Sparen für Kinder – welche Möglichkeiten gibt es?

Von Tagesgeld über Festgeld bis zum ETF-Sparplan: Entscheidend sind nicht nur Rendite und Sicherheit, sondern auch der Anlagehorizont und die Frage, wem das angesparte Vermögen später gehören soll.

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Wer für ein Kind Geld zurücklegt, hat einen ungewöhnlich großen Vorteil: Zeit. Beginnt das Sparen kurz nach der Geburt, liegen bis zum 18. Geburtstag mehr als 200 monatliche Sparraten vor einem. Selbst überschaubare Beträge können dadurch zu einer beachtlichen Starthilfe für Führerschein, Studium, Ausbildung, erste Wohnung oder andere größere Ausgaben werden.

Die passende Lösung hängt allerdings stark davon ab, wann das Geld gebraucht wird. Für einen Betrag, der in drei Jahren für ein Fahrrad verfügbar sein soll, gelten andere Regeln als für einen Sparplan mit 15 oder 18 Jahren Laufzeit. Bei langen Zeiträumen können breit gestreute Aktien-ETFs interessant sein, während für kurzfristige Ziele Tages- oder Festgeld meist besser geeignet ist.

Mindestens genauso wichtig ist eine zweite Entscheidung, die häufig erst spät bedacht wird: Soll das Geld bereits heute rechtlich dem Kind gehören oder zunächst Vermögen der Eltern bleiben? Ein Kinderkonto oder Juniordepot auf den Namen des Kindes kann steuerliche Vorteile haben, bedeutet aber zugleich, dass das Kind mit seiner Volljährigkeit selbst über das Vermögen verfügen kann.

Welche Möglichkeiten gibt es, für Kinder zu sparen?

Für die meisten Familien reichen wenige, vergleichsweise einfache Anlageformen aus. Komplizierte Kinderpolicen, langfristige Versicherungsverträge oder provisionsstarke Kombiprodukte sind nicht automatisch besser, nur weil sie ausdrücklich mit Begriffen wie „Kindervorsorge“ oder „Ausbildungsabsicherung“ beworben werden.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Möglichkeiten und ihren typischen Einsatzbereich:

Sparform Risiko Renditechance Verfügbarkeit Eher geeignet für
Sparkonto sehr niedrig niedrig meist hoch kleine Beträge, Geschenke
Tagesgeld sehr niedrig niedrig bis moderat jederzeit kurzfristige Ziele, sicherer Anteil
Festgeld sehr niedrig niedrig bis moderat bis Laufzeitende eingeschränkt planbare Ziele in einigen Jahren
ETF-Sparplan deutlich höher langfristig höher möglich börsentäglich, aber Kursschwankungen langfristiger Vermögensaufbau
Tagesgeld + ETF gemischt gemischt teilweise flexibel Familien mit Sicherheits- und Renditewunsch
Klassischer Fonds unterschiedlich unterschiedlich meist flexibel nur bei überzeugenden Kosten und Konzept
Kinder-/Ausbildungsversicherung abhängig vom Vertrag häufig durch Kosten gebremst oft eingeschränkt nur nach genauer Vertragsprüfung
Bausparvertrag sehr niedrig meist begrenzt eingeschränkt nur bei konkretem wohnwirtschaftlichem Zweck

Eine universell beste Sparform gibt es deshalb nicht. Für lange Zeiträume ist häufig eine andere Lösung sinnvoll als für Geld, das zu einem feststehenden Termin garantiert vollständig vorhanden sein muss.

Erst das Sparziel festlegen, dann das Produkt auswählen

„Für das Kind sparen“ ist noch kein konkretes Anlageziel. Entscheidend ist, wofür das Geld gedacht ist und zu welchem Zeitpunkt es wahrscheinlich benötigt wird. Davon hängen Risikobereitschaft und sinnvolle Aufteilung ab.

Für die Auswahl lassen sich drei grobe Zeiträume unterscheiden.

Kurzfristige Ziele bis etwa drei Jahre

Soll das Geld in absehbarer Zeit gebraucht werden, sollte Kapitalerhalt normalerweise wichtiger sein als eine hohe Renditechance. Ein Aktien-ETF kann innerhalb weniger Jahre deutlich im Minus liegen. Wer das Geld zu einem festen Termin benötigt, hätte dann womöglich keine Zeit, eine schlechte Börsenphase abzuwarten.

Tagesgeld eignet sich deshalb beispielsweise für Geld, das für ein Fahrrad, einen Schüleraustausch oder eine größere Anschaffung vorgesehen ist. Auch Festgeld kommt infrage, wenn der Auszahlungszeitpunkt bereits ungefähr feststeht und das Geld vorher nicht benötigt wird.

Mittelfristige Ziele von etwa vier bis zehn Jahren

Hier wird die Entscheidung anspruchsvoller. Ausschließlich Tagesgeld bietet zwar hohe Sicherheit, langfristig kann die Rendite nach Inflation jedoch überschaubar bleiben. Ein sehr hoher Aktienanteil birgt andererseits das Risiko, dass gerade kurz vor dem geplanten Auszahlungstermin ein Börsenrückgang eintritt.

Eine Kombination kann deshalb sinnvoll sein. Ein Teil des Geldes bleibt sicher auf Tages- oder Festgeld, während ein anderer Teil langfristiger investiert wird. Wie groß beide Anteile ausfallen, hängt davon ab, wie verbindlich das Sparziel ist.

Langfristige Ziele ab etwa zehn Jahren

Je länger das Geld investiert bleiben kann, desto interessanter werden Anlagen mit stärkeren Wertschwankungen und höheren langfristigen Renditechancen. Bei einem Neugeborenen beträgt der Zeitraum bis zur Volljährigkeit beispielsweise 18 Jahre.

Für einen solchen Anlagehorizont kann ein breit gestreuter Aktien-ETF eine sinnvolle Möglichkeit sein. Auch die Verbraucherzentralen sehen kostengünstige und breit gestreute Indexfonds für langfristiges Sparen als eine mögliche erste Wahl an, weisen allerdings ausdrücklich auf die teilweise erheblichen Wertschwankungen hin.

ETF-Sparplan für Kinder: Warum der lange Anlagehorizont interessant ist

Ein ETF-Sparplan bietet keine garantierte Rendite. Sein Vorteil liegt vielmehr darin, dass das Geld über viele Jahre an der Entwicklung zahlreicher Unternehmen beteiligt werden kann. Bei einem weltweit gestreuten ETF lassen sich Investments auf Hunderte oder sogar Tausende Unternehmen verteilen.

Für das Sparen über 15 oder 18 Jahre ist das etwas völlig anderes als eine kurzfristige Börsenspekulation. Zwischenzeitliche Kursverluste von 20, 30 Prozent oder mehr sind trotzdem möglich. Gerade deshalb sollte Geld, das innerhalb weniger Jahre sicher benötigt wird, nicht vollständig in Aktien investiert bleiben.

Wer einen ETF für einen langfristigen Kindersparplan auswählt, sollte vor allem auf eine breite Streuung achten. Ein Fonds auf einen einzelnen Technologiebereich, ein bestimmtes Land oder wenige Unternehmen erhöht die Abhängigkeit von einzelnen Märkten unnötig.

Weitere wichtige Kriterien sind:

  1. breite internationale Streuung
  2. niedrige laufende Kosten
  3. ausreichend großes Fondsvolumen
  4. einfache Sparplanfähigkeit
  5. verständlicher zugrunde liegender Index
  6. keine unnötig komplizierte Anlagestrategie

Ein Kindersparplan muss nicht aus fünf oder zehn verschiedenen ETFs bestehen. Ein einzelner breit diversifizierter Welt-ETF kann bereits eine sehr große Zahl von Unternehmen abdecken.

Was aus 50 oder 100 Euro monatlich werden kann

Der Effekt regelmäßigen Sparens wird bei langen Laufzeiten schnell sichtbar. Dabei stammt das spätere Vermögen aus zwei Quellen: den eigenen Einzahlungen und möglichen Erträgen auf das bereits angesparte Kapital.

Eine Modellrechnung zeigt die Größenordnung. Angenommen werden 18 Jahre Sparzeit und eine durchschnittliche rechnerische Rendite von 5 Prozent pro Jahr. Gebühren, Steuern und mögliche Abweichungen der tatsächlichen Wertentwicklung sind dabei nicht berücksichtigt.

Monatliche Sparrate Eigene Einzahlungen Rechnerischer Endwert Rechnerischer Wertzuwachs
25 € 5.400 € ca. 8.730 € ca. 3.330 €
50 € 10.800 € ca. 17.460 € ca. 6.660 €
100 € 21.600 € ca. 34.920 € ca. 13.320 €
150 € 32.400 € ca. 52.380 € ca. 19.980 €

Die Rechnung ist ausdrücklich keine Renditeprognose. Aktienmärkte entwickeln sich nicht gleichmäßig mit fünf Prozent pro Jahr. Der tatsächliche Wert kann am Ende deutlich höher oder niedriger ausfallen.

Interessant ist dennoch der Unterschied zwischen Sparrate und Sparzeit. Bei 100 Euro monatlich werden über 18 Jahre lediglich 21.600 Euro selbst eingezahlt. In diesem Modell entstehen rund 13.300 Euro zusätzlich durch die angenommene Wertentwicklung.

Auch 25 oder 50 Euro monatlich können sinnvoll sein

Eltern müssen keinen dreistelligen Betrag zurücklegen, damit sich das Sparen lohnt. Gerade bei einem sehr langen Zeitraum kann eine kleine Sparrate besser sein als ein ambitionierter Plan, der nach sechs Monaten wieder beendet wird.

50 Euro monatlich entsprechen über 18 Jahre bereits 10.800 Euro eigener Einzahlung. Bei der angenommenen Rendite von fünf Prozent würden daraus rechnerisch rund 17.460 Euro.

Noch wichtiger als die perfekte Ausgangssumme ist deshalb häufig, früh anzufangen und die Sparrate finanziell dauerhaft tragen zu können. Steigt das Einkommen später, lässt sich die Rate erhöhen. Viele Sparpläne können außerdem zeitweise reduziert oder ausgesetzt werden.

Wer für mehrere Kinder spart, sollte die gesamte Belastung betrachten. Jeweils 100 Euro für drei Kinder entsprechen bereits 300 Euro monatlich beziehungsweise 3.600 Euro pro Jahr. Eine niedrigere, dauerhaft realistische Sparrate ist hier häufig vernünftiger als ein Sparplan, der das Familienbudget regelmäßig unter Druck setzt.

Juniordepot oder auf den Namen der Eltern sparen?

Diese Entscheidung ist mindestens so wichtig wie die Wahl des ETFs. Ein Juniordepot gehört rechtlich dem Kind. Ein Depot, das auf den Namen der Eltern läuft, bleibt dagegen Eigentum der Eltern.

Eltern verwalten Vermögen eines minderjährigen Kindes im Rahmen ihrer Vermögenssorge. Das Bürgerliche Gesetzbuch verlangt dabei grundsätzlich eine wirtschaftliche Vermögensverwaltung. Mit der Volljährigkeit endet die elterliche Vermögenssorge; das Vermögen ist dann dem Kind herauszugeben.

Frage Juniordepot auf Kind Depot der Eltern
Wem gehört das Geld? dem Kind den Eltern
Wer verwaltet es vor dem 18. Geburtstag? grundsätzlich die Eltern die Eltern
Wer entscheidet ab 18? das Kind weiterhin die Eltern
Steuerliche Freibeträge des Kindes nutzbar? grundsätzlich ja nein
Können Eltern später frei über die Verwendung entscheiden? nein ja
Ist eine spätere Übertragung notwendig? nein ja

Wann das Juniordepot gut passen kann

Ein Juniordepot ist interessant, wenn Eltern bewusst Vermögen aufbauen möchten, das eindeutig dem Kind gehören soll. Geschenke von Großeltern oder größere Geldbeträge, die ausdrücklich für das Kind bestimmt sind, lassen sich auf diese Weise sauber vom Vermögen der Eltern trennen.

Auch steuerlich kann die Konstruktion interessant sein. Das Kind ist selbst Steuerpflichtiger und besitzt einen eigenen Sparer-Pauschbetrag.

Die Kehrseite gehört allerdings genauso deutlich zur Entscheidung: Mit 18 Jahren kann das Kind grundsätzlich selbst über sein Vermögen verfügen. Eltern können dann nicht bestimmen, dass das Geld ausschließlich für Studium, Führerschein oder Wohnung verwendet werden darf.

Wann Sparen im eigenen Depot sinnvoller sein kann

Wer die Kontrolle über den Verwendungszweck behalten möchte, kann das Geld zunächst im eigenen Namen anlegen. So können Eltern später selbst entscheiden, wann und in welcher Höhe sie Vermögen übertragen.

Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn das Geld erst mit 21 oder 25 Jahren für Ausbildung, Immobilie oder eine andere größere Unterstützung vorgesehen ist.

Eine praktische Lösung kann ein separates Zweitdepot sein. Rechtlich bleibt das Vermögen zwar zunächst bei den Eltern, organisatorisch lässt sich das für das Kind bestimmte Geld aber sauber vom restlichen eigenen Depot trennen.

Der Preis für diese Flexibilität: Kapitalerträge werden steuerlich zunächst den Eltern zugerechnet und nicht dem Kind.

Steuern beim Sparen für Kinder

Kinder haben steuerlich eigene Freibeträge. Bei einem Konto oder Depot auf den Namen des Kindes gilt deshalb grundsätzlich auch dessen eigener Sparer-Pauschbetrag.

Im Jahr 2026 beträgt dieser 1.000 Euro. Der allgemeine Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Ob und in welchem Umfang über den Sparer-Pauschbetrag hinaus tatsächlich Einkommensteuer anfällt, hängt allerdings von den gesamten Einkünften und der individuellen steuerlichen Situation des Kindes ab.

Bei größeren Kapitalerträgen kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung relevant werden. Sie ist jedoch kein pauschaler „Extra-Freibetrag“, sondern hängt von den steuerlichen Voraussetzungen des Kindes ab.

Eltern sollten außerdem nicht allein aus Steuergründen Vermögen formal auf das Kind übertragen. Ein echtes Kinderdepot bedeutet eben auch echtes Kindesvermögen. Steuerliche Vorteile und rechtliches Eigentum lassen sich nicht voneinander trennen.

Bei sehr hohen Schenkungen spielen zusätzlich die Freibeträge der Schenkungsteuer eine Rolle. Eltern können einem Kind grundsätzlich bis zu 400.000 Euro innerhalb des maßgeblichen Zehnjahreszeitraums steuerfrei schenken. Bei normalen monatlichen Kindersparplänen wird diese Größenordnung meist keine praktische Rolle spielen.

Ein oft übersehener Punkt: Vermögen des Kindes bleibt Vermögen des Kindes

Ein Juniordepot sollte deshalb nicht wie ein zusätzliches Sparkonto der Eltern behandelt werden. Das Kapital gehört nicht mehr zum frei verfügbaren Familienvermögen.

Das kann später auch außerhalb der Einkommensteuer relevant werden. Eigenes Vermögen oder eigene Einkünfte des Kindes können je nach Lebenssituation beispielsweise bei bestimmten bedarfsabhängigen Leistungen oder bei Fragen der Familienversicherung eine Rolle spielen.

Wer größere Beträge auf den Namen eines Kindes überträgt, sollte solche Auswirkungen mitdenken. Das betrifft weniger den üblichen Sparplan von 25 oder 50 Euro als vielmehr fünfstellige Einmalzahlungen, größere Erbschaften oder umfangreiche Schenkungen.

Tagesgeld für Kinder: sicher und flexibel

Tagesgeld ist die einfachste Möglichkeit, Geld mit sehr geringem Risiko zurückzulegen. Das Guthaben schwankt nicht mit Aktienkursen und bleibt normalerweise täglich verfügbar.

Innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt.

Für einen kompletten Sparzeitraum von 18 Jahren ist Tagesgeld trotzdem nicht automatisch die beste Lösung. Entscheidend ist, wie hoch der Zins im Durchschnitt ausfällt und wie sich gleichzeitig die Inflation entwickelt. Selbst wenn der Kontostand steigt, kann die Kaufkraft des Geldes sinken.

Tagesgeld eignet sich deshalb besonders für:

  • kurzfristig benötigte Beträge
  • Geldgeschenke, die zunächst geparkt werden
  • den sicherheitsorientierten Anteil eines Kindersparplans
  • bereits angespartes Vermögen kurz vor dem geplanten Auszahlungstermin

Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Wer über viele Jahre in Aktien investiert, muss nicht bis zum letzten Tag vor dem 18. Geburtstag vollständig investiert bleiben.

Festgeld für planbare Ausgaben

Festgeld funktioniert ähnlich sicher wie Tagesgeld, bindet das Geld aber für eine vorher festgelegte Laufzeit. Während dieser Zeit ist eine Auszahlung häufig nicht oder nur unter besonderen Bedingungen möglich.

Dafür kann der Zinssatz über die vereinbarte Laufzeit feststehen. Das schafft Planungssicherheit.

Wenn beispielsweise bereits absehbar ist, dass in vier Jahren 5.000 Euro für ein bestimmtes Ziel benötigt werden, kann Festgeld besser passen als ein Aktieninvestment. Für regelmäßige monatliche Sparraten ist es dagegen weniger flexibel als ein Sparplan.

Auch bei Festgeld sollte nicht nur auf den höchsten angebotenen Zinssatz geschaut werden. Laufzeit, Einlagensicherung, Anbieter und Bedingungen bei Fälligkeit gehören ebenfalls in den Vergleich.

Die Kombination aus ETF und sicherem Sparen

Viele Familien müssen sich nicht für „alles ETF“ oder „alles Tagesgeld“ entscheiden. Eine Aufteilung kann beide Ziele verbinden.

Bei 100 Euro monatlich könnten beispielsweise 70 Euro in einen langfristigen ETF-Sparplan und 30 Euro auf Tagesgeld fließen. Eine andere Familie entscheidet sich vielleicht für 50 zu 50, weil Sicherheit wichtiger ist.

Entscheidend ist nicht eine bestimmte Prozentzahl. Die Aufteilung sollte zum geplanten Verwendungszeitpunkt und zur eigenen Risikotoleranz passen.

Besonders sinnvoll kann eine schrittweise Umschichtung gegen Ende des Sparzeitraums sein. Wer beispielsweise 15 Jahre lang Vermögen aufbaut und genau zum 18. Geburtstag einen bestimmten Betrag benötigt, könnte einige Jahre vorher beginnen, einen Teil des Aktienvermögens in sichere Anlagen zu verschieben.

Dadurch sinkt das Risiko, dass ein Börsencrash unmittelbar vor dem geplanten Auszahlungstermin die gesamte Finanzplanung durcheinanderbringt.

Kosten können über 18 Jahre mehrere Tausend Euro Unterschied machen

Bei langfristigen Sparverträgen wirken Kosten genauso lange wie Renditen. Ein scheinbar kleiner jährlicher Kostenunterschied kann sich deshalb über 15 oder 20 Jahre erheblich summieren.

Ein vereinfachtes Beispiel: Werden 100 Euro monatlich 18 Jahre lang angelegt, ergibt eine Modellrechnung bei fünf Prozent jährlicher Rendite rund 34.920 Euro. Würde nach höheren laufenden Kosten rechnerisch nur noch eine Nettorendite von vier Prozent verbleiben, wären es rund 31.560 Euro.

Der Unterschied beträgt etwa 3.360 Euro.

Deshalb sollten Eltern bei Fonds, Versicherungen und anderen Sparprodukten nicht nur fragen:

„Welche Rendite ist möglich?“

Mindestens ebenso wichtig ist:

„Wie viel kostet das Produkt während der gesamten Laufzeit?“

Ausgabeaufschläge, Abschlusskosten, Verwaltungskosten, Depotentgelte, Fondskosten und sonstige Gebühren können langfristig erhebliche Auswirkungen haben.

Kinderpolicen und Ausbildungsversicherungen kritisch prüfen

Produkte mit Namen wie Ausbildungsversicherung, Kinderpolice oder Kindervorsorge wirken zunächst passend, weil der Verwendungszweck bereits im Produktnamen steckt. Daraus folgt aber nicht, dass sie finanziell die beste Lösung darstellen.

Solche Verträge kombinieren teilweise Vermögensaufbau und Versicherungsleistungen. Das kann die Kostenstruktur schwerer nachvollziehbar machen und die Flexibilität einschränken.

Die Verbraucherzentralen raten dazu, Geldanlage und Versicherungsschutz grundsätzlich kritisch getrennt zu betrachten. Bei kombinierten Produkten können Abschluss- und Verwaltungskosten sowie eingeschränkte Flexibilität die Rendite belasten.

Wer beispielsweise das Todesfallrisiko eines Elternteils absichern möchte, sollte zuerst prüfen, welcher Versicherungsschutz tatsächlich benötigt wird. Das Sparen für das Kind kann anschließend separat organisiert werden.

Ein einfacher ETF-Sparplan oder eine Kombination aus ETF und Tagesgeld ist transparenter: Sparrate, Vermögen, Kosten und Anlageform bleiben klar sichtbar.

Sparbuch für Kinder: einfach, aber langfristig oft zu schwach

Das klassische Sparbuch hat einen Vorteil: Es ist leicht verständlich. Großeltern können Geld einzahlen, das Guthaben schwankt nicht und es gibt keine Börsenkurse.

Für kleinere Geldgeschenke kann das völlig ausreichend sein.

Problematisch wird das Sparbuch eher als langfristiges Anlageinstrument über 15 oder 18 Jahre. Bleibt der Zins dauerhaft deutlich unter der Inflation, steigt zwar der Kontostand, die Kaufkraft des Geldes entwickelt sich aber wesentlich schwächer.

Wer Sicherheit möchte, sollte deshalb nicht automatisch beim traditionellen Sparbuch bleiben. Tages- und Festgeldangebote können je nach Marktphase attraktivere Konditionen bieten.

Nicht das gesamte Kindergeld sparen, wenn das Familienbudget knapp ist

Seit 2026 beträgt das Kindergeld 259 Euro monatlich je Kind. Daraus ergibt sich allerdings keine Verpflichtung, einen bestimmten Teil davon anzulegen.

Kindergeld soll Familien bei den laufenden Kosten unterstützen. Wenn Miete, Lebensmittel, Kleidung, Betreuung oder Rücklagen das Haushaltsbudget bereits stark beanspruchen, wäre es finanziell wenig sinnvoll, zwanghaft 100 oder 200 Euro für das Kind zu investieren und gleichzeitig den eigenen Dispokredit zu nutzen.

Die finanzielle Reihenfolge sollte stimmen.

Bevor hohe Beträge für ein Kind langfristig gebunden werden, sollten Eltern beispielsweise prüfen, ob sie selbst über einen ausreichenden Notgroschen verfügen und teure Schulden unter Kontrolle haben.

Ein Kind profitiert langfristig häufig stärker von einem finanziell stabilen Elternhaus als von einem großen Depot, das auf Kosten permanenter finanzieller Engpässe aufgebaut wurde.

Was Großeltern beim Sparen für Enkel beachten sollten

Großeltern können ebenfalls regelmäßige Sparraten oder Einmalbeträge für Enkel zurücklegen. Auch hier stellt sich zuerst die Eigentumsfrage.

Wird Geld direkt auf ein Konto oder Depot des Kindes übertragen, gehört es grundsätzlich dem Kind. Möchten Großeltern dagegen selbst bestimmen, wann das Geld später verschenkt wird, können sie zunächst im eigenen Namen sparen.

Bei regelmäßigen kleineren Beträgen ist die steuerliche Dimension meist überschaubar. Bei großen Schenkungen gelten jedoch andere persönliche Freibeträge als bei Schenkungen der Eltern. Für Enkel beträgt der allgemeine persönliche Freibetrag bei der Schenkungsteuer grundsätzlich 200.000 Euro.

Auch hier gilt: Für normale Sparraten von beispielsweise 25 oder 50 Euro monatlich ist diese Grenze selten relevant. Bei größeren Vermögensübertragungen sollte die Gestaltung dagegen vorher geklärt werden.

Typische Fehler beim Sparen für Kinder

Viele ungünstige Entscheidungen entstehen nicht durch fehlenden Sparwillen, sondern durch ein Produkt, das nicht zum eigentlichen Ziel passt.

Zu spät anfangen

Wer 18 Jahre Zeit hat, muss monatlich deutlich weniger sparen als jemand, der dasselbe Ziel innerhalb von fünf Jahren erreichen möchte. Gerade beim langfristigen Investieren ist Zeit ein entscheidender Faktor.

Deshalb kann ein kleiner früher Sparplan stärker sein als der Plan, irgendwann später mit einem hohen Betrag zu beginnen.

Nur auf Rendite schauen

Ein Produkt mit höheren Renditechancen ist nicht automatisch geeigneter. Wird das Geld zu einem festen Zeitpunkt benötigt, muss auch das Verlustrisiko berücksichtigt werden.

Wer das Geld in drei Jahren sicher braucht, sollte sich nicht allein deshalb für Aktien entscheiden, weil deren langfristige Renditechancen höher sind.

Eigentumsfrage ignorieren

Ein Juniordepot wird manchmal allein wegen möglicher Steuervorteile eröffnet. Erst Jahre später fällt auf, dass das Vermögen mit Volljährigkeit vollständig unter der Kontrolle des Kindes steht.

Diese Konsequenz sollte bereits bei der ersten Einzahlung bewusst entschieden werden.

Teure Produkte mit langer Laufzeit unterschreiben

Bei 15 oder 20 Jahren Vertragsdauer können Kosten erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben. Besonders vorsichtig sollte man bei Produkten sein, deren Gebührenstruktur sich kaum nachvollziehen lässt.

Vor dem Abschluss sollten mindestens Abschlusskosten, laufende Kosten, Kündigungsmöglichkeiten und mögliche Verluste bei vorzeitigem Ausstieg bekannt sein.

Das komplette Geld bis zum Zieltermin im Aktienmarkt lassen

Ein langer Anlagezeitraum reduziert nicht das Risiko eines Börsensturzes genau am geplanten Auszahlungstag.

Wenn das Geld zwingend zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird, kann es sinnvoll sein, das Risiko in den letzten Jahren schrittweise zu reduzieren.

Checkliste: So baust du einen Kindersparplan sinnvoll auf

  1. Festlegen, wofür das Geld später gedacht ist.
  2. Zeitraum bis zur geplanten Verwendung bestimmen.
  3. Entscheiden, ob das Vermögen bereits dem Kind gehören soll.
  4. Realistische monatliche Sparrate aus dem Familienbudget ableiten.
  5. Eigenen Notgroschen und teure Schulden zuerst berücksichtigen.
  6. Bei langer Laufzeit Renditechancen und Schwankungsrisiko abwägen.
  7. Anlageprodukte anhand ihrer Gesamtkosten vergleichen.
  8. Bei ETFs auf breite internationale Streuung achten.
  9. Steuerliche Freibeträge bei einem Kinderkonto oder Juniordepot berücksichtigen.
  10. Einige Jahre vor einem festen Auszahlungstermin prüfen, ob Risiko reduziert werden sollte.

Die Checkliste zeigt auch, warum die Produktauswahl erst relativ spät kommt. Ein guter Kindersparplan beginnt nicht mit der Frage nach dem besten ETF oder dem höchsten Tagesgeldzins, sondern mit Ziel, Zeitraum und Eigentum.

Fazit: Beim Sparen für Kinder ist Zeit wichtiger als ein kompliziertes Produkt

Für langfristiges Sparen über zehn, 15 oder 18 Jahre kann ein kostengünstiger, breit gestreuter ETF-Sparplan eine interessante Grundlage sein. Wer weniger Schwankungen möchte oder einen Teil des Geldes sicher verfügbar halten will, kann ihn mit Tages- oder Festgeld kombinieren. Für kurzfristige Ziele sollten Sicherheit und planbare Verfügbarkeit deutlich stärker gewichtet werden.

Eltern sollten außerdem früh entscheiden, wem das Geld gehören soll. Ein Juniordepot kann steuerlich interessant sein und trennt das Vermögen klar vom Geld der Eltern. Dafür erhält das Kind mit der Volljährigkeit die vollständige Verfügungsmacht. Wer den Zeitpunkt und Zweck der späteren Unterstützung selbst bestimmen möchte, kann zunächst im eigenen Namen sparen.

Die Sparrate muss dabei nicht außergewöhnlich hoch sein. 25, 50 oder 100 Euro pro Monat können über viele Jahre eine wertvolle finanzielle Starthilfe schaffen. Entscheidender als ein spektakuläres Produkt ist ein einfacher, kostengünstiger Sparplan, der zum Familienbudget passt und tatsächlich über Jahre durchgehalten werden kann.

Häufige Fragen zum Sparen für Kinder

Beim Aufbau eines Kindersparplans tauchen häufig dieselben praktischen Fragen auf. Vor allem Sparrate, Kontoinhaber, Anlageform und der Umgang mit dem 18. Geburtstag sollten früh geklärt werden.

Wie viel sollte man monatlich für ein Kind sparen?

Schon 25 oder 50 Euro monatlich können bei einer langen Laufzeit einen erheblichen Betrag ergeben. Entscheidend ist, dass die Sparrate dauerhaft zum Familienbudget passt. Es bringt wenig, 150 Euro monatlich anzulegen und dafür regelmäßig den Dispo zu benötigen.

Sind 50 Euro monatlich für ein Kind genug?

50 Euro ergeben über 18 Jahre bereits 10.800 Euro eigene Einzahlungen. Bei einer beispielhaften durchschnittlichen Rendite von fünf Prozent jährlich wären daraus rechnerisch rund 17.460 Euro geworden. Die tatsächliche Wertentwicklung kann davon deutlich abweichen.

Was ist besser: Tagesgeld oder ETF für Kinder?

Das hängt vor allem vom Anlagehorizont ab. Für kurzfristige und sicher benötigte Beträge ist Tagesgeld meist besser geeignet. Bei zehn oder mehr Jahren Anlagezeit kann ein breit gestreuter Aktien-ETF höhere Renditechancen bieten, allerdings mit deutlichen Kursschwankungen.

Sollte ein Kinderdepot auf den Namen des Kindes laufen?

Das kann sinnvoll sein, wenn das Geld bewusst bereits dem Kind gehören soll. Dann können auch dessen steuerliche Freibeträge genutzt werden. Gleichzeitig erhält das Kind mit der Volljährigkeit grundsätzlich die Kontrolle über das Vermögen.

Was passiert mit einem Juniordepot ab dem 18. Geburtstag?

Mit der Volljährigkeit kann das Kind grundsätzlich selbst über das Depot verfügen. Die Eltern können dann nicht mehr bestimmen, wofür das Geld eingesetzt wird. Dieser Punkt sollte bereits bei der Eröffnung des Depots berücksichtigt werden.

Kann man Kindergeld in einen ETF investieren?

Eltern können einen Teil ihres verfügbaren Haushaltsbudgets für einen Sparplan verwenden. Das sollte jedoch nur geschehen, wenn genügend Geld für laufende Familienkosten, Rücklagen und andere wichtige Verpflichtungen vorhanden ist. Eine bestimmte Sparquote aus dem Kindergeld ist nicht erforderlich.

Ist ein Sparbuch für Kinder noch sinnvoll?

Für kleinere Geldgeschenke und sehr sicherheitsorientiertes Sparen kann ein Sparbuch ausreichen. Bei langen Anlagezeiträumen sollte jedoch auf den Zinssatz und den Kaufkraftverlust durch Inflation geachtet werden. Tagesgeld, Festgeld oder langfristig ein ETF können je nach Ziel interessanter sein.

Wann sollte man einen ETF-Sparplan für ein Kind sicherer machen?

Wenn das Geld zu einem festen Zeitpunkt benötigt wird, kann einige Jahre vorher eine schrittweise Umschichtung in sichere Anlagen sinnvoll sein. Dadurch sinkt das Risiko, dass ein größerer Börsenrückgang kurz vor der geplanten Auszahlung einen erheblichen Teil des angesparten Vermögens trifft.

Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

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