Aus zehn Euro monatlicher Förderung kann im Laufe eines Lebens ein beachtliches Vermögen entstehen. Die geplante Frühstart-Rente soll Kindern bereits ab dem sechsten Lebensjahr den Einstieg in die private Altersvorsorge ermöglichen. Über zwölf Jahre zahlt der Staat insgesamt 1.440 Euro ein. Anschließend kann das angesparte Kapital bis zum Rentenalter weiter am Kapitalmarkt wachsen.
Bei einer angenommenen durchschnittlichen Wertentwicklung von sieben Prozent jährlich können aus den staatlichen Einzahlungen bis zum 65. Lebensjahr rund 53.000 Euro werden. Zahlen Eltern monatlich weitere zehn Euro ein, steigt der rechnerische Endwert auf etwa 107.000 Euro. Bei höheren privaten Einzahlungen sind sogar sechsstellige Beträge möglich.
Entscheidend ist allerdings, diese Zahlen richtig einzuordnen. Die Berechnungen beruhen auf langfristigen Renditeannahmen und stellen keine garantierten Ergebnisse dar. Außerdem verlieren die späteren Euro-Beträge durch die Inflation an Kaufkraft. Wer wissen möchte, wie viel die Frühstart-Rente tatsächlich bringen kann, muss deshalb nicht nur auf den möglichen Depotwert schauen, sondern auch auf Laufzeit, Kosten, Risiken und die spätere Auszahlung.
Stand: 18. September 2026. Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf zur Frühstart-Rente am 12. August 2026 beschlossen. Das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Die nachfolgenden Berechnungen beruhen auf den vorgesehenen Regelungen und können sich durch Änderungen am Gesetz noch verändern.
Wie viel zahlt der Staat insgesamt in die Frühstart-Rente ein?
Das Grundprinzip ist einfach: Der Bund soll für anspruchsberechtigte Kinder ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein Altersvorsorgedepot einzahlen. Mit dem 18. Geburtstag endet diese besondere staatliche Förderung.
Daraus ergibt sich eine Förderdauer von zwölf Jahren beziehungsweise 144 Monaten. Bei unveränderter monatlicher Förderung beträgt die gesamte staatliche Einzahlung somit 1.440 Euro.
Anders als bei einem klassischen Sparbuch soll das Geld am Kapitalmarkt investiert werden. Welche Wertentwicklung daraus entsteht, hängt insbesondere von den gewählten Anlagen, den Kosten und den tatsächlichen Kapitalmarktergebnissen ab. Die Förderung von zehn Euro ist ein fest vorgesehener Einzahlungsbetrag, kein garantierter monatlicher Vermögenszuwachs.
Wichtig ist außerdem der schrittweise Start. Nach dem Regierungsentwurf sollen die ersten regulären Zahlungen 2027 für die Geburtsjahrgänge 2020 und 2021 beginnen. Für Kinder des Jahrgangs 2020 ist eine rückwirkende Förderung für das Jahr 2026 vorgesehen. Anschließend soll jährlich ein weiterer Jahrgang hinzukommen, der im jeweiligen Jahr sechs Jahre alt wird.
Die Förderung ist zunächst nicht für sämtliche Kinder zwischen sechs und 18 Jahren vorgesehen. Wer vor 2020 geboren wurde, soll nach dem aktuellen Entwurf keine Frühstart-Rentenförderung erhalten.
Wie viel Geld kann mit 18 Jahren im Depot liegen?
Die ersten zwölf Jahre schaffen das finanzielle Fundament. Obwohl der Staat lediglich 1.440 Euro einzahlt, kann das Depot bei einer positiven Kapitalmarktentwicklung zum 18. Geburtstag bereits einen höheren Wert erreichen.
Bei einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von sieben Prozent entsteht rechnerisch ein Guthaben von ungefähr 2.200 Euro. Von diesem Betrag stammen 1.440 Euro aus der staatlichen Förderung. Der übrige Teil ergibt sich aus der angenommenen Wertentwicklung während der Ansparphase.
Dabei ist zu beachten, dass nicht die gesamten 1.440 Euro von Anfang an investiert sind. Die monatlichen Einzahlungen kommen schrittweise hinzu. Während die erste Zahlung fast zwölf Jahre Zeit für den Vermögensaufbau hat, kann die letzte Zahlung vor dem 18. Geburtstag nur noch sehr kurz am Kapitalmarkt arbeiten.
Das erklärt auch, warum die Frühstart-Rente ihre eigentliche finanzielle Wirkung nicht während der Kindheit entfaltet. Der entscheidende Zeitraum beginnt erst danach.
Wird das mit 18 Jahren vorhandene Kapital bis zum 65. Lebensjahr weiter investiert, stehen nochmals 47 Jahre für den Vermögensaufbau zur Verfügung. Selbst ohne einen einzigen zusätzlichen Euro können die bereits erwirtschafteten Erträge weitere Erträge erzeugen.
Frühstart-Rente berechnen: So viel kann bis zum 65. Lebensjahr entstehen
Wie viel aus der Frühstart-Rente wird, hängt wesentlich von der durchschnittlichen jährlichen Wertentwicklung ab. Schon kleine Unterschiede bei der Rendite führen über fast sechs Jahrzehnte zu erheblich unterschiedlichen Ergebnissen.
Für einen aussagekräftigen Vergleich betrachten wir drei Modellrechnungen. In allen Varianten zahlt der Staat zwölf Jahre lang monatlich zehn Euro ein. Ab dem 18. Geburtstag erfolgen keine weiteren Einzahlungen. Das vorhandene Kapital bleibt bis zum 65. Lebensjahr investiert.
| Angenommene Rendite pro Jahr | Depotwert mit 18 | Depotwert mit 65 |
|---|---|---|
| 3 % | ca. 1.730 € | ca. 6.950 € |
| 5 % | ca. 1.970 € | ca. 19.500 € |
| 7 % | ca. 2.200 € | ca. 53.000 € |
Modellrechnungen mit konstant angenommener jährlicher Wertentwicklung nach Kosten. Die Werte sind gerundet, nominal und vor einer späteren Besteuerung. Die tatsächlichen Ergebnisse können erheblich abweichen. Die Sieben-Prozent-Variante orientiert sich an der Berechnung der Bundesregierung.
Der Vergleich verdeutlicht die Bedeutung der Rendite. Bei drei Prozent jährlich wächst die staatliche Förderung bis zum 65. Lebensjahr auf knapp 7.000 Euro. Bei fünf Prozent sind es bereits ungefähr 19.500 Euro. Mit sieben Prozent entsteht ein rechnerischer Endwert von rund 53.000 Euro.
Zwischen der Drei-Prozent- und der Sieben-Prozent-Variante liegt damit ein Unterschied von mehr als 46.000 Euro, obwohl in beiden Fällen dieselben 1.440 Euro eingezahlt werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sieben Prozent jedes Jahr zuverlässig erzielt werden. Aktienmärkte entwickeln sich unregelmäßig. Auf Jahre mit hohen Gewinnen können längere Verlustphasen folgen. Die Modellrechnung glättet diese Schwankungen zu einer konstanten durchschnittlichen Wertentwicklung.
Eine spätere Kapitalmarktkrise kann den Depotwert unmittelbar vor Rentenbeginn deutlich reduzieren. Ein langfristiger Anlagehorizont verbessert die Möglichkeiten, zwischenzeitliche Schwankungen auszusitzen, beseitigt aber weder Verlustrisiken noch die Unsicherheit über den tatsächlichen Endbetrag.
Warum der Zinseszinseffekt so große Unterschiede erzeugt
Der Zinseszinseffekt entsteht, wenn erwirtschaftete Erträge im Depot verbleiben und anschließend selbst weitere Erträge erzielen. Bei Aktienanlagen können beispielsweise wiederangelegte Dividenden und Kurssteigerungen dazu beitragen. Anders als bei einem Sparkonto handelt es sich jedoch nicht um vertraglich zugesicherte Zinsen.
Ein anschauliches Beispiel ist das Guthaben von 2.200 Euro zum 18. Geburtstag. Wird dieses Kapital anschließend mit durchschnittlich sieben Prozent jährlich verzinst beziehungsweise entsprechend am Kapitalmarkt im Wert gesteigert, wächst es rechnerisch in etwa zehn Jahren auf 4.300 Euro. Nach 20 Jahren wären es ungefähr 8.500 Euro und nach 30 Jahren rund 16.700 Euro.
In den späteren Jahrzehnten wird der absolute Vermögenszuwachs immer größer, sofern die angenommene Rendite tatsächlich erzielt wird. Die gleiche prozentuale Steigerung wirkt schließlich auf ein deutlich höheres Ausgangskapital.
Die Frühstart-Rente nutzt damit vor allem einen Vorteil, den ältere Anleger nicht mehr in vergleichbarem Umfang besitzen: sehr viel Zeit.
Was wird aus der Frühstart-Rente, wenn Eltern zusätzlich Geld einzahlen?
Die staatliche Förderung bildet lediglich den Einstieg. Eltern, Großeltern oder andere Personen sollen das Altersvorsorgedepot durch freiwillige Einzahlungen ergänzen können.
Der Regierungsentwurf sieht dafür eine Grenze von insgesamt 6.840 Euro pro Jahr vor. Eigene Einzahlungen sind keine Voraussetzung, um die monatliche staatliche Förderung zu erhalten.
Bereits kleine zusätzliche Beträge können das spätere Ergebnis deutlich verändern. Die folgende Modellrechnung zeigt, wie sich unterschiedliche monatliche Zuzahlungen während der zwölfjährigen Förderphase auswirken können.
| Monatliche Zuzahlung | Insgesamt eingezahlt | Depotwert mit 18 | Depotwert mit 65 |
|---|---|---|---|
| 0 € | 1.440 € | ca. 2.200 € | ca. 53.000 € |
| 10 € | 2.880 € | ca. 4.400 € | ca. 107.000 € |
| 20 € | 4.320 € | ca. 6.600 € | ca. 160.000 € |
| 50 € | 8.640 € | ca. 13.300 € | ca. 320.000 € |
Annahme: sieben Prozent durchschnittliche jährliche Wertentwicklung nach Kosten, keine weiteren Einzahlungen nach dem 18. Geburtstag, Kapitalanlage bis zum 65. Lebensjahr. Gerundete Modellwerte vor Steuern und ohne Inflationsbereinigung.
Besonders deutlich wird der Effekt bei einer privaten Zuzahlung von zehn Euro monatlich. Die Eltern zahlen über zwölf Jahre insgesamt 1.440 Euro aus eigener Tasche. Zusammen mit der staatlichen Förderung werden damit 2.880 Euro investiert.
Bis zur Volljährigkeit kann daraus ein Depotwert von etwa 4.400 Euro entstehen. Bleibt das Geld danach investiert, ergibt die Modellrechnung einen Betrag von ungefähr 107.000 Euro zum 65. Geburtstag.
Bei monatlich 50 Euro aus privaten Mitteln können rechnerisch sogar rund 320.000 Euro entstehen. Der hohe Endwert ist allerdings an die angenommene Rendite und die vollständige Anlagedauer gebunden. Er ist kein verlässlicher Auszahlungsbetrag.
Welche zusätzliche Sparrate ist für Familien sinnvoll?
Die mögliche Höhe der Frühstart-Rente sollte nicht dazu verleiten, das eigene Haushaltsbudget zu überlasten. Wer monatlich zehn oder 20 Euro für ein Kind zurücklegen kann, ohne dafür notwendige Rücklagen oder laufende Verpflichtungen zu vernachlässigen, schafft bereits eine zusätzliche Grundlage für dessen Altersvorsorge.
Bei mehreren Kindern steigt die finanzielle Belastung entsprechend. Eine Familie mit drei Kindern müsste für eine zusätzliche Sparrate von jeweils 20 Euro insgesamt 60 Euro monatlich aufbringen. Über zwölf Jahre wären das 8.640 Euro aus dem Familienbudget, sofern die Einzahlungen für alle drei Kinder über diesen Zeitraum parallel erfolgen.
Bevor Eltern hohe Beträge langfristig binden, sollten sie deshalb klären, ob ausreichend Geld für kurzfristige Ausgaben, unerwartete Reparaturen und die eigene Altersvorsorge vorhanden ist.
Außerdem muss nicht jede zusätzliche Ersparnis zwingend in die Frühstart-Rente fließen. Ein gewöhnliches Kinderdepot oder eine andere geeignete Sparform kann sinnvoll sein, wenn das Geld beispielsweise für Ausbildung, Studium oder den späteren Berufseinstieg vorgesehen ist.
Die Frühstart-Rente verfolgt dagegen ausdrücklich einen langfristigen Altersvorsorgezweck.
Was sind 53.000 Euro Frühstart-Rente später tatsächlich wert?
Die oft genannte Summe von 53.000 Euro klingt zunächst nach einem beträchtlichen Vermögen. Allerdings handelt es sich um einen nominalen Betrag. Er beschreibt, wie viele Euro im Jahr der Auszahlung vorhanden sein könnten, nicht welche Waren und Dienstleistungen sich damit nach heutigen Maßstäben kaufen lassen.
Ein Kind des Geburtsjahrgangs 2020 wird im Jahr 2085 seinen 65. Geburtstag feiern. Zwischen 2026 und diesem Zeitpunkt liegen 59 Jahre, in denen sich das Preisniveau verändern wird.
Für eine beispielhafte Kaufkraftberechnung unterstellen wir eine durchschnittliche Inflation von zwei Prozent jährlich. Unter dieser Annahme steigt das allgemeine Preisniveau über 59 Jahre auf mehr als das Dreifache.
Die Berechnung lautet:
Heutige Kaufkraft = 53.000 Euro ÷ 1,02⁵⁹
Das Ergebnis beträgt gerundet 16.500 Euro.
Die rechnerischen 53.000 Euro im Jahr 2085 hätten bei dieser Inflationsannahme somit nur noch eine Kaufkraft, die heute ungefähr 16.500 Euro entspricht. Eine höhere durchschnittliche Inflation würde die Kaufkraft weiter verringern. Bei einer niedrigeren Inflation fiele der Kaufkraftverlust entsprechend geringer aus.
Das ist ein wesentlicher Unterschied bei der Bewertung der Frühstart-Rente. Das Depot kann nominal stark wachsen, während die tatsächliche Verbesserung des späteren Lebensstandards deutlich geringer ausfällt.
Auch die privaten Zuzahlungen aus der vorherigen Beispielrechnung müssen unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Ein rechnerischer Endwert von 107.000 Euro entspricht bei denselben Annahmen lediglich etwa 33.300 Euro heutiger Kaufkraft.
Die Frühstart-Rente kann somit zusätzliches Vorsorgevermögen schaffen. Aus den großen nominalen Endbeträgen allein lässt sich jedoch noch nicht ableiten, welchen Lebensstandard dieses Vermögen im Ruhestand ermöglichen wird.
Wie viel zusätzliche monatliche Rente könnten 53.000 Euro bringen?
Ein Depotwert ist nicht dasselbe wie eine monatliche Rente. Wer mit 65 Jahren beispielsweise 53.000 Euro angespart hat, muss zunächst entscheiden, wie das Kapital während des Ruhestands ausgezahlt werden soll. Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und dem jeweiligen Altersvorsorgevertrag.
Eine einfache Überschlagsrechnung kann die Größenordnung verdeutlichen. Würden 53.000 Euro gleichmäßig auf 20 Jahre verteilt, ergäbe sich folgende Rechnung:
53.000 Euro ÷ 240 Monate = rund 221 Euro monatlich.
Dieser Betrag ist ausdrücklich keine Prognose für eine spätere Rentenzahlung. Er berücksichtigt weder die vorgeschriebenen Auszahlungsmodalitäten noch Steuern, weitere Kosten, Kapitalmarktrisiken oder mögliche Erträge während der Auszahlungsphase.
Hinzu kommt der Kaufkraftverlust. Werden die 221 Euro in die heutige Kaufkraft umgerechnet, entsprechen sie bei der zuvor angenommenen Inflation ungefähr 69 Euro monatlich.
Damit wird erkennbar, welchen finanziellen Stellenwert die staatliche Förderung haben kann: Sie schafft eine ergänzende Vorsorgegrundlage, ersetzt aber keine eigenständige Altersvorsorge.
Wer im Ruhestand beispielsweise eine Versorgungslücke von mehreren Hundert Euro monatlich schließen möchte, wird dafür normalerweise zusätzliches Kapital aufbauen müssen. Entscheidend sind neben dem vorhandenen Depotwert insbesondere die gewünschte Auszahlungsdauer, die Besteuerung und die Entwicklung der Anlagen während des Ruhestands.
Wie stark beeinflussen Kosten die spätere Frühstart-Rente?
Bei einer Anlage über mehrere Jahrzehnte können Kosten einen erheblichen Teil des möglichen Vermögenszuwachses aufzehren. Das gilt auch für kleine jährliche Kostenunterschiede, die während einer kurzen Vertragslaufzeit zunächst kaum auffallen.
Nach dem Regierungsentwurf sollen für die geförderten Standarddepot-Verträge die Effektivkosten während der Ansparphase auf höchstens ein Prozent begrenzt werden. Bis zur Volljährigkeit dürfen zudem keine Abschluss- und Vertriebskosten erhoben werden.
Diese Obergrenze bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche zugelassenen Produkte gleich günstig sind. Ein Vertrag mit niedrigeren laufenden Kosten kann bei ansonsten vergleichbarer Anlage über Jahrzehnte zu einem deutlich höheren Endvermögen führen.
Das lässt sich anhand einer vereinfachten Betrachtung erklären. Erzielt eine Anlage vor Kosten sieben Prozent jährlich, reduziert ein jährlicher Kostenabzug von einem Prozent die verfügbare Wertentwicklung näherungsweise auf sechs Prozent. Bei Kosten von lediglich 0,2 Prozent verbleiben entsprechend ungefähr 6,8 Prozent.
Über einen Zeitraum von fast 60 Jahren können sich daraus erhebliche Unterschiede ergeben. Entscheidend sind deshalb nicht allein die angebotenen Fonds oder die ausgewiesene Rendite, sondern sämtliche laufenden Kosten des Vertrags.
Eltern sollten insbesondere darauf achten, welche Kosten für die Depotführung, die enthaltenen Anlageprodukte und die spätere Weiterführung des Vertrags entstehen. Ebenso relevant ist, ob sich die Kosten nach dem 18. Geburtstag verändern und welche Gebühren bei einem Anbieterwechsel anfallen können.
Die gesetzliche Kostenobergrenze ist ein Schutzmechanismus. Sie ersetzt aber keinen sorgfältigen Vergleich.
Was passiert mit dem angesparten Kapital nach dem 18. Geburtstag?
Mit der Volljährigkeit endet die besondere staatliche Zahlung von zehn Euro monatlich. Das angesparte Geld soll jedoch nicht automatisch ausgezahlt werden. Vielmehr ist vorgesehen, dass das Depot im Rahmen der privaten Altersvorsorge weitergeführt werden kann.
Der junge Erwachsene kann dann eigene Beiträge einzahlen und unter den jeweiligen Voraussetzungen von der regulären staatlichen Altersvorsorgeförderung profitieren. Alternativ soll es möglich sein, das Frühstart-Rentenvermögen auf einen anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag zu übertragen.
Für den langfristigen Vermögensaufbau ist diese Übergangsphase besonders bedeutend. Wird das Depot nach dem 18. Geburtstag nicht weiter bespart, hängt das spätere Ergebnis ausschließlich von der Entwicklung des bereits vorhandenen Vermögens ab. Zusätzliche eigene Einzahlungen können dagegen den Vermögensaufbau erheblich beschleunigen.
Dabei sollte sich die Entscheidung an der tatsächlichen finanziellen Situation orientieren. Während Ausbildung und Studium können andere Prioritäten bestehen als während einer späteren Vollzeitbeschäftigung.
Der entscheidende Vorteil der Frühstart-Rente bleibt erhalten, wenn das vorhandene Kapital langfristig investiert bleibt. Zusätzliche Einzahlungen sind eine Möglichkeit, den späteren Vermögensaufbau zu erweitern, aber keine Voraussetzung dafür, dass das bereits angesparte Kapital weiter am Markt arbeitet.
Ist das Geld bis zum Rentenalter vollständig gesperrt?
Bei der Verfügbarkeit muss zwischen der staatlichen Förderung und privaten Einzahlungen unterschieden werden.
Das geförderte Frühstart-Rentenvermögen einschließlich der darauf entfallenden Erträge soll grundsätzlich frühestens ab dem vollendeten 65. Lebensjahr ausgezahlt werden können.
Für freiwillige Eigenbeiträge und deren Erträge sieht der Gesetzentwurf dagegen flexiblere Entnahmemöglichkeiten vor. Sie können unter Beachtung der vertraglichen Bedingungen entnommen werden. Dabei müssen die auf die entnommenen Eigenbeiträge entfallenden Erträge versteuert werden.
Das bedeutet: Nicht zwangsläufig jeder Euro in einem Frühstart-Rentenvertrag ist bis zum 65. Geburtstag gesperrt. Der staatlich geförderte Teil unterliegt jedoch besonderen gesetzlichen Beschränkungen.
Familien sollten sich diese Unterschiede vor dem Abschluss eines Vertrags erklären lassen. Ein langfristig gebundener Altersvorsorgebetrag ist nicht mit einer jederzeit verfügbaren Rücklage vergleichbar.
Welche Steuern fallen bei der Frühstart-Rente an?
Während der Ansparphase sollen die Erträge im zertifizierten Altersvorsorgedepot steuerfrei bleiben. Das ermöglicht es, erwirtschaftete Erträge vollständig im Vertrag weiter anzulegen, statt bereits während des Vermögensaufbaus regelmäßig Kapitalertragsteuer darauf entrichten zu müssen.
Die Besteuerung wird damit grundsätzlich in die spätere Auszahlungsphase verschoben. Leistungen aus dem geförderten Vermögen sollen nachgelagert besteuert werden.
Für die Beispielrechnung über 53.000 Euro bedeutet dies, dass der genannte Depotwert noch nicht dem tatsächlich verfügbaren Nettobetrag entspricht. Wie viel nach Steuern verbleibt, hängt unter anderem von der späteren Höhe der steuerpflichtigen Leistungen, den übrigen Einkünften und dem dann geltenden Steuerrecht ab.
Eine seriöse Berechnung der tatsächlichen Nettorente eines heute sechsjährigen Kindes ist deshalb nicht möglich. Dafür müsste man nicht nur die Kapitalmarktentwicklung über Jahrzehnte kennen, sondern auch die steuerlichen Rahmenbedingungen des Jahres 2085.
Private Zuzahlungen sind steuerlich gesondert zu betrachten. Eltern oder Großeltern können ihre Einzahlungen in den Vertrag des Kindes nicht einfach als eigene Sonderausgaben geltend machen. Ob für eigene Beiträge des Kindes eine steuerliche Förderung möglich ist, hängt von dessen persönlicher Förderberechtigung ab.
Die Steuerfreiheit während der Ansparphase ist somit nicht gleichbedeutend mit einer vollständig steuerfreien Altersvorsorge.
Was passiert, wenn Eltern kein Frühstart-Rentendepot eröffnen?
Die geplante Förderung soll nicht davon abhängen, ob Eltern rechtzeitig einen privaten Vertrag abschließen. Deshalb sieht der Regierungsentwurf eine staatliche Auffanglösung vor.
Wird für ein anspruchsberechtigtes Kind kein individuelles Depot eröffnet, sollen die vorgesehenen Fördermittel gesammelt am Kapitalmarkt angelegt werden. Die Verwaltung der kollektiven Anlage übernimmt die Deutsche Bundesbank.
Für den Geburtsjahrgang 2020 soll diese Auffanglösung zeitversetzt im Jahr 2028 beginnen. Damit sollen Eltern zunächst ausreichend Gelegenheit erhalten, einen eigenen Vertrag abzuschließen.
Das staatlich angelegte Kapital und die darauf entfallenden Erträge können später auf einen individuellen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen werden. Eine solche Übertragung soll auch nach der Volljährigkeit noch bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres möglich sein.
Eltern verlieren die staatliche Förderung nach dem vorgesehenen Modell also nicht automatisch, wenn sie keinen eigenen Vertrag eröffnen. Allerdings können in die kollektive Anlage keine freiwilligen zusätzlichen Sparbeiträge eingezahlt werden.
Für Familien, die selbst Geld ergänzen möchten oder Einfluss auf die Wahl des Vertrags nehmen wollen, kann ein individuelles Depot daher zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Wer vorerst keinen Vertrag abschließt, sollte sich trotzdem mit den späteren Übertragungsmöglichkeiten beschäftigen.
Wichtig ist außerdem, dass die Beispielrechnung mit sieben Prozent Rendite nicht als zugesichertes Ergebnis der kollektiven Anlage verstanden werden darf. Auch deren tatsächliche Wertentwicklung hängt von den Kapitalmärkten und der konkreten Anlagestrategie ab.
Drei Fehler, die bei der Berechnung der Frühstart-Rente häufig entstehen
Die möglichen Endbeträge können einen falschen Eindruck vermitteln, wenn einzelne Annahmen nicht berücksichtigt werden. Besonders drei Denkfehler verändern die finanzielle Einordnung erheblich.
1. Die 53.000 Euro als garantierten Betrag verstehen
Der häufigste Fehler besteht darin, eine Modellrechnung wie eine zugesagte Leistung zu behandeln. Die staatlichen Einzahlungen sind nach dem vorgesehenen Modell festgelegt. Die spätere Wertentwicklung ist es nicht.
Eine Rendite von sieben Prozent über mehrere Jahrzehnte ist eine Annahme, kein vertraglicher Anspruch. Hohe Kursschwankungen, längere schwache Marktphasen und unterschiedliche Anlageentscheidungen können zu erheblich abweichenden Ergebnissen führen.
Wer die Frühstart-Rente in eine langfristige Vorsorgeplanung einbezieht, sollte deshalb nicht ausschließlich mit dem optimistischen Szenario rechnen. Ein Vergleich unterschiedlicher Renditeannahmen liefert eine belastbarere Orientierung.
2. Inflation und Steuern bei der Berechnung weglassen
Ein hoher Depotwert sagt wenig über die spätere Kaufkraft aus. Bei einer angenommenen Inflation von zwei Prozent entsprechen die möglichen 53.000 Euro eines Kindes des Jahrgangs 2020 im Jahr 2085 lediglich rund 16.500 Euro heutiger Kaufkraft.
Zusätzlich können in der Auszahlungsphase Steuern anfallen. Wer diese Faktoren ignoriert, überschätzt möglicherweise den tatsächlichen Beitrag der Frühstart-Rente zur späteren finanziellen Absicherung.
Für die persönliche Altersvorsorge ist deshalb nicht allein entscheidend, welches Vermögen am Ende auf dem Depot steht. Maßgeblich ist, welcher Betrag nach Steuern verfügbar bleibt und welchen Lebensstandard er dann noch finanzieren kann.
3. Hohe private Zuzahlungen zulasten anderer finanzieller Ziele leisten
Die Modellrechnung mit 50 Euro zusätzlicher Sparrate zeigt einen möglichen Endwert von 320.000 Euro. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jede Familie möglichst viel Geld in den Frühstart-Rentenvertrag einzahlen sollte.
Ein finanzieller Notgroschen, die eigene Altersvorsorge und absehbare Ausgaben für Kinder können dringlicher sein als zusätzliche Einzahlungen in langfristig gebundenes Vorsorgevermögen.
Hinzu kommt, dass die Frühstart-Rente nicht für sämtliche Sparziele geeignet ist. Geld für einen Führerschein oder die Ausbildung sollte anders geplant werden als Kapital, das erst im Ruhestand benötigt wird.
Eine durchdachte Aufteilung der verfügbaren Sparbeträge ist deshalb wichtiger als das rechnerisch höchstmögliche Endvermögen.
Wie sollten Eltern die mögliche Frühstart-Rente für ihr Kind planen?
Die eigentliche Entscheidung beginnt nicht bei der Frage, ob aus 1.440 Euro theoretisch 53.000 Euro werden können. Für Familien ist vielmehr entscheidend, welche Rolle die Förderung innerhalb der gesamten finanziellen Planung spielen soll.
Zunächst lohnt es sich, die tatsächliche Förderberechtigung zu prüfen. Nach dem aktuellen Regierungsentwurf sollen Kinder ab dem Geburtsjahrgang 2020 berücksichtigt werden, sofern die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Maßgeblich ist insbesondere der erste Wohnsitz des Kindes in Deutschland.
Sobald die zugelassenen Verträge verfügbar sind, können Eltern die Angebote anhand ihrer Kosten, Anlagekonzepte und Vertragsbedingungen vergleichen. Ein bestehendes gewöhnliches Kinderdepot reicht für den Bezug der geplanten staatlichen Förderung nicht aus. Dafür ist ein entsprechend zertifizierter Standarddepot-Vertrag erforderlich.
Im nächsten Schritt sollten Familien entscheiden, ob sie freiwillige Beiträge ergänzen möchten. Dabei sind kleine, dauerhaft tragbare Sparraten oft einfacher zu finanzieren als ein hoher Betrag, der nach kurzer Zeit wieder eingestellt werden muss.
Entscheidend ist schließlich die Zeit nach der Volljährigkeit. Dann sollte das Kind beziehungsweise der junge Erwachsene verstehen, welches Vermögen vorhanden ist, welche Risiken bestehen und welche Möglichkeiten zur Weiterführung der privaten Altersvorsorge zur Verfügung stehen.
Eine langfristige Vorsorgestrategie entsteht nicht allein durch die Eröffnung eines Depots. Sie entwickelt sich aus einer angemessenen Anlage, niedrigen Kosten, einem bewussten Umgang mit Risiken und regelmäßigen Entscheidungen, die zur jeweiligen Lebenssituation passen.
Fazit: Die Frühstart-Rente kann aus wenig Geld langfristig viel machen
Aus insgesamt 1.440 Euro staatlicher Förderung können bei einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von sieben Prozent bis zum 65. Lebensjahr rund 53.000 Euro entstehen. Bereits zehn Euro monatliche Zuzahlung durch die Eltern können den rechnerischen Endwert ungefähr verdoppeln. Der entscheidende Faktor ist dabei die außergewöhnlich lange Anlagedauer.
Die hohen Endbeträge dürfen allerdings nicht mit garantiertem oder vollständig verfügbarem Vermögen verwechselt werden. Bei zwei Prozent durchschnittlicher Inflation entsprechen die möglichen 53.000 Euro im Jahr 2085 nur rund 16.500 Euro heutiger Kaufkraft. Hinzu kommen Kapitalmarktrisiken und die spätere Besteuerung.
Die Frühstart-Rente kann damit eine zusätzliche Grundlage für die Altersvorsorge schaffen. Wie wertvoll sie tatsächlich wird, hängt von der langfristigen Anlageentwicklung, den Kosten und dem Umgang mit dem Depot nach dem 18. Geburtstag ab. Für Familien ist entscheidend, die Förderung sinnvoll in die eigene Finanzplanung einzubinden, ohne dafür andere wichtige Spar- und Vorsorgeziele zu vernachlässigen.
Einige praktische Fragen ergeben sich insbesondere aus der langen Laufzeit und der vorgesehenen gesetzlichen Ausgestaltung. Die folgenden Antworten ordnen die wichtigsten Punkte noch einmal gezielt ein.
Häufige Fragen: Wie viel kann aus der Frühstart-Rente werden?
Wie viel Geld zahlt der Staat insgesamt in die Frühstart-Rente ein?
Nach dem aktuellen Regierungsentwurf zahlt der Staat zwölf Jahre lang monatlich zehn Euro. Daraus ergeben sich insgesamt 1.440 Euro pro anspruchsberechtigtem Kind. Die tatsächliche Höhe des späteren Depotvermögens hängt zusätzlich von der Kapitalmarktentwicklung ab.
Können aus 1.440 Euro Frühstart-Rente wirklich 53.000 Euro werden?
Ja, mathematisch ist das bei einer angenommenen durchschnittlichen Wertentwicklung von sieben Prozent jährlich bis zum 65. Lebensjahr möglich. Der Betrag ist jedoch eine Modellrechnung und nicht garantiert. Bei einer geringeren Rendite fällt das Ergebnis erheblich niedriger aus.
Wie viel bringt die Frühstart-Rente bei fünf Prozent Rendite?
Bei einer durchschnittlichen jährlichen Wertentwicklung von fünf Prozent können aus der staatlichen Förderung bis zur Volljährigkeit ungefähr 1.970 Euro entstehen. Bleibt dieses Kapital anschließend bis zum 65. Lebensjahr investiert, beträgt der rechnerische Endwert rund 19.500 Euro. Die Werte verstehen sich vor Steuern und ohne Inflationsbereinigung.
Wie viel kann die Frühstart-Rente mit 50 Euro zusätzlicher Sparrate bringen?
Zahlen Eltern während der zwölfjährigen Förderphase monatlich 50 Euro zusätzlich ein, ergeben sich zusammen mit der staatlichen Förderung Einzahlungen von insgesamt 8.640 Euro. Bei einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von sieben Prozent können daraus bis zum 65. Lebensjahr rechnerisch rund 320.000 Euro entstehen. Eine Garantie für dieses Ergebnis gibt es nicht.
Kann die Frühstart-Rente auch Verluste machen?
Ja. Da das Kapital am Finanzmarkt angelegt wird, kann der Depotwert schwanken und zeitweise unter den eingezahlten Betrag fallen. Auch langfristig ist eine bestimmte positive Rendite nicht garantiert. Die tatsächlichen Risiken hängen von der jeweiligen Anlagestrategie ab.
Wird die Frühstart-Rente nach dem 18. Geburtstag weitergezahlt?
Die besondere staatliche Förderung von zehn Euro monatlich endet nach dem vorgesehenen Modell mit der Volljährigkeit. Das angesparte Kapital kann anschließend im Rahmen der privaten Altersvorsorge weiter investiert und durch eigene Beiträge ergänzt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine weitere reguläre Altersvorsorgeförderung möglich.
Kann man die Frühstart-Rente schon mit 18 Jahren auszahlen lassen?
Das staatlich geförderte Frühstart-Rentenvermögen einschließlich seiner Erträge soll grundsätzlich frühestens ab dem vollendeten 65. Lebensjahr ausgezahlt werden können. Für freiwillige Eigenbeiträge und die darauf entfallenden Erträge sind dagegen unter Beachtung der Vertragsbedingungen frühere Entnahmen vorgesehen. Die Erträge aus solchen Entnahmen müssen versteuert werden.
Was passiert, wenn die Eltern kein Frühstart-Rentendepot eröffnen?
Die geplante Förderung soll nicht verloren gehen. Für anspruchsberechtigte Kinder ohne individuellen Vertrag ist eine kollektive Kapitalanlage vorgesehen, die von der Deutschen Bundesbank verwaltet wird. Das angesparte Kapital soll später bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres auf einen eigenen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen werden können.