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Tracking Error

Finanzlexikon A–ZTracking Error
Der Tracking Error misst, wie stark die periodischen Renditeabweichungen eines Fonds oder ETFs von seiner Benchmark schwanken. Ein niedriger Tracking Error deutet bei passiven ETFs grundsätzlich auf eine gleichmäßige und präzise Indexnachbildung hin. Er zeigt jedoch nicht, wie hoch die durchschnittliche Renditedifferenz zum Index ist.
Abkürzung: TEAuch bekannt als: Nachbildungsfehler, Tracking-Fehler

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Tracking Error misst die Schwankungsbreite der Renditeabweichungen zwischen einem Fonds und seiner Benchmark.
  • Ein niedriger Wert spricht bei passiven ETFs grundsätzlich für eine gleichmäßige Indexnachbildung.
  • Der Tracking Error darf nicht mit der Tracking Difference verwechselt werden, die die tatsächliche Renditeabweichung gegenüber dem Index betrachtet.
  • Auch die TER ist eine andere Kennzahl und beschreibt die laufenden Kosten eines Fonds.
  • Für ETF-Vergleiche sollte der Tracking Error zusammen mit weiteren Kennzahlen und Produkteigenschaften betrachtet werden.

Der Tracking Error ist eine Kennzahl, mit der Anleger beurteilen können, wie genau ein Fonds oder ETF die Wertentwicklung seines Vergleichsindex nachvollzieht. Besonders bei passiven ETFs spielt diese Abweichung eine wichtige Rolle: Ein ETF auf den MSCI World, DAX oder S&P 500 soll schließlich möglichst zuverlässig die Entwicklung des jeweiligen Index abbilden. Trotzdem entwickeln sich ETF und Index in der Praxis nicht an jedem Tag exakt gleich.

Dabei geht es beim Tracking Error nicht darum, ob der ETF insgesamt besser oder schlechter als sein Index abgeschnitten hat. Die Kennzahl betrachtet vielmehr, wie stark die einzelnen Renditeabweichungen zwischen Fonds und Vergleichsindex schwanken. Ein niedriger Tracking Error spricht deshalb grundsätzlich für eine gleichmäßige und präzise Indexnachbildung. Für Anleger ist die Kennzahl vor allem beim Vergleich mehrerer ETFs auf denselben Index interessant.

Was bedeutet Tracking Error?

Der Tracking Error beschreibt die Schwankungsbreite der Renditedifferenzen zwischen einem Fonds oder ETF und seiner Benchmark. Vereinfacht gesagt zeigt er, wie zuverlässig ein Anlageprodukt seinem Vergleichsindex folgt.

Angenommen, ein ETF bildet einen Aktienindex ab. Steigt der Index an einem Tag um 1,0 Prozent und der ETF um 0,98 Prozent, beträgt die Renditedifferenz an diesem Tag 0,02 Prozentpunkte. An einem anderen Tag könnte der Index um 0,5 Prozent fallen, während der ETF um 0,55 Prozent fällt. Die Differenz beträgt dann 0,05 Prozentpunkte.

Solche Abweichungen sind bei ETFs normal. Sie entstehen unter anderem durch laufende Kosten, Transaktionskosten, Steuern, den Zeitpunkt von Dividendenzahlungen, Umschichtungen im Index sowie die konkrete Methode der Indexnachbildung.

Der Tracking Error fasst diese Abweichungen nicht einfach zusammen. Stattdessen misst er, wie stark sie über einen bestimmten Zeitraum schwanken. Je gleichmäßiger die Abweichungen ausfallen, desto niedriger ist normalerweise der Tracking Error.

Wie funktioniert der Tracking Error?

Zur Berechnung werden die Renditen des Fonds mit den Renditen seines Vergleichsindex für mehrere Beobachtungszeiträume verglichen. Dafür können beispielsweise tägliche, wöchentliche oder monatliche Renditen verwendet werden.

Zunächst wird für jeden Zeitraum die Differenz zwischen Fondsrendite und Indexrendite bestimmt. Anschließend wird untersucht, wie stark diese Differenzen um ihren Durchschnitt schwanken. Mathematisch entspricht der Tracking Error grundsätzlich der Standardabweichung dieser Renditedifferenzen.

Das führt zu einer wichtigen Besonderheit: Ein ETF kann dauerhaft etwas schlechter als sein Index abschneiden und trotzdem einen sehr niedrigen Tracking Error besitzen. Entscheidend ist, ob die Abweichung relativ konstant oder stark schwankend ist.

Entwickelt sich ein ETF beispielsweise jedes Jahr ziemlich zuverlässig um 0,20 Prozentpunkte schlechter als sein Index, ist die Abweichung zwar für den Anleger relevant, aber sehr gleichmäßig. Der Tracking Error kann deshalb niedrig sein.

Genau deshalb sollte die Kennzahl niemals isoliert betrachtet werden.

Beispiel: Was sagt der Tracking Error bei einem ETF aus?

Angenommen, zwei ETFs bilden denselben Aktienindex ab. ETF A liegt in den betrachteten Perioden relativ konstant geringfügig unter der Indexrendite. ETF B liegt dagegen einmal deutlich über und ein anderes Mal deutlich unter der Benchmark.

Bei ETF A könnten die periodischen Renditeabweichungen beispielsweise bei -0,02, -0,03, -0,02 und -0,03 Prozentpunkten liegen. Die Abweichung zum Index ist damit sehr gleichmäßig.

Bei ETF B könnten dagegen Abweichungen von +0,10, -0,15, +0,08 und -0,12 Prozentpunkten auftreten. Obwohl sich positive und negative Differenzen teilweise ausgleichen können, schwanken die Abweichungen wesentlich stärker.

ETF A hätte in diesem vereinfachten Beispiel einen deutlich niedrigeren Tracking Error. Seine Entwicklung lässt sich gegenüber dem Index besser vorhersehen.

Für einen Anleger bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass ETF A insgesamt die höhere Rendite erzielt. Dafür muss zusätzlich betrachtet werden, wie groß die durchschnittliche Renditedifferenz zum Index tatsächlich ist.

Warum ist der Tracking Error wichtig?

Bei einem passiven ETF besteht das wesentliche Ziel darin, einen bestimmten Index möglichst zuverlässig abzubilden. Anleger erwarten beispielsweise von einem ETF auf den S&P 500 nicht, dass das Fondsmanagement versucht, den amerikanischen Aktienmarkt aktiv zu schlagen. Stattdessen soll die Indexentwicklung möglichst genau nachvollzogen werden.

Der Tracking Error liefert einen Hinweis darauf, wie zuverlässig das gelingt. Große und unregelmäßige Abweichungen können darauf hindeuten, dass die Indexnachbildung weniger präzise funktioniert.

Das kann verschiedene Ursachen haben. Ein ETF muss beispielsweise nicht zwingend sämtliche Wertpapiere eines Index halten. Bei sehr umfangreichen Indizes kann ein Anbieter eine repräsentative Auswahl einsetzen. Dieses sogenannte Sampling kann zusätzliche Abweichungen verursachen.

Auch Veränderungen innerhalb eines Index können eine Rolle spielen. Werden Unternehmen aufgenommen oder entfernt, muss der ETF sein Portfolio entsprechend anpassen. Transaktionen verursachen Kosten und können zeitlich leicht von der Indexberechnung abweichen.

Hinzu kommen Dividenden, Quellensteuern, Liquiditätsreserven und Wertpapierleihe. Dadurch kann die tatsächliche Entwicklung eines ETFs geringfügig von der theoretischen Indexentwicklung abweichen.

Tracking Error berechnen

Der Tracking Error wird auf Grundlage der Renditedifferenzen zwischen Fonds und Benchmark berechnet. Vereinfacht lässt sich die Grundlage folgendermaßen darstellen:

Renditedifferenz = Fondsrendite − Benchmarkrendite

Für jede betrachtete Periode wird zunächst diese Differenz ermittelt. Anschließend wird die Standardabweichung sämtlicher Renditedifferenzen berechnet:

Tracking Error = Standardabweichung der Renditedifferenzen zwischen Fonds und Benchmark

Werden beispielsweise monatliche Renditen verwendet, erhält man zunächst einen monatlichen Tracking Error. Soll daraus ein annualisierter Wert entstehen, wird bei zwölf Monatswerten typischerweise mit der Quadratwurzel aus 12 hochgerechnet:

Annualisierter Tracking Error = monatlicher Tracking Error × √12

Bei täglichen Daten hängt der Annualisierungsfaktor von der verwendeten Methodik beziehungsweise Zahl der Handelstage ab. Deshalb sollten Anleger beim Vergleich veröffentlichter Kennzahlen darauf achten, dass Berechnungszeitraum, Datenfrequenz und Methodik vergleichbar sind.

Ein Tracking Error von beispielsweise 0,10 Prozent bedeutet vereinfacht, dass die Abweichungen der Renditen von ETF und Benchmark nur relativ gering schwanken. Ob die durchschnittliche Abweichung positiv oder negativ ist, beantwortet diese Zahl allein jedoch nicht.

Tracking Error und Tracking Difference: Was ist der Unterschied?

Tracking Error und Tracking Difference werden häufig miteinander verwechselt, obwohl beide Kennzahlen unterschiedliche Fragen beantworten.

KennzahlTracking ErrorTracking DifferenceBetrachtungSchwankung der RenditeabweichungenRenditeunterschied zwischen ETF und IndexAussageWie gleichmäßig folgt der ETF dem Index?Wie viel besser oder schlechter war der ETF?Niedriger WertMeist Zeichen einer stabilen IndexnachbildungNicht automatisch positiv oder negativ zu bewertenBedeutung für AnlegerPräzision der NachbildungTatsächliche Renditeabweichung

Die Tracking Difference ist für viele ETF-Anleger besonders anschaulich. Hat ein Index beispielsweise innerhalb eines bestimmten Zeitraums 8,0 Prozent erzielt und der ETF 7,8 Prozent, beträgt die Differenz 0,2 Prozentpunkte zulasten des ETFs.

Der Tracking Error betrachtet dagegen, wie stark diese Differenzen während des untersuchten Zeitraums schwankten.

Ein ETF kann deshalb eine relativ ungünstige Tracking Difference und gleichzeitig einen niedrigen Tracking Error besitzen. Umgekehrt kann die durchschnittliche Renditedifferenz gering sein, während die einzelnen Abweichungen stark schwanken.

Tracking Error und TER sind nicht dasselbe

Auch die Gesamtkostenquote beziehungsweise Total Expense Ratio (TER) darf nicht mit dem Tracking Error verwechselt werden. Die TER gibt an, welche laufenden Kosten eines Fonds jährlich dem Fondsvermögen belastet werden.

Diese Kosten können dazu beitragen, dass ein ETF hinter seinem Index zurückbleibt. Die tatsächliche Renditedifferenz muss jedoch nicht exakt der TER entsprechen.

Weitere Faktoren können das Ergebnis verbessern oder verschlechtern. Einnahmen aus Wertpapierleihe können beispielsweise einen Teil der Kosten kompensieren. Gleichzeitig können Transaktionskosten, Steuern oder Unterschiede bei der Behandlung von Dividenden zusätzliche Abweichungen verursachen.

Deshalb reicht es beim ETF-Vergleich nicht aus, ausschließlich den ETF mit der niedrigsten TER auszuwählen. Ein etwas teurerer ETF kann seinen Index in der Praxis unter Umständen genauso gut oder sogar besser nachbilden.

Worauf sollte man beim Tracking Error achten?

Ein niedriger Tracking Error ist bei einem passiven ETF grundsätzlich wünschenswert, weil er auf eine gleichmäßige Indexnachbildung hindeutet. Eine allgemeingültige Grenze, ab der ein Tracking Error automatisch gut oder schlecht wäre, gibt es jedoch nicht.

Entscheidend ist der Vergleich geeigneter Produkte. Zwei ETFs sollten möglichst denselben Index abbilden und über vergleichbare Zeiträume betrachtet werden. Ein Tracking Error eines ETFs auf einen breit diversifizierten Standardindex lässt sich nicht ohne Weiteres mit dem eines Produkts auf einen schwer handelbaren Schwellenländer- oder Spezialindex vergleichen.

Auch kurze Betrachtungszeiträume können irreführend sein. Einzelne außergewöhnliche Marktphasen, Indexänderungen oder starke Kursbewegungen können die Kennzahl vorübergehend beeinflussen.

Zusätzlich sollten Anleger prüfen, auf welcher Datenbasis der Tracking Error berechnet wurde. Unterschiedliche Anbieter können verschiedene Beobachtungszeiträume oder Renditeintervalle verwenden. Dadurch sind veröffentlichte Werte nicht immer unmittelbar vergleichbar.

Typische Fehler und Missverständnisse

Ein häufiger Fehler besteht darin, einen niedrigen Tracking Error automatisch mit einer hohen Rendite gleichzusetzen. Die Kennzahl misst jedoch keine absolute Anlageperformance. Ein ETF kann seinen Index sehr präzise nachbilden, während der Index selbst erhebliche Verluste erzielt.

Ebenso bedeutet ein Tracking Error von null theoretisch lediglich, dass die Renditedifferenz vollkommen konstant ist. Würde ein Fonds in jeder betrachteten Periode exakt gleich stark hinter seiner Benchmark zurückbleiben, könnten seine Abweichungen praktisch keine Schwankungen aufweisen. Trotzdem hätte der Anleger gegenüber dem Index einen dauerhaften Renditenachteil.

Ein weiteres Missverständnis betrifft die TER. Ein ETF mit einer TER von 0,20 Prozent muss nicht zwangsläufig jedes Jahr genau 0,20 Prozentpunkte hinter seinem Index liegen. Die tatsächliche Wertentwicklung wird durch weitere Faktoren beeinflusst.

Beim ETF-Vergleich ergibt sich deshalb das aussagekräftigere Bild aus mehreren Kennzahlen: Kosten, Tracking Difference, Tracking Error, Fondsvolumen, Replikationsmethode und gegebenenfalls weitere Produkteigenschaften sollten gemeinsam betrachtet werden.

Für wen ist der Tracking Error besonders relevant?

Die Kennzahl ist vor allem für Anleger interessant, die passive ETFs vergleichen. Gibt es mehrere Produkte auf denselben Index, kann der Tracking Error zusätzliche Informationen über die Qualität und Beständigkeit der Indexnachbildung liefern.

Auch institutionelle Anleger und Fondsmanager verwenden den Tracking Error. Bei aktiv verwalteten Fonds bekommt die Kennzahl allerdings eine etwas andere Bedeutung. Dort kann ein höherer Tracking Error bewusst entstehen, weil das Portfolio gezielt von der Benchmark abweicht.

Bei einem klassischen Indexfonds ist dagegen normalerweise eine möglichst präzise Nachbildung gewünscht. Die Interpretation hängt deshalb immer davon ab, welches Anlageziel das jeweilige Produkt verfolgt.

Häufige Fragen zum Tracking Error

Ist ein niedriger Tracking Error bei ETFs immer besser?

Bei ETFs, deren Ziel eine möglichst genaue Indexnachbildung ist, spricht ein niedriger Tracking Error grundsätzlich für eine stabile Nachbildungsqualität. Er sollte trotzdem nicht allein über die Auswahl eines ETFs entscheiden. Besonders wichtig ist zusätzlich die Tracking Difference, weil sie zeigt, wie sich der ETF tatsächlich gegenüber seinem Index entwickelt hat. Auch TER, Fondsgröße, Replikationsmethode, Handelskosten und steuerliche Aspekte können relevant sein. Zwei ETFs mit ähnlich niedrigem Tracking Error können deshalb aus Sicht eines Anlegers trotzdem unterschiedlich attraktiv sein.

Wie hoch sollte der Tracking Error eines ETFs sein?

Eine universelle Grenze für einen guten Tracking Error existiert nicht. Bei liquiden und leicht nachzubildenden Standardindizes sind grundsätzlich geringere Abweichungen zu erwarten als bei komplexen Indizes mit weniger liquiden Wertpapieren. Sinnvoll ist deshalb vor allem der Vergleich mehrerer ETFs auf dieselbe Benchmark. Dabei sollten möglichst identische Berechnungszeiträume und Methoden verwendet werden. Ein isolierter Prozentwert ohne Vergleichsmaßstab sagt dagegen relativ wenig über die tatsächliche Qualität eines Produkts aus.

Kann ein ETF trotz niedrigem Tracking Error schlechter als der Index sein?

Ja. Der Tracking Error misst die Schwankung der Renditedifferenzen und nicht deren durchschnittliche Höhe. Ein ETF könnte beispielsweise relativ konstant etwas schlechter abschneiden als seine Benchmark. Weil die Differenz kaum schwankt, wäre der Tracking Error trotzdem niedrig. Ob und wie stark ein ETF langfristig hinter seinem Index zurückbleibt, lässt sich besser über die Tracking Difference beurteilen. Für einen fundierten ETF-Vergleich sind deshalb beide Kennzahlen sinnvoll.

Warum weicht ein ETF überhaupt von seinem Index ab?

Ein Index ist zunächst eine rechnerische Benchmark, während ein ETF ein tatsächlich verwaltetes Portfolio ist. Dabei entstehen Kosten und praktische Unterschiede. Ursachen können unter anderem Verwaltungsgebühren, Transaktionskosten, Steuern, Dividendenzahlungen, Indexanpassungen, Sampling oder Liquiditätsbestände sein. Bei synthetischen ETFs gelten wiederum andere Mechanismen der Indexnachbildung. Gleichzeitig können bestimmte Effekte wie Erträge aus Wertpapierleihe einen Teil der Kosten kompensieren. Eine vollkommen identische Entwicklung von Index und ETF ist deshalb in der Praxis nicht selbstverständlich.

Ist der Tracking Error in der TER enthalten?

Nein. TER und Tracking Error messen unterschiedliche Dinge. Die TER zeigt die laufenden Kosten, die dem Fondsvermögen belastet werden. Der Tracking Error misst dagegen, wie stark die periodischen Renditeabweichungen zwischen Fonds und Benchmark schwanken. Die Kosten eines ETFs können dessen Wertentwicklung beeinflussen und damit indirekt für Abweichungen sorgen, sind aber nur einer von mehreren Faktoren. Aus einer TER von beispielsweise 0,20 Prozent lässt sich daher kein Tracking Error von 0,20 Prozent ableiten.

Kann ein aktiv gemanagter Fonds einen hohen Tracking Error haben?

Ja, und das muss bei einem aktiven Fonds nicht zwangsläufig negativ sein. Ein aktiver Fondsmanager kann bewusst andere Wertpapiere oder Gewichtungen wählen als die Benchmark, um eine höhere Rendite zu erzielen oder bestimmte Risiken anders zu steuern. Dadurch können stärkere Abweichungen gegenüber dem Vergleichsindex entstehen. Bei einem passiven ETF wäre ein hoher Tracking Error dagegen eher erklärungsbedürftig, weil dessen Ziel normalerweise darin besteht, den zugrunde liegenden Index möglichst präzise abzubilden.

Wo findet man den Tracking Error eines ETFs?

Der Tracking Error kann unter anderem in detaillierten Fondsunterlagen, Factsheets oder Kennzahlenübersichten eines Anbieters angegeben werden. Allerdings veröffentlichen nicht alle Anbieter die Kennzahl in derselben Form. Anleger sollten deshalb auf den Berechnungszeitraum und die verwendete Methodik achten. Für einen sinnvollen Vergleich müssen die Werte möglichst auf einer vergleichbaren Datengrundlage beruhen. Alternativ lässt sich der Tracking Error aus historischen Renditedaten von ETF und Benchmark selbst berechnen, sofern ausreichend vergleichbare Daten verfügbar sind.

Fazit

Der Tracking Error zeigt, wie stark die Renditeabweichungen eines Fonds oder ETFs gegenüber seiner Benchmark schwanken. Besonders bei passiven ETFs ist ein niedriger Wert grundsätzlich ein positives Zeichen, weil er auf eine gleichmäßige und präzise Indexnachbildung hindeutet. Die Kennzahl beantwortet allerdings nicht die Frage, wie viel Rendite ein Anleger gegenüber dem Index tatsächlich verloren oder gewonnen hat.

Für einen aussagekräftigen ETF-Vergleich sollte der Tracking Error deshalb gemeinsam mit der Tracking Difference und weiteren Eigenschaften wie TER, Replikationsmethode und Fondsgröße betrachtet werden. Erst diese Kombination ermöglicht eine fundiertere Einschätzung, wie effizient und zuverlässig ein ETF seinen zugrunde liegenden Index tatsächlich abbildet.