Onlinebanking ist bequem, schnell und für die meisten Bankkunden längst selbstverständlich. Überweisungen lassen sich innerhalb weniger Minuten erledigen, Kontobewegungen jederzeit kontrollieren und viele Bankgeschäfte vollständig über Smartphone oder Computer abwickeln. Gleichzeitig ist genau dieser direkte Zugang zum eigenen Konto für Kriminelle attraktiv. Ihr häufigstes Ziel ist dabei nicht, die Sicherheitssysteme einer Bank technisch zu knacken, sondern den Kontoinhaber selbst zu einer Freigabe oder zur Herausgabe seiner Zugangsdaten zu bewegen.
Sicheres Onlinebanking bedeutet deshalb mehr als ein schwieriges Passwort. Entscheidend ist eine Kombination aus geschütztem Zugang, sicheren Geräten, sorgfältigem Umgang mit TAN- und Freigabeverfahren und einer einfachen Grundregel: Eine Zahlung wird erst freigegeben, nachdem Empfänger, Betrag und Anlass noch einmal bewusst geprüft wurden.
Wer einige Schutzmaßnahmen konsequent umsetzt, kann viele typische Angriffe bereits abfangen, bevor überhaupt Zugriff auf das Konto oder eine Zahlung möglich wird.
Die größte Gefahr sitzt häufig vor dem Bildschirm
Moderne Banken schützen den Zugang zum Onlinebanking mit mehreren Sicherheitsebenen. Neben Benutzerkennung und Passwort kommen meist zusätzliche Freigabeverfahren über eine Banking- oder TAN-App, einen TAN-Generator oder andere Verfahren zum Einsatz.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Betrüger keine Chance mehr haben. Ihre Methoden haben sich vielmehr verändert. Statt ausschließlich technische Sicherheitslücken auszunutzen, versuchen sie häufig, den Kunden selbst zu manipulieren. Phishing-Mails, gefälschte SMS, vermeintliche Bankanrufe oder täuschend echte Internetseiten sollen dafür sorgen, dass Zugangsdaten eingegeben oder Transaktionen freiwillig bestätigt werden.
Gerade dieser Punkt macht moderne Betrugsversuche gefährlich: Die Nachricht muss nicht einmal besonders unseriös aussehen. Absendernamen können gefälscht werden, Webseiten können dem Original sehr ähnlich sehen und bei Telefonanrufen kann unter Umständen sogar eine scheinbar bekannte Rufnummer angezeigt werden.
Eine E-Mail oder ein Anruf sollte deshalb niemals allein deshalb als echt betrachtet werden, weil Bankname, Logo oder Telefonnummer stimmen.
Onlinebanking immer über einen sicheren Zugang öffnen
Eine der einfachsten Schutzmaßnahmen besteht darin, den Weg zum Onlinebanking selbst abzusichern. Am sichersten ist es, die bekannte Internetadresse der Bank direkt aufzurufen oder ein selbst angelegtes Browser-Lesezeichen zu verwenden. Bei Banking-Apps sollte ausschließlich die offiziell installierte App genutzt werden.
Links aus E-Mails, SMS, Messenger-Nachrichten oder Werbeanzeigen sind dagegen ein unnötiges Risiko. Selbst wenn eine Nachricht glaubwürdig wirkt und beispielsweise behauptet, dass das Konto gesperrt werde, eine TAN-Methode ablaufe oder neue Sicherheitsbedingungen bestätigt werden müssten, sollte der darin enthaltene Link nicht verwendet werden.
Öffne stattdessen die Banking-App oder rufe das Onlinebanking unabhängig von der Nachricht auf. Gibt es tatsächlich eine wichtige Mitteilung der Bank, findet sich diese häufig auch im persönlichen Postfach oder als Hinweis innerhalb des Onlinebankings.
Diese Gewohnheit nimmt vielen Phishing-Angriffen ihren entscheidenden Vorteil: den manipulierten Link.
Ein eigenes starkes Passwort für das Bankkonto verwenden
Das Passwort beziehungsweise die Onlinebanking-PIN sollte ausschließlich für den Bankzugang verwendet werden. Wird dasselbe Passwort auch bei einem Onlineshop, einem sozialen Netzwerk oder einem E-Mail-Dienst eingesetzt, kann ein Datenleck bei einem völlig anderen Anbieter plötzlich auch das Bankkonto gefährden.
Ein gutes Passwort sollte ausreichend lang und nicht aus leicht erratbaren persönlichen Informationen bestehen. Namen, Geburtsdaten, Telefonnummern oder einfache Folgen wie „123456“ sind ungeeignet. Sinnvoller sind lange, zufällige Kombinationen oder entsprechend sichere Passphrasen, sofern die Bank dies unterstützt.
Wer viele Zugangsdaten verwalten muss, kann einen seriösen Passwortmanager nutzen. Dadurch muss nicht für jeden Dienst ein leicht merkbares Schema erfunden werden. Entscheidend bleibt allerdings, dass auch der Passwortmanager selbst mit einem starken Hauptpasswort und den verfügbaren zusätzlichen Sicherheitsmechanismen geschützt wird.
Zugangsdaten sollten außerdem weder offen in Notizen gespeichert noch per E-Mail, Messenger oder SMS verschickt werden. Auch am Telefon gibt es keinen vernünftigen Grund, einem angeblichen Bankmitarbeiter die vollständige Onlinebanking-PIN mitzuteilen.
TAN ist keine Formalität, sondern eine Zahlungsfreigabe
Eine der wichtigsten Sicherheitsregeln beim Onlinebanking betrifft die TAN beziehungsweise die Bestätigung über eine Freigabe-App. Viele Nutzer betrachten diesen Schritt lediglich als notwendige technische Bestätigung. Genau das nutzen Betrüger aus.
Vor jeder Freigabe sollten deshalb mindestens Empfänger und Betrag geprüft werden. Zeigt die TAN-App beispielsweise eine Überweisung über 2.850 Euro an, obwohl eigentlich nur ein Login bestätigt oder eine Zahlung über 85 Euro vorgenommen werden sollte, darf der Vorgang nicht freigegeben werden.
Eine TAN oder App-Freigabe sollte außerdem niemals auf Aufforderung eines angeblichen Bankmitarbeiters durchgeführt werden, wenn der zugrunde liegende Vorgang nicht selbst gestartet wurde. Ein Anrufer kann behaupten, eine betrügerische Überweisung müsse „storniert“, ein Konto „entsperrt“ oder eine Sicherheitsprüfung bestätigt werden. Tatsächlich kann die Freigabe genau die Zahlung autorisieren, vor der der Anrufer angeblich schützen möchte.
Die entscheidende Frage lautet daher bei jeder Bestätigung: Welchen konkreten Vorgang gebe ich gerade frei?
Ist die Antwort nicht eindeutig, sollte abgebrochen werden.
Welches TAN-Verfahren ist besonders sicher?
Banken verwenden unterschiedliche Verfahren zur Freigabe von Zahlungen. In der Praxis verbreitet sind insbesondere Push-TAN beziehungsweise App-TAN sowie Varianten von Photo-TAN und Chip-TAN.
Bei einem appbasierten Verfahren wird die Zahlung über eine separate Sicherheits-App bestätigt. Das ist komfortabel und kann bei einem gut geschützten Smartphone ein hohes Sicherheitsniveau bieten. Wer Banking-App und Freigabe-App auf demselben Smartphone verwendet, sollte allerdings besonders darauf achten, dass das Gerät selbst gut geschützt und technisch aktuell ist.
Bei einem separaten TAN-Generator entsteht eine zusätzliche Trennung zwischen dem Gerät, auf dem die Überweisung eingegeben wird, und dem Gerät, auf dem sie bestätigt wird. Ein nicht mit dem Internet verbundener Generator reduziert bestimmte Angriffsflächen zusätzlich.
SMS-TAN-Verfahren gelten dagegen als weniger robust als modernere Verfahren, weil SMS unter bestimmten Umständen abgefangen oder auf eine andere SIM-Karte umgeleitet werden können. Welche Verfahren tatsächlich verfügbar sind, hängt jedoch von der jeweiligen Bank ab.
Wichtiger als der Name des TAN-Verfahrens ist für den normalen Nutzer häufig der richtige Umgang damit. Auch ein technisch sehr gutes Verfahren hilft wenig, wenn eine Zahlung trotz offensichtlich falschem Empfänger oder Betrag bestätigt wird.
Smartphone und Computer gehören zum Sicherheitskonzept
Onlinebanking kann nur so sicher sein wie das verwendete Gerät. Betriebssystem, Browser, Banking-App und Sicherheits-App sollten deshalb regelmäßig aktualisiert werden. Updates schließen nicht nur Fehler, sondern häufig bekannte Sicherheitslücken.
Auf einem Smartphone sollte mindestens eine sichere Displaysperre eingerichtet sein. Eine kurze und leicht zu erratende PIN bietet deutlich weniger Schutz als ein längerer Code oder eine vernünftig eingerichtete biometrische Entsperrung in Verbindung mit einem sicheren Gerätecode.
Apps sollten möglichst nur aus offiziellen App-Stores installiert werden. Besonders kritisch sind Nachrichten, die zur Installation einer angeblichen „Sicherheits-App“, eines „Bankupdates“ oder einer Fernwartungssoftware auffordern.
Auch Administratorrechte, sogenannte Root- oder Jailbreak-Verfahren und Software aus unbekannten Quellen können die Sicherheitsarchitektur eines Smartphones schwächen. Ein Gerät, über das regelmäßig Bankgeschäfte abgewickelt werden, sollte deshalb nicht gleichzeitig als Experimentierplattform für zweifelhafte Apps dienen.
Fernwartungsprogramme sind bei Bankgeschäften ein Warnsignal
Eine besonders gefährliche Betrugsmasche beginnt häufig mit einem Telefonanruf. Der Anrufer behauptet beispielsweise, vom technischen Support einer Bank, eines Zahlungsdienstleisters oder eines bekannten Technologieunternehmens zu stammen. Anschließend soll eine Fernwartungssoftware installiert werden.
Solche Programme sind grundsätzlich nicht automatisch unseriös. Sie werden beispielsweise von IT-Supportdiensten verwendet, um Computer aus der Ferne zu bedienen. Genau deshalb sind sie für Betrüger interessant.
Erhält ein Fremder während einer Onlinebanking-Sitzung Zugriff auf Bildschirm und Computer, kann er unter Umständen Eingaben verfolgen, Überweisungen vorbereiten oder den Nutzer gezielt zur Freigabe einer Zahlung bewegen.
Wer unerwartet angerufen wird und zur Installation einer Fernwartungssoftware aufgefordert wird, sollte das Gespräch beenden. Besteht tatsächlich Klärungsbedarf, kann die Bank anschließend über die selbst recherchierte oder auf der Bankkarte beziehungsweise offiziellen Internetseite angegebene Telefonnummer kontaktiert werden.
Empfängerüberprüfung ernst nehmen
Bei SEPA-Überweisungen wird inzwischen grundsätzlich vor der Autorisierung überprüft, ob der angegebene Empfängername zur IBAN passt. Das Ergebnis wird vor der Freigabe angezeigt. Diese Empfängerüberprüfung kann Tippfehler sichtbar machen und bestimmte Betrugsversuche erschweren.
Ein positiver Abgleich bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Zahlung ungefährlich ist. Überweist ein Nutzer beispielsweise freiwillig Geld an einen betrügerischen Händler oder aufgrund eines manipulierten Telefonanrufs an ein tatsächlich auf diesen Namen geführtes Konto, kann der Namensabgleich den Betrug nicht erkennen.
Besonders ernst genommen werden sollte dagegen eine Warnung wegen abweichender Empfängerdaten. Statt einfach auf „Trotzdem überweisen“ zu klicken, sollte geklärt werden, weshalb der Name nicht zur IBAN passt.
Bei größeren Beträgen lohnt sich zusätzliche Vorsicht. Wurde eine Bankverbindung beispielsweise per E-Mail geändert, kann eine kurze telefonische Rückfrage über eine bereits bekannte Telefonnummer verhindern, dass eine manipulierte Rechnung bezahlt wird.
Überweisungslimit als zweite Sicherheitsbarriere nutzen
Viele Bankkunden haben ein tägliches Überweisungslimit, das deutlich höher ist, als sie im Alltag benötigen. Das ist bequem, erhöht aber den möglichen Schaden, wenn Betrüger tatsächlich eine Transaktion auslösen oder den Nutzer zu einer Freigabe bewegen können.
Wer normalerweise höchstens Rechnungen von einigen hundert Euro bezahlt, braucht möglicherweise kein dauerhaftes Tageslimit von 20.000 Euro. Je nach Bank lässt sich das Limit im Onlinebanking oder über den Kundenservice reduzieren und bei Bedarf vorübergehend erhöhen.
Ein sinnvoll gewähltes Limit verhindert nicht jeden Betrug. Es kann aber dazu führen, dass aus einem kompromittierten Zugang nicht sofort eine sehr hohe Überweisung wird.
Dabei sollte das Limit zum eigenen Zahlungsverhalten passen. Ein Immobilienbesitzer, Selbstständiger oder Kunde, der regelmäßig größere Beträge transferiert, benötigt andere Grenzen als jemand, der über sein Girokonto hauptsächlich Miete, Einkäufe und normale Haushaltsrechnungen bezahlt.
Kontobewegungen nicht nur einmal im Monat kontrollieren
Ein zusätzlicher Schutz entsteht durch regelmäßige Kontrolle des Kontos. Wer Bewegungen nur beim monatlichen Kontoauszug prüft, entdeckt verdächtige Transaktionen möglicherweise deutlich später als nötig.
Viele Banking-Apps bieten Benachrichtigungen über Kontobewegungen oder Kartenzahlungen an. Solche Hinweise können sehr hilfreich sein, weil eine unbekannte Zahlung unmittelbar auffällt.
Besonders geprüft werden sollten ungewöhnliche Überweisungen, nicht bekannte Kartenzahlungen und Lastschriften von unbekannten Unternehmen. Auch sehr kleine Abbuchungen verdienen Aufmerksamkeit. In einzelnen Betrugsszenarien können geringe Beträge dazu dienen, zu testen, ob eine Karte oder ein Konto verwendet werden kann.
Regelmäßige Kontrolle ersetzt keinen technischen Schutz, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, einen Missbrauch schnell zu entdecken.
Öffentliches WLAN möglichst nicht für sensible Bankgeschäfte nutzen
In Hotels, Bahnhöfen, Flughäfen oder Cafés stehen häufig öffentliche WLAN-Netze zur Verfügung. Für normale Internetnutzung können diese praktisch sein. Für sensible Finanztransaktionen ist ein eigenes Mobilfunknetz meist die angenehmere Sicherheitsentscheidung.
Moderne Banking-Webseiten und Apps verwenden zwar verschlüsselte Verbindungen. Trotzdem lassen sich unnötige Risiken vermeiden, indem größere Bankgeschäfte nicht über fremde oder unbekannte Netzwerke durchgeführt werden.
Auch ein vermeintlich bekanntes WLAN kann gefälscht sein. Ein Netzwerk mit dem Namen „Hotel_WLAN“ muss nicht zwangsläufig vom Hotel betrieben werden.
Wer unterwegs dringend eine Überweisung ausführen muss, kann deshalb häufig besser die mobile Datenverbindung des Smartphones verwenden.
Phishing, Smishing und falsche Bankanrufe erkennen
Phishing beschränkt sich längst nicht mehr auf schlecht geschriebene E-Mails. Betrugsversuche erreichen Bankkunden auch über SMS, Messenger, QR-Codes und Telefonanrufe.
Besonders häufig arbeiten solche Nachrichten mit Zeitdruck. Typische Behauptungen lauten beispielsweise, das Konto werde innerhalb weniger Stunden gesperrt, eine TAN-Methode müsse sofort erneuert oder eine verdächtige Zahlung dringend bestätigt werden.
Aktuelle Betrugswarnungen zeigen weiterhin, dass genau solche angeblichen Sicherheitsaktualisierungen, Kontobestätigungen und ablaufenden TAN-Verfahren eingesetzt werden, um Nutzer auf gefälschte Seiten zu locken.
Misstrauisch machen sollten insbesondere Kombinationen aus Dringlichkeit, Link und Aufforderung zur Eingabe vertraulicher Daten. Rechtschreibfehler können ein Hinweis sein, sind aber längst kein zuverlässiges Erkennungsmerkmal mehr.
Eine gut gemachte Phishing-Nachricht kann sprachlich vollkommen korrekt aussehen. Deshalb ist die sicherste Strategie nicht, jede Nachricht anhand ihres Designs auf Echtheit zu untersuchen. Besser ist eine feste Gewohnheit: Bankgeschäfte grundsätzlich nur über die selbst geöffnete App oder die bekannte Banking-Adresse erledigen.
Sicheres Onlinebanking in sieben Schritten
Eine komplizierte Sicherheitsroutine ist im Alltag kaum hilfreich. Entscheidend sind wenige Regeln, die konsequent eingehalten werden.
- Onlinebanking nur über die bekannte Adresse oder die offizielle App öffnen. Links aus Nachrichten werden nicht für den Login verwendet.
- Ein eigenes starkes Passwort beziehungsweise eine eigene Banking-PIN verwenden. Zugangsdaten niemals mit anderen Diensten teilen.
- Smartphone, Computer und Banking-Apps aktuell halten. Sicherheitsupdates sollten zeitnah installiert werden.
- Jede TAN- oder App-Freigabe vollständig prüfen. Betrag, Empfänger und Art des Vorgangs müssen zum selbst gestarteten Auftrag passen.
- Überweisungslimits sinnvoll begrenzen. Das dauerhafte Limit sollte nicht wesentlich höher liegen als normalerweise benötigt.
- Kontobewegungen regelmäßig kontrollieren. Benachrichtigungen über Zahlungen können zusätzlich helfen.
- Bei ungewöhnlichen Anfragen abbrechen und selbst Kontakt aufnehmen. Die Bank über eine bekannte Telefonnummer oder über die offizielle App kontaktieren.
Diese sieben Schritte verhindern nicht jede denkbare Form von Betrug. Sie schließen jedoch mehrere der wichtigsten Angriffswege gleichzeitig.
Was tun, wenn Zugangsdaten möglicherweise gestohlen wurden?
Sobald der Verdacht besteht, dass Zugangsdaten auf einer gefälschten Seite eingegeben, eine unbekannte Freigabe erteilt oder ein Gerät kompromittiert wurde, zählt Geschwindigkeit.
Der Onlinebanking-Zugang sollte unmittelbar über die vorgesehenen Wege gesperrt und die Bank kontaktiert werden. Sind Karten oder andere Zahlungsinstrumente betroffen, müssen diese ebenfalls gesperrt werden. Gleichzeitig sollten aktuelle Kontobewegungen kontrolliert und unbekannte Transaktionen der Bank gemeldet werden.
Nicht autorisierte Zahlungsvorgänge sollten nach ihrer Feststellung unverzüglich gemeldet werden. Die rechtliche Haftung hängt anschließend vom konkreten Fall ab. Bei missbräuchlicher Nutzung eines Zahlungsinstruments sieht das Bürgerliche Gesetzbuch grundsätzlich eine mögliche Beteiligung des Kunden von bis zu 50 Euro vor; bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Pflichtverletzung kann die Haftung jedoch erheblich weitergehen.
Deshalb sollte ein Betrugsfall nicht nur telefonisch erwähnt werden. Sinnvoll ist es, wichtige Angaben wie Zeitpunkt, betroffene Zahlung, Kontakt mit der Bank und mögliche betrügerische Nachrichten zu dokumentieren und vorhandene SMS oder E-Mails zunächst zu sichern.
Bei einem konkreten Betrugsverdacht kann zusätzlich eine Strafanzeige sinnvoll sein.
Die größte Sicherheitsreserve ist eine feste Routine
Viele Schutzmaßnahmen beim Onlinebanking wirken unspektakulär. Genau darin liegt ihre Stärke. Wer grundsätzlich keine Banking-Links aus Nachrichten öffnet, muss nicht jedes Mal entscheiden, ob eine E-Mail echt aussieht. Wer vor jeder Freigabe Betrag und Empfänger prüft, muss nicht darauf vertrauen, dass eine TAN-Anforderung schon irgendeinen legitimen Grund haben wird.
Sicherheit entsteht damit nicht durch permanente Angst vor Betrug, sondern durch wenige feste Abläufe.
Besonders wirkungsvoll ist die Trennung zwischen Information und Handlung. Eine SMS darf darüber informieren, dass angeblich etwas mit dem Konto nicht stimmt. Sie sollte aber niemals der direkte Weg zum Bankkonto sein. Die Überprüfung erfolgt unabhängig davon über die selbst geöffnete Banking-App oder die bekannte Webseite.
Fazit: Sicheres Onlinebanking beginnt vor der TAN-Eingabe
Onlinebanking lässt sich sehr sicher nutzen, wenn technische Schutzmechanismen und das eigene Verhalten zusammenspielen. Ein starkes Passwort, aktuelle Geräte und ein gutes Freigabeverfahren bilden die technische Grundlage. Den entscheidenden Unterschied macht häufig jedoch der Umgang mit unerwarteten Nachrichten, Anrufen und Freigabeaufforderungen.
Die wichtigste Regel ist deshalb einfach: Eine TAN oder App-Freigabe bestätigt keinen abstrakten „Sicherheitsvorgang“, sondern einen konkreten Auftrag. Betrag, Empfänger und Zweck müssen vor der Bestätigung nachvollziehbar sein.
Wer zusätzlich Banking-Links aus Nachrichten vermeidet, Überweisungslimits passend einstellt und das Konto regelmäßig kontrolliert, baut mehrere Sicherheitsschichten auf. Selbst wenn eine einzelne Schutzmaßnahme versagt, muss daraus noch kein erfolgreicher Kontobetrug werden.
Häufige Fragen zu sicherem Onlinebanking
Beim sicheren Onlinebanking entstehen besonders häufig Fragen zu Passwörtern, TAN-Verfahren, Smartphones und möglichen Betrugsfällen. Die folgenden Antworten ordnen die wichtigsten Punkte kompakt ein.
Ist Onlinebanking grundsätzlich sicher?
Moderne Onlinebanking-Systeme arbeiten mit mehreren Sicherheitsmechanismen und einer starken Authentifizierung. Ein wesentlicher Teil des verbleibenden Risikos entsteht durch Phishing und Social Engineering, bei denen Nutzer zur Herausgabe von Daten oder zur Freigabe von Zahlungen bewegt werden. Wer feste Sicherheitsregeln einhält, kann dieses Risiko deutlich reduzieren.
Ist Banking über das Smartphone sicherer als über den Computer?
Das lässt sich nicht pauschal entscheiden. Ein aktuelles Smartphone mit sicherer Displaysperre und ausschließlich vertrauenswürdigen Apps kann sehr gut geschützt sein. Gleiches gilt für einen gepflegten Computer. Problematisch wird es bei veralteter Software, unsicheren Apps oder Geräten, auf die Dritte Zugriff haben.
Darf eine Bank nach meiner Onlinebanking-PIN fragen?
Vollständige geheime Zugangsdaten sollten nicht an angebliche Bankmitarbeiter weitergegeben werden. Besonders kritisch ist jede Kombination aus unerwartetem Anruf, Aufforderung zur Preisgabe von Zugangsdaten und anschließender TAN- oder App-Freigabe. Im Zweifel sollte das Gespräch beendet und die Bank selbst über einen offiziellen Kontaktweg angerufen werden.
Sollte ich Banking-App und TAN-App auf zwei Geräten verwenden?
Zwei getrennte Geräte können eine zusätzliche Sicherheitsebene schaffen, weil Kontozugriff und Freigabe technisch voneinander getrennt sind. Für viele Nutzer ist die Verwendung beider Apps auf einem gut geschützten Smartphone dennoch die praktischere Lösung. Entscheidend sind ein aktuelles Gerät, eine sichere Displaysperre und sorgfältige Prüfung jeder Freigabe.
Kann ich einer E-Mail meiner Bank vertrauen, wenn Logo und Name stimmen?
Nicht allein aufgrund dieser Merkmale. Absenderdarstellung, Logos und Gestaltung lassen sich nachahmen. Enthält die Nachricht einen Link oder fordert zur Eingabe vertraulicher Daten auf, sollte die Bankseite unabhängig davon über die bekannte Adresse oder App geöffnet werden.
Was bedeutet eine Warnung bei der Empfängerüberprüfung?
Die Bank hat dabei eine Abweichung zwischen dem eingegebenen Empfängernamen und der zur IBAN hinterlegten Bezeichnung festgestellt oder konnte den Abgleich nicht eindeutig durchführen. Eine solche Warnung sollte nicht routinemäßig übergangen werden. Empfänger und Bankverbindung sollten zunächst kontrolliert und bei Bedarf über einen unabhängigen Kontaktweg bestätigt werden.
Was sollte ich nach einem verdächtigen Bankanruf tun?
Keine Zugangsdaten nennen, keine Software installieren und keine Zahlung freigeben. Das Gespräch sollte beendet werden. Anschließend kann die Bank über eine selbst gewählte offizielle Telefonnummer kontaktiert werden. Wurden bereits Daten oder Freigaben übermittelt, sollte der Onlinebanking-Zugang unverzüglich gesichert beziehungsweise gesperrt werden.
Wie oft sollte ich meine Kontobewegungen prüfen?
Je häufiger das Konto genutzt wird, desto sinnvoller ist eine regelmäßige Kontrolle. Wer seine Banking-App ohnehin mehrmals pro Woche verwendet, kann ungewöhnliche Buchungen sehr schnell erkennen. Zusätzliche Push-Benachrichtigungen über Zahlungen können dabei helfen, verdächtige Vorgänge unmittelbar zu bemerken.