Aktie

Kurz erklärt: Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verkörpert. Aktionäre sind damit am Unternehmen beteiligt und können unter anderem von Kurssteigerungen und möglichen Dividenden profitieren. Gleichzeitig tragen sie das Risiko fallender Kurse bis hin zum vollständigen Verlust ihrer Investition bei einer Insolvenz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Aktie erwerben Anleger einen Anteil an einer Aktiengesellschaft und werden damit zu Anteilseignern des Unternehmens.
  • Erträge können sowohl aus steigenden Aktienkursen als auch aus Dividenden entstehen, sind jedoch nicht garantiert.
  • Aktienkurse werden durch Angebot und Nachfrage sowie die Erwartungen an die zukünftige Unternehmensentwicklung bestimmt.
  • Einzelaktien können erhebliche Verluste verursachen, weshalb eine breite Streuung des Vermögens besonders wichtig ist.
  • Der absolute Kurs einer Aktie sagt allein nichts darüber aus, ob ein Unternehmen günstig oder teuer bewertet ist.

Eine Aktie ist ein Wertpapier, mit dem Anleger einen Anteil an einer Aktiengesellschaft erwerben. Wer eine Aktie kauft, stellt dem Unternehmen nicht einfach Geld wie bei einem Kredit zur Verfügung, sondern wird – wirtschaftlich betrachtet – Miteigentümer des Unternehmens. Je nach Aktienart können damit Vermögensrechte wie Dividenden und Bezugsrechte sowie Mitspracherechte auf der Hauptversammlung verbunden sein.

Aktien gehören zu den wichtigsten Bausteinen der langfristigen Geldanlage. Anleger können von steigenden Unternehmenswerten und möglichen Gewinnausschüttungen profitieren, müssen dafür aber Kursschwankungen und Verlustrisiken akzeptieren. Anders als Guthaben auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto besitzt eine Aktie keinen garantierten Rückzahlungsbetrag. Ihr Wert wird laufend am Markt bestimmt und kann sowohl deutlich steigen als auch erheblich fallen.

Wer Aktien verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur wissen, was eine Aktie ist. Entscheidend ist auch, wie Aktienkurse entstehen, welche Rechte Aktionäre besitzen, woher mögliche Renditen kommen und welche Risiken mit einer direkten Beteiligung an einem Unternehmen verbunden sind.

Was bedeutet Aktie?

Eine Aktie verbrieft einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft. Das Grundkapital eines Unternehmens wird dabei in eine bestimmte Anzahl von Aktien aufgeteilt. Wer eine oder mehrere dieser Aktien besitzt, ist Aktionär und damit am Unternehmen beteiligt.

Die Größe der wirtschaftlichen Beteiligung hängt davon ab, wie viele Aktien ein Anleger im Verhältnis zur Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien besitzt. Hält ein Unternehmen beispielsweise 10 Millionen Aktien im Umlauf und ein Anleger besitzt 100 Aktien, gehört ihm rechnerisch ein sehr kleiner Anteil des Unternehmens. Bei großen börsennotierten Unternehmen sind solche Beteiligungsquoten für Privatanleger normalerweise äußerst gering.

Eine Aktie ist dennoch mehr als ein handelbares Wertpapier. Aktionäre können von der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens profitieren. Steigen Gewinne, Marktstellung oder Zukunftserwartungen, kann sich dies positiv auf den Aktienkurs auswirken. Unternehmen können außerdem einen Teil ihrer Gewinne als Dividende an ihre Aktionäre ausschütten.

Gleichzeitig tragen Aktionäre einen Teil des unternehmerischen Risikos. Entwickelt sich das Unternehmen schlecht, können Aktienkurse sinken. Im Extremfall einer Insolvenz kann die Aktie nahezu oder vollständig wertlos werden.

Wie funktioniert eine Aktie?

Unternehmen können Aktien ausgeben, um Eigenkapital aufzunehmen. Bei einer Kapitalerhöhung oder einem Börsengang fließt das von Investoren bereitgestellte Kapital direkt oder indirekt in das Unternehmen. Nach der Ausgabe können viele Aktien anschließend an einer Börse oder über andere Handelsplätze zwischen Anlegern gehandelt werden.

Beim normalen Börsenhandel kauft ein Anleger die Aktie meist nicht direkt vom Unternehmen. Er erwirbt sie von einem anderen Marktteilnehmer, der seine Aktie verkaufen möchte. Der Kaufpreis fließt deshalb grundsätzlich an den Verkäufer der Aktie und nicht an die Aktiengesellschaft.

Der Preis einer Aktie entsteht durch Angebot und Nachfrage. Gibt es zu einem bestimmten Preis mehr Kaufinteressenten als Verkäufer, kann der Kurs steigen. Überwiegen dagegen Verkaufsaufträge, kann der Kurs fallen. Hinter diesen Kauf- und Verkaufsentscheidungen stehen zahlreiche Faktoren: Unternehmensgewinne, Konjunkturerwartungen, Zinsen, Branchenentwicklungen, politische Ereignisse, neue Produkte oder veränderte Erwartungen an die Zukunft.

Besonders wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen dem Unternehmen selbst und seinem Aktienkurs. Ein gutes Unternehmen muss nicht automatisch eine gute Investition sein, wenn die Aktie bereits sehr hoch bewertet ist. Umgekehrt kann der Kurs eines grundsätzlich profitablen Unternehmens zeitweise stark fallen, wenn Anleger schlechtere zukünftige Geschäftsaussichten erwarten.

Welche Rechte haben Aktionäre?

Mit dem Besitz einer Aktie können verschiedene Rechte verbunden sein. Welche Rechte konkret bestehen, hängt unter anderem von der Aktienart und den gesetzlichen sowie gesellschaftsrechtlichen Regelungen ab.

Bei Stammaktien gehört häufig das Stimmrecht auf der Hauptversammlung zu den wichtigsten Rechten. Aktionäre können dort beispielsweise über bestimmte Unternehmensentscheidungen abstimmen und den Aufsichtsrat mitbestimmen.

Daneben besitzen Aktionäre Vermögensrechte. Dazu gehört insbesondere ein möglicher Anspruch auf eine Dividende, sofern eine Ausschüttung beschlossen wird. Eine Dividende ist allerdings nicht garantiert. Selbst ein profitables Unternehmen kann entscheiden, Gewinne vollständig oder teilweise im Unternehmen zu behalten.

Bei Kapitalmaßnahmen können außerdem Bezugsrechte eine Rolle spielen. Gibt ein Unternehmen neue Aktien aus, sollen bestehende Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit erhalten, ihre bisherige Beteiligungsquote zu erhalten.

Konkretes Beispiel: Wie kann man mit einer Aktie Geld verdienen?

Ein Anleger kauft 50 Aktien eines Unternehmens zu einem Kurs von jeweils 80 Euro. Für den Aktienkauf investiert er damit 4.000 Euro. Kaufgebühren und andere Handelskosten bleiben zur Vereinfachung zunächst unberücksichtigt.

Einige Jahre später liegt der Aktienkurs bei 110 Euro. Der Marktwert der 50 Aktien beträgt nun 5.500 Euro.

Der reine Kursgewinn beträgt:

5.500 Euro – 4.000 Euro = 1.500 Euro

Der Anleger hat damit einen Kursgewinn von 37,5 Prozent erzielt. Solange er die Aktien nicht verkauft, handelt es sich allerdings zunächst um einen Buchgewinn. Erst durch den Verkauf wird der Gewinn tatsächlich realisiert.

Zusätzlich könnte das Unternehmen während der Haltedauer Dividenden ausgezahlt haben. Angenommen, der Anleger erhält über mehrere Jahre insgesamt 6 Euro Dividende je Aktie. Bei 50 Aktien wären das weitere 300 Euro vor Steuern.

Die gesamte Bruttorendite würde in diesem vereinfachten Beispiel somit aus 1.500 Euro Kursgewinn und 300 Euro Dividenden bestehen. Der Anleger hätte insgesamt 1.800 Euro Ertrag erzielt.

Das Beispiel zeigt gleichzeitig einen wichtigen Punkt: Die Rendite einer Aktie besteht nicht ausschließlich aus Kurssteigerungen. Dividenden können ebenfalls einen bedeutenden Anteil zum Gesamtertrag beitragen. Ebenso ist die Entwicklung in die andere Richtung möglich. Würde der Kurs beispielsweise von 80 auf 50 Euro fallen, hätte der Anleger zunächst einen Buchverlust von 1.500 Euro.

Wie entstehen Aktienkurse?

Der Börsenkurs einer Aktie entsteht fortlaufend aus den Preisen, zu denen Anleger bereit sind, Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Börsen und elektronische Handelssysteme führen passende Kauf- und Verkaufsaufträge zusammen.

Entscheidend ist nicht allein, wie erfolgreich ein Unternehmen aktuell ist. An der Börse werden vor allem Erwartungen an die Zukunft gehandelt. Ein Unternehmen kann beispielsweise einen hohen Gewinn melden und trotzdem einen fallenden Aktienkurs erleben, wenn Anleger mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet hatten oder die Unternehmensleitung einen schwachen Ausblick veröffentlicht.

Umgekehrt können Aktien verlustreicher Unternehmen stark steigen, wenn der Markt erwartet, dass sich die Geschäftsentwicklung künftig deutlich verbessert.

Auch das allgemeine Marktumfeld beeinflusst Aktienkurse. Steigende Zinsen können bestimmte Aktien weniger attraktiv machen, weil sichere oder risikoärmere Anlagen wieder höhere Erträge bieten. Eine schwache Konjunktur kann Gewinnerwartungen belasten. Sinkende Zinsen oder bessere Wachstumsaussichten können Aktien dagegen unterstützen.

Deshalb lässt sich ein Aktienkurs kurzfristig nicht zuverlässig allein aus Kennzahlen oder Unternehmensgewinnen ableiten.

Warum sind Aktien wichtig?

Aktien ermöglichen Unternehmen den Zugang zu Eigenkapital und Anlegern die Beteiligung an der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Unternehmen. Für Privatanleger können sie insbesondere beim langfristigen Vermögensaufbau eine bedeutende Rolle spielen.

Historisch betrachtet bieten produktive Unternehmensbeteiligungen langfristig die Möglichkeit, von Wirtschaftswachstum, steigender Produktivität, Innovationen und höheren Unternehmensgewinnen zu profitieren. Dieses Renditepotenzial ist einer der Gründe, warum Aktien häufig Bestandteil langfristiger Anlagestrategien sind.

Dem möglichen Ertrag steht allerdings ein deutlich höheres Risiko als bei klassischen Bankeinlagen gegenüber. Aktienkurse können innerhalb kurzer Zeit zweistellig fallen. Einzelne Unternehmen können dauerhaft Marktanteile verlieren, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten oder sogar insolvent werden.

Für Anleger ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob Aktien grundsätzlich gut oder schlecht sind. Wichtiger sind Anlagedauer, Risikobereitschaft, Diversifikation und die Auswahl der jeweiligen Anlageform.

Worauf sollte man bei Aktien achten?

Ein häufiger Fehler besteht darin, eine Aktie allein deshalb zu kaufen, weil ihr Kurs zuvor stark gestiegen ist. Eine positive Vergangenheit sagt jedoch nicht automatisch etwas darüber aus, ob die Aktie zum aktuellen Preis weiterhin attraktiv bewertet ist.

Ebenso problematisch ist die Konzentration eines großen Teils des Vermögens auf einzelne Unternehmen. Wer beispielsweise den überwiegenden Teil seines Depots in nur zwei oder drei Aktien investiert, ist stark von deren Geschäftsentwicklung abhängig. Probleme in einem einzigen Unternehmen können dann erhebliche Auswirkungen auf das gesamte Vermögen haben.

Anleger sollten außerdem zwischen Aktienkurs und Unternehmenswert unterscheiden. Eine Aktie, die 20 Euro kostet, ist nicht automatisch günstiger als eine Aktie mit einem Kurs von 200 Euro. Entscheidend sind unter anderem die Zahl der ausgegebenen Aktien, der Unternehmenswert, Gewinne, Cashflows, Schulden und Zukunftserwartungen.

Auch Kosten sollten nicht unterschätzt werden. Je nach Broker können Kauf- und Verkaufsgebühren, Handelsplatzentgelte, Fremdkosten oder Kosten für Währungsumrechnungen anfallen. Bei häufigem Handel können solche Gebühren einen spürbaren Teil der Rendite aufzehren.

Aktien und Dividenden

Viele Unternehmen beteiligen ihre Aktionäre durch Dividenden am Gewinn. Die Höhe der Dividende wird üblicherweise je Aktie angegeben. Besitzt ein Anleger 100 Aktien und das Unternehmen zahlt 2 Euro je Aktie aus, erhält er eine Bruttodividende von 200 Euro.

Eine hohe Dividende allein macht eine Aktie jedoch nicht automatisch attraktiv. Entscheidend ist, ob das Unternehmen die Ausschüttung dauerhaft aus seinen Gewinnen und freien Zahlungsströmen finanzieren kann. Eine außergewöhnlich hohe Dividendenrendite kann sogar ein Warnsignal sein, wenn sie hauptsächlich dadurch entstanden ist, dass der Aktienkurs stark gefallen ist.

Unternehmen sind außerdem nicht verpflichtet, jedes Jahr eine gleich hohe Dividende zu zahlen. Ausschüttungen können erhöht, gekürzt oder vollständig gestrichen werden.

Anleger sollten deshalb sowohl die Dividende als auch die langfristige Entwicklung des Unternehmens betrachten. Für den Vermögensaufbau zählt letztlich die Gesamtrendite aus Kursentwicklung und Ausschüttungen.

Unterschied zwischen Aktie, ETF und Anleihe

Aktien werden häufig mit ETFs und Anleihen verglichen, obwohl sich die Anlageformen deutlich unterscheiden.

Merkmal Aktie ETF Anleihe
Grundprinzip Beteiligung an einem einzelnen Unternehmen Fonds, der häufig viele Wertpapiere bündelt Forderung gegenüber einem Schuldner
Ertragsquelle Kursentwicklung und mögliche Dividenden Wertentwicklung der enthaltenen Anlagen und mögliche Ausschüttungen Zinsen und Rückzahlung
Diversifikation Bei einer einzelnen Aktie gering Je nach ETF häufig breit Hängt von Anzahl und Auswahl der Anleihen ab
Hauptrisiko Unternehmens- und Marktrisiko Markt- und gegebenenfalls Branchen- oder Regionenrisiko Bonitäts-, Zins- und Ausfallrisiko
Eigentümerstellung Aktionär wird Anteilseigner Anleger besitzt Fondsanteile Anleger ist Gläubiger

Ein breit gestreuter Aktien-ETF kann Hunderte oder sogar Tausende Unternehmen enthalten. Dadurch ist das Risiko eines einzelnen Unternehmens wesentlich weniger bedeutend als bei einer einzelnen Aktie. Dafür kann ein Anleger mit Einzelaktien gezielt Unternehmen auswählen und deren Gewichtung selbst bestimmen.

Eine Anleihe funktioniert dagegen grundsätzlich anders. Anleger stellen einem Staat oder Unternehmen Fremdkapital zur Verfügung und erhalten dafür abhängig von der Anleihe Zinszahlungen und einen Rückzahlungsanspruch. Sie werden nicht zum Miteigentümer des Unternehmens.

Vorteile und Nachteile von Aktien

Aktien verbinden langfristige Renditechancen mit teilweise erheblichen Schwankungen. Deshalb sollten Chancen und Risiken gemeinsam betrachtet werden.

Vorteile Nachteile
Beteiligung an Unternehmen und deren wirtschaftlicher Entwicklung Teilweise starke Kursschwankungen
Chance auf langfristige Kurssteigerungen Verluste bis hin zum Totalverlust einzelner Aktien möglich
Mögliche Dividendenerträge Dividenden sind nicht garantiert
Hohe Liquidität bei vielen börsennotierten Aktien Unternehmensanalyse kann aufwendig sein
Direkte Auswahl einzelner Unternehmen möglich Konzentrationsrisiken bei geringer Streuung
Aktien lassen sich meist flexibel kaufen und verkaufen Emotionale Fehlentscheidungen können die Rendite belasten

Ob diese Eigenschaften für einen Anleger geeignet sind, hängt stark vom Anlagehorizont und von der persönlichen Risikotoleranz ab. Geld, das kurzfristig sicher benötigt wird, sollte grundsätzlich nicht von der Entwicklung einzelner Aktienkurse abhängig gemacht werden.

Typische Fehler und Missverständnisse bei Aktien

Ein weit verbreitetes Missverständnis lautet, dass eine gefallene Aktie automatisch günstig sein müsse. Ein Kursrückgang kann zwar eine günstigere Einstiegsmöglichkeit schaffen, er kann aber ebenso auf dauerhaft verschlechterte Geschäftsaussichten hinweisen. Entscheidend ist deshalb nicht die Differenz zum früheren Höchstkurs, sondern die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Verhältnis zur aktuellen Bewertung.

Auch der absolute Aktienkurs wird häufig falsch interpretiert. Eine Aktie für 10 Euro ist nicht automatisch billiger als eine Aktie für 500 Euro. Unternehmen können durch Aktiensplits ihre Aktienzahl verändern, ohne dass sich der gesamte Unternehmenswert dadurch ändert.

Ein weiterer Fehler besteht darin, Kursverluste grundsätzlich als vorübergehend anzusehen. Ein breit gestreuter Aktienmarkt kann sich langfristig von Krisen erholen, einzelne Unternehmen müssen dies jedoch nicht. Manche Aktien erreichen frühere Höchststände nie wieder.

Ebenso sollte eine bekannte Marke nicht mit einer sicheren Geldanlage gleichgesetzt werden. Auch große und bekannte Unternehmen können Marktanteile verlieren, Managementfehler machen oder durch technologische Veränderungen unter Druck geraten.

Wie werden Aktien bewertet?

Für die Bewertung von Aktien verwenden Anleger unterschiedliche Kennzahlen und Analyseverfahren. Zu den bekanntesten Kennzahlen gehört das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Es setzt den Aktienkurs beziehungsweise die Marktbewertung des Unternehmens ins Verhältnis zum Gewinn.

Ein niedriges KGV bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Aktie günstig ist. Bei Unternehmen mit sinkenden Gewinnen kann ein scheinbar niedriger Wert gerechtfertigt sein. Wachstumsunternehmen weisen dagegen häufig höhere Bewertungen auf, weil Anleger stark steigende zukünftige Gewinne erwarten.

Weitere mögliche Kennzahlen sind unter anderem das Kurs-Buchwert-Verhältnis, die Dividendenrendite, die Eigenkapitalrendite, Verschuldungskennzahlen oder der freie Cashflow.

Keine einzelne Kennzahl liefert allein eine verlässliche Antwort darauf, ob eine Aktie günstig oder teuer ist. Eine sinnvolle Bewertung berücksichtigt deshalb Geschäftsmodell, Wettbewerbssituation, Bilanz, Ertragskraft, Wachstumsaussichten und aktuellen Börsenwert gemeinsam.

Für wen sind Aktien besonders relevant?

Aktien sind vor allem für Anleger interessant, die langfristig Vermögen aufbauen möchten und bereit sind, zwischenzeitliche Wertschwankungen auszuhalten. Je länger der Anlagehorizont ist, desto eher können kurzfristige Börsenbewegungen gegenüber der langfristigen Unternehmensentwicklung in den Hintergrund treten.

Für Einsteiger können einzelne Aktien allerdings anspruchsvoller sein als breit gestreute Fonds oder ETFs. Bei Einzelaktien müssen Anleger nicht nur die allgemeine Börsenentwicklung berücksichtigen, sondern zusätzlich das konkrete Geschäftsmodell und die Risiken jedes einzelnen Unternehmens beurteilen.

Auch für erfahrene Anleger bleiben Diversifikation und Risikomanagement entscheidend. Eine fundierte Unternehmensanalyse schützt nicht davor, dass sich Erwartungen als falsch erweisen oder unerwartete Ereignisse eintreten.

Häufige Fragen zu Aktien

Kann man mit Aktien sein gesamtes Geld verlieren?

Bei einer einzelnen Aktie ist ein vollständiger oder nahezu vollständiger Verlust grundsätzlich möglich. Gerät ein Unternehmen in die Insolvenz und reicht sein Vermögen nicht zur Befriedigung aller Gläubiger aus, bleiben für Aktionäre häufig keine verwertbaren Werte übrig. Aktionäre stehen bei einer Insolvenz wirtschaftlich hinter vielen anderen Anspruchsgruppen. Bei einem breit gestreuten Portfolio ist ein vollständiger Verlust wesentlich unwahrscheinlicher, weil dafür sehr viele Unternehmen gleichzeitig wertlos werden müssten. Trotzdem können auch breit gestreute Aktienanlagen zeitweise erhebliche Verluste erleiden.

Was passiert mit meiner Aktie, wenn das Unternehmen pleitegeht?

Bei einer Unternehmensinsolvenz verliert die Aktie meist stark an Wert. Aktionäre sind Eigentümer des Unternehmens und keine vorrangigen Gläubiger. Zunächst müssen im Insolvenzverfahren unter anderem besicherte und andere vorrangige Forderungen bedient werden. Nur wenn danach noch Vermögen übrig bleibt, könnte theoretisch ein Wert für die Aktionäre verbleiben. In vielen Insolvenzfällen ist dies nicht der Fall. Deshalb gehört das Insolvenzrisiko zu den wichtigsten Gründen, warum Anleger ihr Kapital nicht zu stark auf einzelne Unternehmen konzentrieren sollten.

Wann bekommt man als Aktionär eine Dividende?

Eine Dividende wird nur ausgezahlt, wenn das Unternehmen eine Ausschüttung beschließt und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Die konkrete Höhe kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen. Anleger sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass eine einmal gezahlte Dividende dauerhaft bestehen bleibt. Für den Anspruch ist außerdem entscheidend, wann die Aktie gekauft beziehungsweise im Depot gehalten wird. Nach der Ausschüttung wird der Aktienkurs üblicherweise um den Dividendenbetrag bereinigt, sodass eine Dividende kein kostenloser zusätzlicher Gewinn ist.

Warum fallen Aktien trotz guter Unternehmenszahlen?

Börsenkurse reagieren nicht nur auf aktuelle Zahlen, sondern vor allem auf Erwartungen. Ein Unternehmen kann beispielsweise einen Rekordgewinn melden, während Anleger mit einem noch höheren Gewinn gerechnet hatten. Auch ein schwacher Ausblick für die kommenden Monate kann einen Kurs belasten. Zusätzlich beeinflussen Zinsen, Konjunktur, Branchenentwicklung und allgemeine Börsenstimmung die Bewertung. Gute Geschäftszahlen garantieren daher keinen steigenden Aktienkurs. Entscheidend ist häufig, ob die veröffentlichten Informationen besser oder schlechter ausfallen als bereits im Kurs eingepreist war.

Ist eine einzelne Aktie besser als ein ETF?

Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Eine Einzelaktie ermöglicht die gezielte Beteiligung an einem bestimmten Unternehmen und kann überdurchschnittliche Gewinne erzielen. Gleichzeitig besteht ein erhebliches unternehmensspezifisches Risiko. Ein breit gestreuter Aktien-ETF verteilt das Kapital dagegen auf viele Unternehmen und reduziert dadurch die Auswirkungen einzelner Unternehmensprobleme. Für Anleger, die keine umfangreiche Unternehmensanalyse durchführen möchten, kann eine breite Streuung deshalb leichter umzusetzen sein. Einzelaktien können dagegen für Anleger interessant sein, die Unternehmen bewusst auswählen und das zusätzliche Risiko akzeptieren.

Muss man Aktien lange halten?

Es gibt keine vorgeschriebene Haltedauer. Aktien können bei ausreichend liquiden Handelsplätzen grundsätzlich jederzeit während der Handelszeiten gekauft und verkauft werden. Aus Anlagesicht ist jedoch entscheidend, dass kurzfristige Aktienkurse stark schwanken können. Wer das investierte Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt, trägt das Risiko, gerade während eines Börsenrückgangs verkaufen zu müssen. Ein längerer Anlagehorizont bietet mehr Zeit, zwischenzeitliche Marktschwankungen auszusitzen, beseitigt aber insbesondere bei einzelnen Unternehmen nicht das Risiko dauerhaft schlechter Geschäftsentwicklungen.

Wie viele Aktien sollte man im Depot haben?

Eine pauschal optimale Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist weniger die reine Anzahl als eine sinnvolle Streuung über unterschiedliche Unternehmen, Branchen, Geschäftsmodelle und gegebenenfalls Regionen. Zehn Unternehmen aus derselben Branche können beispielsweise weniger diversifiziert sein als eine kleinere Anzahl sehr unterschiedlicher Beteiligungen. Für Privatanleger kann der Aufbau eines ausreichend breit gestreuten Einzelaktiendepots zudem aufwendig sein. Breite Aktien-ETFs bieten eine Möglichkeit, bereits mit einem einzelnen Fonds eine deutlich größere Zahl von Unternehmen abzudecken.

Wie werden Gewinne aus Aktien besteuert?

Erträge aus Aktien können in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtige Kapitalerträge darstellen. Dazu gehören insbesondere realisierte Kursgewinne und Dividenden. Die tatsächliche steuerliche Belastung hängt unter anderem von persönlichen Umständen, vorhandenen Verlusten, Freibeträgen beziehungsweise Pauschbeträgen und gegebenenfalls weiteren steuerlichen Besonderheiten ab. Bei einem deutschen Depot werden viele steuerliche Vorgänge von der depotführenden Bank automatisch berücksichtigt. Anleger mit besonderen Konstellationen, ausländischen Depots oder komplexeren steuerlichen Sachverhalten sollten die individuelle Behandlung gesondert prüfen.

Fazit

Eine Aktie macht ihren Besitzer zum Anteilseigner eines Unternehmens und eröffnet damit die Möglichkeit, direkt an dessen wirtschaftlicher Entwicklung teilzuhaben. Erträge können sowohl durch steigende Aktienkurse als auch durch Dividenden entstehen. Gleichzeitig gibt es keine Garantie für Gewinne oder für die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals. Besonders bei einzelnen Unternehmen können Fehlentwicklungen erhebliche Verluste verursachen.

Für den langfristigen Vermögensaufbau können Aktien eine wichtige Rolle spielen, wenn Anleger die damit verbundenen Schwankungen akzeptieren und Risiken ausreichend verteilen. Entscheidend ist nicht, kurzfristige Kursbewegungen möglichst genau vorherzusagen, sondern zu verstehen, welches Unternehmen hinter einer Aktie steht, welchen Preis man für die Beteiligung bezahlt und wie stark das eigene Vermögen von einzelnen Unternehmen abhängig ist.

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