Frühstart-Rente: Beispielrechnung bis zur Rente – was aus 10 Euro werden kann

Wie viel Vermögen entsteht aus der staatlichen Frühstart-Rente bis zum 65. Lebensjahr? Konkrete Berechnungen zeigen, welchen Unterschied Rendite, zusätzliche Einzahlungen, Kosten und Inflation machen.

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Die staatliche Frühstart-Rente beginnt mit einem überschaubaren Betrag: Zehn Euro sollen monatlich für ein Kind in ein Altersvorsorgedepot fließen. Über zwölf Jahre kommen dadurch lediglich 1.440 Euro zusammen. Trotzdem könnte daraus bis zum Rentenalter ein Vermögen von mehr als 50.000 Euro entstehen. Entscheidend ist, wie sich das Geld über die Jahrzehnte entwickelt.

Eine Beispielrechnung mit sieben Prozent durchschnittlicher jährlicher Rendite nach Kosten ergibt rund 53.000 Euro zum 65. Geburtstag – allein aus den staatlichen Einzahlungen. Zahlen Eltern zusätzlich zehn Euro monatlich ein, steigt das rechnerische Endvermögen auf etwa 107.000 Euro. Bei einer geringeren Rendite fällt das Ergebnis allerdings erheblich niedriger aus.

Die hohen Beträge erklären sich durch den langen Anlagezeitraum. Zwischen dem sechsten und dem 65. Lebensjahr liegen 59 Jahre. Ein großer Teil des möglichen Vermögens entsteht deshalb nicht durch die ursprünglichen Einzahlungen, sondern durch die Wiederanlage der Erträge. Wie viel Geld am Ende tatsächlich zur Verfügung steht, hängt außerdem von den Anlagekosten, der Inflation und der späteren Besteuerung ab.

Die folgenden Berechnungen zeigen unterschiedliche Entwicklungen und ordnen ein, was die Ergebnisse für die Altersvorsorge tatsächlich bedeuten.

Frühstart-Rente berechnen: Das sind die Ausgangsdaten

Die Frühstart-Rente ist eine geplante staatliche Förderung für die kapitalgedeckte private Altersvorsorge von Kindern. Nach dem Regierungsentwurf soll der Staat ab dem sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro in einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag einzahlen. Mit dem 18. Geburtstag endet diese besondere Förderung. Das bis dahin aufgebaute Vermögen kann anschließend bis zum Rentenalter weiter investiert bleiben.

Der vorgesehene Förderzeitraum beträgt zwölf Jahre. Bei einer durchgehenden monatlichen Zahlung von zehn Euro ergibt sich folgende Grundrechnung:

10 Euro × 12 Monate × 12 Jahre = 1.440 Euro staatliche Einzahlungen.

Diese 1.440 Euro bilden die Grundlage unserer Berechnungen. Tatsächlich soll das Geld nicht erst mit 18 Jahren gesammelt investiert werden. Die monatlichen Beträge fließen bereits während der Kindheit in die Kapitalanlage und können deshalb schon in dieser Zeit Erträge erwirtschaften.

Für die Beispielrechnung verwenden wir folgende Annahmen:

Berechnungsgrundlage Annahme
Beginn der Förderung 6 Jahre
Ende der Förderung 18 Jahre
Staatliche Förderung 10 € monatlich
Förderzeitraum 12 Jahre
Staatliche Einzahlungen insgesamt 1.440 €
Weitere Anlagezeit nach Förderende 47 Jahre
Berechnungsende 65 Jahre
Angenommene jährliche Rendite 7 % nach Kosten

Die Rendite ist eine Modellannahme. Sie beschreibt keine garantierte Verzinsung und bedeutet auch nicht, dass das Depot jedes Jahr um sieben Prozent wächst. Tatsächlich können sich positive und negative Börsenjahre abwechseln.

Wir rechnen außerdem mit einer vollständigen Wiederanlage sämtlicher Erträge. Während der Ansparphase erfolgen keine Entnahmen. Steuern auf spätere Auszahlungen und die Geldentwertung werden zunächst nicht abgezogen. Beide Aspekte betrachten wir anschließend gesondert.

Wichtig zum Rechtsstand: Am 18. September 2026 liegt die Frühstart-Rente als Gesetzentwurf vor. Die erste Lesung im Bundestag ist für den 25. September 2026 vorgesehen. Der Start ist zum 1. Januar 2027 geplant. Für den Geburtsjahrgang 2020 soll die Förderung rückwirkend für das Jahr 2026 gewährt werden. Die gesetzlichen Einzelheiten können sich bis zum Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens noch ändern.

Beispielrechnung 1: Wie viel sind die staatlichen 10 Euro mit 18 Jahren wert?

Zunächst betrachten wir ausschließlich die staatliche Förderung. Eltern zahlen kein eigenes Geld ein. Das Depot wird zwölf Jahre lang mit monatlich zehn Euro bespart und erzielt im Rechenmodell eine durchschnittliche jährliche Rendite von sieben Prozent nach Kosten.

Ohne jede Wertentwicklung würden am 18. Geburtstag genau 1.440 Euro zur Verfügung stehen. Da die ersten Beiträge allerdings bereits viele Jahre investiert sind, fällt der rechnerische Depotwert höher aus.

Bei der angenommenen Rendite ergibt sich zum Ende der Förderphase ein Kapital von ungefähr 2.200 Euro.

Davon entfallen 1.440 Euro auf die staatlichen Zahlungen und rund 760 Euro auf die rechnerisch erwirtschaftete Wertsteigerung. Etwa ein Drittel des Depotwertes ist in diesem Beispiel bereits durch die Kapitalanlage entstanden.

Der Unterschied ist noch nicht außergewöhnlich groß. Zwölf Jahre sind für einen langfristigen Vermögensaufbau zwar ein beträchtlicher Zeitraum, der wesentliche Zinseszinseffekt entsteht bei der Frühstart-Rente jedoch erst in den darauffolgenden Jahrzehnten.

Warum das Geld nach dem 18. Geburtstag weiterwachsen kann

Mit der Volljährigkeit endet die monatliche staatliche Frühstartrentenförderung. Das bedeutet nach dem Gesetzentwurf allerdings nicht, dass das Depot geschlossen oder das Vermögen ausgezahlt werden muss. Der bestehende Vertrag kann weitergeführt oder das Kapital in einen anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen werden.

Für unsere erste Berechnung nehmen wir an, dass der junge Erwachsene nach seinem 18. Geburtstag keinen einzigen zusätzlichen Euro einzahlt. Die vorhandenen rund 2.200 Euro bleiben vollständig investiert.

Bis zum 65. Geburtstag vergehen weitere 47 Jahre. Bei einer konstanten rechnerischen Wertentwicklung von sieben Prozent jährlich wächst das Kapital in dieser Zeit auf ungefähr 53.000 Euro.

Das Besondere an diesem Ergebnis: Der Staat hat insgesamt nur 1.440 Euro eingezahlt. Der überwiegende Teil des späteren Depotvermögens ergibt sich aus der angenommenen langfristigen Kapitalentwicklung.

Allerdings liegt zwischen der ersten Einzahlung und der möglichen Auszahlung mehr als ein halbes Jahrhundert. Die Rechnung beschreibt deshalb ein langfristiges Szenario, keine verlässliche Aussage über einen bestimmten späteren Depotstand.

Beispielrechnung 2: Frühstart-Rente mit zusätzlichen Einzahlungen der Eltern

Die Frühstart-Rente sieht vor, dass Eltern, Großeltern und andere Personen freiwillig zusätzliches Geld einzahlen können. Nach dem Regierungsentwurf sind private Zuzahlungen von insgesamt bis zu 6.840 Euro jährlich vorgesehen.

Für die folgende Berechnung betrachten wir vier Varianten. Der Staat zahlt jeweils zehn Euro monatlich. Die Eltern ergänzen die staatliche Förderung entweder gar nicht oder um zehn, 20 beziehungsweise 50 Euro pro Monat.

Alle Einzahlungen erfolgen ausschließlich zwischen dem sechsten und dem 18. Geburtstag. Anschließend bleibt das gesamte Kapital bis zum 65. Lebensjahr investiert, ohne dass weiteres Geld hinzukommt.

Private Zuzahlung monatlich Gesamte Einzahlungen bis 18 Depotwert mit 18 Depotwert mit 65
0 € 1.440 € ca. 2.200 € ca. 53.000 €
10 € 2.880 € ca. 4.400 € ca. 107.000 €
20 € 4.320 € ca. 6.600 € ca. 160.000 €
50 € 8.640 € ca. 13.300 € ca. 320.000 €

Modellrechnung mit sieben Prozent durchschnittlicher jährlicher Rendite nach Kosten. Alle Ergebnisse sind gerundet, nominal und vor Steuern. Die tatsächliche Entwicklung kann erheblich abweichen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie stark sich zusätzliche Einzahlungen bei einem langen Anlagezeitraum auswirken können. Bereits zehn Euro monatlich von den Eltern verdoppeln die laufende Sparrate. Dadurch verdoppelt sich näherungsweise auch das spätere Vermögen.

Bei einer privaten Zuzahlung von 50 Euro ergibt sich eine gemeinsame monatliche Sparrate von 60 Euro. Während der zwölfjährigen Förderphase werden insgesamt 8.640 Euro investiert. Davon stammen 7.200 Euro aus privaten Mitteln und 1.440 Euro vom Staat.

Aus diesen Einzahlungen können im Modell bis zum 65. Geburtstag rund 320.000 Euro entstehen. Der hohe Endbetrag ergibt sich allerdings nur unter den angenommenen Renditebedingungen und bei durchgehend investiertem Kapital.

Die staatliche Förderung bleibt in sämtlichen Varianten gleich. Zusätzliche Einzahlungen erhöhen nicht den monatlichen Zuschuss von zehn Euro.

Für Familien ist deshalb nicht allein der höchstmögliche Depotwert entscheidend. Eine freiwillige Sparrate sollte zum eigenen Haushaltsbudget passen. Wer finanzielle Rücklagen aufbauen, Schulden zurückzahlen oder kurzfristig größere Ausgaben finanzieren muss, sollte diese Verpflichtungen in die Entscheidung einbeziehen.

Beispielrechnung 3: Was passiert bei drei, fünf oder sieben Prozent Rendite?

Die angenommene Rendite hat einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis. Das lässt sich besonders gut erkennen, wenn wir die staatliche Förderung ohne zusätzliche private Einzahlungen unter verschiedenen Renditeannahmen betrachten.

Ausgangspunkt bleiben die zwölfjährigen staatlichen Einzahlungen von insgesamt 1.440 Euro. Das Kapital bleibt anschließend bis zum 65. Lebensjahr investiert.

Wir vergleichen drei Szenarien: drei, fünf und sieben Prozent durchschnittliche jährliche Rendite nach Kosten.

Rendite pro Jahr Depotwert mit 18 Depotwert mit 65
3 % ca. 1.700 € ca. 7.000 €
5 % ca. 2.000 € ca. 19.000 €
7 % ca. 2.200 € ca. 53.000 €

Vereinfachte Modellrechnung mit monatlicher Einzahlung, monatlicher Verzinsung entsprechend der effektiven Jahresrendite und anschließender Wiederanlage. Gerundete Ergebnisse vor Steuern und Inflation.

Der Unterschied ist erheblich. Bei drei Prozent jährlicher Rendite entsteht aus der staatlichen Förderung bis zum 65. Geburtstag ein Vermögen von ungefähr 7.000 Euro. Bei fünf Prozent sind es rund 19.000 Euro. Erst das Szenario mit sieben Prozent führt zu einem Depotwert von mehr als 50.000 Euro.

Dabei liegen zwischen fünf und sieben Prozent lediglich zwei Prozentpunkte. Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten führt dieser Unterschied jedoch zu einem deutlich anderen Ergebnis.

Das liegt daran, dass sich die Renditen nicht nur auf die ursprünglichen Einzahlungen beziehen. Auch bereits erwirtschaftete Erträge bleiben investiert und können ihrerseits weitere Erträge erzielen.

Sind sieben Prozent Rendite realistisch?

Eine durchschnittliche jährliche Wertentwicklung von sieben Prozent kann als langfristige Modellannahme für eine breit gestreute Aktienanlage dienen. Sie ist jedoch keine Zusage für die künftige Entwicklung eines Frühstartrenten-Depots.

Das tatsächliche Ergebnis hängt unter anderem davon ab, welche Wertpapiere beziehungsweise Fonds im Vertrag enthalten sind, wie hoch der Aktienanteil ausfällt und welche Kosten entstehen. Auch der Zeitpunkt der Einzahlungen und größere Kursverluste können das Endvermögen beeinflussen.

Besonders entscheidend ist die Unterscheidung zwischen einer durchschnittlichen Rendite und einer gleichmäßigen Wertentwicklung. Ein Depot kann in einem Jahr deutlich steigen und im nächsten Jahr einen beträchtlichen Teil seines Wertes verlieren. Selbst über lange Zeiträume ist eine bestimmte Rendite nicht garantiert.

Die Tabelle sollte deshalb nicht als Vorhersage verstanden werden. Sie zeigt vielmehr, in welcher Größenordnung sich unterschiedliche langfristige Entwicklungen auf das spätere Vermögen auswirken können.

Wer für die eigene Altersvorsorge plant, sollte sich nicht ausschließlich auf das renditestärkste Szenario verlassen. Eine Berechnung mit geringeren Renditen kann helfen, den finanziellen Spielraum realistischer einzuschätzen.

Der Zinseszinseffekt: Warum die letzten Jahrzehnte so entscheidend sind

Beim Zinseszinseffekt bleiben erwirtschaftete Erträge investiert. Dadurch kann das Vermögen auf einer zunehmend größeren Grundlage weiterwachsen.

Bei der Frühstart-Rente ist dieser Mechanismus besonders relevant, weil die staatlichen Einzahlungen bereits im Kindesalter beginnen und das angesparte Kapital anschließend jahrzehntelang investiert bleiben kann.

In unserem Sieben-Prozent-Modell stehen mit 18 Jahren rund 2.200 Euro zur Verfügung. Ohne weitere Einzahlungen könnte daraus bis zum 65. Lebensjahr ein Vermögen von etwa 53.000 Euro entstehen.

Rechnerisch wächst das Kapital zwischen dem 18. und dem 65. Geburtstag damit auf ungefähr das 24-Fache an.

Der größte Vermögenszuwachs entsteht folglich nicht während der zwölfjährigen Förderphase, sondern in der anschließenden, deutlich längeren Anlagephase.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Wertentwicklung in den späteren Jahren automatisch positiv ausfällt. Auch kurz vor dem geplanten Beginn der Auszahlung kann ein kapitalmarktabhängiges Depot Verluste erleiden.

Je näher der Zeitpunkt rückt, zu dem das Geld benötigt wird, desto stärker gewinnt deshalb die Frage an Bedeutung, wie viel Kapitalmarktrisiko noch zum gewünschten Auszahlungszeitpunkt passt. Eine mögliche Anpassung der Anlagestruktur hängt von den verfügbaren Vertragsoptionen und den individuellen Bedürfnissen ab.

Wie viel bringt es, wenn das Kind ab 18 Jahren selbst weiterspart?

Die bisherigen Berechnungen enden mit den Einzahlungen am 18. Geburtstag. Für den tatsächlichen Vermögensaufbau ist jedoch auch entscheidend, was danach geschieht.

Nach dem Gesetzentwurf soll der Frühstartrentenvertrag in die private Altersvorsorge übergehen können. Junge Erwachsene können den Vertrag weiter besparen oder in einen anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag wechseln.

Betrachten wir dafür eine zusätzliche Modellrechnung mit einer niedrigeren Renditeannahme von fünf Prozent jährlich nach Kosten.

Das Kind erhält zwischen sechs und 18 Jahren ausschließlich die staatliche Förderung. Zum 18. Geburtstag beträgt das Depotvermögen ungefähr 2.000 Euro. Danach zahlt der junge Erwachsene bis zum 65. Geburtstag jeden Monat 25 Euro aus eigenen Mitteln ein.

Über die anschließenden 47 Jahre entstehen durch diese zusätzlichen Sparraten Eigenbeiträge von insgesamt 14.100 Euro.

Bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von fünf Prozent ergibt sich zum 65. Geburtstag ein rechnerisches Gesamtvermögen von ungefähr 74.000 Euro.

Ohne die zusätzlichen Einzahlungen würde das staatlich aufgebaute Startkapital unter denselben Renditeannahmen lediglich auf etwa 19.000 Euro anwachsen.

Der Unterschied von ungefähr 55.000 Euro zeigt, welchen Einfluss eine über Jahrzehnte fortgesetzte private Sparrate haben kann. In dieser Modellrechnung sind mögliche weitere staatliche Zulagen oder steuerliche Vorteile ab dem Erwachsenenalter nicht berücksichtigt.

Eine Sparrate von 25 Euro muss dabei nicht für das gesamte Berufsleben unverändert bleiben. Mit steigendem Einkommen können höhere Einzahlungen möglich werden. Umgekehrt kann es Lebensphasen geben, in denen finanzielle Verpflichtungen eine Reduzierung oder vorübergehende Unterbrechung erforderlich machen.

Die Frühstart-Rente bildet in diesem Zusammenhang lediglich einen Ausgangspunkt. Ob daraus ein wesentlich größeres Altersvorsorgevermögen entsteht, hängt maßgeblich von den späteren Anlage- und Sparentscheidungen ab.

Kaufkraft im Rentenalter: Was sind 53.000 Euro tatsächlich wert?

Ein besonders wichtiger Punkt wird bei langfristigen Beispielrechnungen häufig übersehen: 53.000 Euro in mehreren Jahrzehnten besitzen voraussichtlich nicht dieselbe Kaufkraft wie 53.000 Euro heute.

Durch Inflation steigen die Preise für Waren und Dienstleistungen im Laufe der Zeit. Selbst wenn das Depotvermögen nominal wächst, kann ein Teil der erwirtschafteten Rendite durch diese Preissteigerungen aufgezehrt werden.

Für eine vereinfachte Rechnung nehmen wir eine durchschnittliche Inflationsrate von zwei Prozent jährlich an. Diese Annahme ist keine Prognose für die kommenden Jahrzehnte, sondern dient der Veranschaulichung.

Zwischen dem sechsten und dem 65. Geburtstag liegen 59 Jahre. Bei einer durchgehenden Inflation von zwei Prozent würde sich das allgemeine Preisniveau in diesem Zeitraum rechnerisch etwas mehr als verdreifachen.

Das bedeutet für unsere Beispielrechnung:

Ein nominales Depotvermögen von rund 53.000 Euro zum 65. Geburtstag hätte bei dieser Inflationsannahme nur noch eine Kaufkraft von ungefähr 16.500 Euro in heutigen Preisen.

Bei der Variante mit zehn Euro zusätzlicher monatlicher Einzahlung der Eltern und einem nominalen Endvermögen von etwa 107.000 Euro läge die heutige Kaufkraft bei ungefähr 33.000 Euro.

Die tatsächliche Inflation kann natürlich anders ausfallen. Außerdem entwickeln sich einzelne Ausgaben wie Wohnen, Gesundheit oder Energie nicht zwangsläufig im gleichen Tempo wie das allgemeine Preisniveau.

Für die Einordnung bleibt dennoch entscheidend: Ein hoher zukünftiger Eurobetrag darf nicht unmittelbar mit dem heutigen Wert des Geldes gleichgesetzt werden.

Die reale Kaufkraft ist gerade bei Altersvorsorgeberechnungen über mehrere Jahrzehnte mindestens ebenso wichtig wie das nominelle Endvermögen.

Welche Auswirkungen haben die Kosten auf die Beispielrechnung?

Bei einem Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten können bereits vergleichsweise geringe jährliche Kosten das Endvermögen erheblich verändern.

Der Gesetzentwurf zur Frühstart-Rente sieht für die geförderten Standarddepot-Verträge einen Effektivkostendeckel von einem Prozent in der Ansparphase vor. Bis zur Volljährigkeit sollen darüber hinaus keine Abschluss- und Vertriebskosten erhoben werden dürfen.

Ein Kostendeckel bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche angebotenen Verträge tatsächlich gleich viel kosten oder grundsätzlich kostenlos sind.

Zur Veranschaulichung betrachten wir erneut die staatliche Förderung ohne private Zuzahlungen. Bei sieben Prozent jährlicher Rendite nach Kosten ergibt sich im Modell ein Endvermögen von rund 53.000 Euro.

Reduzieren wir die jährliche Nettorendite auf sechs Prozent, sinkt der rechnerische Depotwert bis zum 65. Geburtstag auf ungefähr 32.000 Euro.

Ein Prozentpunkt Unterschied bei der jährlichen Nettorendite verändert das Ergebnis in dieser Modellrechnung um rund 21.000 Euro.

Der Vergleich ist eine vereinfachte Sensitivitätsrechnung. Er bedeutet nicht, dass jeder Vertrag mit einem Prozent jährlichen Kosten zwangsläufig genau diesen Betrag kostet. Entscheidend sind die tatsächliche Bruttorendite, sämtliche effektiven Kosten und deren Zusammenspiel über die Laufzeit.

Für Eltern sind deshalb bei der späteren Vertragsauswahl insbesondere die gesamten laufenden Kosten, die verfügbare Anlagestruktur und die Möglichkeiten eines Anbieterwechsels relevant.

Ein zertifizierter Vertrag erfüllt gesetzliche Anforderungen. Daraus folgt jedoch weder eine bestimmte Rendite noch, dass alle zertifizierten Produkte wirtschaftlich identisch sind.

Frühstart-Rente bis 65 berechnen: Warum die Auszahlung eine eigene Frage ist

Ein Depotwert von 53.000 Euro bedeutet nicht, dass im Ruhestand automatisch eine bestimmte lebenslange monatliche Rente gezahlt wird.

Die Frühstart-Rente ist keine zusätzliche Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung. Es handelt sich um einen eigenständigen Baustein der kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge. Das angesparte Vermögen soll ab Volljährigkeit an die reformierte private Altersvorsorge anschließen können.

Nach dem vorgesehenen Rechtsrahmen darf das staatlich geförderte Frühstartrentenvermögen einschließlich der darauf entfallenden Erträge grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres ausgezahlt werden.

Das Alter von 65 Jahren dient deshalb auch als Endpunkt unserer Beispielrechnung. Es ist nicht mit einer Aussage über das spätere individuelle gesetzliche Renteneintrittsalter gleichzusetzen.

Wie aus dem angesparten Vermögen eine laufende Altersleistung wird, hängt von der konkreten Ausgestaltung des späteren Vorsorgevertrags und den geltenden Auszahlungsregeln ab.

Warum das Endvermögen nicht einfach durch zwölf geteilt werden darf

Ein angespartes Vermögen von 53.000 Euro lässt sich nicht unmittelbar als monatliche Zusatzrente von 4.416 Euro interpretieren. Bei dieser Rechnung würde das gesamte Kapital innerhalb eines einzigen Jahres aufgebraucht.

Für eine laufende Versorgung muss das Vermögen über einen längeren Zeitraum verteilt werden. Wie hoch eine monatliche Auszahlung ausfällt, hängt unter anderem von der vorgesehenen Auszahlungsdauer, den Vertragsbedingungen, der weiteren Wertentwicklung und möglichen Kosten ab.

Auch die spätere Besteuerung verändert den tatsächlich verfügbaren Betrag.

Eine seriöse Berechnung der Frühstart-Rente sollte deshalb zwischen drei Größen unterscheiden: dem angesparten Depotvermögen, der daraus möglichen Bruttoauszahlung und dem nach Steuern tatsächlich verfügbaren Einkommen.

Unsere Beispielrechnungen zeigen ausschließlich die erste dieser Größen.

Was passiert mit der Frühstart-Rente bei einem Börsencrash?

Eine lange Anlagedauer kann dazu beitragen, zwischenzeitliche Kursschwankungen über einen längeren Zeitraum auszugleichen. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Wenn ein Depot beispielsweise einen Wert von 20.000 Euro erreicht hat und anschließend 30 Prozent verliert, sinkt sein Vermögen auf 14.000 Euro.

Um den ursprünglichen Wert von 20.000 Euro wiederzuerlangen, reicht danach ein Kursanstieg von 30 Prozent nicht aus. Das verbliebene Kapital müsste um ungefähr 43 Prozent steigen.

Bei Kindern ist der verbleibende Anlagehorizont zunächst außerordentlich lang. Das Vermögen kann nach einem Kursrückgang noch viele Jahrzehnte investiert bleiben. Trotzdem können sich einzelne Märkte über sehr lange Zeiträume enttäuschend entwickeln.

Die Auswahl und Streuung der Kapitalanlagen sind deshalb relevant. Ein breit gestreutes Portfolio verteilt die Risiken auf unterschiedliche Wertpapiere und Unternehmen. Es beseitigt das allgemeine Kapitalmarktrisiko aber nicht.

Besonders problematisch können größere Verluste kurz vor dem geplanten Beginn der Auszahlungen werden. Dann bleibt möglicherweise weniger Zeit, um eine schwache Marktphase auszugleichen.

Die tatsächliche Risikostruktur der Frühstart-Rente ergibt sich aus den gewählten Anlagen und den jeweiligen Vertragsbedingungen. Das staatliche Fördergeld ist nicht automatisch vor Kursverlusten geschützt.

Welche Rolle spielen Steuern bei der Frühstart-Rente?

Die steuerliche Behandlung ist für die langfristige Berechnung wichtig, weil zwischen dem Aufbau des Vermögens und seiner späteren Auszahlung unterschieden werden muss.

Nach dem Regierungsentwurf sollen die Kapitalerträge innerhalb des geförderten Altersvorsorgevertrags während der Ansparphase steuerfrei bleiben. Die Besteuerung erfolgt grundsätzlich nachgelagert, also bei der späteren Auszahlung.

Dadurch können Erträge während der Ansparphase im Vertrag verbleiben und vollständig weiter investiert werden.

Die in unseren Beispielrechnungen genannten Endbeträge sind deshalb ausdrücklich Werte vor der späteren Besteuerung.

Wie viel Geld im Ruhestand netto verbleibt, hängt von den dann geltenden gesetzlichen Regelungen und der persönlichen steuerlichen Situation ab. Auch mögliche sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen müssen gegebenenfalls gesondert betrachtet werden.

Für freiwillige private Einzahlungen sieht der Regierungsentwurf eine wichtige Besonderheit vor: Eigene Beiträge und die darauf entfallenden Erträge sollen unter Beachtung der vertraglichen Bedingungen grundsätzlich auch vor dem 65. Geburtstag entnommen werden können. Auf die ausgezahlten Erträge können dabei Steuern anfallen.

Das staatlich geförderte Frühstartrentenvermögen ist dagegen grundsätzlich für die Altersvorsorge gebunden.

Eltern sollten diese unterschiedlichen Zugriffsmöglichkeiten berücksichtigen, bevor sie größere private Beträge einzahlen.

Was die Beispielrechnung für Eltern konkret bedeutet

Die Frühstart-Rente kann nach dem vorgesehenen Modell einen sehr frühen Einstieg in die private Altersvorsorge ermöglichen. Ihre langfristige Wirkung hängt jedoch wesentlich davon ab, wie die staatlichen Beiträge angelegt werden und was nach dem Ende der Förderung geschieht.

Für Eltern ergeben sich daraus mehrere praktische Überlegungen.

Zunächst muss nicht zwingend eigenes Geld eingezahlt werden, damit ein förderberechtigtes Kind die staatlichen zehn Euro erhält. Nach dem Gesetzentwurf ist eine Förderung auch ohne private Zuzahlung möglich.

Wird kein individueller Vertrag eröffnet, ist eine kollektive Anlage der staatlichen Mittel vorgesehen. Die Förderung geht dadurch nicht grundsätzlich verloren. Eine individuelle Kapitalanlage und private Zuzahlungen erfordern allerdings einen geeigneten Vertrag.

Daneben stellt sich die Frage, für welchen Zweck Eltern zusätzliches Geld zurücklegen möchten.

Soll das Kind später den Führerschein, ein Studium, eine Ausbildung oder den Einstieg in die erste eigene Wohnung finanzieren können, ist ein langfristig gebundener Altersvorsorgevertrag nicht automatisch das passende Instrument für das gesamte Sparvermögen.

Ein frei verfügbares Kinderdepot oder ein anderes geeignetes Sparprodukt erfüllt einen anderen Zweck als ein speziell für die Altersvorsorge vorgesehener Vertrag. Ein bereits bestehendes gewöhnliches Kinderdepot kann nach dem Regierungsentwurf außerdem nicht einfach für den Empfang der staatlichen Frühstartrentenförderung verwendet werden.

Ebenso wichtig ist die eigene finanzielle Situation der Eltern. Wer keinen ausreichenden Notgroschen besitzt, sollte nicht allein wegen einer hohen theoretischen Endsumme übermäßig viel Geld für mehrere Jahrzehnte binden.

Für die Entscheidung über zusätzliche Einzahlungen sind deshalb nicht nur die dargestellten Renditeszenarien relevant. Auch Liquidität, Kosten, Risiken und die langfristigen Ziele der Familie sollten berücksichtigt werden.

Fazit: Aus 1.440 Euro kann Vermögen entstehen – die Rendite bleibt entscheidend

Die Beispielrechnung zur Frühstart-Rente zeigt, welche Wirkung ein sehr früher Beginn der Altersvorsorge haben kann. Bei zwölf Jahren staatlicher Förderung fließen insgesamt 1.440 Euro in das Depot. Unter der Annahme von sieben Prozent durchschnittlicher jährlicher Rendite nach Kosten könnte daraus bis zum 65. Geburtstag ein Vermögen von rund 53.000 Euro entstehen.

Mit zusätzlichen privaten Einzahlungen steigen die möglichen Endbeträge deutlich. Bereits zehn Euro monatlich von den Eltern führen in demselben Modell zu ungefähr 107.000 Euro. Eine Fortsetzung des Sparens nach dem 18. Geburtstag kann den Vermögensaufbau weiter verändern.

Die Ergebnisse sind allerdings weder garantierte Leistungen noch Prognosen. Geringere Renditen, höhere Kosten, Inflation und die spätere Besteuerung können den tatsächlichen Nutzen erheblich beeinflussen. Besonders der Unterschied zwischen nominalem Depotvermögen und realer Kaufkraft verdient bei einem Anlagezeitraum von fast sechs Jahrzehnten besondere Aufmerksamkeit.

Die Frühstart-Rente lässt sich deshalb am sinnvollsten als frühes Startkapital betrachten. Wie viel zusätzliche Altersvorsorge daraus tatsächlich entsteht, wird sich erst aus dem Zusammenspiel von staatlicher Förderung, privatem Sparverhalten, Anlageentwicklung und den langfristig geltenden Rahmenbedingungen ergeben.

Häufige Fragen zur Frühstart-Rente und ihrer Berechnung

Die wichtigsten Zahlen und Sonderfälle lassen sich anhand einiger konkreter Fragen zusätzlich einordnen.

Wie viel Geld bekommt ein Kind insgesamt vom Staat?

Nach dem Gesetzentwurf soll ein förderberechtigtes Kind zwischen dem sechsten und dem 18. Geburtstag monatlich zehn Euro erhalten. Über zwölf Jahre ergibt das insgesamt 1.440 Euro staatliche Einzahlungen. Hinzu kommt die tatsächliche Wertentwicklung der Kapitalanlage.

Wie viel kann aus den 1.440 Euro bis zur Rente werden?

Bei sieben Prozent durchschnittlicher jährlicher Rendite nach Kosten ergibt sich bis zum 65. Geburtstag ein rechnerisches Vermögen von rund 53.000 Euro. Bei fünf Prozent sind es lediglich ungefähr 19.000 Euro. Die Ergebnisse sind Modellrechnungen und keine garantierten Auszahlungen.

Wie viel entsteht, wenn Eltern monatlich 50 Euro zusätzlich einzahlen?

Bei insgesamt 60 Euro monatlicher Sparrate während der zwölfjährigen Förderphase werden 8.640 Euro eingezahlt. Bei einer angenommenen Rendite von sieben Prozent jährlich nach Kosten könnte daraus bis zum 65. Geburtstag ein Depotwert von rund 320.000 Euro entstehen. Die tatsächliche Wertentwicklung kann deutlich davon abweichen.

Wird die Frühstart-Rente auch nach dem 18. Geburtstag weitergezahlt?

Nein. Die besondere staatliche Förderung von zehn Euro monatlich soll mit der Volljährigkeit enden. Das aufgebaute Kapital kann anschließend weiter investiert werden. Eigene Einzahlungen und gegebenenfalls andere Förderungen der privaten Altersvorsorge können hinzukommen.

Ist das angesparte Geld mit 18 Jahren frei verfügbar?

Das staatlich geförderte Frühstartrentenvermögen einschließlich seiner Erträge soll grundsätzlich erst ab Vollendung des 65. Lebensjahres ausgezahlt werden können. Für freiwillige Eigenbeiträge und die darauf entfallenden Erträge sind nach dem Gesetzentwurf unter Beachtung der Vertragsbedingungen frühere Entnahmen möglich. Auf ausgezahlte Erträge können Steuern anfallen.

Was passiert, wenn die Eltern kein Frühstart-Renten-Depot eröffnen?

Nach dem vorgesehenen Modell sollen die staatlichen Förderbeträge dann kollektiv am Kapitalmarkt angelegt werden. Die Mittel sollen später in einen geeigneten individuellen Altersvorsorgevertrag übertragen werden können. Private Zuzahlungen in die kollektive Anlage sind nicht vorgesehen.

Kann die Frühstart-Rente auch weniger wert werden als die Einzahlungen?

Ja. Die Förderung soll am Kapitalmarkt investiert werden. Abhängig von der tatsächlichen Anlagestruktur können Verluste entstehen, sodass der Depotwert zeitweise oder im ungünstigen Fall auch zum Auszahlungszeitpunkt unter den eingezahlten Beträgen liegt. Eine bestimmte Rendite ist nicht garantiert.

Ab wann können Eltern die Frühstart-Rente tatsächlich nutzen?

Der Start ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen. Zunächst sollen die Geburtsjahrgänge 2020 und 2021 berücksichtigt werden; der Jahrgang 2020 soll die Förderung für 2026 rückwirkend erhalten. Am 18. September 2026 ist das Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Zertifizierte Standarddepot-Verträge sollen frühestens ab dem 1. Januar 2027 abgeschlossen werden können.

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Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

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