KI-Dienstleistungen anbieten: Welche Leistungen werden wirklich bezahlt?

Von der Texterstellung bis zur Prozessautomatisierung: Welche KI-Dienstleistungen Unternehmen nachfragen, wie Du Kunden gewinnst und welche Einnahmen realistisch sind.

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Mit künstlicher Intelligenz Geld zu verdienen, klingt zunächst unkompliziert: Ein KI-Programm erstellt Texte, gestaltet Bilder, wertet Informationen aus oder automatisiert wiederkehrende Aufgaben. Was früher mehrere Stunden dauerte, lässt sich teilweise deutlich schneller erledigen. Daraus ergibt sich eine interessante Möglichkeit, Dienstleistungen anzubieten und damit ein zusätzliches Einkommen oder eine selbstständige Tätigkeit aufzubauen.

Allerdings bezahlen Unternehmen normalerweise nicht dafür, dass jemand einen Text in einen KI-Chat eingibt. Sie bezahlen für ein konkretes Ergebnis: verständliche Produktbeschreibungen, funktionierende Automatisierungen, professionell aufbereitete Präsentationen oder einen zuverlässig gepflegten Kundenservice. Die eigentliche Dienstleistung besteht darin, ein Problem zu verstehen, geeignete Werkzeuge einzusetzen, Ergebnisse zu kontrollieren und eine verwendbare Lösung abzuliefern.

Mit KI-Dienstleistungen lässt sich grundsätzlich Geld verdienen. Entscheidend sind jedoch Deine fachlichen Fähigkeiten, die Qualität Deiner Arbeit und die Bereitschaft potenzieller Kunden, für Dein Angebot zu bezahlen. Ohne Kunden, ein überzeugendes Leistungsangebot und ausreichend Zeit für die Auftragsabwicklung entstehen auch mit leistungsfähiger KI keine Einnahmen.

Dieser Ratgeber zeigt Dir, welche KI-Dienstleistungen grundsätzlich infrage kommen, wer dafür bezahlt, welche Kenntnisse notwendig sind und wie Du mit einem überschaubaren Angebot starten kannst. Außerdem erfährst Du, wie Du Preise kalkulierst, mit welchen Kosten Du rechnen musst und warum Datenschutz, Urheberrecht und Qualitätskontrolle für ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell entscheidend sind.

Inhaltsverzeichnis

Was Unternehmen bei KI-Dienstleistungen tatsächlich kaufen

Wer KI-Dienstleistungen anbieten möchte, sollte zunächst verstehen, warum Unternehmen externe Unterstützung benötigen. Viele Betriebe verfügen zwar über Zugang zu KI-Anwendungen, haben jedoch weder die Zeit noch die erforderlichen Kenntnisse, um diese sinnvoll in bestehende Arbeitsabläufe einzubinden.

Ein kleiner Onlinehändler benötigt beispielsweise regelmäßig neue Produktbeschreibungen. Eine Immobilienverwaltung möchte häufig gestellte Kundenfragen strukturieren. Ein Handwerksbetrieb möchte eingehende Anfragen schneller bearbeiten. Ein Beratungsunternehmen benötigt professionell aufgebaute Präsentationen für Kundentermine.

Für diese Unternehmen steht nicht die verwendete Technologie im Mittelpunkt, sondern der wirtschaftliche Nutzen. Eine Dienstleistung kann interessant sein, wenn sie Arbeitszeit reduziert, die Kommunikation verbessert, wiederkehrende Aufgaben vereinfacht oder Ergebnisse ermöglicht, für die bisher interne Kapazitäten fehlten.

Daraus ergibt sich eine grundlegende Unterscheidung: Einen KI-generierten Text zu verkaufen, ist etwas anderes, als eine vollständige redaktionelle Leistung anzubieten. Erstere lässt sich von Kunden möglicherweise selbst durchführen. Bei der zweiten Variante übernimmst Du zusätzlich die Themenplanung, Recherche, fachliche Kontrolle, Bearbeitung und Abstimmung.

Je stärker Deine Leistung auf ein konkretes Kundenproblem ausgerichtet ist, desto nachvollziehbarer wird der Preis. Gleichzeitig steigen allerdings die Anforderungen an Deine Fachkenntnisse und Deine Verantwortung für das Ergebnis.

Welche KI-Dienstleistungen werden bezahlt?

Es gibt zahlreiche Tätigkeiten, bei denen KI als unterstützendes Werkzeug eingesetzt werden kann. Nicht jede davon eignet sich gleichermaßen für Einsteiger. Einige Leistungen benötigen hauptsächlich organisatorische und redaktionelle Fähigkeiten, andere setzen Programmierkenntnisse, Erfahrung im Marketing oder ein fundiertes Verständnis betrieblicher Abläufe voraus.

Die folgenden Beispiele zeigen, welche konkreten Leistungen Du anbieten könntest und worauf es bei der Umsetzung ankommt.

1. Texte und redaktionelle Inhalte für Unternehmen erstellen

Unternehmen benötigen Texte für ihre Websites, Online-Shops, Newsletter, Unternehmensblogs und Kundeninformationen. KI kann dabei helfen, Themen zu strukturieren, erste Entwürfe zu formulieren und vorhandene Inhalte sprachlich zu überarbeiten.

Ein konkretes Angebot könnte darin bestehen, für einen Onlinehändler 20 Produktbeschreibungen zu erstellen. Du erhältst dafür die technischen Produktdaten, Informationen zur Zielgruppe und die sprachlichen Vorgaben des Unternehmens. Anschließend entwickelst Du ein einheitliches Textkonzept, nutzt KI für erste Formulierungen und kontrollierst jede Beschreibung auf Richtigkeit, Verständlichkeit und Einzigartigkeit.

Der Kunde bezahlt damit nicht für 20 automatisch erzeugte Texte, sondern für 20 geprüfte und unmittelbar verwendbare Produktbeschreibungen.

Weitere mögliche Leistungen sind die Überarbeitung bestehender Website-Texte, die Erstellung von FAQ-Bereichen, redaktionelle Newsletter oder die strukturierte Aufbereitung umfangreicher Fachinformationen.

Für diese Tätigkeit benötigst Du gute Deutschkenntnisse, redaktionelles Verständnis und die Fähigkeit, Informationen zuverlässig zu überprüfen. Bei medizinischen, finanziellen, rechtlichen oder anderen besonders sensiblen Themen reicht die Verwendung eines KI-Programms nicht aus. Hier sind entsprechende Fachkenntnisse und gegebenenfalls zusätzliche fachliche Prüfungen erforderlich.

Der Markt für einfache Standardtexte ist besonders preisempfindlich, weil Kunden solche Entwürfe häufig selbst erstellen können. Ein tragfähigeres Angebot kann deshalb in der vollständigen redaktionellen Betreuung liegen.

2. Social-Media-Inhalte und Marketingmaterial entwickeln

Kleine Unternehmen möchten auf sozialen Netzwerken sichtbar sein, verfügen aber nicht immer über ausreichend Zeit für eine kontinuierliche Betreuung. Hier können Dienstleistungen rund um die Planung und Erstellung von Inhalten interessant sein.

Du könntest beispielsweise für ein regionales Unternehmen einen monatlichen Redaktionsplan entwickeln, Beiträge vorbereiten, passende Bildideen erstellen und die Inhalte für verschiedene Plattformen anpassen.

KI unterstützt Dich bei der Ideenfindung, beim Formulieren unterschiedlicher Textvarianten und bei der Entwicklung eines einheitlichen Kommunikationsstils. Die eigentliche Arbeit besteht jedoch darin, die Zielgruppe zu verstehen und Inhalte zu entwickeln, die zum Unternehmen passen.

Ein Angebot könnte sechs ausgearbeitete Beiträge pro Monat einschließlich Texten, Bildkonzepten und einer Korrekturrunde umfassen. Ob auch die Veröffentlichung, Betreuung von Kommentaren oder Auswertung der Ergebnisse enthalten ist, sollte gesondert vereinbart werden.

Grundkenntnisse im Marketing sind dabei wesentlich wichtiger als die Beherrschung möglichst vieler KI-Programme. Du solltest verstehen, welche Aussagen werblich zulässig sind, welche Inhalte zur Marke passen und warum nicht jeder automatisch generierte Beitrag veröffentlicht werden sollte.

Versprechen über garantierte Reichweiten, neue Kunden oder steigende Umsätze wären unseriös. Solche Ergebnisse hängen von zahlreichen Faktoren ab, die Du nicht vollständig kontrollieren kannst.

3. Bilder, Grafiken und Werbematerial gestalten

KI-Bildgeneratoren können Illustrationen, Produktinszenierungen, Hintergrundmotive und unterschiedliche visuelle Entwürfe erstellen. Daraus können Dienstleistungen für Online-Shops, Werbeagenturen, Selbstständige oder kleinere Unternehmen entstehen.

Eine konkrete Leistung könnte darin bestehen, mehrere Bildkonzepte für eine Werbekampagne zu entwickeln und anschließend die ausgewählten Motive professionell aufzubereiten.

Dabei genügt es nicht, möglichst viele Bilder zu generieren. Du musst beurteilen können, ob Perspektiven, Hände, Gegenstände, Produktmerkmale und Bildkompositionen korrekt dargestellt sind. Hinzu kommen die Einhaltung der Markenidentität, technische Anforderungen an Bildformate und gegebenenfalls die Bearbeitung mit klassischen Grafikprogrammen.

Besonders anspruchsvoll sind Darstellungen realer Produkte. Ein KI-Bild darf beispielsweise keine Produkteigenschaften zeigen, die das tatsächlich verkaufte Produkt nicht besitzt. Ebenso müssen Nutzungsbedingungen, Rechte an Ausgangsmaterialien, Persönlichkeitsrechte und gegebenenfalls Kennzeichnungspflichten berücksichtigt werden.

Diese Tätigkeit eignet sich vor allem für Menschen mit gestalterischem Verständnis. Wer ausschließlich Bilder erzeugt, ohne Qualität und rechtliche Verwendbarkeit zu prüfen, bietet nur einen begrenzten Mehrwert.

4. Präsentationen und Geschäftsunterlagen aufbereiten

Viele Unternehmen benötigen regelmäßig Präsentationen für Kundengespräche, Schulungen oder interne Besprechungen. Nicht jeder Mitarbeiter verfügt über ausreichend Zeit, umfangreiche Informationen in eine verständliche und optisch überzeugende Form zu bringen.

Hier könntest Du eine Dienstleistung anbieten, bei der Du vorhandene Unterlagen sichtest, die wichtigsten Aussagen herausarbeitest und daraus eine strukturierte Präsentation entwickelst.

KI kann dabei helfen, Inhalte zu verdichten, eine Gliederung vorzuschlagen und erste Formulierungen zu erstellen. Die Auswahl der tatsächlich relevanten Informationen, die fachliche Überprüfung und die Gestaltung der Folien bleiben Deine Aufgabe.

Ein sinnvoll definiertes Angebot könnte beispielsweise eine Präsentation mit bis zu 15 Folien umfassen, einschließlich Strukturierung, Gestaltung und einer vereinbarten Korrekturrunde.

Besonders wichtig ist die Abstimmung mit dem Auftraggeber. Vertrauliche Geschäftsinformationen dürfen nicht ohne geeignete datenschutzrechtliche und vertragliche Grundlage in beliebige KI-Anwendungen übertragen werden.

Diese Dienstleistung eignet sich für Menschen, die komplexe Informationen verständlich darstellen und mit Präsentationsprogrammen sicher umgehen können.

5. Audioaufnahmen transkribieren und Inhalte aufbereiten

Besprechungen, Interviews, Podcasts und Vorträge lassen sich mit geeigneten Werkzeugen automatisch verschriftlichen. Unternehmen benötigen allerdings häufig mehr als ein unbearbeitetes Transkript.

Du könntest beispielsweise aus einer freigegebenen Interviewaufnahme ein geprüftes Transkript, eine strukturierte Zusammenfassung und einen redaktionell bearbeiteten Artikel erstellen.

Die KI übernimmt die erste Spracherkennung und kann Vorschläge für die Gliederung liefern. Du kontrollierst anschließend Namen, Fachbegriffe, Zahlen und missverständlich erkannte Passagen.

Gerade bei schlechter Tonqualität oder mehreren gleichzeitig sprechenden Personen können erhebliche Nacharbeiten notwendig werden. Deshalb solltest Du Preise nicht ausschließlich anhand der Aufnahmedauer kalkulieren.

Auch der Umgang mit den Aufnahmen muss geklärt sein. Bevor Du Interviews oder Besprechungen verarbeitest, benötigst Du die entsprechenden Berechtigungen und gegebenenfalls datenschutzrechtliche Vereinbarungen.

Der wirtschaftliche Mehrwert liegt in der zuverlässigen Aufbereitung. Ein automatisches Rohtranskript allein ist für viele Kunden kein ausreichender Grund, einen externen Dienstleister zu bezahlen.

6. Wiederkehrende Geschäftsprozesse automatisieren

Bei der Prozessautomatisierung können deutlich umfangreichere Dienstleistungen entstehen. Gleichzeitig steigen die technischen Anforderungen.

Viele kleinere Unternehmen erledigen wiederkehrende Aufgaben manuell. Dazu gehören beispielsweise das Übertragen von Informationen zwischen verschiedenen Programmen, das Sortieren von Anfragen oder das Erstellen standardisierter interner Berichte.

Du könntest einen vorhandenen Ablauf analysieren und mithilfe geeigneter Automatisierungswerkzeuge vereinfachen.

Ein Beispiel wäre ein System, das eingehende Kontaktformular-Anfragen nach festgelegten Kriterien sortiert, einem zuständigen Mitarbeiter zuordnet und eine interne Benachrichtigung erstellt.

KI kann dabei helfen, Informationen aus unstrukturierten Nachrichten zu erkennen. Klassische Automatisierungssoftware übernimmt anschließend die festgelegten Arbeitsschritte.

Solche Lösungen benötigen jedoch sorgfältige Tests. Es muss geklärt werden, was bei unvollständigen Informationen, falschen Zuordnungen, technischen Ausfällen oder widersprüchlichen Ergebnissen geschieht.

Für Einsteiger ohne technische Erfahrung sind umfangreiche Automatisierungsprojekte deshalb ungeeignet. Wer sich in diesem Bereich selbstständig machen möchte, sollte zunächst einfache, risikoarme Abläufe beherrschen und seine Kenntnisse systematisch erweitern.

Wartung und laufende Betreuung können zusätzliche Einnahmen ermöglichen. Gleichzeitig entstehen daraus vertragliche Verpflichtungen, die sich nicht einfach automatisieren lassen.

7. KI-Chatbots und digitale Wissensassistenten einrichten

Unternehmen besitzen häufig umfangreiche Produktinformationen, interne Dokumentationen oder wiederkehrende Kundenfragen. Ein darauf abgestimmter KI-Assistent kann dabei helfen, diese Informationen leichter zugänglich zu machen.

Eine mögliche Dienstleistung wäre die Einrichtung eines internen Wissensassistenten, der Mitarbeiter bei der Suche nach Informationen unterstützt.

Dafür müsstest Du zunächst vorhandene Dokumente strukturieren, geeignete Inhalte auswählen, Zugriffsrechte beachten und die Antworten des Systems testen.

Bei öffentlich eingesetzten Chatbots kommen zusätzliche Anforderungen hinzu. Kunden müssen erkennen können, wann sie mit einem KI-System interagieren. Außerdem sind Datenschutz, sachliche Richtigkeit und eine Möglichkeit zur Weiterleitung an menschliche Ansprechpartner zu berücksichtigen.

Problematisch wäre beispielsweise ein Chatbot, der verbindliche Aussagen zu Verträgen oder individuellen Rechtsfragen trifft, ohne dass dafür geeignete Kontrollmechanismen bestehen.

Ein professionelles Angebot umfasst deshalb nicht nur die erstmalige Einrichtung, sondern auch Tests, Dokumentation und eine klare Vereinbarung über die spätere Pflege.

Diese Dienstleistung erfordert technisches Verständnis und einen verantwortungsvollen Umgang mit Unternehmensinformationen.

8. Unternehmen bei der Einführung von KI unterstützen

Nicht jedes Unternehmen möchte sofort einen Chatbot entwickeln oder Prozesse automatisieren. Häufig besteht zunächst der Wunsch, KI-Anwendungen sinnvoll kennenzulernen und geeignete Einsatzmöglichkeiten zu identifizieren.

Wenn Du bereits über praktische Erfahrung und entsprechende Fachkenntnisse verfügst, könntest Du Workshops, Mitarbeiterschulungen oder eine strukturierte Analyse bestehender Arbeitsabläufe anbieten.

Dabei untersuchst Du gemeinsam mit dem Unternehmen, welche Aufgaben durch KI unterstützt werden könnten, welche Risiken bestehen und welche Anwendungen sich für einen begrenzten Test eignen.

Eine solche Dienstleistung setzt allerdings mehr voraus als allgemeine Kenntnisse über Chatbots. Du solltest technische Grenzen verstehen, geeignete Anwendungsfälle beurteilen und Datenschutz sowie betriebliche Anforderungen berücksichtigen können.

Als Einsteiger ohne entsprechende Qualifikation solltest Du Dich nicht als umfassender KI-Berater präsentieren. Sinnvoller ist es, zunächst praktische Erfahrung mit einem klar abgegrenzten Anwendungsbereich aufzubauen.

Welche KI-Dienstleistung eignet sich für Einsteiger?

Die richtige Dienstleistung hängt weniger davon ab, welches KI-Programm gerade besonders bekannt ist. Entscheidend sind Deine bereits vorhandenen Fähigkeiten.

Wenn Du gut schreiben kannst, kommen redaktionelle Tätigkeiten infrage. Mit gestalterischen Kenntnissen könnten Bildbearbeitung und Präsentationen interessant sein. Wer über Programmiererfahrung verfügt, kann sich mit technischen Integrationen und Automatisierungen beschäftigen.

Ein häufiger Fehler besteht darin, gleichzeitig Texte, Bilder, Chatbots, Automatisierungen und Marketingberatung anbieten zu wollen. Dadurch entsteht ein sehr breites Leistungsangebot, das für potenzielle Kunden schwer einzuschätzen ist.

Für den Einstieg ist eine Spezialisierung häufig leichter zu vermarkten. Anstelle von „Ich biete KI-Dienstleistungen an“ könntest Du beispielsweise anbieten, Produktbeschreibungen für kleinere Online-Shops zu erstellen und zu überarbeiten.

Damit ist unmittelbar erkennbar, welche Zielgruppe Du ansprichst und welches Ergebnis sie erhält.

Du benötigst nicht zwangsläufig eine bestimmte formale KI-Ausbildung. Für verschiedene Tätigkeiten sind jedoch fachliche Kenntnisse, technische Fähigkeiten oder berufliche Qualifikationen erforderlich. KI kann fehlendes Fachwissen nicht zuverlässig ersetzen.

Wie viel Geld lässt sich mit KI-Dienstleistungen verdienen?

Eine allgemein gültige Verdienstspanne gibt es nicht. Ein einzelner Textauftrag unterscheidet sich wirtschaftlich erheblich von der technischen Einrichtung eines komplexen Unternehmensprozesses.

Dein Umsatz hängt vor allem davon ab, welche Leistung Du anbietest, wie viel Kunden dafür bezahlen möchten, wie lange die Bearbeitung dauert und wie regelmäßig Du neue Aufträge erhältst.

Besonders entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Umsatz, Gewinn und dem Geld, das Dir persönlich zur Verfügung steht.

Beispielrechnung: Zwei Aufträge für einen Monat

Angenommen, Du übernimmst für zwei kleinere Unternehmen jeweils ein redaktionelles Leistungspaket. Pro Auftrag vereinbarst Du ein Honorar von 450 Euro.

Die folgenden Werte sind ausschließlich eine hypothetische Beispielrechnung. Sie stellen weder marktübliche Preise noch eine Verdienstprognose dar.

Position Betrag
Auftrag 1 450 €
Auftrag 2 450 €
Gesamtumsatz 900 €
KI-Software und weitere Werkzeuge −60 €
Sonstige betriebliche Kosten −50 €
Gewinn vor persönlichen Steuern 790 €

In diesem Beispiel bleiben 790 Euro Gewinn vor persönlichen Steuern und gegebenenfalls weiteren individuellen Verpflichtungen.

Entscheidend ist nun der Arbeitsaufwand.

Wenn Du einschließlich Kundengewinnung, Abstimmung, Recherche, Bearbeitung, Korrekturen und Verwaltung insgesamt 32 Stunden investierst, entspricht das rechnerisch rund 24,69 Euro Gewinn pro Arbeitsstunde vor persönlichen Steuern und gegebenenfalls Sozialversicherungsbeiträgen.

Die Beispielrechnung enthält keinen pauschalen Wert für Krankenversicherung oder Altersvorsorge, weil diese Belastungen von Deiner individuellen Situation abhängen.

Außerdem berücksichtigt sie keine längere Auftragsflaute. Wenn Du im folgenden Monat keine Kunden gewinnst, können die Einnahmen vollständig ausfallen, während bestimmte Softwarekosten weiterlaufen.

Ein hoher vereinbarter Projektpreis bedeutet deshalb nicht automatisch einen hohen persönlichen Stundenverdienst.

Stundenhonorar oder Festpreis?

Grundsätzlich kannst Du nach Stunden, pro Projekt oder über monatliche Betreuungspauschalen abrechnen.

Ein Stundenhonorar ist sinnvoll, wenn sich der Aufwand nur schwer im Voraus bestimmen lässt. Ein Festpreis bietet dem Kunden dagegen eine bessere Kalkulationsgrundlage, setzt aber eine genaue Beschreibung der enthaltenen Leistungen voraus.

Monatliche Pauschalen können für wiederkehrende Aufgaben wie die redaktionelle Betreuung oder Wartung von Automatisierungen infrage kommen. Sie sind jedoch nur dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn Arbeitsumfang und Erreichbarkeit klar begrenzt sind.

Für Einsteiger kann es hilfreich sein, die tatsächliche Bearbeitungszeit jedes Auftrags zu dokumentieren. Erst dadurch lässt sich erkennen, ob die vereinbarten Preise ausreichen.

Welche Startkosten entstehen bei KI-Dienstleistungen?

Im Vergleich zu Geschäftsideen mit Warenlager oder eigener Produktionsstätte benötigen viele KI-Dienstleistungen nur geringe materielle Anfangsinvestitionen.

Ein vorhandener Computer, eine zuverlässige Internetverbindung und geeignete Software können für einfache redaktionelle Leistungen bereits ausreichen.

Kosten entstehen allerdings häufig für KI-Abonnements, Grafikprogramme, Automatisierungsdienste, Cloud-Speicher, eine eigene Website oder zusätzliche Sicherheitslösungen.

Hinzu kommen möglicherweise Ausgaben für die Gewerbeanmeldung, Buchhaltungssoftware, Versicherungen und fachliche Weiterbildung.

Gerade bei technischen Projekten können nutzungsabhängige Gebühren entstehen. Werden beispielsweise besonders viele KI-Anfragen verarbeitet, kann die tatsächliche Softwarebelastung deutlich höher ausfallen als ursprünglich erwartet.

Du solltest deshalb vor Vertragsabschluss klären, wer laufende Lizenz-, API- und Nutzungskosten trägt.

Ein kostenloser KI-Tarif ist außerdem nicht automatisch für jede gewerbliche Nutzung oder die Verarbeitung von Kundendaten geeignet. Entscheidend sind die konkreten Vertragsbedingungen und Datenschutzvorgaben.

Für den Einstieg ist es häufig wirtschaftlicher, zunächst eine Dienstleistung mit wenigen notwendigen Werkzeugen zu testen, statt zahlreiche kostenpflichtige Anwendungen gleichzeitig zu abonnieren.

So startest Du mit Deiner ersten KI-Dienstleistung

Ein erfolgreicher Einstieg beginnt nicht mit dem Kauf möglichst vieler KI-Programme. Sinnvoller ist es, zunächst ein klar definiertes Angebot zu entwickeln und anschließend zu prüfen, ob dafür tatsächlich Zahlungsbereitschaft besteht.

Schritt 1: Entscheide Dich für ein konkretes Kundenproblem

Wähle eine Aufgabe, die Du fachlich beherrschst und für die Unternehmen regelmäßig Unterstützung benötigen könnten.

Beispielsweise könntest Du Dich auf die Überarbeitung vorhandener Website-Texte kleiner Dienstleistungsunternehmen konzentrieren.

Formuliere anschließend ein Angebot, das den Leistungsumfang eindeutig beschreibt. Dazu gehören die Anzahl der Texte, die maximale Länge, die Art der Bearbeitung, die benötigten Kundeninformationen und die enthaltenen Korrekturen.

Vermeide unklare Aussagen wie „professionelle KI-Unterstützung für alle Unternehmensbereiche“. Ein Unternehmen sollte sofort verstehen, welches Ergebnis es bei Dir kaufen kann.

Schritt 2: Erstelle aussagekräftige Arbeitsproben

Ohne Referenzen kann es schwierig sein, erste Auftraggeber zu überzeugen. Du kannst deshalb zunächst eigene Musterprojekte entwickeln.

Erstelle beispielsweise eine fiktive Produktbeschreibung, eine Präsentation auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen oder eine beispielhafte Automatisierung mit erfundenen Testdaten.

Kennzeichne solche Projekte ausdrücklich als Musterarbeiten. Du solltest niemals behaupten, für Unternehmen gearbeitet zu haben, die Dir keinen Auftrag erteilt haben.

Deine Arbeitsproben sollten nicht ausschließlich aus unbearbeiteten KI-Ergebnissen bestehen. Zeige vielmehr, welche redaktionellen, gestalterischen oder technischen Leistungen Du selbst erbringst.

Ein überzeugendes Musterprojekt macht sichtbar, welches Problem gelöst wird und wie das fertige Ergebnis aussieht.

Schritt 3: Suche gezielt nach passenden Auftraggebern

Für die Kundengewinnung kommen unter anderem Dein berufliches Netzwerk, regionale Unternehmen, Empfehlungen und seriöse Freelancer-Plattformen infrage.

Besonders hilfreich kann es sein, Unternehmen anzusprechen, bei denen Dein Leistungsangebot zu einem erkennbaren Bedarf passt.

Ein Online-Shop mit unvollständigen Produktbeschreibungen könnte beispielsweise von einer redaktionellen Überarbeitung profitieren. Ein Unternehmen mit einem umfangreichen Hilfe-Bereich könnte Interesse an einer besseren Struktur seiner Kundeninformationen haben.

Bei einer Kontaktaufnahme solltest Du ein konkretes Problem und eine nachvollziehbare Lösung beschreiben, statt allgemeine Werbebotschaften über künstliche Intelligenz zu versenden.

Beachte dabei die gesetzlichen Grenzen für werbliche Kontaktaufnahmen. Unverlangte Werbe-E-Mails oder massenhaft versendete KI-Nachrichten sind kein geeigneter Ersatz für eine rechtlich zulässige Kundengewinnung.

Auch auf Vermittlungsplattformen solltest Du Gebühren, Wettbewerbsbedingungen und Auszahlungsmodalitäten berücksichtigen.

Schritt 4: Vereinbare einen klar abgegrenzten Probeauftrag

Gerade bei der ersten Zusammenarbeit ist ein überschaubares Projekt sinnvoll.

Definiere schriftlich, welches Ergebnis geliefert wird, welche Informationen der Kunde bereitstellen muss, wann die Lieferung erfolgt und wie viele Korrekturen enthalten sind.

Ebenso sollten Zahlungsbedingungen, Nutzungsrechte, Vertraulichkeit und der vorgesehene KI-Einsatz geklärt werden.

Ein kostenloser umfangreicher Probeauftrag ist nicht notwendig, um Deine Fähigkeiten nachzuweisen. Eine vorhandene Arbeitsprobe oder ein kleines, regulär vergütetes Einstiegsprojekt kann dafür ebenfalls ausreichen.

Nach Abschluss des Projekts solltest Du prüfen, wie viel Zeit tatsächlich angefallen ist und welche Arbeitsschritte besonders aufwendig waren.

Diese Erfahrungen sind eine wichtige Grundlage für künftige Angebote.

Preise richtig kalkulieren: Was muss ein Auftrag einbringen?

Viele Einsteiger orientieren sich ausschließlich an den Preisen anderer Anbieter. Dabei übersehen sie, dass die eigene Kostenstruktur und Bearbeitungsgeschwindigkeit erheblich abweichen können.

Eine sinnvolle Kalkulation beginnt mit dem gesamten erwarteten Arbeitsaufwand.

Du solltest nicht nur die eigentliche Produktion berücksichtigen, sondern auch Kundengespräche, Angebotserstellung, Recherche, Qualitätsprüfung, Korrekturen und Verwaltung.

Angenommen, Du planst für ein Projekt zwölf Arbeitsstunden und setzt für Deine interne Kalkulation einen rechnerischen Stundensatz von 45 Euro an.

Daraus ergeben sich zunächst 540 Euro. Wenn dem Projekt zusätzlich 40 Euro an Softwarekosten zugeordnet werden und Du einen kalkulatorischen Puffer von 60 Euro für unvorhergesehene Arbeitsschritte einplanst, ergibt sich ein Angebotspreis von 640 Euro.

Auch diese Rechnung ist ausschließlich ein Kalkulationsbeispiel. Ob ein Kunde diesen Preis akzeptiert, hängt vom tatsächlichen Nutzen, der Qualität und den verfügbaren Alternativen ab. Der kalkulierte Stundensatz ist außerdem nicht mit Deinem persönlichen Nettostundenlohn gleichzusetzen.

Bei umsatzsteuerpflichtigen Leistungen muss zusätzlich berücksichtigt werden, wie der Preis gegenüber dem Kunden ausgewiesen wird. Bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung gelten andere umsatzsteuerliche Vorgaben.

Besonders wichtig ist eine klare Regelung für zusätzliche Kundenwünsche. Werden aus ursprünglich zehn vereinbarten Produktbeschreibungen plötzlich 25 Texte, muss dieser zusätzliche Arbeitsaufwand gesondert berücksichtigt werden können.

Wie schnell sind erste Einnahmen möglich?

Der Zeitpunkt der ersten Einnahmen lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen.

Wenn Du bereits über ein berufliches Netzwerk, passende Fachkenntnisse und konkrete Interessenten verfügst, kann die erste Zusammenarbeit vergleichsweise schnell zustande kommen. Ohne Referenzen und Kundenkontakte kann die Suche dagegen Wochen oder Monate dauern.

Auch nach Auftragserteilung muss das Geld nicht sofort auf Deinem Konto eingehen. Zwischen Angebot, Auftragsbestätigung, Bearbeitung, Abnahme, Rechnungsstellung und Zahlung können weitere Zeiträume liegen.

Gerade beim nebenberuflichen Einstieg solltest Du deshalb nicht fest mit kurzfristigen Einnahmen rechnen.

Es ist sinnvoll, die anfänglichen Kosten niedrig zu halten und möglichst keine langfristigen Softwareverträge abzuschließen, bevor Du eine ausreichende Nachfrage festgestellt hast.

Regelmäßige Einnahmen entstehen erst dann, wenn Du dauerhaft genügend bezahlte Aufträge erhältst und diese wirtschaftlich bearbeiten kannst.

Welche Risiken haben KI-Dienstleistungen?

Neben dem wirtschaftlichen Risiko gibt es fachliche und rechtliche Herausforderungen. Wer fremde Inhalte verarbeitet oder geschäftliche Prozesse verändert, übernimmt Verantwortung, die durch den Einsatz von KI nicht entfällt.

Fehlerhafte Ergebnisse und erfundene Informationen

Generative KI kann falsche Fakten, nicht existierende Quellen oder unzutreffende Berechnungen ausgeben. Besonders problematisch ist, dass solche Ergebnisse sprachlich überzeugend wirken können.

Bei redaktionellen Dienstleistungen musst Du deshalb relevante Aussagen anhand geeigneter Informationen überprüfen. Bei technischen Lösungen sind systematische Tests und Kontrollmechanismen notwendig.

Du solltest keine Leistungen anbieten, deren Ergebnisse Du fachlich nicht beurteilen kannst.

Datenschutz und vertrauliche Unternehmensinformationen

Kundendaten, interne Dokumente und personenbezogene Informationen dürfen nicht unkontrolliert an externe KI-Anbieter übertragen werden.

Vor der Nutzung muss geklärt sein, welche Daten verarbeitet werden dürfen, welche vertraglichen Vereinbarungen notwendig sind und ob der gewählte Anbieter die erforderlichen Datenschutzanforderungen erfüllt.

Je nach Konstellation kann eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung erforderlich sein. Auch mögliche Datenübermittlungen in Drittstaaten müssen berücksichtigt werden.

Eine Zustimmung des Kunden zur allgemeinen Nutzung von KI ersetzt nicht automatisch sämtliche datenschutzrechtlichen Voraussetzungen.

Besonders sensible Informationen solltest Du nicht einfach in ein öffentlich zugängliches KI-Werkzeug kopieren.

Urheberrecht und Nutzungsrechte

Nicht jedes KI-generierte Ergebnis ist automatisch urheberrechtlich geschützt. Bei vollständig maschinell erzeugten Inhalten kann ein urheberrechtlicher Schutz als persönliche geistige Schöpfung fehlen. Bei einer wesentlichen menschlichen Gestaltung kommt es auf die konkreten Umstände an.

Gleichzeitig können durch KI erzeugte Ergebnisse bestehende Rechte Dritter verletzen. Das gilt insbesondere bei erkennbaren Übernahmen geschützter Inhalte, Marken, Designs oder Persönlichkeitsmerkmalen.

Du solltest deshalb die Nutzungsbedingungen der verwendeten Werkzeuge prüfen und mit Deinen Kunden vereinbaren, welche Rechte Du tatsächlich einräumen kannst.

Ein uneingeschränktes Exklusivrecht an einem rein KI-generierten Bild solltest Du nicht versprechen, wenn die rechtliche Grundlage dafür nicht gesichert ist.

Kennzeichnung und Anforderungen des EU AI Act

Seit dem 2. August 2026 gelten wichtige Transparenzvorschriften des europäischen AI Act. Sie betreffen unter anderem bestimmte KI-Systeme mit direkter Nutzerinteraktion sowie bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte.

Bei KI-Chatbots, realistisch wirkenden manipulierten Bild- oder Tonaufnahmen und bestimmten veröffentlichten Texten können unterschiedliche Informations- oder Kennzeichnungspflichten bestehen.

Nicht jeder Text, der mithilfe von KI erstellt wird, muss pauschal mit einem KI-Hinweis versehen werden. Entscheidend sind die jeweilige Nutzung, die konkrete gesetzliche Vorschrift und gegebenenfalls eine substanzielle menschliche Prüfung mit redaktioneller Verantwortung.

Wer KI-Systeme für Unternehmen entwickelt oder betreibt, sollte die für seine Rolle einschlägigen Anforderungen vor dem Einsatz prüfen.

Haftung, Leistungsumfang und technische Ausfälle

Fehlerhafte Automatisierungen können Geschäftsabläufe stören. Unzutreffende Werbeaussagen können rechtliche Probleme verursachen. Ein schlecht eingerichteter Chatbot kann Kunden falsche Informationen liefern.

Deshalb solltest Du vertraglich klären, welche Leistung Du schuldest, welche Mitwirkungspflichten bestehen, wie mit Fehlern umgegangen wird und welche Wartungsleistungen vereinbart sind.

Bei größeren technischen Projekten kann eine passende berufliche Haftpflichtversicherung sinnvoll sein.

Steuern, Gewerbe und nebenberufliche Selbstständigkeit

Wenn Du KI-Dienstleistungen selbstständig und mit Gewinnerzielungsabsicht anbietest, musst Du Deine Tätigkeit steuerlich und gegebenenfalls gewerberechtlich einordnen lassen.

Ob eine freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit vorliegt, hängt von der tatsächlich ausgeübten Arbeit ab. Die Bezeichnung als KI-Berater oder Freelancer entscheidet darüber nicht.

Eine Tätigkeit als selbstständiger Autor kann beispielsweise anders eingeordnet werden als der gewerbliche Betrieb einer Automatisierungsagentur. Auch bei gemischten Leistungen kommt es auf die konkrete Ausgestaltung an.

Die Aufnahme der Tätigkeit muss gegenüber dem Finanzamt angezeigt werden. Bei einer gewerblichen Tätigkeit ist grundsätzlich zusätzlich eine Gewerbeanmeldung erforderlich.

Für die Umsatzsteuer kann die Kleinunternehmerregelung relevant sein. Im Jahr 2026 setzt sie bei im Inland ansässigen Unternehmern grundsätzlich voraus, dass der maßgebliche Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro nicht überschreitet. Bei einer Neugründung gelten besondere Voraussetzungen. Die Überschreitung der laufenden Grenze kann unmittelbar umsatzsteuerliche Folgen auslösen.

Die Kleinunternehmerregelung bedeutet nicht, dass Deine Gewinne einkommensteuerfrei sind.

Auch die Rechnungsstellung ist zu beachten. Unternehmer müssen grundsätzlich elektronische Rechnungen empfangen können. Für die Ausstellung gelten abhängig von der individuellen Situation Übergangsregelungen und Ausnahmen, unter anderem für Leistungen von Kleinunternehmern.

Wenn Du bereits angestellt bist, solltest Du außerdem Deinen Arbeitsvertrag auf Regelungen zur Nebentätigkeit prüfen. Konkurrenz zum Arbeitgeber, Interessenkonflikte und die Beeinträchtigung Deiner arbeitsvertraglichen Pflichten können relevant sein.

Informiere gegebenenfalls Deine Krankenkasse über die zusätzliche Selbstständigkeit. Je nach zeitlichem und wirtschaftlichem Umfang können Auswirkungen auf die sozialversicherungsrechtliche Einordnung entstehen.

Bei einer dauerhaft starken Abhängigkeit von einem Auftraggeber können zudem Fragen der Rentenversicherungspflicht oder der tatsächlichen Selbstständigkeit relevant werden.

Diese Fehler solltest Du beim Einstieg vermeiden

Ein besonders häufiger Fehler ist die Annahme, dass ein schnelleres Arbeitsergebnis automatisch mehr Gewinn bedeutet. Wenn Du durch KI einen Auftrag in der Hälfte der Zeit erledigst, der Kunde aber nur einen sehr niedrigen Preis bezahlt, muss daraus kein wirtschaftlicher Vorteil entstehen.

Ebenso problematisch ist es, ohne ausreichende Kenntnisse Leistungen zu verkaufen, deren Qualität Du nicht kontrollieren kannst. Das betrifft besonders Programmierung, sensible Fachtexte und technische Automatisierungen.

Auch kostenlose Dauerarbeit für vermeintlich attraktive Referenzkunden ist keine nachhaltige Geschäftsstrategie. Du solltest frühzeitig prüfen, ob Dein Angebot tatsächlich zahlende Auftraggeber findet.

Vorsicht ist außerdem bei kostenpflichtigen Kursen geboten, die hohe Monatseinnahmen innerhalb weniger Wochen versprechen. Ein Kurs kann Wissen vermitteln, aber keine zahlenden Kunden garantieren.

Vermeide darüber hinaus langfristige Softwareverträge, bevor Du deren wirtschaftlichen Nutzen beurteilen kannst.

Und schließlich solltest Du nicht versuchen, ausschließlich über möglichst niedrige Preise zu konkurrieren. Ein tragfähigeres Geschäftsmodell kann darin bestehen, einen klar definierten Kundennutzen mit verlässlicher Qualität zu verbinden.

Fazit: KI-Dienstleistungen lohnen sich nur mit einem überzeugenden Angebot

KI-Dienstleistungen können eine sinnvolle Möglichkeit sein, nebenberuflich Geld zu verdienen oder eine selbstständige Tätigkeit aufzubauen. Besonders interessant sind sie für Menschen, die bereits über redaktionelle, gestalterische, technische oder organisatorische Kenntnisse verfügen und diese mithilfe künstlicher Intelligenz produktiver einsetzen können.

Für Einsteiger ist ein überschaubares Angebot häufig sinnvoller als der Versuch, sämtliche KI-Dienstleistungen gleichzeitig abzudecken. Eine klar beschriebene Leistung, nachvollziehbare Arbeitsproben und eine realistische Kalkulation schaffen eine bessere Grundlage für die ersten Kundenaufträge.

Wenig geeignet ist das Geschäftsmodell für Menschen, die ohne Fachkenntnisse, Kundengewinnung oder eigene Arbeitsleistung mit automatischen Einnahmen rechnen. Auch ein technisch hervorragendes KI-Werkzeug ersetzt weder wirtschaftliches Denken noch die Verantwortung für das fertige Ergebnis.

Ob sich die Tätigkeit tatsächlich lohnt, zeigt sich erst, wenn Du Deine gesamten Arbeitsstunden, betrieblichen Kosten und regelmäßig erzielbaren Aufträge gegenüberstellst.

Der eigentliche wirtschaftliche Vorteil entsteht nicht dadurch, dass Du KI benutzt. Er entsteht, wenn Du damit eine Leistung erbringst, für die ein Kunde einen nachvollziehbaren Nutzen erkennt und bereit ist, einen angemessenen Preis zu bezahlen.

Häufige Fragen zu KI-Dienstleistungen

Kann ich KI-Dienstleistungen anbieten, obwohl ich keine Programmierkenntnisse habe?

Ja. Für bestimmte Leistungen sind Programmierkenntnisse nicht notwendig. Dazu gehören beispielsweise die redaktionelle Überarbeitung von Texten, die Erstellung von Präsentationen oder die Entwicklung von Social-Media-Inhalten.

Allerdings benötigst Du die fachlichen Kenntnisse, die für die jeweilige Dienstleistung erforderlich sind. Wer Texte verkauft, sollte gut schreiben und Informationen überprüfen können. Wer Präsentationen anbietet, benötigt gestalterische Fähigkeiten und muss Inhalte verständlich aufbereiten können.

Für technische Automatisierungen und komplexe KI-Systeme sind dagegen häufig Programmierkenntnisse oder fundierte Erfahrungen mit geeigneten Automatisierungswerkzeugen erforderlich.

Darf ich Kunden verschweigen, dass ich KI bei der Arbeit verwende?

Das hängt unter anderem von der vereinbarten Leistung, den Vertragsbedingungen und den gesetzlichen Anforderungen ab. Eine allgemeine Pflicht, jede interne Unterstützung durch KI offenzulegen, besteht nicht für sämtliche Tätigkeiten gleichermaßen.

Problematisch wird es insbesondere, wenn Du eine vollständig menschlich erstellte Leistung versprichst, tatsächlich aber wesentliche Teile automatisiert erzeugst. Auch bei der Verarbeitung vertraulicher Informationen muss die vorgesehene Nutzung geklärt sein.

Bei bestimmten KI-Systemen und KI-generierten Inhalten können zudem gesetzliche Transparenzpflichten bestehen.

Für eine verlässliche Kundenbeziehung ist es sinnvoll, den vorgesehenen KI-Einsatz bereits bei der Auftragsvereinbarung transparent zu regeln.

Kann ich mehrere KI-Programme für einen einzigen Kundenauftrag kombinieren?

Grundsätzlich ja, sofern die jeweiligen Nutzungsbedingungen, Datenschutzanforderungen und vertraglichen Vereinbarungen dies zulassen.

Du könntest beispielsweise ein Werkzeug für die Textstrukturierung, ein zweites für die Bildgestaltung und ein klassisches Grafikprogramm für die abschließende Bearbeitung verwenden.

Allerdings erhöht jedes zusätzliche Werkzeug möglicherweise die Kosten und die Zahl der Stellen, an denen Informationen verarbeitet werden.

Du solltest deshalb nicht möglichst viele Anwendungen einsetzen, sondern nur diejenigen, die für das vereinbarte Ergebnis tatsächlich notwendig sind.

Was mache ich, wenn ein Kunde mit einem KI-generierten Ergebnis unzufrieden ist?

Entscheidend ist zunächst, welche Leistung vertraglich vereinbart wurde. Wenn Du ein professionell ausgearbeitetes Ergebnis schuldest, genügt der Hinweis auf einen Fehler des KI-Programms normalerweise nicht, um Deine Verantwortung für die eigene Leistung auszuschließen.

Prüfe die Beanstandung und kläre, ob es sich um einen tatsächlichen Mangel oder einen zusätzlichen Änderungswunsch handelt.

Eine vorher vereinbarte Anzahl von Korrekturrunden kann helfen, den Arbeitsumfang besser zu kalkulieren. Gesetzliche Rechte des Kunden bei Mängeln werden dadurch allerdings nicht automatisch ausgeschlossen.

Dokumentiere wichtige Absprachen und liefere keine ungeprüften Ergebnisse aus.

Sind KI-Dienstleistungen auch für kleine Unternehmen interessant?

Ja, grundsätzlich können auch kleine Betriebe von bestimmten KI-gestützten Leistungen profitieren. Besonders geeignet können klar abgegrenzte Aufgaben sein, für die intern wenig Zeit vorhanden ist.

Denkbar sind beispielsweise die Überarbeitung von Website-Texten, die strukturierte Erstellung von Kundeninformationen oder einfache interne Automatisierungen.

Allerdings verfügen kleine Unternehmen häufig nur über begrenzte Budgets. Eine umfangreiche technische Lösung kann deshalb wirtschaftlich ungeeignet sein, selbst wenn sie grundsätzlich umsetzbar wäre.

Vor dem Angebot solltest Du klären, wie häufig das Problem auftritt und welcher konkrete Nutzen durch Deine Leistung entsteht.

Kann ich KI-Dienstleistungen vollständig automatisieren und passiv Geld verdienen?

Bei bestimmten Geschäftsmodellen lassen sich einzelne Arbeitsschritte automatisieren. Daraus entsteht jedoch nicht automatisch passives Einkommen.

Auch automatisierte Dienstleistungen benötigen Kundengewinnung, technische Wartung, Qualitätskontrolle, Abrechnung und die Bearbeitung von Problemen.

Wenn ein Kunde für eine dauerhaft funktionierende Automatisierung bezahlt, musst Du zudem berücksichtigen, welche Betreuung vertraglich geschuldet ist.

Ein Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Einnahmen kann entstehen. Es bleibt jedoch in der Regel mit laufender Verantwortung und Arbeitsaufwand verbunden.

Muss ich für KI-Dienstleistungen eine eigene Website erstellen?

Eine eigene Website ist nicht in jedem Fall notwendig. Erste Aufträge können auch über bestehende Kontakte, Empfehlungen oder Freelancer-Plattformen entstehen.

Eine professionell gestaltete Website kann allerdings dabei helfen, Dein Angebot verständlich darzustellen und Arbeitsproben zugänglich zu machen.

Wichtiger als ein aufwendig gestalteter Internetauftritt ist zunächst, dass potenzielle Kunden erkennen, welche Leistungen Du anbietest und wie sie mit Dir zusammenarbeiten können.

Wenn Du eine geschäftliche Website betreibst, musst Du zudem die einschlägigen rechtlichen Anforderungen berücksichtigen.

Wie finde ich heraus, ob meine KI-Dienstleistung langfristig profitabel ist?

Dokumentiere über mehrere Monate sämtliche Einnahmen, betrieblichen Ausgaben und tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden.

Berücksichtige dabei nicht nur die Zeit für bezahlte Aufträge, sondern auch Kundengewinnung, Weiterbildung, Verwaltung und unbezahlte Nacharbeiten.

Prüfe anschließend, wie hoch Dein tatsächlicher Gewinn ausfällt und ob regelmäßig genügend Kundenaufträge entstehen.

Ein einzelner besonders gut bezahlter Auftrag ist noch kein Nachweis für ein dauerhaft profitables Geschäftsmodell. Erst wiederkehrende Nachfrage und eine tragfähige Kalkulation zeigen, ob sich die Dienstleistung langfristig wirtschaftlich betreiben lässt.

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Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

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