Du darfst grundsätzlich mehrere Tagesgeldkonten gleichzeitig besitzen. Eine allgemeine gesetzliche Obergrenze für die Anzahl der Tagesgeldkonten gibt es nicht. Du kannst beispielsweise ein Konto für deinen Notgroschen, ein weiteres für größere geplante Ausgaben und zusätzliche Konten bei anderen Banken nutzen. Entscheidend ist weniger die Anzahl als die Frage, ob die Aufteilung für dich sinnvoll und übersichtlich bleibt.
Gibt es eine maximale Anzahl an Tagesgeldkonten?
Eine feste gesetzliche Höchstzahl gibt es nicht. Du kannst zwei, drei oder auch deutlich mehr Tagesgeldkonten eröffnen. Ob eine Bank allerdings mehrere Tagesgeldkonten für dieselbe Person anbietet, hängt von deren Geschäftsbedingungen und Produktangebot ab.
Einige Banken ermöglichen mehrere Unterkonten oder sogenannte Tagesgeld-Töpfe innerhalb eines Zugangs. Andere Institute erlauben nur ein klassisches Tagesgeldkonto pro Kunde. Möchtest du weitere Konten nutzen, kannst du sie grundsätzlich bei anderen Banken eröffnen.
Zu beachten ist außerdem, dass jede Kontoeröffnung von der jeweiligen Bank angenommen werden muss. Aus der grundsätzlich möglichen Nutzung mehrerer Tagesgeldkonten folgt daher kein Anspruch darauf, beliebig viele Konten bei einem bestimmten Institut eröffnen zu können.
Wann mehrere Tagesgeldkonten sinnvoll sein können
Mehrere Konten können dabei helfen, Rücklagen nach ihrem Zweck zu trennen. Statt sämtliche Ersparnisse auf einem einzigen Tagesgeldkonto zu sammeln, lassen sich unterschiedliche finanzielle Ziele voneinander abgrenzen.
Ein Tagesgeldkonto könnte beispielsweise ausschließlich für den Notgroschen vorgesehen sein. Auf einem zweiten Konto sparst du für eine größere Anschaffung, während ein drittes Konto für Urlaub, Reparaturen oder jährlich anfallende Ausgaben genutzt wird.
Der Vorteil besteht vor allem in der Übersichtlichkeit. Geld, das für einen bestimmten Zweck vorgesehen ist, vermischt sich nicht mit anderen Rücklagen. Dadurch erkennst du schneller, welche Beträge tatsächlich frei verfügbar sind.
Mehrere Konten können außerdem interessant sein, wenn verschiedene Banken unterschiedliche Tagesgeldzinsen anbieten. Dabei solltest du jedoch genau prüfen, wie lange ein beworbener Zinssatz gilt. Gerade Aktionszinsen können zeitlich begrenzt oder an Bedingungen geknüpft sein.
Was passiert mit der Einlagensicherung bei mehreren Konten?
Besonders wichtig wird die Aufteilung, wenn größere Beträge auf Tagesgeldkonten liegen. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Einleger und Kreditinstitut. Dabei kommt es nicht darauf an, wie viele Konten du bei dieser Bank besitzt.
Hast du beispielsweise 70.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto und weitere 50.000 Euro auf einem zweiten Konto beim selben Kreditinstitut, werden die Einlagen für die gesetzliche Sicherungsgrenze grundsätzlich zusammengerechnet. Insgesamt liegen dort 120.000 Euro. Die reguläre gesetzliche Absicherung beträgt dennoch grundsätzlich maximal 100.000 Euro.
Anders kann es aussehen, wenn du das Geld auf zwei rechtlich unterschiedliche Kreditinstitute verteilst. Liegen beispielsweise jeweils 60.000 Euro bei zwei verschiedenen Banken, kann für jede Bank grundsätzlich eine eigene gesetzliche Sicherungsgrenze von bis zu 100.000 Euro gelten.
Wichtig ist deshalb nicht nur der Markenname eines Tagesgeldangebots. Verschiedene Marken können zum selben Kreditinstitut gehören. Wer größere Beträge verteilt, sollte deshalb prüfen, welches Kreditinstitut tatsächlich hinter dem jeweiligen Angebot steht und welchem Einlagensicherungssystem es angehört.
Für bestimmte besonders schutzwürdige Einlagen kann die gesetzliche Absicherung vorübergehend höher ausfallen. Das kann beispielsweise bei bestimmten Beträgen im Zusammenhang mit privaten Immobilientransaktionen oder besonderen Lebensereignissen relevant werden. Für die normale langfristige Aufteilung von Tagesgeld sollte jedoch nicht automatisch mit diesen Sonderregelungen gerechnet werden.
Sind mehrere Konten bei derselben Bank sinnvoll?
Das hängt vom Zweck ab. Möchtest du deine Rücklagen lediglich besser organisieren, können mehrere Konten oder Unterkonten bei derselben Bank sehr praktisch sein. Du hast einen gemeinsamen Zugang und kannst deine Sparziele trotzdem voneinander trennen.
Geht es dagegen darum, sehr hohe Guthaben auf mehrere gesetzliche Einlagensicherungsgrenzen zu verteilen, reicht die Eröffnung mehrerer Konten bei demselben Kreditinstitut nicht aus. Für die Sicherungsgrenze werden die gedeckten Einlagen eines Kunden bei diesem Institut grundsätzlich zusammen betrachtet.
Deshalb sollte zwischen einer organisatorischen und einer sicherheitsorientierten Aufteilung unterschieden werden. Für den persönlichen Überblick können mehrere Konten bei einer Bank genügen. Bei größeren Guthaben kann dagegen eine Verteilung auf verschiedene Kreditinstitute sinnvoller sein.
Gibt es Nachteile bei vielen Tagesgeldkonten?
Mit jedem zusätzlichen Konto steigt der Verwaltungsaufwand. Du musst Kontostände, Zinssätze, Zugangsdaten und gegebenenfalls Bedingungen für Aktionszinsen im Blick behalten. Werden Konten nur wegen kurzfristig attraktiver Zinsen eröffnet, kann sich mit der Zeit eine schwer überschaubare Sammlung kaum noch genutzter Konten ergeben.
Auch steuerlich solltest du den Überblick behalten. Zinserträge aus Tagesgeld sind grundsätzlich Kapitalerträge. Einen Freistellungsauftrag kannst du auf mehrere Banken verteilen, insgesamt darf die Summe deiner erteilten Freistellungsaufträge den für dich geltenden Sparer-Pauschbetrag jedoch nicht überschreiten.
Mehr Konten bedeuten daher nicht automatisch einen größeren steuerlichen Freibetrag. Sie verändern lediglich, bei welchen Banken ein Teil des verfügbaren Freistellungsvolumens berücksichtigt werden soll.
Wie viele Tagesgeldkonten sind praktisch sinnvoll?
Für viele Sparer reichen wenige Tagesgeldkonten aus. Eine sinnvolle Struktur könnte beispielsweise aus einem Konto für den Notgroschen und einem weiteren Konto für geplante Ausgaben oder mittelfristige Sparziele bestehen. Ein zusätzliches Konto kann interessant sein, wenn du gezielt bessere Zinskonditionen nutzen oder größere Guthaben auf unterschiedliche Banken verteilen möchtest.
Entscheidend ist, dass jedes Konto einen erkennbaren Zweck erfüllt. Wenn du bei fünf Banken jeweils kleine Beträge liegen hast und regelmäßig prüfen musst, wo gerade welcher Zinssatz gilt, kann der zusätzliche Aufwand den praktischen Nutzen übersteigen.
Umgekehrt kann die bewusste Trennung sehr hilfreich sein: Der Notgroschen bleibt unangetastet, während Geld für Urlaub, Auto oder andere geplante Ausgaben separat angespart wird.
Muss man alte Tagesgeldkonten schließen?
Nicht zwingend. Ein ungenutztes Tagesgeldkonto muss nicht allein deshalb geschlossen werden, weil du ein besser verzinstes Angebot gefunden hast. Trotzdem lohnt es sich, regelmäßig zu prüfen, ob alte Konten noch einen Zweck erfüllen.
Besonders nach Ablauf eines Aktionszinses kann ein Wechsel interessant werden. Bleibt auf einem alten Konto nur noch ein geringer Betrag liegen oder nutzt du es überhaupt nicht mehr, kann eine Schließung die eigene Finanzorganisation vereinfachen.
Vorher solltest du kontrollieren, ob noch Zinsen gutgeschrieben werden, ein Freistellungsauftrag hinterlegt ist oder Dokumente beziehungsweise Steuerbescheinigungen benötigt werden.
Fazit
Du darfst grundsätzlich so viele Tagesgeldkonten haben, wie du möchtest und wie Banken bereit sind, für dich zu führen. Eine allgemeine gesetzliche Höchstzahl gibt es nicht. Mehrere Konten können sinnvoll sein, um Rücklagen zu trennen, verschiedene Sparziele zu organisieren oder Geld auf unterschiedliche Kreditinstitute zu verteilen.
Besonders bei größeren Guthaben solltest du darauf achten, dass die gesetzliche Einlagensicherung grundsätzlich pro Einleger und Kreditinstitut gilt – nicht pro Tagesgeldkonto. Für den Alltag zählt deshalb weniger die Anzahl der Konten als eine klare Struktur: Jedes zusätzliche Tagesgeldkonto sollte einen konkreten Zweck erfüllen oder einen erkennbaren finanziellen Vorteil bieten.