Eltern, Großeltern und Paten möchten Kindern häufig einen finanziellen Vorsprung ermöglichen. Vielleicht soll das Geld später den Führerschein bezahlen, während der Ausbildung helfen oder den Einstieg in die erste eigene Wohnung erleichtern. Schon mit 25, 50 oder 100 Euro im Monat lässt sich über viele Jahre ein beachtlicher Betrag ansparen. Doch bei der Wahl der Geldanlage unterscheiden sich Sicherheit, Renditechancen und Verfügbarkeit erheblich.
Für langfristige Sparziele kann ein breit gestreuter ETF eine sinnvolle Lösung sein. Steht das Geld dagegen innerhalb der nächsten Jahre zur Verfügung, ist ein Tagesgeldkonto im Finanzlexikon erklären">Tagesgeldkonto häufig die bessere Wahl. Das klassische Sparkonto bietet zwar ebenfalls Sicherheit, ist bei niedrigen Zinsen und möglichen Verfügungsbeschränkungen aber nicht automatisch die attraktivste Variante.
Eine Kombination kann besonders praktisch sein: Ein Teil des Geldes wird sicher angelegt, während ein anderer Teil langfristig an den Kapitalmärkten investiert bleibt. Dabei geht es weniger darum, die höchste mögliche Rendite zu erzielen, als um eine Geldanlage, die zum Alter des Kindes, zum Familienbudget und zum späteren Verwendungszweck passt.
Welche Geldanlage für Kinder ist sinnvoll?
Die wichtigste Frage lautet nicht, welches Finanzprodukt aktuell am meisten Zinsen verspricht. Zunächst sollte feststehen, wann das Kind das Geld voraussichtlich benötigt. Zwischen einem Sparplan für ein Neugeborenes und einer Rücklage für einen 16-Jährigen liegen finanziell erhebliche Unterschiede.
Wer 18 Jahre Zeit hat, kann zwischenzeitliche Kursschwankungen eher aussitzen als jemand, der das angesparte Geld bereits in zwei Jahren benötigt. Umgekehrt bringt eine sichere Verzinsung wenig, wenn sie über viele Jahre deutlich unter der Inflation liegt und das Guthaben dadurch an Kaufkraft verliert.
| Anlageform | Geeigneter Zeitraum | Sicherheit und Risiko | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| Weltweiter Aktien-ETF | Eher 10 bis 15 Jahre oder länger | Hohe Schwankungen, Verluste möglich | Börsentäglich handelbar, Verkaufswert unsicher |
| Tagesgeld | Kurzfristig bis mittelfristig | Hohe Einlagensicherheit bei geschützter Bank | Normalerweise täglich verfügbar |
| Klassisches Sparkonto | Kurzfristig bis mittelfristig | Hohe Einlagensicherheit bei geschützter Bank | Je nach Vertrag eingeschränkt |
| Festgeld | Bei feststehendem Sparziel und passender Laufzeit | Hohe Einlagensicherheit bei geschützter Bank | Üblicherweise bis Laufzeitende gebunden |
Ein ETF besitzt langfristig größere Renditechancen, verlangt jedoch die Bereitschaft, deutliche Wertverluste auszuhalten. Tagesgeld eignet sich besser für planbare Ausgaben, weil der Kontostand nicht von Aktienkursen abhängt. Das klassische Sparkonto ist vor allem dann interessant, wenn seine Konditionen tatsächlich mit guten Tagesgeldangeboten mithalten können.
Für ein Kind, das gerade geboren wurde, kann deshalb eine andere Lösung sinnvoll sein als für ein Kind, das bald seinen Schulabschluss macht. Das Alter allein entscheidet allerdings nicht: Wenn das Geld auch nach dem 18. Geburtstag viele Jahre unangetastet bleiben soll, kann ein längerer Anlagehorizont bestehen.
ETF-Sparplan für Kinder: Langfristig Vermögen aufbauen
Ein ETF-Sparplan ist eine Möglichkeit, regelmäßig kleinere Beträge am Aktienmarkt anzulegen. ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds. Ein breit gestreuter Aktien-ETF bildet beispielsweise einen Index mit Unternehmen aus zahlreichen Ländern und Branchen nach.
Anstatt das Geld auf einzelne Aktien zu verteilen, erwerben Anleger mit einem solchen Fonds indirekt Anteile an vielen Unternehmen. Dadurch hängt die Entwicklung nicht allein vom Erfolg einer einzelnen Firma ab. Das allgemeine Aktienmarktrisiko bleibt allerdings bestehen.
Für Kinder wird häufig ein weltweit gestreuter ETF auf einen Index wie den MSCI ACWI oder den FTSE All-World gewählt. Beide berücksichtigen Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, unterscheiden sich jedoch in ihrer konkreten Zusammensetzung. Ein MSCI World konzentriert sich dagegen auf Industrieländer und enthält keine Schwellenländeraktien.
Warum ein früher Sparbeginn so viel ausmachen kann
Der größte Vorteil beim langfristigen ETF-Sparen liegt im Zusammenspiel aus regelmäßigen Einzahlungen und möglichen Erträgen. Werden erwirtschaftete Erträge wieder angelegt, können diese in späteren Jahren selbst weitere Erträge erzeugen. Dieser Effekt wird häufig als Zinseszinseffekt bezeichnet, obwohl die Wertentwicklung bei Aktien nicht aus festen Zinsen besteht.
Nehmen wir an, Eltern zahlen ab der Geburt ihres Kindes jeden Monat 50 Euro in einen ETF-Sparplan ein. Bei einer angenommenen durchschnittlichen jährlichen Rendite von 5 Prozent ergibt sich nach 18 Jahren ein rechnerischer Endwert von ungefähr 17.500 Euro.
Davon stammen lediglich 10.800 Euro aus den eigenen Einzahlungen. Der zusätzliche Vermögenszuwachs beträgt im Modell rund 6.700 Euro. Das Beispiel unterstellt eine gleichmäßige rechnerische Verzinsung bei monatlicher Anlage und berücksichtigt weder individuelle Steuern noch Produktkosten oder Inflation. Tatsächliche Aktienkurse entwickeln sich deutlich unregelmäßiger.
Bei höheren Sparraten wird der Unterschied entsprechend größer:
| Monatliche Sparrate | Einzahlungen in 18 Jahren | Modellwert bei 5 % p. a. |
|---|---|---|
| 25 € | 5.400 € | ca. 8.750 € |
| 50 € | 10.800 € | ca. 17.500 € |
| 75 € | 16.200 € | ca. 26.250 € |
| 100 € | 21.600 € | ca. 35.000 € |
| 150 € | 32.400 € | ca. 52.500 € |
Die Beträge sind gerundete Modellwerte bei monatlichen Einzahlungen zum Monatsende. Die angenommene Rendite ist keine Prognose und keine Garantie.
Besonders deutlich wird, dass nicht zwingend große monatliche Summen notwendig sind. Eine Familie, die dauerhaft 50 Euro aufbringen kann, erreicht im Beispiel bereits einen fünfstelligen Anlagebetrag. Entscheidend ist, dass die Sparrate über viele Jahre tragbar bleibt und nicht regelmäßig ausgesetzt werden muss, weil sie das Haushaltsbudget überfordert.
Welche Risiken bestehen bei einem Kinder-ETF?
Ein weltweit gestreuter ETF reduziert das Risiko einzelner Unternehmen, schützt aber nicht vor einem allgemeinen Börsenrückgang. Auch breit diversifizierte Aktienindizes können zeitweise 30, 40 oder mehr Prozent an Wert verlieren. Solche Rückgänge sind besonders problematisch, wenn das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird.
Angenommen, ein Kinderdepot hat kurz vor dem 18. Geburtstag einen Wert von 20.000 Euro. Kommt es zu einem Kursrückgang von 35 Prozent, verbleiben vorübergehend nur noch 13.000 Euro. Wird das Geld genau in dieser Phase für ein Studium oder eine Ausbildung benötigt, müssen möglicherweise Fondsanteile mit Verlust verkauft werden.
Deshalb sollte ein ETF-Sparplan nicht automatisch bis zum letzten Monat vor dem geplanten Auszahlungstermin vollständig in Aktien investiert bleiben. Eine mögliche Strategie besteht darin, mehrere Jahre vor der vorgesehenen Verwendung schrittweise einen Teil des Geldes auf Tagesgeld oder andere geeignete sichere Anlagen zu übertragen.
Wie früh diese Umschichtung beginnen sollte, richtet sich nach der Bedeutung des Sparziels. Ist das Geld für zwingend notwendige Ausgaben vorgesehen, spricht mehr für Sicherheit. Soll es lediglich ein zusätzlicher finanzieller Grundstock sein, den das Kind notfalls länger investiert lassen kann, ist ein höherer Aktienanteil eher vertretbar.
Worauf Eltern bei einem ETF-Sparplan achten sollten
Nicht jeder Fonds und nicht jedes Depot ist für einen langfristigen Kindersparplan gleich gut geeignet. Neben einer breiten Streuung sind vor allem niedrige Kosten und ein zuverlässiger Sparplanbetrieb wichtig.
Die laufenden Fondskosten werden häufig über die Gesamtkostenquote TER angegeben. Bei einem ETF mit 0,20 Prozent TER betragen sie rechnerisch etwa 20 Euro jährlich je 10.000 Euro Fondsvermögen. Die tatsächliche Abweichung zur Indexrendite kann davon abweichen. Hinzu kommen möglicherweise Depotgebühren, Sparplankosten oder Gebühren beim späteren Verkauf.
Besonders bei kleinen Sparraten fallen feste Gebühren ins Gewicht. Kostet jede monatliche Ausführung beispielsweise 1,50 Euro, werden bei einer Sparrate von 25 Euro bereits 6 Prozent des eingezahlten Betrags allein für die Ausführung verwendet. Ein günstiger oder kostenloser ETF-Sparplan kann daher über viele Jahre einen erheblichen Unterschied machen.
Ob ein ETF seine Erträge ausschüttet oder automatisch wieder anlegt, ist für den langfristigen Vermögensaufbau ebenfalls relevant. Ein thesaurierender ETF legt Erträge innerhalb des Fonds wieder an und erspart die manuelle Wiederanlage. Allerdings können auch bei thesaurierenden Fonds steuerpflichtige Erträge entstehen, beispielsweise durch die Vorabpauschale.
Tagesgeld für Kinder: Sicherheit und flexible Rücklagen
Ein Tagesgeldkonto eignet sich besonders, wenn das angesparte Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar sein soll oder bereits in wenigen Jahren gebraucht wird. Im Gegensatz zu Aktien schwankt das Guthaben nicht mit den Finanzmärkten. Die Bank zahlt stattdessen einen Zinssatz, der sich allerdings jederzeit verändern kann.
Innerhalb der Europäischen Union sind grundsätzlich Einlagen von bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung beziehungsweise entsprechende Sicherungssysteme geschützt. Bei ausländischen Banken sollten Eltern prüfen, welchem Sicherungssystem das jeweilige Institut unterliegt.
Die Sicherheit betrifft den angelegten Geldbetrag und die vereinbarte beziehungsweise gutgeschriebene Verzinsung, soweit der gesetzliche Schutz reicht. Sie verhindert jedoch keinen Kaufkraftverlust durch Inflation.
Wie viel bringen Tagesgeldzinsen über mehrere Jahre?
Auch auf dem Tagesgeldkonto kann sich regelmäßiges Sparen lohnen. Allerdings hängt die Entwicklung stark davon ab, wie sich die Zinsen im Laufe der Zeit verändern.
Spart eine Familie beispielsweise zehn Jahre lang monatlich 50 Euro, ergibt sich ohne Verzinsung ein Guthaben von 6.000 Euro. Bei einem über die gesamte Laufzeit angenommenen Zinssatz von 2 Prozent pro Jahr wächst der Betrag rechnerisch auf ungefähr 6.630 Euro.
Damit entsteht ein zusätzlicher Zinsertrag von rund 630 Euro vor möglichen Steuern. Ein ETF könnte bei günstiger Kapitalmarktentwicklung mehr erwirtschaften, könnte am Ende der Laufzeit aber auch weniger wert sein als die gesamten Einzahlungen.
Bei Tagesgeld zählt deshalb nicht allein der aktuelle Zinssatz. Eltern sollten außerdem darauf achten, ob es sich um einen zeitlich begrenzten Aktionszins handelt, ob der Zinssatz später deutlich sinkt und ob ein Konto tatsächlich auf den Namen des Kindes eröffnet werden kann.
Manche Banken bieten attraktive Tagesgeldkonten ausschließlich für Erwachsene an. Ein Kinderkonto mit etwas niedrigerem Zinssatz kann dennoch sinnvoll sein, wenn es kostenlos geführt wird, unkompliziert funktioniert und zuverlässig für regelmäßige Einzahlungen genutzt werden kann.
Sparkonto für Kinder: Bewährte Lösung mit möglichen Nachteilen
Das klassische Sparbuch gehört zu den bekanntesten Formen der Geldanlage für Kinder. Besonders Großeltern entscheiden sich häufig dafür, weil sie diese Anlageform seit Jahrzehnten kennen und schätzen.
Ein Sparbuch kann weiterhin einen Zweck erfüllen. Es bietet eine einfache Möglichkeit, Geld getrennt vom alltäglichen Zahlungsverkehr aufzubewahren. Die Verzinsung ist allerdings bei vielen klassischen Produkten vergleichsweise niedrig. Ob ein Sparkonto attraktiv ist, lässt sich deshalb nur anhand der tatsächlichen Konditionen beurteilen.
Hinzu kommt, dass traditionelle Spareinlagen häufig Einschränkungen bei der Auszahlung besitzen. Bei klassischen Sparbüchern können ohne Kündigung oftmals nur bis zu 2.000 Euro innerhalb eines Kalendermonats verfügt werden. Für größere Beträge gelten je nach Vertrag Kündigungsfristen, häufig drei Monate, oder mögliche Vorschusszinsen.
Ein modernes Online-Sparkonto kann andere Bedingungen haben. Deshalb sollten Eltern nicht allein aufgrund der Bezeichnung „Sparkonto“ von einer bestimmten Verzinsung oder Verfügbarkeit ausgehen.
Gerade für ein Kind, das sein Geld in zwei oder drei Jahren benötigt, kann Tagesgeld die praktischere Alternative sein. Ein vorhandenes Sparbuch muss trotzdem nicht grundsätzlich aufgelöst werden. Sinnvoll ist zunächst ein Vergleich der Verzinsung, möglicher Gebühren und der Verfügungsregeln.
Die Kombination aus ETF und Tagesgeld
Familien müssen sich nicht zwingend zwischen Renditechancen und Sicherheit entscheiden. Häufig passt eine Aufteilung besser zu den tatsächlichen Bedürfnissen als eine einzige Anlageform.
So könnte eine Familie jeden Monat 75 Euro für ein fünfjähriges Kind zurücklegen. Davon fließen 50 Euro in einen weltweit gestreuten ETF, während 25 Euro auf einem Tagesgeldkonto angespart werden. Das Tagesgeld steht für frühere Ausgaben zur Verfügung; der ETF ist für später gedacht.
Diese Aufteilung ist kein allgemeingültiger Richtwert. Sie veranschaulicht lediglich, wie unterschiedliche Sparziele voneinander getrennt werden können.
Wer ein Neugeborenes langfristig unterstützen möchte und Wertschwankungen aushält, könnte einen größeren Teil in Aktien investieren. Für eine Familie mit einem 15-jährigen Kind, das bald den Führerschein benötigt, wäre dagegen ein hoher Tagesgeldanteil plausibler.
Entscheidend ist, die beiden Töpfe nicht nur gedanklich, sondern möglichst auch organisatorisch zu trennen. Auf diese Weise sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass langfristige ETF-Anteile vorzeitig verkauft werden müssen.
Wie viel Geld sollten Eltern monatlich für ihr Kind sparen?
Viele Familien beginnen keinen Sparplan, weil sie glauben, zunächst eine größere Summe zur Verfügung haben zu müssen. Tatsächlich können schon niedrige regelmäßige Beträge sinnvoll sein.
Eine monatliche Sparrate von 25 Euro entspricht 300 Euro pro Jahr. Bei 50 Euro sind es 600 Euro, bei 100 Euro bereits 1.200 Euro. Über 18 Jahre summieren sich diese Einzahlungen auf 5.400, 10.800 beziehungsweise 21.600 Euro, selbst wenn keinerlei Erträge berücksichtigt werden.
Die passende Sparrate richtet sich vor allem nach dem finanziellen Spielraum des Haushalts. Wer noch keinen Notgroschen besitzt, regelmäßig seinen Dispokredit nutzt oder hoch verzinste Schulden zurückzahlen muss, sollte diese Baustellen nicht zugunsten eines großen Kinderdepots ignorieren.
Eine monatliche Sparrate von 25 Euro, die dauerhaft finanzierbar ist, kann sinnvoller sein als ein 150-Euro-Sparplan, der nach wenigen Monaten wieder beendet werden muss.
Außerdem können unregelmäßige Geldgeschenke die laufenden Einzahlungen ergänzen. Geburtstage, Weihnachten oder besondere Familienereignisse bieten Gelegenheit, einen zusätzlichen Betrag zurückzulegen. Bei einem ETF sollten solche Einmalanlagen aber ebenso zum Anlagehorizont und zur Risikobereitschaft passen wie die monatlichen Sparraten.
Warum ein eigener Notgroschen der Eltern Vorrang haben kann
Kinder sollen finanziell abgesichert sein. Dazu gehört jedoch auch, dass der Familienhaushalt unerwartete Ausgaben bewältigen kann, ohne sofort Kredite aufnehmen oder Ersparnisse auflösen zu müssen.
Fällt beispielsweise die Waschmaschine aus oder muss kurzfristig ein Fahrzeug repariert werden, ist eine liquide Rücklage wertvoller als ein langfristiges ETF-Investment, das möglicherweise gerade im Minus liegt.
Für viele Haushalte kann ein Notgroschen in Höhe von etwa drei bis sechs Monatsausgaben eine sinnvolle Orientierung sein. Die tatsächlich notwendige Höhe hängt unter anderem von der Einkommenssicherheit, den laufenden Verpflichtungen und der persönlichen Lebenssituation ab.
Sind diese Grundlagen geregelt, lässt sich das Sparen für Kinder wesentlich entspannter gestalten. Das Geld kann dann tatsächlich für den vorgesehenen Zweck investiert bleiben.
Kinderdepot auf den Namen des Kindes oder der Eltern?
Eine der wichtigsten Entscheidungen wird häufig bereits bei der Kontoeröffnung getroffen. Soll das angesparte Vermögen rechtlich dem Kind gehören oder zunächst Eigentum der Eltern bleiben?
Beide Varianten unterscheiden sich nicht nur bei Steuern und Verfügungsrechten. Sie haben auch Folgen für den 18. Geburtstag und unter Umständen für spätere staatliche Leistungen.
Ein Juniordepot gehört rechtlich dem Kind
Wird ein Depot auf den Namen eines minderjährigen Kindes eröffnet, gehört das darin befindliche Vermögen grundsätzlich dem Kind. Die Eltern verwalten es als gesetzliche Vertreter und müssen dabei die rechtlichen Vorgaben zur Vermögenssorge beachten.
Das hat einen wesentlichen Vorteil: Das Vermögen ist klar dem Kind zugeordnet. Außerdem können die eigenen steuerlichen Freibeträge des Kindes genutzt werden.
Die Eltern dürfen das Geld allerdings nicht nach Belieben für persönliche Ausgaben einsetzen oder später einfach zurückfordern. Auch gewöhnliche Unterhaltsverpflichtungen lassen sich nicht beliebig aus dem Kindesvermögen finanzieren.
Mit Eintritt der Volljährigkeit erhält das Kind grundsätzlich die eigenständige Verfügungsmacht über das Depot. Es kann dann selbst entscheiden, ob es die Wertpapiere weiter hält, verkauft oder das Geld anderweitig verwendet.
Genau dieser Punkt sollte vor der Eröffnung bedacht werden. Wer über 18 Jahre spart, muss akzeptieren, dass aus dem Kind ein Erwachsener wird, der eigene finanzielle Entscheidungen trifft.
Sparen auf den Namen der Eltern erhält mehr Kontrolle
Alternativ können Eltern einen ETF-Sparplan oder ein Tagesgeldkonto auf ihren eigenen Namen führen und das Geld gedanklich für das Kind reservieren.
Dadurch behalten sie zunächst die rechtliche Kontrolle über das Vermögen. Sie können später beispielsweise entscheiden, ob das Geld zum 18., 21. oder 25. Geburtstag übertragen werden soll.
Die Kehrseite: Rechtlich gehört dieses Guthaben weiterhin den Eltern. Es wird grundsätzlich deren Vermögen zugerechnet, kann bei finanziellen Schwierigkeiten betroffen sein und fällt im Todesfall in den jeweiligen Nachlass.
Auch steuerlich gelten zunächst die Freibeträge der Eltern. Eine spätere Übertragung auf das Kind kann außerdem schenkungsteuerliche Fragen aufwerfen, insbesondere bei größeren Beträgen.
Wichtig ist eine klare Unterscheidung: Wird Geld dem Kind tatsächlich geschenkt und auf einem Kinderkonto angelegt, lässt sich diese Schenkung nicht allein deshalb rückgängig machen, weil die Eltern später anders darüber denken.
Steuern bei der Geldanlage für Kinder
Kinder besitzen grundsätzlich eigene steuerliche Freibeträge. Das kann die Geldanlage auf ihren Namen attraktiv machen, insbesondere wenn über viele Jahre größere Erträge entstehen.
Für Kapitalerträge gilt auch bei Kindern der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro jährlich. Bei mehreren Banken und Depots muss die Summe der erteilten Freistellungsaufträge innerhalb dieses Betrags bleiben.
Darüber hinaus kann der allgemeine steuerliche Grundfreibetrag relevant werden. Er beträgt im Jahr 2026 insgesamt 12.348 Euro. Vereinfacht bedeutet dies, dass Kinder ohne weitere steuerpflichtige Einkünfte unter bestimmten Voraussetzungen deutlich höhere Kapitalerträge erzielen können, ohne dass am Ende Einkommensteuer anfällt.
Dabei darf der Grundfreibetrag allerdings nicht mit einem zusätzlichen pauschalen Freibetrag verwechselt werden, den jede Bank automatisch berücksichtigt. Die konkrete Besteuerung hängt von der Einkunftsart, möglichen weiteren Einkünften und den steuerlichen Regeln ab. Bei Aktienfonds ist beispielsweise die Teilfreistellung zu beachten.
Wann lohnt sich eine Nichtveranlagungsbescheinigung?
Erzielt ein Kind höhere Kapitalerträge, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Nichtveranlagungsbescheinigung, kurz NV-Bescheinigung, sinnvoll sein.
Sie wird beim Finanzamt beantragt und kann bei der Bank hinterlegt werden. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, darf die Bank Kapitalerträge grundsätzlich ohne den üblichen Kapitalertragsteuerabzug auszahlen beziehungsweise gutschreiben.
Eine NV-Bescheinigung kommt vor allem dann infrage, wenn voraussichtlich keine Einkommensteuer entsteht, die Kapitalerträge aber über dem Sparer-Pauschbetrag liegen. Sie gilt üblicherweise für maximal drei Jahre und muss bei veränderten Verhältnissen überprüft werden.
Bei einem kleinen ETF-Sparplan oder einem Tagesgeldkonto mit geringen Erträgen reicht häufig bereits ein Freistellungsauftrag aus.
Können Kapitalerträge die Familienversicherung beeinflussen?
Ein häufig übersehener Punkt betrifft die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch Kapitalerträge können bei der Prüfung des regelmäßigen Gesamteinkommens berücksichtigt werden.
Im Jahr 2026 liegt die allgemeine Einkommensgrenze für die Familienversicherung bei 565 Euro monatlich. Für bestimmte Fälle mit geringfügiger Beschäftigung gilt die Grenze von 603 Euro. Die genaue Beurteilung richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und der individuellen Einkommenssituation.
Der Sparer-Pauschbetrag wird bei der Ermittlung der relevanten Einkünfte berücksichtigt. Trotzdem können umfangreiche regelmäßige Kapitalerträge zusammen mit anderen Einkünften Auswirkungen auf die Familienversicherung haben. Eine steuerliche Freistellung bedeutet also nicht automatisch, dass sämtliche Einkünfte sozialversicherungsrechtlich unbeachtlich sind.
Bei einem gewöhnlichen kleinen Kindersparplan ist das meist kein unmittelbares Problem. Bei größeren Depots, umfangreichen Ausschüttungen oder geplanten Wertpapierverkäufen sollte die Situation vorab mit der Krankenkasse geklärt werden.
Welche Folgen kann ein größeres Kindervermögen für BAföG haben?
Ein Kinderdepot kann später Auswirkungen auf die Ausbildungsförderung haben. Denn beim BAföG wird nicht ausschließlich das Einkommen der Eltern betrachtet. Auch eigenes Vermögen des Antragstellers ist relevant.
Das gilt grundsätzlich auch für Wertpapierdepots und Bankguthaben, die dem Kind rechtlich gehören. Übersteigt das anrechenbare Vermögen den jeweils geltenden Freibetrag, kann sich die Förderung reduzieren oder vollständig entfallen.
Daraus folgt nicht, dass Eltern auf ein Juniordepot verzichten sollten. Ein angespartes Vermögen kann Ausbildungskosten schließlich unmittelbar finanzieren und damit gerade den gewünschten Zweck erfüllen.
Vor der Entscheidung sollte aber bewusst sein, dass ein Depot auf den Namen des Kindes bei späteren Förderanträgen anders behandelt wird als Vermögen, das rechtlich weiterhin den Eltern gehört. Auch bei den Eltern können Vermögensübertragungen und sonstige Umstände rechtliche oder steuerliche Konsequenzen haben. Eine kurzfristige Übertragung zur Umgehung der Vermögensanrechnung ist keine verlässliche Lösung.
Wer ein größeres Vermögen für die Ausbildung aufbauen möchte, sollte daher Eigentumsverhältnisse, Verwendungszweck und mögliche Förderansprüche frühzeitig zusammendenken.
Geld von Großeltern und Paten richtig anlegen
Oft beteiligen sich mehrere Familienmitglieder am Vermögensaufbau eines Kindes. Großeltern möchten regelmäßig einen Betrag schenken, Paten planen eine größere Einmalzahlung oder Verwandte wollen Geld ausdrücklich für die spätere Ausbildung reservieren.
Am einfachsten funktioniert dies häufig über klare Absprachen mit den Eltern. Existiert bereits ein Kinderkonto oder Juniordepot, können Geldgeschenke je nach Anbieter über das zugehörige Referenz- beziehungsweise Verrechnungskonto eingezahlt werden. Direkte Einzahlungen Dritter oder Wertpapierübertragungen sind nicht bei jedem Anbieter gleichermaßen möglich.
Ein gesondertes Depot für jeden Schenkenden ist nicht zwingend erforderlich. Mehrere kleine Konten können den Überblick erschweren und zu unnötigen Gebühren führen.
Bei größeren Schenkungen sollte allerdings eindeutig dokumentiert werden, wer wem welchen Betrag geschenkt hat. Die steuerlichen Freibeträge unterscheiden sich nach Verwandtschaftsgrad. Schenkungen derselben Person innerhalb von zehn Jahren werden für die steuerliche Betrachtung grundsätzlich zusammengerechnet.
Großeltern haben gegenüber einem Enkelkind beispielsweise grundsätzlich einen persönlichen Schenkungsteuerfreibetrag von 200.000 Euro, sofern nicht besondere Verhältnisse einen anderen Freibetrag begründen. Für Eltern gegenüber ihren Kindern beträgt der persönliche Freibetrag grundsätzlich 400.000 Euro pro Elternteil. Bei gewöhnlichen Geldgeschenken werden diese Beträge oft nicht annähernd erreicht.
Wichtig ist auch die Frage, wer später über das Geld verfügen soll. Ein Geschenk an das Kind ist rechtlich etwas anderes als Geld, das die Großeltern zunächst auf einem eigenen Konto für einen späteren Schenkungszeitpunkt ansparen.
Was sollte sich mit zunehmendem Alter des Kindes ändern?
Ein langfristiger Sparplan muss nicht jedes Jahr grundlegend überarbeitet werden. Dennoch lohnt es sich, die Strategie an die verbleibende Zeit bis zur geplanten Verwendung anzupassen.
Bei einem Neugeborenen besteht bis zur Volljährigkeit ein Zeitraum von 18 Jahren. Wer das Geld nicht vorher benötigt, kann deshalb einen langfristigen ETF-Anteil erwägen. Bei einem zehnjährigen Kind beträgt die verbleibende Zeit bis zum 18. Geburtstag dagegen nur noch acht Jahre.
Besonders in den letzten Jahren vor einer fest geplanten Auszahlung gewinnt die Sicherheit an Bedeutung. Ein rechtzeitiger Übergang von schwankungsanfälligen Anlagen zu Tagesgeld oder einer passenden Festgeldlaufzeit kann verhindern, dass kurzfristige Börsenverluste das Sparziel gefährden.
Dabei müssen nicht alle ETF-Anteile gleichzeitig verkauft werden. Eltern können beispielsweise bereits einige Jahre vorher neue Sparraten verstärkt auf Tagesgeld einzahlen und vorhandene ETF-Bestände schrittweise reduzieren. Solche Verkäufe können steuerliche Folgen haben und sollten nicht ausschließlich nach dem aktuellen Kurs entschieden werden.
Bei einem Kinderdepot bleibt außerdem zu beachten, dass die Verwaltung durch die Eltern mit der Volljährigkeit endet. Über die weitere Anlagestrategie entscheidet dann das erwachsene Kind selbst.
Fünf Fehler, die Eltern bei der Geldanlage vermeiden sollten
Bei der Geldanlage für Kinder entstehen Probleme häufig nicht durch eine einzelne schlechte Produktentscheidung. Vielmehr werden grundlegende Fragen erst gestellt, wenn bereits größere Summen angespart wurden.
- Nur auf die höchste Rendite achten. Eine hohe historische ETF-Rendite sagt wenig darüber aus, welcher Betrag zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt verfügbar sein wird. Der Anlagezeitraum und die möglichen Verluste müssen zum Sparziel passen.
- Gebühren bei kleinen Sparraten unterschätzen. Monatliche Ausführungskosten, Depotgebühren und laufende Fondskosten können die langfristige Entwicklung spürbar belasten. Besonders bei 25 oder 50 Euro Sparrate lohnt sich ein genauer Kostenvergleich.
- Das Kinderdepot als eigene Reserve behandeln. Vermögen auf den Namen des Kindes gehört grundsätzlich dem Kind. Eltern sollten dafür nur Beträge verwenden, die sie nicht später für eigene Ausgaben zurückholen müssen.
- Den Auszahlungstermin ignorieren. Wer das gesamte Geld bis unmittelbar vor dem geplanten Führerschein oder Studienbeginn in Aktien hält, riskiert einen ungünstigen Verkaufszeitpunkt. Planbare Ausgaben sollten rechtzeitig abgesichert werden.
- Zu viel sparen und das Familienbudget belasten. Kinder profitieren nicht davon, wenn ihre Eltern wegen eines ambitionierten Sparplans teure Kredite aufnehmen oder laufende Rechnungen nur schwer bezahlen können. Ein dauerhaft tragbarer Betrag ist wichtiger als eine möglichst hohe Sparrate.
Diese Fehler lassen sich vermeiden, wenn das Sparziel schriftlich festgelegt und die gewählte Anlage ungefähr einmal im Jahr überprüft wird. Häufig sind größere Anpassungen gar nicht notwendig.
Schritt für Schritt zur passenden Geldanlage für das Kind
Wer noch kein Konto oder Depot eingerichtet hat, kann mit einem einfachen Vorgehen beginnen. Entscheidend ist nicht, sofort die perfekte Anlage zu finden, sondern eine dauerhaft funktionierende Lösung aufzubauen.
- Sparziel und Zeitraum bestimmen. Soll das Geld für den Führerschein, die Ausbildung, die erste Wohnung oder als langfristiger Vermögensgrundstock dienen? Davon hängt ab, wie viele Jahre für die Anlage zur Verfügung stehen.
- Monatlich verfügbaren Betrag festlegen. Prüfe zunächst die laufenden Haushaltskosten und vorhandenen Rücklagen. Wähle anschließend eine Sparrate, die auch in finanziell schwierigeren Monaten realistisch bleibt.
- Eigentumsfrage klären. Entscheide bewusst, ob das Guthaben rechtlich bereits dem Kind gehören oder zunächst auf deinen Namen laufen soll. Berücksichtige dabei Volljährigkeit, Steuern und mögliche Förderleistungen.
- Anlageform und Anbieter vergleichen. Für langfristige Aktienanlagen sind breite Streuung und niedrige Kosten entscheidend. Bei Tagesgeld zählen insbesondere Einlagensicherung, Verzinsung, Zinsgarantie und Verfügbarkeit.
- Sparplan automatisieren und regelmäßig überprüfen. Ein Dauerauftrag oder ETF-Sparplan kann helfen, das Sparen dauerhaft umzusetzen. Prüfe ungefähr einmal jährlich, ob Sparrate, Anlageaufteilung und geplanter Auszahlungstermin noch zusammenpassen.
Sind diese Grundlagen geregelt, benötigt ein Kinder-Sparplan im Alltag meist nur wenig Aufmerksamkeit. Besonders bei langfristigen ETFs kann ständiges Reagieren auf Kursbewegungen sogar kontraproduktiv sein.
Fazit: Die beste Geldanlage für Kinder passt zum Sparziel
Für den langfristigen Vermögensaufbau über zehn bis fünfzehn Jahre oder länger können breit gestreute Aktien-ETFs eine gute Wahl sein. Sie ermöglichen die Beteiligung an der Entwicklung weltweiter Unternehmen, bringen allerdings erhebliche Kursschwankungen und mögliche Verluste mit sich. Wer einen festen Auszahlungstermin einhalten muss, sollte sich nicht allein auf die langfristigen Renditechancen verlassen.
Tagesgeld ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit wichtiger sind als eine möglichst hohe Rendite. Das klassische Sparkonto kann ebenfalls geeignet sein, sollte aber hinsichtlich Verzinsung, Gebühren und Auszahlungsbedingungen kritisch mit anderen Angeboten verglichen werden.
Für viele Familien ist eine Kombination aus ETF und Tagesgeld praktikabel. Dabei bleibt die monatliche Sparrate idealerweise so gewählt, dass sie den eigenen Haushalt nicht belastet. Zusätzlich sollte bereits zu Beginn geklärt werden, wem das Geld rechtlich gehört und wer später darüber entscheiden darf.
Der größte finanzielle Vorteil entsteht häufig nicht durch eine ausgefallene Anlagestrategie, sondern durch einen frühen Beginn, geringe Kosten und konsequentes Sparen. Ein überschaubarer Betrag, der über viele Jahre regelmäßig zurückgelegt wird, kann Kindern beim Start ins Erwachsenenleben spürbar helfen.
Häufige Fragen zur Geldanlage für Kinder
Wer für Kinder spart, beschäftigt sich häufig auch mit praktischen Fragen rund um Kontoeröffnung, Mindestbeträge und spätere Auszahlungen. Die folgenden Antworten helfen bei der konkreten Umsetzung.
Welcher ETF eignet sich am besten für Kinder?
Für einen langfristigen Kindersparplan kommen häufig breit gestreute Aktien-ETFs auf weltweite Indizes wie den MSCI ACWI oder FTSE All-World infrage. Wichtig sind niedrige laufende Kosten, eine ausreichende Diversifikation und ein günstiger Sparplan beim Depotanbieter. Auch ein weltweiter ETF kann zwischenzeitlich stark an Wert verlieren.
Kann ich bereits mit 10 Euro monatlich für mein Kind sparen?
Ja. Einige Depotanbieter ermöglichen ETF-Sparpläne bereits ab 1, 10 oder 25 Euro monatlich. Bei einer sehr kleinen Sparrate sollte besonders auf feste Ausführungsgebühren geachtet werden. Ein kostenloser Sparplan kann dabei deutlich wirtschaftlicher sein als ein Modell mit Gebühren pro Kauf.
Kann ich ein ETF-Depot für mein Baby eröffnen?
Ja. Viele Banken und Broker bieten Kinder- beziehungsweise Juniordepots an, die von den gesetzlichen Vertretern eröffnet und verwaltet werden. Meist werden die steuerliche Identifikationsnummer des Kindes, Identitätsnachweise und gegebenenfalls weitere Unterlagen benötigt. Welche Voraussetzungen gelten, hängt vom Anbieter und von der Sorgeberechtigung ab.
Darf mein Kind mit 18 Jahren das gesamte Geld ausgeben?
Gehört das Depot rechtlich dem Kind, kann es mit Eintritt der Volljährigkeit grundsätzlich selbst über sein Vermögen verfügen. Eltern können dann normalerweise nicht mehr bestimmen, wofür das Geld eingesetzt wird. Wer die rechtliche Kontrolle über den 18. Geburtstag hinaus behalten möchte, muss das Geld zunächst im eigenen Vermögen belassen und eine spätere Übertragung planen.
Ist ein Kinderdepot besser als eine Ausbildungsversicherung?
Ein kostengünstiges Juniordepot bietet häufig mehr Transparenz und Flexibilität als komplexe Versicherungsprodukte mit Sparanteil. Bei einer Ausbildungsversicherung können Abschluss- und Verwaltungskosten sowie Vertragsbedingungen die Erträge belasten. Ob sie sinnvoll ist, hängt auch davon ab, ob zusätzliche Absicherungsleistungen tatsächlich benötigt werden.
Kann ich Geld aus dem Kinderdepot vorzeitig auszahlen?
Technisch lassen sich Wertpapiere normalerweise verkaufen. Bei einem Depot auf den Namen des Kindes darf das Geld jedoch nicht beliebig für eigene Zwecke der Eltern verwendet werden. Eine Verwendung muss mit den gesetzlichen Regeln zur Verwaltung des Kindesvermögens vereinbar sein. Ob eine konkrete Ausgabe zulässig ist, sollte im Zweifel rechtlich geprüft werden.
Sollte ich Geldgeschenke direkt in einen ETF investieren?
Bei einem langfristigen Anlagehorizont kann die Investition in einen breit gestreuten ETF sinnvoll sein. Wird das Geld in naher Zukunft benötigt, ist eine sichere Anlage meist geeigneter. Auch die Höhe der Einmalzahlung und das Risiko zwischenzeitlicher Verluste sollten berücksichtigt werden.
Ist Tagesgeld für Kinder steuerfrei?
Zinserträge unterliegen grundsätzlich der Besteuerung von Kapitalerträgen. Kinder können jedoch ihren eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro jährlich nutzen. Bei geringen Zinsen reicht deshalb häufig ein Freistellungsauftrag aus, damit die Bank keine Kapitalertragsteuer einbehält. Bei höheren Erträgen können weitere steuerliche Freibeträge relevant werden.