Erträgen teilnehmen.
Trotzdem sollte die TER niemals isoliert betrachtet werden. Ein ETF kann trotz etwas höherer TER seinen Index in der Praxis sehr effizient abbilden und dadurch eine attraktive tatsächliche Wertentwicklung erreichen.
Worauf sollte man bei der TER achten?
Eine niedrige TER ist grundsätzlich attraktiv, darf aber nicht mit den gesamten Anlagekosten gleichgesetzt werden. Beim ETF-Vergleich sollten Anleger deshalb prüfen, welche weiteren Kosten entstehen und wie sich das Produkt tatsächlich entwickelt.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Fondskosten und Kosten des eigenen Depots. Für den Kauf eines ETFs können beispielsweise Orderentgelte anfallen. Bei einem ETF-Sparplan können je nach Broker ebenfalls Gebühren entstehen. Diese Kosten sind nicht deshalb Bestandteil der TER, weil sie mit derselben Geldanlage zusammenhängen.
Auch die Handelskosten können eine Rolle spielen. Wer ETF-Anteile über die Börse kauft oder verkauft, sollte beispielsweise den Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs berücksichtigen. Gerade bei kurzen Anlagezeiträumen können solche Kosten stärker ins Gewicht fallen als ein minimaler Unterschied bei der jährlichen TER.
Bei langfristigen ETF-Anlagen empfiehlt sich daher ein Gesamtvergleich aus laufenden Fondskosten, tatsächlicher Indexabbildung, Handelskosten, Fondsgröße, Replikationsmethode und weiteren Produkteigenschaften.
TER berechnen
Die TER setzt die relevanten laufenden Kosten eines Fonds ins Verhältnis zu seinem durchschnittlichen Fondsvermögen. Vereinfacht lässt sich der Zusammenhang folgendermaßen darstellen:
TER = laufende Fondskosten ÷ durchschnittliches Fondsvermögen × 100
Entstehen beispielsweise relevante laufende Kosten von 200.000 Euro und beträgt das durchschnittliche Fondsvermögen 100 Millionen Euro, ergibt sich:
200.000 € ÷ 100.000.000 € × 100 = 0,20 %
Die TER beträgt damit 0,20 Prozent.
Für Privatanleger ist meistens nicht die eigenständige Berechnung der veröffentlichten TER entscheidend. Interessanter ist häufig die Frage, welchem ungefähren Eurobetrag die angegebene Kostenquote beim eigenen Anlagevermögen entspricht.
Dafür kann vereinfacht gerechnet werden:
Anlagebetrag × TER = rechnerische jährliche Kosten
Bei 50.000 Euro Anlagevermögen und einer TER von 0,18 Prozent ergibt sich:
50.000 € × 0,0018 = 90 €
Die laufenden Kosten entsprechen bei konstantem Anlagewert rechnerisch etwa 90 Euro pro Jahr. Da sich der Wert des Fondsvermögens laufend verändert, ist diese Rechnung lediglich eine verständliche Näherung.
TER und Tracking Difference: Wo liegt der Unterschied?
TER und Tracking Difference werden beim ETF-Vergleich häufig gemeinsam betrachtet, beschreiben aber unterschiedliche Dinge.
KennzahlBedeutungTERKennzahl für bestimmte laufende Kosten des FondsTracking DifferenceTatsächliche Differenz zwischen der Wertentwicklung des ETFs und seines VergleichsindexAussageTER betrachtet Kosten, Tracking Difference das tatsächlich erreichte Ergebnis gegenüber dem IndexNutzenBeide Kennzahlen können bei der Beurteilung eines ETFs hilfreich seinEin ETF mit einer TER von 0,20 Prozent muss nicht zwangsläufig jedes Jahr genau 0,20 Prozent schlechter abschneiden als sein Index. Die tatsächliche Abweichung kann größer oder kleiner sein. Unter bestimmten Umständen kann ein ETF sogar einen Teil seiner Kosten durch andere Effekte kompensieren.
Für einen rückblickenden Vergleich ähnlicher ETFs kann die Tracking Difference deshalb zusätzliche Informationen liefern, die aus der TER allein nicht hervorgehen.
Welche Kosten sind nicht in der TER enthalten?
Eines der häufigsten Missverständnisse besteht darin, die TER als vollständigen Preis einer ETF-Anlage zu betrachten. Tatsächlich können weitere Kosten entstehen.
Dazu gehören insbesondere mögliche Gebühren für Kauf und Verkauf der ETF-Anteile, Kosten eines Sparplans sowie der Spread beim Börsenhandel. Auch Transaktionskosten innerhalb des Fonds werden durch die klassische Betrachtung der TER nicht vollständig als separate, unmittelbar erkennbare Kostenposition für den Anleger abgebildet.
Zusätzlich können je nach Depotanbieter weitere Entgelte entstehen. Bei einem ETF-Vergleich sollte deshalb zwischen Kosten auf Fondsebene und individuellen Kosten beim Broker unterschieden werden.
Das ist besonders relevant, wenn nur kleine Beträge investiert werden. Kostet beispielsweise die Ausführung eines kleinen Sparplans vergleichsweise viel, kann dieser Betrag zunächst wichtiger sein als ein TER-Unterschied von wenigen Hundertstel Prozentpunkten.
Typische Fehler und Missverständnisse bei der TER
Ein häufiger Fehler besteht darin, aus der niedrigsten TER automatisch auf den besten ETF zu schließen. Die Kosten sind wichtig, aber nur ein Auswahlkriterium. Entscheidend sind außerdem der abgebildete Index, die Anlageklasse, die Diversifikation und die Konstruktion des Produkts.
Ebenfalls falsch ist die Vorstellung, dass die TER einmal jährlich direkt vom Anlegerkonto eingezogen wird. Die Kosten werden auf Fondsebene berücksichtigt und sind dadurch bereits in der Wertentwicklung des Fonds enthalten.
Auch ein Vergleich unterschiedlicher ETFs allein anhand der TER kann irreführend sein. Ein weltweit investierender Aktien-ETF und ein ETF auf einen spezialisierten Branchenindex erfüllen völlig unterschiedliche Aufgaben. Dass einer der beiden eine niedrigere TER besitzt, sagt nichts darüber aus, welcher besser zur gewünschten Anlagestrategie passt.
Schließlich sollten Unterschiede von wenigen Hundertstel Prozentpunkten nicht überbewertet werden. Zwischen zwei nahezu identischen ETFs kann ein solcher Kostenunterschied relevant sein. Grundlegende Kriterien wie Index, Risikoprofil und Anlagestrategie sind jedoch wesentlich wichtiger als die Jagd nach der absolut niedrigsten TER.
Für wen ist die TER besonders relevant?
Die TER ist vor allem für Anleger wichtig, die ETFs oder klassische Investmentfonds kaufen. Bei langfristigen ETF-Sparplänen erhält die Kostenquote besondere Bedeutung, weil über viele Jahre oder Jahrzehnte regelmäßig Kapital investiert wird und sich Kostenunterschiede entsprechend lange auswirken können.
Auch Anleger mit größeren Portfolios sollten die TER berücksichtigen. Ein Unterschied von 0,20 Prozentpunkten entspricht bei einem Anlagevermögen von 10.000 Euro rechnerisch lediglich 20 Euro pro Jahr. Bei 500.000 Euro wären es bereits 1.000 Euro – jeweils unter der vereinfachenden Annahme eines konstanten Anlagewerts.
Die Kennzahl eignet sich insbesondere dazu, Produkte miteinander zu vergleichen, die eine ähnliche Anlagestrategie verfolgen. Je vergleichbarer die ETFs oder Fonds sind, desto aussagekräftiger wird der Kostenvergleich.
Häufige Fragen zur TER
Ist eine niedrige TER bei ETFs immer besser?
Eine niedrigere TER bedeutet zunächst, dass die ausgewiesene laufende Kostenquote geringer ist. Bei zwei ansonsten weitgehend vergleichbaren ETFs kann das ein Vorteil sein. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass der ETF mit der niedrigsten TER insgesamt die bessere Wahl ist. Auch Index, Tracking Difference, Fondsgröße, Replikationsmethode, Ertragsverwendung und Handelbarkeit können relevant sein. Vor allem sollten Anleger nicht zwei grundsätzlich unterschiedliche Anlagestrategien nur anhand ihrer Kostenquote vergleichen. Die TER ist daher ein wichtiges Auswahlkriterium, aber kein Qualitätsurteil über einen ETF als Ganzes.
Wird die TER jedes Jahr von meinem Depot abgebucht?
Nein. Die TER wird normalerweise nicht als separate jährliche Abbuchung auf dem Verrechnungskonto des Anlegers sichtbar. Die laufenden Kosten werden aus dem Fondsvermögen getragen und wirken sich dadurch auf die Wertentwicklung beziehungsweise den Anteilwert aus. Wer beispielsweise 20.000 Euro in einen ETF mit einer TER von 0,20 Prozent investiert hat, erhält deshalb nicht automatisch am Jahresende eine Rechnung über 40 Euro. Die Rechnung eignet sich lediglich dazu, die Größenordnung der Kosten verständlich zu machen. Für die tatsächliche Belastung sind die laufende Entwicklung des Fondsvermögens und die konkrete Kostenstruktur maßgeblich.
Was ist eine gute TER für einen ETF?
Eine pauschale Grenze für eine „gute“ TER gibt es nicht. Die Höhe hängt unter anderem davon ab, welchen Markt oder welche Strategie ein ETF abbildet. Sehr breit aufgestellte Standardindizes können häufig günstiger angeboten werden als spezialisierte Strategien oder schwerer zugängliche Märkte. Sinnvoll ist deshalb vor allem der Vergleich innerhalb derselben Produktgruppe. Wer mehrere ETFs auf denselben Index betrachtet, kann deren laufende Kosten direkt gegenüberstellen. Ein günstiger ETF sollte jedoch nicht allein aufgrund weniger Hundertstel Prozentpunkte Kostenunterschied ausgewählt werden, wenn andere wesentliche Produkteigenschaften weniger überzeugend sind.
Ist die TER dasselbe wie die laufenden Kosten?
Die Begriffe werden im Alltag häufig sehr ähnlich verwendet, sind fachlich aber nicht in jedem Kontext vollständig deckungsgleich. Bei europäischen Fondsunterlagen begegnen Anlegern heute häufig Angaben zu laufenden Kosten beziehungsweise Kosteninformationen nach den geltenden Offenlegungsvorgaben. Der Begriff TER ist dennoch weiterhin sehr verbreitet und wird insbesondere bei ETF-Vergleichen als Bezeichnung für die laufende Kostenquote verwendet. Entscheidend ist daher nicht nur die Bezeichnung einer Kennzahl, sondern welche Kostenpositionen die jeweilige Produktinformation tatsächlich umfasst. Für einen konkreten Fonds sollten Anleger deshalb die aktuellen Kosteninformationen des Anbieters heranziehen.
Kann sich die TER eines ETFs ändern?
Ja. Die laufende Kostenquote eines ETFs ist nicht zwingend für die gesamte Lebensdauer des Produkts unveränderlich. Fondsgesellschaften können Gebühren beziehungsweise Kostenstrukturen anpassen. Tatsächlich sind die Kosten zahlreicher ETFs im Wettbewerb der Anbieter im Laufe der Zeit gesunken. Anleger sollten daher nicht davon ausgehen, dass eine beim Kauf geltende Kostenquote zwangsläufig jahrzehntelang identisch bleibt. Bei langfristigen Anlagen kann es sinnvoll sein, die wesentlichen Produktdaten gelegentlich erneut zu prüfen. Eine kleine Änderung der TER allein ist allerdings normalerweise kein Grund für vorschnelle Umschichtungen, da ein Verkauf und Neukauf ebenfalls Folgen und Kosten haben kann.
Warum kann ein ETF trotz TER seinen Index sehr genau abbilden?
Die TER ist nur ein Faktor, der die Abweichung zwischen ETF und Index beeinflusst. Weitere Effekte können die tatsächliche Wertentwicklung positiv oder negativ beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise die konkrete Umsetzung der Indexnachbildung, Transaktionskosten, steuerliche Aspekte innerhalb des Fonds oder mögliche Erträge aus Wertpapierleihen. Deshalb entspricht die Tracking Difference eines ETFs nicht zwangsläufig exakt seiner TER. Ein effizient verwalteter ETF kann einen Teil seiner laufenden Kosten durch andere Effekte ausgleichen. Für die rückblickende Beurteilung kann es deshalb sinnvoll sein, neben der TER auch die tatsächliche Abweichung vom Vergleichsindex zu betrachten.
Spielt die TER bei einem ETF-Sparplan eine größere Rolle?
Bei einem langfristigen Sparplan kann die TER besonders relevant werden, weil das angesparte Vermögen über viele Jahre den laufenden Fondskosten unterliegt. Mit wachsendem Depotwert steigt auch der absolute Eurobetrag, der einer bestimmten prozentualen Kostenquote entspricht. Gleichzeitig sollten Sparplan-Anleger mögliche Ausführungsgebühren berücksichtigen. Bei kleinen monatlichen Sparraten können diese zunächst stärker ins Gewicht fallen als minimale Unterschiede zwischen zwei TER-Werten. Langfristig gewinnen die laufenden Fondskosten mit wachsendem Vermögen jedoch an Bedeutung. Entscheidend bleibt daher eine Gesamtbetrachtung aus Produktkosten, Sparplankosten und Qualität des ETFs.
Fazit
Die TER gehört zu den wichtigsten Kennzahlen beim Vergleich von ETFs und Investmentfonds. Sie macht laufende Kosten in Form einer Prozentzahl vergleichbar und hilft Anlegern dabei, einzuschätzen, wie teuer ein Fonds auf Produktebene ist. Gerade bei langfristigen Anlagen können scheinbar geringe Kostenunterschiede relevant werden, weil sie Jahr für Jahr auf das investierte Vermögen wirken.
Trotzdem sollte die TER nicht isoliert über die Auswahl eines ETFs entscheiden. Sie bildet nicht sämtliche Kosten einer Anlage ab und sagt allein noch nicht, wie effizient ein ETF seinen Index tatsächlich nachbildet. Besonders aussagekräftig wird die Kennzahl deshalb beim Vergleich ähnlicher Produkte. Wer zusätzlich Tracking Difference, Index, Handelskosten und weitere wesentliche Produkteigenschaften berücksichtigt, erhält ein deutlich vollständigeres Bild.