Baufinanzierung – wie viel Kredit kann ich mir leisten?

Wie hoch dein Immobilienkredit sein darf, entscheidet nicht allein dein Einkommen. Entscheidend ist, welche Monatsrate du dauerhaft tragen kannst, wie viel Eigenkapital vorhanden ist und wie viel finanzieller Spielraum nach dem Kauf übrig bleibt.

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Wer eine Immobilie kaufen möchte, stößt meist sehr früh auf eine große Zahl: den möglichen Kaufpreis. Die sinnvollere Frage lautet jedoch zunächst: Welche Kreditrate kann ich jeden Monat zuverlässig bezahlen, ohne dass das Eigenheim mein gesamtes Budget bestimmt? Erst aus dieser Rate, dem Zinssatz und der Tilgung ergibt sich eine realistische Kreditsumme.

Als grobe Orientierung wird bei Baufinanzierungen häufig eine monatliche Kreditrate von höchstens etwa 30 bis 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens genannt. Diese Grenze ist aber nur ein erster Filter. Ein Paar mit 5.000 Euro Nettoeinkommen, zwei Autos und hohen Betreuungskosten hat einen anderen finanziellen Spielraum als ein Haushalt mit demselben Einkommen, geringen Fixkosten und hohen monatlichen Rücklagen.

Noch wichtiger ist deshalb der persönliche Haushaltsüberschuss. Von den regelmäßigen Einnahmen werden nicht nur die bisherigen Lebenshaltungskosten abgezogen, sondern auch die zusätzlichen Kosten des Wohneigentums, Rücklagen und ein Sicherheitsabstand. Was danach dauerhaft übrig bleibt, bildet die Grundlage für eine solide Baufinanzierung.

Wie viel Baufinanzierung ist mit meinem Einkommen möglich?

Eine pauschale Formel nach dem Muster „Mit 4.000 Euro netto kannst du 400.000 Euro finanzieren“ ist wenig hilfreich. Bereits ein Unterschied von einem Prozentpunkt bei Zins oder Tilgung verändert die mögliche Kreditsumme erheblich. Dazu kommen Eigenkapital, Alter, laufende Verpflichtungen, Haushaltsgröße und die Frage, wie stabil das Einkommen in den kommenden Jahren voraussichtlich bleibt.

Die bekannte 30- bis 40-Prozent-Regel kann trotzdem als erster Plausibilitätscheck dienen. Bei 4.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen entsprächen 30 Prozent einer Kreditrate von 1.200 Euro und 40 Prozent einer Rate von 1.600 Euro. Bei 6.000 Euro netto läge dieser grobe Korridor zwischen 1.800 und 2.400 Euro.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die obere Grenze automatisch sinnvoll wäre. Wenn nach Zahlung der Kreditrate kaum Geld für Reparaturen, Urlaub, Auto, größere Anschaffungen oder unerwartete Ausgaben vorhanden ist, wurde die Finanzierung zu knapp kalkuliert. Eine Immobilie sollte finanziellen Spielraum schaffen können und nicht über Jahrzehnte jede andere Ausgabe von einer störungsfreien Einkommensentwicklung abhängig machen.

Entscheidend ist die tragbare Monatsrate

Eine gute Baufinanzierung beginnt deshalb mit einem realistischen Haushaltsplan. Ausgangspunkt sind sämtliche regelmäßigen Nettoeinnahmen. Dazu gehören beispielsweise Gehälter und dauerhaft verlässliche weitere Einnahmen. Unregelmäßige Boni, Überstundenvergütungen oder außergewöhnlich hohe Sonderzahlungen sollten dagegen vorsichtig behandelt werden.

Anschließend werden die heutigen Ausgaben betrachtet. Dazu zählen Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Freizeit, Kinderbetreuung, bestehende Kredite, Urlaube und unregelmäßige größere Anschaffungen. Gerade bei den unregelmäßigen Kosten wird häufig zu knapp gerechnet. Wer beispielsweise jedes Jahr 3.600 Euro für Urlaub ausgibt, hat faktisch eine monatliche Ausgabe von 300 Euro – auch wenn sie nicht jeden Monat vom Konto abgeht.

Danach muss der Haushalt gedanklich in die zukünftige Immobilie versetzt werden. Die bisherige Kaltmiete fällt zwar weg, dafür kommen Eigentümerkosten hinzu. Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Instandhaltung, mögliche Verwaltungskosten oder Hausgeld und höhere Energiekosten können das verfügbare Budget deutlich verändern.

Die entscheidende Rechnung lautet daher nicht: Nettoeinkommen minus heutige Kaltmiete = mögliche Kreditrate.

Sondern: Nettoeinkommen minus zukünftige Lebenshaltungskosten minus Eigentümerkosten minus Rücklagen minus Sicherheitsreserve = dauerhaft tragbare Kreditrate.

Dieser Unterschied kann mehrere Hundert Euro im Monat ausmachen.

Von der Monatsrate zur möglichen Kreditsumme

Ist die tragbare Monatsrate bekannt, lässt sich daraus die ungefähre Kreditsumme ableiten. Bei einem klassischen Annuitätendarlehen setzt sich die anfängliche Jahresbelastung vereinfacht aus Sollzins und anfänglicher Tilgung zusammen.

Für eine erste Überschlagsrechnung gilt:

Mögliche Kreditsumme ≈ Jahresrate ÷ (Sollzins + anfängliche Tilgung)

Angenommen, für eine Modellrechnung wird mit einem Sollzins von 3,8 Prozent und einer anfänglichen Tilgung von 2 Prozent gerechnet. Die anfängliche Annuität beträgt damit 5,8 Prozent pro Jahr.

Bei einer Monatsrate von 1.500 Euro stehen jährlich 18.000 Euro zur Verfügung. Geteilt durch 5,8 Prozent ergibt das eine mögliche Darlehenssumme von rund 310.000 Euro.

Wird stattdessen eine Anfangstilgung von 3 Prozent gewählt, beträgt die Annuität 6,8 Prozent. Dieselbe Monatsrate von 1.500 Euro reicht dann nur für rund 265.000 Euro Kredit. Dafür wird die Schuld wesentlich schneller reduziert.

Die folgende Tabelle zeigt, wie deutlich sich bereits die Tilgung auf den möglichen Kreditrahmen auswirkt. Es handelt sich um vereinfachte Modellrechnungen, nicht um konkrete Finanzierungsangebote.

Monatliche Rate Kredit bei 3,8 % Zins + 2 % Tilgung Kredit bei 3,8 % Zins + 3 % Tilgung
1.000 € ca. 207.000 € ca. 176.000 €
1.200 € ca. 248.000 € ca. 212.000 €
1.500 € ca. 310.000 € ca. 265.000 €
1.800 € ca. 372.000 € ca. 318.000 €
2.000 € ca. 414.000 € ca. 353.000 €
2.500 € ca. 517.000 € ca. 441.000 €

Die Tabelle zeigt einen wichtigen Zusammenhang: Eine niedrigere Tilgung macht zunächst eine höhere Kreditsumme möglich, ist aber nicht automatisch die bessere Finanzierung. Wer nur langsam tilgt, bleibt länger verschuldet und geht mit einer höheren Restschuld in eine spätere Anschlussfinanzierung.

Warum eine niedrige Tilgung den Immobilienkauf schöner rechnen kann

Gerade bei hochpreisigen Immobilien lässt sich die gewünschte Finanzierung scheinbar passend machen, indem die Anfangstilgung reduziert wird. Sinkt sie beispielsweise von 3 auf 1 Prozent, reduziert sich die anfängliche Monatsrate deutlich. Das kann dazu führen, dass eine Immobilie plötzlich innerhalb des rechnerischen Budgets liegt.

Die niedrigere Rate wird jedoch mit einer langsameren Entschuldung erkauft. Ein großer Teil der monatlichen Zahlung besteht in den ersten Jahren ohnehin aus Zinsen. Wird zusätzlich nur wenig getilgt, bleibt nach zehn oder fünfzehn Jahren noch eine hohe Restschuld übrig. Genau diese Summe muss anschließend zu den dann geltenden Zinsen weiterfinanziert werden.

Eine Baufinanzierung sollte deshalb nicht ausschließlich danach beurteilt werden, ob die erste Monatsrate bezahlbar ist. Interessanter ist die Frage, wie hoch die Restschuld zum Ende der Zinsbindung voraussichtlich sein wird und ob die Finanzierung auch dann noch robust aussieht.

Beispiel: Ein Paar mit 5.200 Euro Nettoeinkommen

Ein Paar verfügt gemeinsam über 5.200 Euro Nettoeinkommen im Monat. Nach realistischer Betrachtung aller Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Mobilitätskosten, Freizeitbudgets und sonstigen regelmäßigen Ausgaben benötigt der Haushalt monatlich etwa 2.700 Euro.

Für die zukünftige Immobilie werden weitere 700 Euro für laufende Wohnkosten und Rücklagen kalkuliert. Zusätzlich sollen mindestens 500 Euro monatlicher finanzieller Spielraum erhalten bleiben. Damit stehen maximal rund 1.300 Euro für Zins und Tilgung zur Verfügung.

Mit der Modellannahme von 3,8 Prozent Zins und 2 Prozent Anfangstilgung ergibt sich daraus ein Kredit von ungefähr 269.000 Euro. Bei 3 Prozent Tilgung reduziert sich die mögliche Kreditsumme auf rund 229.000 Euro.

Interessant ist der Vergleich mit der 40-Prozent-Faustregel. 40 Prozent von 5.200 Euro wären 2.080 Euro. Würde das Paar allein danach kalkulieren, könnte es sich eine erheblich höhere Finanzierung schönrechnen. Der tatsächliche Haushaltsplan zeigt aber, dass diese Rate den gewünschten finanziellen Spielraum deutlich überschreiten würde.

Genau deshalb ist die persönliche Haushaltsrechnung aussagekräftiger als jede allgemeine Einkommensquote.

Eigenkapital bestimmt, wie viel Immobilie daraus wird

Die mögliche Kreditsumme ist noch nicht der maximale Kaufpreis. Hinzu kommt das Eigenkapital. Gleichzeitig müssen aber auch die Kaufnebenkosten bezahlt werden.

Zum Eigenkapital können Guthaben auf Tagesgeld- und Sparkonten, verfügbare Wertpapiervermögen, Bausparguthaben und andere liquide Mittel gehören. Nicht jedes vorhandene Vermögen sollte jedoch vollständig eingesetzt werden. Nach dem Immobilienkauf sollte weiterhin eine ausreichend große Reserve erreichbar bleiben.

Besonders ungünstig wäre es, sämtliche Ersparnisse in Kaufpreis und Nebenkosten zu stecken und wenige Wochen später eine defekte Heizung, einen größeren Umzugsposten oder eine ungeplante Reparatur über einen teuren zusätzlichen Kredit finanzieren zu müssen.

Ein solides Finanzierungskonzept trennt deshalb Eigenkapital für den Immobilienkauf von der Liquiditätsreserve für das Leben nach dem Kauf.

Kaufnebenkosten dürfen nicht aus dem Budget verschwinden

Beim Immobilienkauf entsteht zusätzlich zum Kaufpreis ein erheblicher Kostenblock. Die Grunderwerbsteuer liegt abhängig vom Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision.

Je nach Bundesland, Objekt und Maklerbeteiligung können die gesamten Kaufnebenkosten deshalb schnell einen hohen einstelligen oder sogar niedrigen zweistelligen Prozentsatz des Kaufpreises erreichen.

Das hat erhebliche Auswirkungen auf das Immobilienbudget. Wer beispielsweise 350.000 Euro zur Verfügung hat, kann nicht automatisch eine Immobilie für 350.000 Euro kaufen. Liegen die angenommenen Nebenkosten bei 10 Prozent, kostet eine Immobilie mit 350.000 Euro Kaufpreis insgesamt bereits etwa 385.000 Euro.

Umgekehrt lässt sich der maximale Kaufpreis näherungsweise so berechnen:

Maximaler Kaufpreis ≈ verfügbares Gesamtbudget ÷ (1 + Kaufnebenkostenquote)

Stehen aus Kredit und einsetzbarem Eigenkapital insgesamt 350.000 Euro zur Verfügung und werden 10 Prozent Nebenkosten angenommen, liegt der mögliche reine Kaufpreis bei rund 318.000 Euro.

Wie viel Eigenkapital ist für eine Baufinanzierung sinnvoll?

Eine Finanzierung wird in der Regel stabiler, je mehr Eigenkapital eingebracht wird. Besonders sinnvoll ist es, zumindest die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln bezahlen zu können. Dadurch muss nicht ein Kostenblock finanziert werden, dem aus Sicht der Bank kein zusätzlicher Immobilienwert gegenübersteht.

Zusätzliches Eigenkapital senkt die Kreditsumme und häufig auch den sogenannten Beleihungsauslauf. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt dieser, wie hoch der Kredit im Verhältnis zu dem von der Bank angesetzten Immobilienwert ausfällt. Ein niedrigerer Beleihungsauslauf kann bessere Finanzierungskonditionen ermöglichen.

Wer neben den Nebenkosten weitere 10 oder 20 Prozent des Kaufpreises selbst einbringen kann, startet deshalb meist mit einer stabileren Finanzierung. Eine besonders konservative Struktur kann noch mehr Eigenkapital vorsehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass möglichst jeder verfügbare Euro in die Immobilie fließen sollte.

Entscheidend bleibt die Balance: Genügend Eigenkapital verbessert die Finanzierung, genügend Liquidität schützt den Haushalt nach dem Kauf.

100-Prozent-Finanzierung: Möglich heißt nicht automatisch sinnvoll

Bei einer sogenannten 100-Prozent-Finanzierung wird der Kaufpreis vollständig über Darlehen finanziert, während die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden. Noch weiter geht eine Finanzierung, bei der auch Teile der Nebenkosten fremdfinanziert werden.

Solche Konstruktionen können unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, etwa bei sehr gutem und stabilem Einkommen sowie einer aus Bankensicht attraktiven Immobilie. Sie erhöhen jedoch das Risiko deutlich. Die Kreditsumme ist größer, die Zinsbelastung höher und der finanzielle Abstand zwischen Darlehensschuld und Immobilienwert kleiner.

Problematisch kann das besonders bei einem frühen Verkauf werden. Muss die Immobilie nach wenigen Jahren verkauft werden und reicht der Verkaufserlös nicht zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens, bleibt trotz verkauftem Haus eine Restschuld bestehen.

Für Haushalte mit wenig Eigenkapital ist deshalb nicht nur die Frage wichtig, ob eine Bank die Finanzierung genehmigt. Wichtiger ist, wie robust die Finanzierung wäre, falls sich Einkommen, Immobilienwert oder Lebensplanung ungünstiger entwickeln als erwartet.

Die laufenden Eigentümerkosten werden häufig unterschätzt

Eine der gefährlichsten Rechnungen beim Immobilienkauf lautet: „Wir zahlen heute 1.400 Euro Miete, also können wir auch 1.400 Euro Kreditrate bezahlen.“

Die Rechnung ignoriert, dass ein Teil der bisherigen Mietkosten nicht verschwindet. Strom, Heizung, Wasser und weitere Betriebskosten fallen auch im Eigenheim an. Zusätzlich trägt der Eigentümer Kosten, die zuvor zumindest teilweise beim Vermieter lagen.

Bei einer Eigentumswohnung gehört dazu insbesondere das Hausgeld. Ein Teil davon deckt laufende Kosten, ein anderer Teil kann in die Erhaltungsrücklage der Wohnungseigentümergemeinschaft fließen. Bei einem Einfamilienhaus muss der Eigentümer seine Instandhaltungsreserve dagegen vollständig selbst organisieren.

Eine größere Immobilie kann außerdem höhere Heizkosten, Versicherungsbeiträge oder Fahrtkosten verursachen. Wer für das Eigenheim weiter aus der Stadt zieht, spart möglicherweise beim Kaufpreis und zahlt anschließend deutlich mehr für Mobilität.

Deshalb sollte eine Finanzierung nicht nur auf Basis der heutigen Wohnkosten berechnet werden, sondern auf Basis der zukünftigen Gesamtkosten des Eigentums.

Eine Reserve gehört zur Baufinanzierung

Der mathematisch maximal mögliche Kredit ist selten der finanziell sinnvolle Kredit. Wenn laut Haushaltsrechnung 1.700 Euro monatlich übrig bleiben, sollte daraus nicht zwangsläufig eine Kreditrate von exakt 1.700 Euro werden.

Zwischen Haushaltsüberschuss und Kreditrate sollte ein Sicherheitsabstand liegen. Dieser schützt beispielsweise vor steigenden Nebenkosten, höheren Versicherungsbeiträgen, Reparaturen oder vorübergehend geringeren Einnahmen.

Zusätzlich zur monatlichen Reserve ist ein liquider Notgroschen sinnvoll. Dessen Höhe hängt von Einkommen, Haushaltsgröße und persönlicher Situation ab. Eigentümer sollten berücksichtigen, dass plötzlich auftretende Ausgaben deutlich größer sein können als in einer Mietwohnung.

Wer nach dem Kauf nur noch 2.000 Euro auf dem Konto hat, obwohl praktisch das gesamte Vermögen in der Immobilie steckt, ist zwar auf dem Papier vermögend, im Alltag aber finanziell wenig flexibel.

Zinsrisiko: Nicht nur die heutige Rate testen

Eine Baufinanzierung läuft häufig über mehrere Jahrzehnte, während der Zinssatz zunächst nur für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben wird. Nach Ablauf dieser Zinsbindung muss die verbleibende Restschuld weiterfinanziert werden, sofern das Darlehen noch nicht vollständig getilgt ist.

Ein guter Belastungstest rechnet deshalb nicht nur mit dem heutigen Zinssatz. Prüfe zusätzlich, ob die Restschuld auch bei deutlich höheren Zinsen noch tragbar wäre. Niemand weiß heute sicher, welches Zinsniveau in zehn oder fünfzehn Jahren gelten wird.

Bei einer Darlehenssumme von 300.000 Euro, 3,8 Prozent Sollzins und 2 Prozent Anfangstilgung beträgt die anfängliche Rate rund 1.450 Euro monatlich. Nach zehn Jahren läge die Restschuld bei gleichbleibender Rate modellhaft noch bei ungefähr 227.000 Euro.

Diese Zahl ist mindestens genauso wichtig wie die heutige Monatsrate. Je höher die Restschuld, desto stärker hängt die zukünftige Belastung vom Zinsniveau der Anschlussfinanzierung ab.

Eine höhere anfängliche Tilgung kostet heute mehr monatlichen Spielraum, reduziert dafür aber die spätere Abhängigkeit vom Zinsmarkt.

Lebensplanung gehört in die Kreditrechnung

Eine Finanzierung kann heute hervorragend aussehen und fünf Jahre später trotzdem zu eng werden. Deshalb sollte die Haushaltsrechnung nicht ausschließlich auf dem aktuellen Einkommen basieren.

Bei Paaren stellt sich beispielsweise die Frage, ob beide Einkommen langfristig in gleicher Höhe verfügbar bleiben. Kinder können vorübergehend geringere Einkommen und gleichzeitig höhere Ausgaben verursachen. Ein späterer Wechsel in Teilzeit kann den finanziellen Spielraum ebenfalls verändern.

Selbstständige sollten stärkere Einkommensschwankungen berücksichtigen und größere Reserven einplanen. Bei Arbeitnehmern kann ein sehr hoher variabler Gehaltsanteil ähnlich problematisch sein. Auch eine Finanzierung, die nur funktioniert, solange regelmäßig Überstunden geleistet werden, ist wenig robust.

Mit zunehmendem Alter gewinnt außerdem die verbleibende Zeit bis zum Ruhestand an Bedeutung. Wer mit 55 Jahren eine hohe Baufinanzierung beginnt, benötigt ein anderes Tilgungskonzept als ein Käufer mit 30 Jahren. Die Monatsrate darf deshalb nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist auch, wie lange sie voraussichtlich gezahlt werden muss.

Was Banken finanzieren und was du dir leisten kannst, sind zwei verschiedene Fragen

Eine Kreditzusage beantwortet nicht automatisch die Frage, ob eine Finanzierung zu deinem Leben passt. Banken prüfen unter anderem Einkommen, Verpflichtungen, Eigenkapital, Immobilienwert und weitere Risikofaktoren. Daraus entsteht eine bankinterne Einschätzung der Kreditfähigkeit.

Deine persönliche Rechnung sollte strenger sein. Du weißt besser als die Bank, ob in den nächsten Jahren eine größere Familienplanung ansteht, ob du beruflich kürzertreten möchtest oder ob dir zwei Urlaube pro Jahr wichtiger sind als ein größeres Haus.

Es ist daher möglich, dass eine Bank 400.000 Euro finanzieren würde, während dein persönlicher Haushaltsplan nur eine komfortable Kreditsumme von 330.000 Euro zulässt. In diesem Fall sind nicht automatisch die zusätzlichen 70.000 Euro ein vorhandenes Budget.

Sie sind vor allem zusätzliche Verschuldung.

Drei Stellschrauben bestimmen deinen Immobilienrahmen

Wenn das gewünschte Objekt oberhalb des verfügbaren Budgets liegt, gibt es im Kern nur wenige echte Stellschrauben. Du kannst mehr Eigenkapital einsetzen oder zunächst weiter ansparen. Du kannst eine günstigere Immobilie wählen. Oder du kannst die monatliche Rate erhöhen, sofern dein Haushalt diese Belastung tatsächlich dauerhaft tragen kann.

Eine niedrigere Tilgung ist zwar rechnerisch eine vierte Möglichkeit, löst das Problem aber häufig nur auf dem Papier. Die Immobilie wird dadurch nicht günstiger und der Kredit nicht kleiner. Die Rückzahlung wird lediglich stärker in die Zukunft verschoben.

Ähnliches gilt für extrem lange Laufzeiten. Sie können die monatliche Belastung reduzieren, erhöhen aber häufig die Gesamtdauer der Verschuldung. Bei einer Finanzierung über mehrere Jahrzehnte muss deshalb immer betrachtet werden, ob sie auch zur Lebensphase und zum geplanten Renteneintritt passt.

Häufige Fehler bei der Berechnung der Baufinanzierung

Ein häufiger Fehler besteht darin, vom maximal möglichen Kaufpreis auszugehen und anschließend zu versuchen, die Finanzierung passend zu machen. Besser ist die umgekehrte Reihenfolge: Erst die sichere Monatsrate ermitteln, daraus den Kreditrahmen bestimmen, Eigenkapital hinzufügen, Kaufnebenkosten abziehen und erst danach nach passenden Immobilien suchen.

Ebenfalls problematisch ist es, sämtliche Ersparnisse als Eigenkapital einzuplanen. Eine hohe Eigenkapitalquote sieht in der Finanzierungsrechnung gut aus, kann aber zu erheblichen Liquiditätsproblemen führen, wenn unmittelbar nach dem Kauf größere Ausgaben entstehen.

Auch zukünftige Einkommenssteigerungen sollten eine Finanzierung nicht retten müssen. Gehaltserhöhungen können später zusätzliche Sondertilgungen ermöglichen. Die grundlegende Finanzierbarkeit sollte jedoch bereits mit den heute zuverlässig verfügbaren Einkommen gegeben sein.

Besonders riskant wird es, wenn mehrere optimistische Annahmen gleichzeitig notwendig sind: dauerhaft zwei volle Einkommen, keine größeren Reparaturen, steigende Gehälter, geringe Nebenkosten und später niedrige Anschlusszinsen. Eine gute Baufinanzierung benötigt nicht für jedes zukünftige Jahr das bestmögliche Szenario.

Checkliste: So berechnest du deinen maximalen Baukredit

  1. Nettoeinnahmen realistisch erfassen: Nutze nur Einkommen, mit denen du langfristig verlässlich rechnen kannst.
  2. Lebenshaltungskosten vollständig berechnen: Berücksichtige auch jährliche und unregelmäßige Ausgaben.
  3. Zukünftige Eigentümerkosten schätzen: Plane Hausgeld, Versicherungen, Grundsteuer, Instandhaltung und mögliche Mehrkosten ein.
  4. Monatlichen Sicherheitspuffer festlegen: Nicht der gesamte rechnerische Überschuss sollte zur Kreditrate werden.
  5. Liquiditätsreserve schützen: Setze nicht automatisch sämtliche Ersparnisse als Eigenkapital ein.
  6. Tragbare Monatsrate bestimmen: Sie ist wichtiger als der von einer Bank maximal angebotene Kredit.
  7. Zins und Tilgung berücksichtigen: Berechne aus der Rate verschiedene Finanzierungsszenarien.
  8. Restschuld prüfen: Betrachte die Situation am Ende der ersten Zinsbindung.
  9. Kaufnebenkosten einrechnen: Kaufpreis und Gesamtbedarf sind nicht dasselbe.
  10. Finanzierung einem Belastungstest unterziehen: Prüfe, was bei höheren Zinsen, geringerem Einkommen oder größeren Ausgaben passiert.

Wenn die Finanzierung erst nach mehreren optimistischen Annahmen funktioniert, ist das ein Warnsignal. Eine solide Baufinanzierung sollte auch dann noch beherrschbar bleiben, wenn nicht jedes Jahr finanziell perfekt verläuft.

Fazit: Die sichere Monatsrate bestimmt deinen Kreditrahmen

Wie viel Kredit du dir leisten kannst, lässt sich nicht zuverlässig allein aus deinem Nettoeinkommen ableiten. Die wichtigste Zahl ist der Betrag, der nach allen zukünftigen Lebenshaltungs- und Eigentümerkosten, notwendigen Rücklagen und einem Sicherheitspuffer dauerhaft für Zins und Tilgung verfügbar bleibt.

Erst aus dieser Monatsrate ergeben sich zusammen mit Zinssatz und Tilgung die mögliche Kreditsumme. Anschließend kommen Eigenkapital und Kaufnebenkosten hinzu. Wer in dieser Reihenfolge rechnet, erhält meist einen realistischeren Immobilienrahmen als mit pauschalen Einkommensformeln.

Der beste Kredit ist deshalb nicht automatisch der höchste Kredit, den eine Bank genehmigt. Eine gute Baufinanzierung lässt neben der Immobilie noch genügend finanziellen Spielraum für das übrige Leben und bleibt auch dann tragbar, wenn sich Kosten, Einkommen oder Zinsen einmal ungünstiger entwickeln.

Häufige Fragen zu „Wie viel Kredit kann ich mir leisten?“

Die folgenden Fragen treten besonders häufig auf, wenn Haushalte ihren finanziellen Rahmen für einen Immobilienkauf erstmals berechnen.

Wie viel Prozent vom Nettoeinkommen darf die Kreditrate betragen?

Als grobe Orientierung werden häufig etwa 30 bis 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens genannt. Aussagekräftiger ist jedoch eine vollständige Haushaltsrechnung. Bei hohen Fixkosten kann bereits eine Quote von 30 Prozent zu viel sein, während ein Haushalt mit hohem Einkommen und niedrigen Ausgaben unter Umständen mehr Spielraum besitzt.

Wie viel Kredit bekomme ich bei 4.000 Euro netto?

Das lässt sich ohne Angaben zu Ausgaben, Eigenkapital, Zinssatz und Tilgung nicht seriös auf eine einzelne Summe reduzieren. Würde beispielsweise eine Rate von 1.200 Euro dauerhaft passen und mit 3,8 Prozent Zins sowie 2 Prozent Anfangstilgung gerechnet, ergäbe sich modellhaft ein Kredit von etwa 248.000 Euro. Bei einer höheren tragbaren Rate verändert sich die mögliche Kreditsumme entsprechend.

Wie viel Kredit ist bei 1.500 Euro Monatsrate möglich?

Bei einer beispielhaften Annuität von 5,8 Prozent aus 3,8 Prozent Zins und 2 Prozent Anfangstilgung entsprechen 1.500 Euro Monatsrate ungefähr 310.000 Euro Kredit. Bei 3 Prozent Tilgung wären es bei gleicher Rate nur rund 265.000 Euro. Die tatsächlichen Konditionen hängen vom individuellen Finanzierungsangebot ab.

Sollte ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

Wenn möglich, sollten zumindest die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden. Werden auch diese finanziert, steigt die Verschuldung, obwohl den zusätzlichen Kreditkosten kein entsprechend höherer Immobilienwert gegenübersteht. Solche Finanzierungen können zudem teurer und risikoreicher sein.

Wie viel Eigenkapital sollte nach dem Hauskauf übrig bleiben?

Es sollte mindestens eine angemessene Liquiditätsreserve bestehen bleiben, deren Höhe zu Haushalt, Einkommen und Immobilie passt. Zusätzlich können Geld für Umzug, Einrichtung oder absehbare Renovierungen notwendig sein. Sämtliche Ersparnisse in den Kauf zu stecken, kann deshalb trotz niedrigerer Kreditsumme unvernünftig sein.

Ist eine hohe Tilgung immer besser?

Eine höhere Tilgung reduziert die Restschuld schneller und senkt langfristig das Finanzierungsrisiko. Gleichzeitig erhöht sie bei gleicher Kreditsumme die Monatsrate. Sinnvoll ist deshalb eine Tilgung, die zügige Entschuldung mit dauerhaft ausreichendem finanziellen Spielraum verbindet.

Was ist wichtiger: Monatsrate oder Kreditsumme?

Zunächst die Monatsrate. Wer zuerst eine gewünschte Kreditsumme festlegt, läuft Gefahr, das Haushaltsbudget anschließend passend rechnen zu wollen. Aus einer realistisch tragbaren Monatsrate sollte erst im zweiten Schritt die mögliche Kreditsumme abgeleitet werden.

Kann ich mich auf die maximale Kreditsumme der Bank verlassen?

Die Kreditzusage zeigt, welchen Betrag ein Institut unter seinen Kriterien finanzieren würde. Sie sagt nicht, ob diese Summe zu deinen persönlichen Lebensplänen und deinem gewünschten finanziellen Spielraum passt. Deine eigene Belastungsgrenze kann deshalb deutlich niedriger liegen.

Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

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