Bargeld im Ausland abheben – welche Gebühren drohen?

Beim Geldabheben im Ausland können Bankgebühren, Automatenentgelte, Fremdwährungsaufschläge und schlechte Wechselkurse zusammenkommen – wer die Kostenfallen kennt, kann viele davon vermeiden.

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Im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise wirken 100 oder 200 Euro Bargeld aus dem nächsten Geldautomaten zunächst wie eine ganz normale Abhebung. Auf dem Kontoauszug kann die Transaktion jedoch deutlich teurer aussehen. Nicht selten entstehen mehrere Kosten gleichzeitig: Die eigene Bank verlangt ein Entgelt für die Bargeldabhebung, der ausländische Automatenbetreiber berechnet einen eigenen Zuschlag und bei einer anderen Währung kann zusätzlich ein Fremdwährungsentgelt anfallen.

Besonders teuer kann es werden, wenn der Geldautomat anbietet, den Betrag sofort in Euro umzurechnen. Diese sogenannte dynamische Währungsumrechnung wirkt bequem, weil der Belastungsbetrag sofort feststeht. Der dafür verwendete Wechselkurs kann jedoch deutlich ungünstiger sein als die spätere Umrechnung über das Kartensystem beziehungsweise den Kartenanbieter.

Wer Bargeld im Ausland abheben möchte, sollte deshalb nicht nur fragen, ob seine Karte grundsätzlich funktioniert. Entscheidend ist, wer für die Abhebung Gebühren verlangt, in welcher Währung abgerechnet wird und welchen Wechselkurs die jeweilige Transaktion tatsächlich erhält. Bei einer ungünstigen Kombination können bei einer einzigen Abhebung Kosten von zehn Euro oder mehr entstehen.

Diese Gebühren können beim Geldabheben im Ausland entstehen

Eine Auslandsabhebung kann aus mehreren voneinander unabhängigen Kostenbestandteilen bestehen. Das macht die Sache komplizierter, als sie auf den ersten Blick erscheint. Selbst eine Bank, die mit kostenlosen Bargeldabhebungen wirbt, kann beispielsweise nicht verhindern, dass ein fremder Geldautomatenbetreiber ein eigenes Entgelt verlangt.

Die wichtigsten Kosten lassen sich in vier Gruppen einteilen: Gebühren der eigenen Bank oder des Kartenanbieters, Entgelte des Geldautomatenbetreibers, Fremdwährungsgebühren und Verluste durch einen ungünstigen Umrechnungskurs. Ob tatsächlich alle vier Positionen auftreten, hängt von Karte, Bank, Land, Währung und Geldautomat ab.

Mögliche Kosten Typische Ursache Beispiel
Abhebegebühr der eigenen Bank Auslandseinsatz oder Bargeldverfügung 5,00 €
Automatenbetreibergebühr Entgelt des ausländischen Automatenbetreibers 4,00 €
Fremdwährungsentgelt Abhebung außerhalb des Euroraums 1,75 %
Ungünstige Sofortumrechnung DCC beziehungsweise Umrechnung in Euro mehrere Prozent Aufschlag möglich

Die genannten Beträge sind keine festen Marktpreise, sondern Beispiele. Gerade bei Gebühren der eigenen Bank gibt es erhebliche Unterschiede. Einige Karten ermöglichen Auslandsabhebungen ohne eigenes Abhebeentgelt, andere verlangen einen festen Betrag, einen Prozentsatz des Umsatzes oder eine Kombination aus Mindestentgelt und prozentualer Gebühr.

Die eigene Bank kann für die Abhebung Geld verlangen

Ob deine Bank eine Gebühr berechnet, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis des jeweiligen Kontos oder der Karte. Eine typische Regelung kann beispielsweise vorsehen, dass Bargeldverfügungen außerhalb eines bestimmten Automatennetzes oder außerhalb Deutschlands kostenpflichtig sind. Bei Kredit- und Debitkarten unterscheiden sich die Konditionen teilweise selbst innerhalb derselben Bank.

Gerade Formulierungen wie „weltweit kostenlos Bargeld abheben“ sollte man deshalb genau lesen. Häufig bedeutet dies lediglich, dass der Kartenanbieter selbst kein Abhebeentgelt verlangt. Eine zusätzliche Gebühr des ausländischen Automatenbetreibers kann trotzdem anfallen.

Auch eine Mindestabhebesumme kann relevant sein. Wird eine Abhebung beispielsweise erst ab 50 Euro kostenlos angeboten, kann eine kleinere Auszahlung trotz grundsätzlich günstiger Kartenkonditionen kostenpflichtig werden.

Der Geldautomatenbetreiber kann ein zusätzliches Entgelt verlangen

Eine zweite Gebührenquelle ist der Betreiber des Geldautomaten. Dieses sogenannte Betreiberentgelt beziehungsweise ATM-Surcharge wird nicht von deiner deutschen Bank erhoben. Der Betreiber des Automaten verlangt es direkt für die Nutzung seiner Infrastruktur.

Normalerweise wird ein solches Entgelt vor der endgültigen Bestätigung am Bildschirm angezeigt. Dort kann beispielsweise stehen, dass zusätzlich zur Auszahlung ein bestimmter Betrag berechnet wird. Wer die Abhebung an dieser Stelle abbricht und einen anderen Automaten sucht, kann diese Gebühr möglicherweise vermeiden.

Gerade an Flughäfen, Bahnhöfen, touristischen Zentren oder bei unabhängigen Geldautomatenbetreibern können solche Zusatzkosten eine größere Rolle spielen. Ein Automat einer etablierten örtlichen Bank kann deshalb eine bessere erste Wahl sein als ein frei stehender Automat in einer stark touristischen Lage. Eine Garantie für Gebührenfreiheit besteht allerdings auch dort nicht.

Außerhalb des Euroraums kommt die Währungsumrechnung hinzu

Wer beispielsweise in Frankreich, Spanien, Italien oder den Niederlanden Euro abhebt, muss sich nicht mit einer Fremdwährungsumrechnung beschäftigen. Anders sieht es in Ländern mit eigener Währung aus. Dazu gehören innerhalb Europas beispielsweise die Schweiz, Polen, Tschechien, Ungarn oder Großbritannien. Bei Fernreisen betrifft die Währungsumrechnung entsprechend zahlreiche weitere Länder.

Dann wird der Betrag zunächst in der Landeswährung ausgezahlt. Auf deinem Konto muss die Transaktion anschließend in Euro umgerechnet werden. Dabei können sowohl der verwendete Wechselkurs als auch zusätzliche Fremdwährungsgebühren eine Rolle spielen.

Angenommen, du hebst einen Betrag ab, der umgerechnet 200 Euro entspricht. Verlangt dein Kartenanbieter zusätzlich 1,75 Prozent Fremdwährungsentgelt, entstehen allein dadurch 3,50 Euro Kosten. Kommen eine Abhebegebühr von 5 Euro und ein Betreiberentgelt von 4 Euro hinzu, kostet dich die Bargeldversorgung bereits 12,50 Euro zusätzlich.

Bei 200 Euro Auszahlung entspricht das einem Kostenaufschlag von 6,25 Prozent. Bei einer einzigen Abhebung wirkt der Eurobetrag vielleicht noch überschaubar. Wer auf einer zweiwöchigen Reise fünfmal jeweils kleinere Beträge abhebt, kann dadurch jedoch überraschend hohe Nebenkosten produzieren.

Am Geldautomaten besser die Landeswährung wählen

Eine der wichtigsten Regeln beim Geldabheben außerhalb des Euroraums lautet: Wenn der Geldautomat eine Belastung in Euro oder in der örtlichen Landeswährung anbietet, ist die Abrechnung in Landeswährung in vielen Fällen die günstigere Wahl.

Der Hintergrund ist die dynamische Währungsumrechnung, international meist als Dynamic Currency Conversion oder DCC bezeichnet. Der Geldautomat rechnet die Transaktion dabei sofort in Euro um. Auf dem Bildschirm erscheint beispielsweise nicht nur ein Betrag von 5.000 tschechischen Kronen, sondern direkt ein festgelegter Eurobetrag.

Das klingt zunächst angenehm. Du weißt sofort, wie viel Euro dein Konto belastet. Der Komfort hat jedoch einen möglichen Preis: Den Wechselkurs legt bei dieser Variante nicht einfach dein normaler Kartenanbieter fest. Stattdessen erfolgt die Umrechnung zu den Bedingungen des jeweiligen Dienstleisters beziehungsweise Automatenbetreibers.

Ein schlechter Wechselkurs kann teurer sein als eine sichtbare Gebühr

Gerade DCC ist für Reisende tückisch, weil die Mehrkosten nicht immer wie eine klassische Gebühr aussehen. Statt „5 Euro Entgelt“ entsteht der Nachteil möglicherweise durch einen schlechteren Wechselkurs.

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt den Unterschied. Angenommen, eine Bargeldabhebung hat nach einem marktüblichen Umrechnungskurs einen Gegenwert von rund 200 Euro. Würde der angebotene Sofortumrechnungskurs acht Prozent schlechter ausfallen, läge die Belastung rechnerisch etwa 16 Euro höher. Eine vermeintlich praktische Auswahl am Bildschirm hätte damit wesentlich größere Auswirkungen als eine sichtbare Automatengebühr von drei oder vier Euro.

Solche acht Prozent sind lediglich ein Rechenbeispiel und kein allgemeiner DCC-Aufschlag. Die tatsächliche Abweichung hängt vom jeweiligen Angebot ab. Entscheidend ist das Prinzip: Ein schlechter Wechselkurs kann eine Bargeldabhebung erheblich verteuern.

Wird die Abhebung stattdessen in der Landeswährung durchgeführt, übernimmt die weitere Umrechnung grundsätzlich das Kartensystem beziehungsweise der Kartenanbieter nach den für deine Karte geltenden Bedingungen. Ein eventuell vorhandenes Fremdwährungsentgelt deiner Bank kann trotzdem anfallen.

Bargeldabhebung in der Eurozone ist meist übersichtlicher

Innerhalb des Euroraums entfällt zumindest das Problem der Währungsumrechnung. Wer mit einer deutschen Karte beispielsweise in Österreich 200 Euro abhebt, erhält Euro und das Konto wird ebenfalls in Euro belastet. Fremdwährungsentgelte und DCC spielen bei einer normalen Euro-Abhebung deshalb keine Rolle.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jede Bargeldabhebung kostenlos ist. Entscheidend bleiben die Konditionen deiner eigenen Bank sowie mögliche Entgelte des Geldautomatenbetreibers.

Wer häufiger innerhalb Europas reist, sollte deshalb schon bei der Auswahl seines Girokontos oder seiner Reisekarte prüfen, ob Euro-Abhebungen an fremden Automaten kostenfrei möglich sind. Bei regelmäßigen Reisen können sich wenige Euro Gebühren pro Abhebung über das Jahr stärker summieren als viele andere Kontokosten.

Debitkarte, Kreditkarte oder Girocard: Welche Karte eignet sich im Ausland?

Ob eine Karte für Bargeldabhebungen im Ausland geeignet ist, lässt sich nicht allein an der Bezeichnung „Kreditkarte“ oder „Debitkarte“ erkennen. Entscheidend sind die konkreten Vertragsbedingungen.

Eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte kann beispielsweise weltweit sehr gut einsetzbar sein und gleichzeitig günstige Konditionen für Bargeldabhebungen bieten. Eine klassische Kreditkarte kann ebenfalls attraktiv sein. Es gibt aber genauso Karten, bei denen Bargeldverfügungen teuer sind. Manche Anbieter berechnen zusätzlich zum Abhebeentgelt Fremdwährungskosten.

Bei Kreditkarten sollte außerdem geprüft werden, wie Bargeldverfügungen behandelt werden. Je nach Vertrag können Bargeldabhebungen anderen Konditionen unterliegen als normale Kartenzahlungen. Entscheidend ist daher nicht, welche Kartenart vermeintlich „besser“ ist, sondern welche Kosten das konkrete Kartenmodell vorsieht.

Die Girocard kann im Ausland je nach Karte und vorhandener internationaler Zahlungsfunktion ebenfalls nutzbar sein. Vor Reisen sollte man sich jedoch nicht darauf verlassen, dass jeder ausländische Geldautomat die vorhandene Karte akzeptiert. Eine zweite Karte eines anderen Kartensystems erhöht die finanzielle Sicherheit unterwegs erheblich.

Beispiel: Wie teuer können 200 Euro Bargeld im Ausland werden?

Wie stark sich verschiedene Gebühren addieren können, zeigt eine Modellrechnung. Angenommen, du möchtest in einem Land außerhalb des Euroraums einen Betrag abheben, der nach Umrechnung ungefähr 200 Euro entspricht.

Deine Bank verlangt für die Bargeldverfügung 5 Euro. Zusätzlich berechnet sie ein Fremdwährungsentgelt von 1,75 Prozent. Das entspricht bei 200 Euro weiteren 3,50 Euro. Der Geldautomatenbetreiber verlangt außerdem 4 Euro.

Damit entstehen insgesamt 12,50 Euro Nebenkosten. Dein Konto würde unter vereinfachten Annahmen mit rund 212,50 Euro belastet, obwohl du nur Bargeld im Gegenwert von 200 Euro erhalten hast.

Würdest du dieselbe Summe mit einer Karte abheben, bei der weder eine eigene Abhebegebühr noch ein Fremdwährungsentgelt anfällt, könnte nur noch das Betreiberentgelt übrig bleiben. Findest du zusätzlich einen Geldautomaten ohne eigenes Betreiberentgelt, kann die gleiche Abhebung erheblich günstiger ausfallen.

Das Beispiel zeigt, warum sich die Kosten einer Reisekarte nicht nur anhand der Jahresgebühr beurteilen lassen sollten. Wer regelmäßig außerhalb des Euroraums reist und häufig Bargeld benötigt, kann mit günstigen Abhebe- und Fremdwährungskonditionen mehr sparen als mit einer nominell kostenlosen Karte, die bei jeder Bargeldverfügung Zusatzkosten verursacht.

Viele kleine Abhebungen können unnötig teuer werden

Feste Gebühren treffen kleine Bargeldabhebungen besonders stark. Werden beispielsweise bei jeder Auszahlung 5 Euro berechnet, kostet eine Abhebung von 50 Euro bereits zehn Prozent zusätzlich. Bei 250 Euro entsprechen dieselben 5 Euro nur zwei Prozent.

Daraus folgt allerdings nicht, dass Reisende grundsätzlich möglichst große Bargeldbeträge abheben sollten. Auch Sicherheit und Verlustgefahr spielen eine Rolle. Mehrere Hundert Euro Bargeld im Portemonnaie herumzutragen, nur um eine einzelne Automatengebühr zu vermeiden, wäre keine vernünftige Strategie.

Sinnvoller ist ein Mittelweg: nicht jeden kleinen Betrag einzeln abheben, aber auch keine unnötig großen Bargeldreserven mitführen. Wie viel Bargeld angemessen ist, hängt unter anderem davon ab, wie verbreitet Kartenzahlungen am Reiseziel sind und ob kurzfristig weitere Geldautomaten erreichbar sind.

Kartenzahlung kann günstiger sein als Bargeldabhebung

In Ländern mit guter Kartenakzeptanz stellt sich zusätzlich die Frage, ob überhaupt größere Bargeldmengen benötigt werden. Eine Kartenzahlung kann günstiger sein als eine Bargeldabhebung, insbesondere wenn die Karte weder ein Fremdwährungsentgelt noch zusätzliche Transaktionskosten verlangt.

Aber auch am Kassenterminal kann die dynamische Währungsumrechnung auftauchen. Fragt das Terminal beispielsweise bei einem Einkauf in Polen, ob in Euro oder in Zloty abgerechnet werden soll, gilt grundsätzlich dieselbe Überlegung wie beim Geldautomaten: Eine Abrechnung in Landeswährung verhindert, dass der Händler beziehungsweise dessen Zahlungsdienstleister den Euro-Umrechnungskurs festlegt.

Für eine Reise ist deshalb nicht nur eine günstige Bargeldkarte hilfreich. Ideal ist eine Karte, bei der sowohl Kartenzahlungen als auch Bargeldabhebungen im Ausland zu nachvollziehbaren Konditionen möglich sind.

So hältst du die Gebühren beim Geldabheben niedrig

Viele Kosten lassen sich bereits vor der Reise vermeiden. Entscheidend ist, die eigene Karte zu kennen und beim Geldautomaten nicht automatisch jede voreingestellte Option zu bestätigen.

Checkliste: Günstiger Bargeld im Ausland abheben

  1. Preisverzeichnis der eigenen Karte prüfen. Suche gezielt nach Bargeldabhebungen im Ausland, Fremdwährungsentgelt, Mindestgebühren und möglichen Limits.
  2. Eine zweite Karte mitnehmen. Sie dient nicht nur als Kostenalternative, sondern auch als Reserve bei Verlust, Sperrung oder Akzeptanzproblemen.
  3. Bevorzugt Automaten etablierter Banken nutzen. Unabhängige Automaten in touristischen Lagen können häufiger mit zusätzlichen Entgelten oder Umrechnungsangeboten arbeiten.
  4. Betreibergebühr vor der Bestätigung prüfen. Wird ein zusätzliches Entgelt angezeigt, kannst du die Abhebung noch abbrechen und einen anderen Automaten suchen.
  5. Außerhalb des Euroraums Landeswährung wählen. Eine angebotene Sofortumrechnung in Euro sollte nicht allein aus Bequemlichkeit akzeptiert werden.
  6. Kleine Einzelabhebungen vermeiden. Bei festen Gebühren können viele kleine Transaktionen überproportional teuer werden.
  7. Belege und Kartenumsätze kontrollieren. So fallen unerwartete Gebühren, falsche Beträge oder doppelte Belastungen schneller auf.

Diese Vorbereitung dauert nur wenige Minuten, kann bei mehreren Auslandsreisen im Jahr aber spürbare Beträge sparen. Vor allem bei älteren Kontomodellen lohnt sich ein Blick ins Preisverzeichnis, denn günstige Konditionen für normale Kartenzahlungen bedeuten nicht automatisch günstige Bargeldversorgung.

Typische Fehler beim Geldabheben im Ausland

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, eine als „kostenlos“ beworbene Karte müsse jede Auslandsabhebung vollständig gebührenfrei machen. Tatsächlich kann sich die Aussage nur auf das Entgelt des Kartenanbieters beziehen. Verlangt der ausländische Automatenbetreiber einen Zuschlag, kann dieser trotzdem berechnet werden.

Ebenso problematisch ist das automatische Bestätigen der Euro-Umrechnung. Viele Automaten präsentieren die sofortige Umrechnung sehr prominent. Teilweise wird zusätzlich ein garantierter Wechselkurs hervorgehoben. Garantiert bedeutet jedoch lediglich, dass der angezeigte Kurs feststeht – nicht, dass er besonders günstig ist.

Ein weiterer Fehler besteht darin, ausschließlich eine Karte mitzunehmen. Wird sie vom Automaten eingezogen, wegen eines Sicherheitsverdachts gesperrt oder am Reiseziel nicht akzeptiert, kann die Bargeldversorgung schnell schwierig werden. Eine zweite Karte sollte deshalb möglichst getrennt von der ersten aufbewahrt werden.

Auch das Abheben großer Bargeldsummen direkt nach der Ankunft ist nicht immer sinnvoll. Wer noch gar nicht weiß, wie viel Bargeld am Reiseziel tatsächlich benötigt wird, trägt möglicherweise unnötig hohe Beträge mit sich herum und erhöht das Verlustrisiko.

Tageslimits und Kartenlimits können im Ausland zum Problem werden

Nicht jede fehlgeschlagene Bargeldabhebung bedeutet, dass die Karte im Ausland nicht funktioniert. Häufig liegt das Problem an einem Tageslimit, einem Bargeldlimit der Karte oder einem Auszahlungslimit des jeweiligen Geldautomaten.

Ein Beispiel: Deine Bank erlaubt möglicherweise Bargeldabhebungen bis zu 1.000 Euro pro Tag. Der ausländische Automat kann gleichzeitig pro Vorgang nur einen wesentlich kleineren Betrag auszahlen. Wer eine größere Summe benötigt, müsste dann mehrere Abhebungen durchführen. Falls der Automat für jede einzelne Transaktion eine Betreibergebühr verlangt, vervielfachen sich die Kosten.

Vor längeren Reisen lohnt sich deshalb ein Blick auf die Kartenlimits. Einige Banken ermöglichen eine vorübergehende Anpassung über das Onlinebanking oder die Banking-App. Eine unnötig hohe dauerhafte Grenze sollte allerdings aus Sicherheitsgründen vermieden werden.

Was tun, wenn am Automaten eine Gebühr angezeigt wird?

Zeigt der Automat vor der Auszahlung ein zusätzliches Entgelt an, musst du abwägen. Befindet sich in unmittelbarer Nähe ein anderer Geldautomat, kann ein Abbruch sinnvoll sein. Gerade in Städten oder größeren Urlaubsorten lohnt sich häufig der Vergleich.

Anders kann die Situation in einer abgelegenen Region aussehen, in der nur ein einziger funktionierender Geldautomat erreichbar ist. Dann können drei oder fünf Euro Betreiberentgelt akzeptabler sein als eine lange Fahrt zum nächsten Ort. Gebühren sollten deshalb nicht isoliert betrachtet werden. Zeit, Fahrtkosten und die notwendige Bargeldversorgung gehören ebenfalls zur Entscheidung.

Wichtig ist, zwischen einem transparent ausgewiesenen Betreiberentgelt und einer angebotenen Währungsumrechnung zu unterscheiden. Das erste ist eine klar erkennbare Gebühr. Bei der Währungsumrechnung steckt der Preis dagegen im Wechselkurs.

Im Notfall ist Verfügbarkeit wichtiger als die perfekte Gebühr

Nicht jede Auslandsabhebung muss auf den letzten Euro optimiert werden. Wer nachts an einem unbekannten Ort dringend Bargeld für ein Taxi benötigt, sollte nicht mehrere Kilometer nach einem möglicherweise günstigeren Automaten suchen. Finanzielle Optimierung endet dort, wo Sicherheit und praktische Vernunft wichtiger werden.

Deshalb gehört zu einer guten Reisevorbereitung nicht nur die günstigste Karte. Eine kleine Bargeldreserve, zwei voneinander getrennt aufbewahrte Karten und eine Banking-App zur Kontrolle beziehungsweise Sperrung der Karte schaffen mehr Sicherheit.

Bei längeren Reisen kann es außerdem sinnvoll sein, nicht das gesamte Reisebudget über eine einzige Karte laufen zu lassen. Wird diese kompromittiert oder gesperrt, bleibt eine zweite Zahlungsmöglichkeit verfügbar.

Vor der Reise lohnt sich ein kurzer Kartencheck

Wer nur einmal im Jahr innerhalb der Eurozone Urlaub macht und kaum Bargeld benötigt, muss sein gesamtes Girokonto nicht wegen einer möglichen Automatengebühr wechseln. Einige Euro Zusatzkosten können in diesem Fall weniger relevant sein als der Aufwand eines Kontowechsels.

Anders sieht es bei häufigen Auslandsreisen, längeren Aufenthalten oder Reisen in Länder mit anderer Währung aus. Dann können Abhebegebühren und Fremdwährungsentgelte regelmäßig auftreten. Eine zusätzliche Debit- oder Kreditkarte mit günstigen Auslandskonditionen kann sich dadurch schnell rechnen.

Entscheidend ist eine einfache Rechnung: Wie oft hebst du voraussichtlich Bargeld ab, wie hoch sind die Gebühren deiner bisherigen Karte und welche Kosten verursacht eine mögliche Alternative? Erst daraus ergibt sich, ob sich ein Kartenwechsel tatsächlich lohnt.

Fazit: Die teuerste Kostenfalle ist oft nicht die sichtbare Gebühr

Beim Bargeldabheben im Ausland können mehrere Kosten gleichzeitig entstehen. Besonders relevant sind das Abhebeentgelt der eigenen Bank, eine mögliche Automatenbetreibergebühr und außerhalb des Euroraums zusätzliche Fremdwährungskosten. Deshalb kann dieselbe Bargeldsumme je nach Karte und Automat deutlich unterschiedlich teuer sein.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die angebotene Umrechnung in Euro. Wer außerhalb des Euroraums die Wahl zwischen Euro und Landeswährung erhält, fährt mit der Abrechnung in Landeswährung häufig besser, weil dadurch die vom Automaten angebotene Sofortumrechnung vermieden wird. Anschließend gelten die Umrechnungsbedingungen des verwendeten Kartenanbieters.

Für gelegentliche Reisen reicht es meist, die Konditionen der vorhandenen Karte zu kennen und am Automaten aufmerksam zu bleiben. Wer regelmäßig ins Ausland reist, sollte dagegen gezielt darauf achten, dass sowohl Bargeldabhebungen als auch Fremdwährungstransaktionen möglichst günstig sind. Eine zweite Karte bietet zusätzlich Sicherheit, wenn die Hauptkarte nicht funktioniert oder verloren geht.

Häufige Fragen zu Bargeldabhebungen im Ausland

Wer vor einer Reise die wichtigsten Gebührenregeln kennt, kann unangenehme Überraschungen auf dem Kontoauszug weitgehend vermeiden. Die folgenden Fragen treten besonders häufig auf.

Ist Geldabheben im Ausland immer kostenpflichtig?

Nein. Ob Kosten entstehen, hängt von deiner Bank, der verwendeten Karte, dem Geldautomaten und gegebenenfalls der Währung ab. Es gibt Karten ohne eigenes Abhebeentgelt, trotzdem kann ein ausländischer Automatenbetreiber eine zusätzliche Gebühr verlangen.

Welche Gebühren können beim Geldabheben im Ausland entstehen?

Möglich sind ein Abhebeentgelt deiner Bank, eine Gebühr des Geldautomatenbetreibers sowie bei Fremdwährungen ein zusätzliches Fremdwährungsentgelt. Außerdem kann ein ungünstiger Wechselkurs Mehrkosten verursachen, insbesondere bei einer angebotenen Sofortumrechnung in Euro.

Sollte ich am ausländischen Geldautomaten Euro oder Landeswährung wählen?

Außerhalb des Euroraums ist die Abrechnung in Landeswährung häufig die sinnvollere Wahl. Dadurch vermeidest du die direkte Euro-Umrechnung des Automatenbetreibers. Ein Fremdwährungsentgelt deiner eigenen Bank kann trotzdem anfallen.

Was bedeutet DCC am Geldautomaten?

DCC steht für Dynamic Currency Conversion beziehungsweise dynamische Währungsumrechnung. Dabei rechnet der Geldautomat den Betrag sofort in deine Heimatwährung um. Der angebotene Kurs kann ungünstiger sein als die spätere Umrechnung über dein Kartensystem.

Sind Kreditkarten für Auslandsabhebungen günstiger als Debitkarten?

Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind die Konditionen der konkreten Karte. Sowohl Kreditkarten als auch Debitkarten können kostenlose oder kostenpflichtige Bargeldabhebungen ermöglichen und unterschiedliche Fremdwährungsentgelte vorsehen.

Kann ich eine angezeigte Automatengebühr vermeiden?

Wird die Gebühr vor der Auszahlung angezeigt, kannst du die Transaktion normalerweise noch abbrechen und einen anderen Geldautomaten ausprobieren. Ob ein anderer Automat tatsächlich günstiger ist, lässt sich allerdings nicht garantieren.

Ist es besser, einmal viel oder mehrmals wenig Bargeld abzuheben?

Bei festen Gebühren ist eine größere einzelne Abhebung rechnerisch günstiger als viele kleine. Gleichzeitig erhöht viel Bargeld das Verlust- und Diebstahlrisiko. Sinnvoll ist deshalb ein Betrag, der die voraussichtlichen Ausgaben für einige Zeit abdeckt, ohne unnötig große Bargeldreserven mitzuführen.

Brauche ich im Ausland eine zweite Karte?

Sie ist nicht zwingend erforderlich, aber sehr sinnvoll. Wird die Hauptkarte gesperrt, verloren, vom Automaten eingezogen oder nicht akzeptiert, bleibt eine zweite Karte als Zahlungsmöglichkeit verfügbar. Idealerweise werden beide Karten getrennt voneinander aufbewahrt.

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Andreas Langer
Andreas Langerhttps://www.nurgeld.de
Andreas Langer ist Gründer und verantwortlicher Redakteur von NurGeld.de. Er beschäftigt sich mit Finanzthemen rund um Sparen, Geldanlage, Banken, Kredite und den finanziellen Alltag. Sein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich, sachlich und praxisnah aufzubereiten.

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