Wie viel Geld sollte auf dem Tagesgeldkonto liegen?
Kurzantwort:
Auf dem Tagesgeldkonto sollten vor allem der Notgroschen und kurzfristig benötigte Rücklagen liegen. Als Orientierung für die Notfallreserve eignen sich häufig etwa zwei bis drei Monatsnettoeinkommen. Der passende Betrag hängt jedoch von Fixkosten, Einkommenssicherheit und persönlichen Risiken ab.
Auf einem Tagesgeldkonto sollte vor allem Geld liegen, das kurzfristig verfügbar bleiben muss. Für die meisten Haushalte bedeutet das: Der Notgroschen sowie Rücklagen für absehbare größere Ausgaben gehören aufs Tagesgeld. Als Orientierung für die reine Notfallreserve sind häufig etwa zwei bis drei Monatsnettoeinkommen sinnvoll. Wie hoch der Betrag tatsächlich sein sollte, hängt jedoch stärker von den persönlichen Fixkosten, der beruflichen Situation und möglichen finanziellen Risiken ab als von einer starren Faustregel.
Das Tagesgeldkonto ist vor allem für Rücklagen gedacht
Ein Tagesgeldkonto verbindet zwei Eigenschaften, die für finanzielle Reserven besonders wichtig sind: Das Guthaben ist grundsätzlich kurzfristig verfügbar und wird verzinst. Damit eignet sich Tagesgeld vor allem für Geld, das nicht dauerhaft auf dem Girokonto liegen muss, aber auch nicht langfristig gebunden oder Schwankungen an den Kapitalmärkten ausgesetzt werden soll. Der wichtigste Bestandteil ist der Notgroschen. Er soll unerwartete Ausgaben auffangen, beispielsweise eine größere Autoreparatur, eine defekte Waschmaschine, eine hohe Nachzahlung oder einen kurzfristigen Einkommensausfall. Eine häufig verwendete Orientierung sind zwei bis drei Monatsnettoeinkommen. Entscheidend ist allerdings, ob dieser Betrag zur eigenen Lebenssituation passt. Wer beispielsweise monatlich 3.000 Euro netto verdient, muss deshalb nicht automatisch exakt 6.000 bis 9.000 Euro als Reserve halten. Sind die unvermeidbaren monatlichen Ausgaben vergleichsweise niedrig und das Einkommen sehr sicher, kann eine kleinere Reserve ausreichen. Wer dagegen hohe Fixkosten trägt, auf ein Auto angewiesen ist, eine Immobilie besitzt oder ein schwankendes Einkommen hat, benötigt möglicherweise einen größeren Sicherheitspuffer.Nicht nur der Notgroschen kann auf dem Tagesgeld liegen
Der sinnvolle Kontostand kann deutlich höher sein als die eigentliche Notfallreserve. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits größere Ausgaben geplant sind. Wer beispielsweise in den kommenden Monaten 4.000 Euro für ein Auto benötigt, 2.000 Euro für eine Reise zurückgelegt hat und zusätzlich einen Notgroschen von 7.000 Euro halten möchte, kann insgesamt 13.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto haben. Das bedeutet nicht, dass der Notgroschen 13.000 Euro beträgt. Ein Teil des Guthabens ist bereits für konkrete Ausgaben vorgesehen. Diese Trennung ist wichtig. Wer lediglich auf den gesamten Kontostand schaut, überschätzt sonst schnell seine tatsächlich verfügbare Notfallreserve. Neben dem Notgroschen können auf einem Tagesgeldkonto beispielsweise Rücklagen für größere Anschaffungen, eine bevorstehende Autoreparatur, Urlaub, Umzug, Renovierungen oder andere Ausgaben liegen, die innerhalb der nächsten Monate oder wenigen Jahre anstehen.So lässt sich der passende Betrag besser bestimmen
Statt sich ausschließlich am Einkommen zu orientieren, lohnt sich ein Blick auf die unvermeidbaren monatlichen Ausgaben. Dazu gehören beispielsweise Miete oder Kreditrate, Lebensmittel, Energie, Versicherungen, Mobilität und andere Verpflichtungen, die auch bei einem vorübergehenden Einkommensausfall weiterlaufen. Wer monatlich 2.800 Euro netto verdient, aber nur rund 1.700 Euro für notwendige Ausgaben benötigt, befindet sich in einer anderen Situation als jemand mit demselben Einkommen und monatlichen Verpflichtungen von 2.500 Euro. Hinzu kommt die persönliche Absicherung. Ein unbefristet Beschäftigter mit zwei Einkommen im Haushalt kann einen anderen Sicherheitspuffer benötigen als ein Selbstständiger mit stark schwankenden Einnahmen. Auch Eigentümer sollten mögliche ungeplante Kosten für Haus oder Wohnung berücksichtigen. Die oft genannten zwei bis drei Monatsnettoeinkommen sind deshalb ein brauchbarer Ausgangspunkt, aber kein Betrag, der für jeden Haushalt gleichermaßen passend ist.Beispiel: Wie viel Tagesgeld kann sinnvoll sein?
Eine Arbeitnehmerin verdient monatlich 2.700 Euro netto. Ihre notwendigen monatlichen Ausgaben liegen bei ungefähr 1.850 Euro. Sie möchte einen ausreichenden Puffer für unerwartete Ausgaben haben und entscheidet sich für einen Notgroschen von 7.000 Euro. Zusätzlich plant sie innerhalb des nächsten Jahres mehrere Ausgaben: 1.500 Euro sind für eine Reise vorgesehen und weitere 2.000 Euro sollen für eine größere Anschaffung verfügbar bleiben. Damit könnten insgesamt 10.500 Euro auf dem Tagesgeldkonto liegen:- 7.000 Euro Notgroschen
- 1.500 Euro Reiserücklage
- 2.000 Euro für die geplante Anschaffung