Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem ETF-Sparplan wird regelmäßig ein festgelegter Betrag automatisch in einen ausgewählten ETF investiert.
- Bereits kleine monatliche Sparraten können für den langfristigen Vermögensaufbau genutzt werden.
- Ein breit gestreuter ETF kann Investitionen über zahlreiche Unternehmen, Länder und Branchen verteilen.
- Der Sparplan beseitigt das Marktrisiko nicht: Auch das angesparte Vermögen kann erheblich an Wert verlieren.
- Sparrate, Kosten, ETF-Auswahl und Anlagezeitraum haben großen Einfluss auf den langfristigen Anlageerfolg.
Ein ETF-Sparplan ermöglicht es, regelmäßig einen festgelegten Geldbetrag in einen oder mehrere börsengehandelte Indexfonds zu investieren. Statt eine größere Summe auf einmal anzulegen, werden beispielsweise jeden Monat 50, 100, 250 oder 500 Euro investiert. Dadurch lässt sich bereits mit vergleichsweise kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen, ohne dass für jeden Kauf eine eigene Anlageentscheidung getroffen werden muss.
Besonders häufig werden ETF-Sparpläne genutzt, um über viele Jahre in breit gestreute Aktienmärkte zu investieren. Ein ETF kann beispielsweise Hunderte oder sogar Tausende Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen enthalten. Anleger müssen dadurch nicht selbst einzelne Aktien auswählen. Gleichzeitig bleiben ETFs jedoch Kapitalmarktanlagen: Ihr Wert kann steigen, aber auch deutlich fallen. Ein Sparplan nimmt dem Anleger die regelmäßige Kaufentscheidung ab, beseitigt aber weder Kursrisiken noch die Notwendigkeit, einen geeigneten ETF auszuwählen.
Was bedeutet ETF-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan ist ein automatisierter Investitionsplan, bei dem in einem festgelegten Rhythmus Anteile eines Exchange Traded Fund, kurz ETF, gekauft werden. Der Anleger bestimmt normalerweise den gewünschten ETF, die Sparrate und das Ausführungsintervall. Anschließend führt die Bank oder der Broker die Käufe automatisch aus.
Ein ETF wiederum ist ein Investmentfonds, der häufig einen bestimmten Börsenindex nachbildet. Ein ETF auf einen weltweiten Aktienindex versucht beispielsweise, die Entwicklung eines breit gestreuten internationalen Aktienmarktes möglichst genau abzubilden. Mit einem einzigen Wertpapier kann ein Anleger dadurch an der Entwicklung vieler verschiedener Unternehmen beteiligt sein.
Bei einem Sparplan wird nicht vorausgesetzt, dass genug Geld für einen vollständigen ETF-Anteil vorhanden ist. Kostet ein ETF-Anteil beispielsweise 120 Euro und beträgt die monatliche Sparrate nur 50 Euro, können bei vielen Brokern Bruchstücke eines Anteils erworben werden. Dadurch lässt sich nahezu jeder Sparbetrag investieren.
ETF-Sparpläne werden vor allem zum langfristigen Vermögensaufbau eingesetzt. Typische Ziele sind der Aufbau eines zusätzlichen Altersvorsorgevermögens, das langfristige Sparen für Kinder oder der allgemeine Aufbau von Kapital über mehrere Jahrzehnte. Für kurzfristig benötigtes Geld sind Aktien-ETF-Sparpläne dagegen normalerweise nicht geeignet, weil die Kurse zwischenzeitlich erheblich schwanken können.
Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?
Zunächst benötigt der Anleger ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Dort wird ein sparplanfähiger ETF ausgewählt. Anschließend werden Sparrate, Ausführungsrhythmus und häufig auch der gewünschte Ausführungstag festgelegt. Je nach Anbieter sind beispielsweise monatliche, zweimonatliche, quartalsweise oder andere Intervalle möglich.
Angenommen, ein Anleger richtet einen monatlichen Sparplan über 200 Euro ein. Am jeweiligen Ausführungstag verwendet der Broker diese 200 Euro zum Kauf des gewählten ETFs. Der Anleger muss dazu nicht jedes Mal selbst eine Börsenorder aufgeben. Der Vorgang wiederholt sich automatisch, solange ausreichend Geld auf dem dafür vorgesehenen Konto vorhanden ist und der Sparplan nicht geändert oder beendet wird.
Steigt der Kurs des ETFs, werden für dieselbe Sparrate weniger Anteile gekauft. Fällt der Kurs, erhält der Anleger mehr Anteile für sein Geld. Dadurch wird laufend zu unterschiedlichen Kursen investiert. Das kann den Einstieg psychologisch erleichtern, weil nicht entschieden werden muss, ob gerade der vermeintlich perfekte Kaufzeitpunkt erreicht ist.
Ein Sparplan sollte jedoch nicht mit einer Garantie auf einen besonders günstigen Durchschnittspreis verwechselt werden. Regelmäßiges Investieren kann das Risiko einer einzelnen ungünstigen Einstiegsentscheidung reduzieren, bietet aber keinen Schutz vor fallenden Märkten. Bei einem langfristig sinkenden Markt kann auch ein ETF-Sparplan erhebliche Verluste verursachen.
Konkretes Beispiel für einen ETF-Sparplan
Eine Anlegerin möchte langfristig Vermögen aufbauen und investiert monatlich 200 Euro in einen breit gestreuten Aktien-ETF. Sie plant mit einem Anlagehorizont von 20 Jahren. In dieser Zeit zahlt sie insgesamt:
200 Euro × 12 Monate × 20 Jahre = 48.000 Euro
Die tatsächliche Entwicklung ihres Depots hängt nun davon ab, wie sich der ETF entwickelt. Unterstellt man rein beispielhaft eine durchschnittliche Rendite von 6 Prozent pro Jahr und betrachtet regelmäßige monatliche Einzahlungen, könnte aus den eingezahlten 48.000 Euro nach 20 Jahren ungefähr ein Depotwert von rund 90.700 Euro entstehen. Der zusätzliche Vermögenszuwachs würde in diesem vereinfachten Beispiel damit etwa 42.700 Euro betragen.
Diese Zahl ist keine Prognose. Tatsächliche Aktienmarktrenditen verlaufen nicht gleichmäßig. In einem Jahr kann der ETF deutlich steigen, im nächsten Jahr zweistellig fallen. Auch längere Verlustphasen sind möglich. Außerdem können Kosten und Steuern das tatsächliche Ergebnis verändern.
Das Beispiel verdeutlicht dennoch einen wesentlichen Vorteil langfristigen Sparens: Nicht nur die eingezahlten Beträge können Erträge erwirtschaften. Auch bereits erzielte und im Fonds beziehungsweise Depot verbleibende Erträge können sich weiterentwickeln. Über lange Zeiträume kann dieser Zinseszinseffekt einen erheblichen Anteil des Vermögensaufbaus ausmachen.
Warum ist ein ETF-Sparplan interessant?
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der einfachen Automatisierung. Wer beispielsweise direkt nach dem Gehaltseingang jeden Monat einen festen Betrag investieren lässt, muss die Entscheidung zum Sparen nicht ständig neu treffen. Der Vermögensaufbau wird zu einem regelmäßigen Prozess.
Gleichzeitig ermöglichen ETFs eine breite Risikostreuung mit vergleichsweise wenig Aufwand. Wer über einen breit gestreuten ETF in zahlreiche Unternehmen investiert, ist weniger von der Entwicklung einer einzelnen Aktie abhängig. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Depot vor allgemeinen Börsenrückgängen geschützt wäre. Fallen weltweite Aktienmärkte deutlich, kann auch ein breit diversifizierter ETF erheblich an Wert verlieren.
Interessant ist ein ETF-Sparplan außerdem wegen seiner Flexibilität. Die Sparrate kann bei vielen Anbietern verändert, ausgesetzt oder vollständig gestoppt werden. Die bereits gekauften ETF-Anteile bleiben trotzdem im Depot. Anders als bei manchen langfristigen Vertragsprodukten besteht häufig keine Verpflichtung, über Jahrzehnte eine bestimmte monatliche Rate einzuzahlen.
Besonders groß kann der Nutzen eines Sparplans werden, wenn früh begonnen wird. Bei sehr langen Anlagezeiträumen wirken sich zusätzliche Jahre erheblich auf den möglichen Zinseszinseffekt aus. Deshalb kann selbst eine zunächst kleine Sparrate sinnvoller sein als das jahrelange Warten darauf, irgendwann einen wesentlich größeren Betrag investieren zu können.
Worauf sollte man bei einem ETF-Sparplan achten?
Entscheidend ist zunächst die Auswahl des ETFs. Nicht jeder ETF eignet sich automatisch als langfristige Basisanlage. Ein Fonds, der lediglich eine einzelne Branche, ein bestimmtes Land oder ein kurzfristiges Trendthema abbildet, kann wesentlich stärker konzentriert sein als ein weltweit investierender ETF.
Neben dem zugrunde liegenden Index sollten Anleger auf die laufenden Fondskosten achten. Häufig wird dafür die Gesamtkostenquote TER angegeben. Sie zeigt einen Teil der laufenden Kosten des Fonds. Für die tatsächliche Entwicklung ist jedoch letztlich entscheidend, wie stark die ETF-Rendite von der Entwicklung des zugrunde liegenden Index abweicht. Diese Abweichung wird häufig über die Tracking Difference betrachtet.
Auch die Kosten des Sparplans selbst sind relevant. Manche Banken und Broker führen bestimmte ETF-Sparpläne ohne separates Ausführungsentgelt aus, andere verlangen einen festen Betrag oder einen prozentualen Anteil der Sparrate. Besonders bei kleinen Sparraten können relativ hohe Ausführungskosten einen merklichen Teil des investierten Betrags aufzehren.
Nicht unterschätzt werden sollte außerdem der Anlagehorizont. Geld, das möglicherweise bereits in ein oder zwei Jahren benötigt wird, sollte nicht allein deshalb in einen Aktien-ETF investiert werden, weil ein Sparplan bequem eingerichtet werden kann. Aktienmärkte können gerade über kurze Zeiträume stark schwanken. Wer langfristig investiert, erhöht dagegen die Chance, zwischenzeitliche Verlustphasen aussitzen zu können.
ETF-Sparplan berechnen
Die zukünftige Entwicklung eines ETF-Sparplans lässt sich nur modellhaft berechnen, weil die tatsächliche Rendite unbekannt ist. Für eine überschlägige Planung kann jedoch mit verschiedenen angenommenen Durchschnittsrenditen gerechnet werden.
Bei regelmäßigen Einzahlungen lässt sich der mögliche Endwert vereinfacht mit einer Rentenformel berechnen:
Endwert = Sparrate × ((1 + r)ⁿ − 1) ÷ r
Dabei steht die Sparrate für den regelmäßig investierten Betrag, r für die Rendite je Sparperiode und n für die Anzahl der Einzahlungen.
Bei einer monatlichen Sparrate von 200 Euro über 20 Jahre entstehen 240 Einzahlungen. Unter der modellhaften Annahme einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 6 Prozent ergibt sich ein rechnerischer Endwert von ungefähr 90.700 Euro, wenn die Jahresrendite entsprechend auf monatliche Perioden umgerechnet wird.
Für die persönliche Planung sollte niemals nur mit einem einzigen Renditewert gerechnet werden. Sinnvoller ist es, mehrere Szenarien gegenüberzustellen. So wird sichtbar, wie stark sich beispielsweise niedrigere Renditen, höhere Sparraten oder ein längerer Anlagezeitraum auf das mögliche Ergebnis auswirken können.
Noch wichtiger als die exakte Modellrechnung ist die Erkenntnis dahinter: Sparrate, Rendite und Zeit wirken gemeinsam. Gerade der Anlagezeitraum besitzt einen erheblichen Einfluss, weil Erträge über viele Jahre weitere Erträge erwirtschaften können.
ETF-Sparplan oder Einmalanlage?
ETF-Sparplan und Einmalanlage verfolgen grundsätzlich dasselbe Ziel: Geld wird am Kapitalmarkt investiert. Der wesentliche Unterschied besteht darin, wann das Kapital zur Verfügung steht und investiert wird.
| Merkmal | ETF-Sparplan | Einmalanlage |
|---|---|---|
| Investition | Regelmäßig kleinere Beträge | Größere Summe auf einmal |
| Typischer Einsatz | Vermögensaufbau aus laufendem Einkommen | Bereits vorhandenes Kapital |
| Einstiegszeitpunkt | Verteilt sich auf viele Käufe | Ein bestimmter Zeitpunkt |
| Automatisierung | Sehr hoch | Einmalige Anlageentscheidung |
| Marktrisiko | Bleibt bestehen | Bleibt ebenfalls bestehen |
| Flexibilität | Sparrate meist leicht anpassbar | Weiteres Kapital erfordert neue Anlage |
Wer monatlich aus seinem Einkommen investieren möchte, benötigt normalerweise keine Entscheidung zwischen Sparplan und Einmalanlage. Das Geld steht ohnehin erst nach und nach zur Verfügung. Ein Sparplan ist dann eine praktische Möglichkeit, diese Beträge zeitnah zu investieren.
Anders sieht es aus, wenn bereits eine größere Summe vorhanden ist. Das bewusste Zurückhalten des Geldes, nur um es anschließend über viele Monate in kleinen Raten anzulegen, ist eine andere Entscheidung. Dabei muss abgewogen werden, ob das Kapital sofort investiert werden soll oder ob eine schrittweise Anlage aus persönlichen oder risikobezogenen Gründen bevorzugt wird.
Vorteile und Nachteile eines ETF-Sparplans
ETF-Sparpläne verbinden eine hohe Automatisierung mit der Möglichkeit, bereits kleine Beträge breit gestreut anzulegen. Trotzdem handelt es sich nicht um ein risikofreies Sparprodukt.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Vermögensaufbau bereits mit kleinen Sparraten möglich | Wertschwankungen und Verluste möglich |
| Regelmäßige Käufe laufen automatisch | Keine garantierte Rendite |
| Breite Streuung über geeignete ETFs möglich | Falsche ETF-Auswahl kann zu starker Konzentration führen |
| Sparrate häufig flexibel veränderbar | Kosten können je nach Anbieter und ETF unterschiedlich ausfallen |
| Kein ständiges Timing des Marktes erforderlich | Disziplin ist auch in längeren Verlustphasen notwendig |
| Langfristiger Zinseszinseffekt möglich | Für kurzfristig benötigtes Geld meist ungeeignet |
Besonders entscheidend ist, dass die Vorteile eines ETF-Sparplans nicht automatisch aus dem Sparplan selbst entstehen. Ein ungeeigneter ETF wird durch regelmäßige Einzahlungen nicht zu einer guten Anlage. Die Qualität des zugrunde liegenden Investments bleibt deshalb der wichtigste Faktor.
Typische Fehler und Missverständnisse
Ein verbreiteter Irrtum besteht darin, einen ETF-Sparplan als eine eigene Anlageklasse zu betrachten. Tatsächlich beschreibt der Sparplan lediglich die Art, wie investiert wird. Das eigentliche Investment ist der ausgewählte ETF. Ein Sparplan auf einen weltweit gestreuten Aktien-ETF besitzt daher ein völlig anderes Risikoprofil als ein Sparplan auf einen stark spezialisierten Branchen-ETF.
Ebenfalls problematisch ist die Annahme, regelmäßiges Investieren könne Verluste verhindern. Sinkt der Aktienmarkt über einen längeren Zeitraum, verliert auch das vorhandene ETF-Vermögen an Wert. Zwar werden während niedriger Kurse mehr Anteile erworben, dennoch besteht keinerlei Garantie, dass sich diese Käufe später auszahlen.
Ein weiterer Fehler ist das ständige Wechseln von ETFs aufgrund kurzfristiger Entwicklungen. Wer nach jeder schwachen Marktphase den Fonds austauscht oder Sparpläne stoppt, riskiert, langfristige Strategien durch kurzfristige Emotionen zu ersetzen. Gerade bei langfristigen Anlageplänen sollte deshalb bereits vor dem ersten Kauf geklärt werden, welches Risiko akzeptiert werden kann.
Auch eine zu niedrige Liquiditätsreserve kann problematisch werden. Wer jeden verfügbaren Euro investiert und keine ausreichende Rücklage für unerwartete Ausgaben besitzt, könnte gezwungen sein, ETF-Anteile zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen. Ein finanzieller Puffer und langfristiges Investieren erfüllen deshalb unterschiedliche Aufgaben.
Für wen ist ein ETF-Sparplan besonders relevant?
Ein ETF-Sparplan kann vor allem für Menschen interessant sein, die regelmäßig einen Teil ihres Einkommens langfristig investieren möchten. Dazu gehören Berufsanfänger ebenso wie Arbeitnehmer, Selbstständige oder Eltern, die über viele Jahre Kapital für ihre Kinder aufbauen möchten.
Besonders geeignet ist das Konzept für Anleger, die keine einzelnen Aktien auswählen möchten und stattdessen eine möglichst einfache, breit gestreute Anlagestrategie bevorzugen. Voraussetzung ist jedoch, dass zwischenzeitliche Kursschwankungen finanziell und emotional ausgehalten werden können.
Wer dagegen eine garantierte Verzinsung benötigt, Verluste grundsätzlich ausschließen möchte oder das angesparte Geld bereits in absehbarer Zeit sicher benötigt, sollte das Risiko eines Aktien-ETF-Sparplans genau prüfen. Ein Sparplan macht eine schwankungsreiche Kapitalmarktanlage nicht zu einem sicheren Sparprodukt.
Häufige Fragen zum ETF-Sparplan
Wie hoch sollte die monatliche Rate für einen ETF-Sparplan sein?
Eine pauschal richtige Sparrate gibt es nicht. Entscheidend sind Einkommen, laufende Ausgaben, vorhandene Rücklagen und persönliche Sparziele. Eine Sparrate sollte so gewählt werden, dass sie dauerhaft tragbar ist und nicht bei jeder unerwarteten Ausgabe gestoppt werden muss. Bereits kleinere Beträge können über lange Zeiträume einen Unterschied machen. Steigt später das Einkommen, kann die Rate häufig angepasst werden. Wichtiger als eine möglichst hohe Anfangsrate ist deshalb eine realistische Strategie, die über viele Jahre durchgehalten werden kann.
Kann man mit 25 oder 50 Euro im Monat einen ETF-Sparplan beginnen?
Ja. Viele Anbieter ermöglichen ETF-Sparpläne bereits mit kleinen Sparraten. Da bei Sparplänen häufig auch Bruchstücke von ETF-Anteilen gekauft werden können, muss die monatliche Rate nicht dem Preis eines vollständigen Anteils entsprechen. Eine kleine Sparrate führt naturgemäß zu einem langsameren Vermögensaufbau, kann aber ein sinnvoller Einstieg sein. Entscheidend ist vor allem der lange Zeitraum. Wird die Sparrate später mit steigendem Einkommen erhöht, kann aus einem zunächst kleinen Sparplan über Jahrzehnte ein beträchtliches Anlagevolumen entstehen.
Was passiert mit einem ETF-Sparplan, wenn die Börse stark fällt?
Der Wert der bereits gekauften ETF-Anteile kann bei einem Börsencrash erheblich sinken. Gleichzeitig werden mit derselben Sparrate bei niedrigeren Kursen mehr Anteile gekauft. Ob sich diese Käufe langfristig positiv auswirken, hängt davon ab, wie sich der Markt anschließend entwickelt. Ein automatischer Sparplan verhindert deshalb keine Verluste. Anleger sollten bereits vor Beginn darauf vorbereitet sein, dass zwischenzeitliche Rückgänge von mehreren zehn Prozent bei Aktienmärkten möglich sind. Wer dann aus Angst verkauft oder den Sparplan grundsätzlich infrage stellt, kann eine langfristig geplante Strategie gefährden.
Kann ein ETF-Sparplan jederzeit beendet werden?
Bei klassischen ETF-Sparplänen über ein Wertpapierdepot kann der Sparplan in der Regel geändert, pausiert oder gelöscht werden. Die bereits gekauften ETF-Anteile verschwinden dadurch nicht, sondern bleiben im Depot, solange sie nicht verkauft werden. Anleger können also beispielsweise die monatliche Sparrate auf null setzen beziehungsweise den Sparplan stoppen und das bestehende Vermögen weiterhin investiert lassen. Die genauen Änderungs- und Ausführungsbedingungen hängen vom jeweiligen Broker oder der Bank ab.
Wie viele ETFs braucht man für einen Sparplan?
Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch eine bessere Risikostreuung. Ein einzelner breit aufgestellter ETF kann bereits sehr viele Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen enthalten. Mehrere ETFs können sinnvoll sein, wenn bewusst unterschiedliche Anlageklassen oder Regionen kombiniert werden sollen. Sie können aber ebenso zu unnötigen Überschneidungen führen. Entscheidend ist deshalb nicht die Anzahl der ETFs, sondern welche Märkte und Wertpapiere tatsächlich dahinterstehen. Für eine einfache langfristige Strategie kann ein breit diversifizierter ETF grundsätzlich ausreichen.
Was ist besser: ausschüttender oder thesaurierender ETF im Sparplan?
Bei einem ausschüttenden ETF werden bestimmte Erträge an den Anleger ausgezahlt. Ein thesaurierender ETF legt Erträge innerhalb des Fonds wieder an. Für den langfristigen Vermögensaufbau kann die automatische Wiederanlage eines thesaurierenden ETFs besonders bequem sein. Ausschüttende ETFs können dagegen für Anleger interessant sein, die regelmäßige Zahlungen wünschen. Welche Variante besser passt, hängt deshalb vom persönlichen Ziel ab. Auch steuerliche Regelungen können eine Rolle spielen und sollten nach der jeweils aktuellen Rechtslage beurteilt werden.
Welche Kosten entstehen bei einem ETF-Sparplan?
Kosten können auf mehreren Ebenen entstehen. Der ETF selbst verursacht laufende Fondskosten. Zusätzlich kann die Bank oder der Broker für die Sparplanausführung ein Entgelt verlangen. Je nach Handelsmodell können außerdem Unterschiede zwischen Kauf- und Verkaufskursen relevant sein. Die Kostenstruktur sollte deshalb vor Einrichtung des Sparplans geprüft werden. Gerade bei kleinen monatlichen Sparraten fallen feste Ausführungsgebühren prozentual stärker ins Gewicht. Kostenfreie Sparplanausführungen bedeuten wiederum nicht, dass der ETF selbst keinerlei laufende Kosten verursacht.
Ist ein ETF-Sparplan für die Altersvorsorge geeignet?
Ein ETF-Sparplan kann ein Baustein des langfristigen Vermögensaufbaus für das Alter sein, insbesondere wenn über viele Jahre investiert wird. Er garantiert jedoch weder einen bestimmten Endbetrag noch eine feste spätere Auszahlung. Kurz vor dem geplanten Ruhestand kann deshalb relevant werden, wie mit dem aufgebauten Vermögen weiter verfahren wird und wie stark das Depot weiterhin Aktienmarktrisiken ausgesetzt sein soll. Für eine Altersvorsorgestrategie sollten außerdem andere Ansprüche, Rücklagen, geplante Ausgaben und die persönliche Risikotoleranz berücksichtigt werden.
Fazit
Ein ETF-Sparplan ist eine einfache Möglichkeit, regelmäßig und weitgehend automatisiert am Kapitalmarkt zu investieren. Besonders für den langfristigen Vermögensaufbau kann er interessant sein, weil bereits kleine Sparraten investiert werden können und sich mit einem geeigneten ETF eine breite Streuung erreichen lässt. Gleichzeitig bleibt das investierte Kapital den Schwankungen des jeweiligen Marktes ausgesetzt. Ein Sparplan reduziert weder das Börsenrisiko noch ersetzt er die sorgfältige Auswahl des Investments.
Entscheidend sind deshalb weniger der perfekte Ausführungstag oder kurzfristige Kursbewegungen als eine passende Sparrate, ein geeigneter ETF, vertretbare Kosten und ein ausreichend langer Anlagehorizont. Wer eine langfristige Strategie festlegt, ausreichende finanzielle Rücklagen besitzt und auch schwächere Börsenphasen aushalten kann, erhält mit einem ETF-Sparplan ein flexibles Instrument für den kontinuierlichen Vermögensaufbau.