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Ein Kontowechsel lohnt sich, wenn ein anderes Girokonto bei vergleichbaren Leistungen dauerhaft günstiger ist oder besseren Service bietet. Entscheidend sind die jährlichen Gesamtkosten, die benötigten Funktionen und mögliche Wechselkosten. Auch bei Gebührenerhöhungen oder häufigen Problemen mit der bisherigen Bank ist ein Vergleich sinnvoll.

Ein Kontowechsel lohnt sich, wenn ein anderes Girokonto bei vergleichbaren oder besseren Leistungen dauerhaft günstiger ist oder die bisherige Bank wichtige Anforderungen nicht mehr erfüllt. Schon wenige Euro Unterschied bei den monatlichen Gebühren können über mehrere Jahre eine spürbare Ersparnis ergeben. Auch unzuverlässiger Service, teure Bargeldabhebungen, hohe Dispozinsen oder fehlende Funktionen können gute Gründe für einen Wechsel sein. Entscheidend ist nicht allein der Kontopreis, sondern ob das neue Girokonto insgesamt besser zu den eigenen Zahlungsgewohnheiten passt.

Wann ist ein Kontowechsel finanziell sinnvoll?

Ein besonders naheliegender Grund für einen Bankwechsel sind zu hohe Kontogebühren. Wer regelmäßig für die Kontoführung, eine Girocard, Überweisungen oder Bargeldabhebungen bezahlt, sollte prüfen, ob andere Banken vergleichbare Leistungen günstiger anbieten.

Dabei kommt es auf die gesamten jährlichen Kosten an. Ein Girokonto mit niedriger Grundgebühr kann durch zusätzliche Entgelte teurer werden als ein Konto mit einer etwas höheren Monatspauschale. Beispielsweise können Gebühren für Bargeldabhebungen, beleghafte Überweisungen oder eine zusätzlich benötigte Karte die vermeintliche Ersparnis wieder aufzehren.

Eine hilfreiche Grundlage für den Vergleich ist die jährliche Entgeltaufstellung der bisherigen Bank. Sie zeigt, welche Kosten für das Konto und die genutzten Dienstleistungen tatsächlich angefallen sind. Mit diesen Angaben lässt sich deutlich zuverlässiger vergleichen als allein anhand der beworbenen monatlichen Kontoführungsgebühr.

Besonders interessant wird ein Wechsel, wenn die bisherige Bank ihre Gebühren erhöht oder bisher kostenlose Leistungen künftig kostenpflichtig anbietet. Vor einer vollständigen Kontoverlagerung kann es sich allerdings lohnen, nach einem günstigeren Kontomodell bei derselben Bank zu fragen. Manchmal lassen sich die Kosten dadurch senken, ohne dass eine neue Bankverbindung notwendig wird.

Wie viel Geld kann ein Kontowechsel tatsächlich sparen?

Wie groß die Ersparnis ausfällt, hängt von der bisherigen Gebührenstruktur und den Konditionen des neuen Kontos ab. Auch vermeintlich kleine Preisunterschiede summieren sich über die Jahre.

Ein Beispiel verdeutlicht das: Ein Kunde bezahlt für sein bisheriges Girokonto monatlich 9,90 Euro. Eine andere Bank bietet ihm ein Konto für 3,90 Euro im Monat an. Beide Konten erfüllen seine Anforderungen und verursachen bei seiner üblichen Nutzung keine weiteren Gebühren.

Die Rechnung sieht folgendermaßen aus:

  • Bisheriges Girokonto: 118,80 Euro pro Jahr
  • Neues Girokonto: 46,80 Euro pro Jahr
  • Jährliche Ersparnis: 72 Euro
  • Ersparnis nach drei Jahren: 216 Euro

Das Beispiel setzt voraus, dass die Konditionen unverändert bleiben und durch den Wechsel keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Ob 72 Euro jährlich den organisatorischen Aufwand rechtfertigen, muss jeder Kontoinhaber anhand seiner Situation entscheiden. Wer zusätzlich von besseren Leistungen profitiert, kann aus dem Wechsel einen größeren Nutzen ziehen.

Bei kostenlosen Girokonten ist allerdings Vorsicht geboten. Manche Banken knüpfen die Gebührenfreiheit an Bedingungen wie einen monatlichen Mindestgeldeingang. Wird dieser nicht erreicht, können Gebühren anfallen. Deshalb sollte vor dem Wechsel geprüft werden, ob die Voraussetzungen dauerhaft erfüllt werden können.

Welche Gründe sprechen neben den Kontogebühren für einen Wechsel?

Nicht jeder Kontowechsel muss unmittelbar Geld sparen. Auch die Qualität der Bankdienstleistungen kann ausschlaggebend sein.

Wer häufig Bargeld benötigt, ist beispielsweise auf geeignete Geldautomaten und möglichst niedrige Abhebegebühren angewiesen. Eine günstige Direktbank ohne passende Möglichkeiten zur Bargeldversorgung kann im Alltag unpraktischer sein als ein etwas teureres Konto mit gut erreichbaren Automaten.

Andere Kunden legen großen Wert auf eine zuverlässige Banking-App, verständliche Kontoübersichten, Echtzeitüberweisungen oder die Unterstützung bestimmter mobiler Bezahlverfahren. Auch der Zugang zu einer Filiale kann wichtig sein, etwa wenn regelmäßig Bargeld eingezahlt werden muss oder persönliche Beratung gewünscht wird.

Ein Wechsel kann außerdem sinnvoll sein, wenn die bisherige Bank wiederholt Probleme verursacht, wichtige Anliegen nur schleppend bearbeitet oder nicht die gewünschten Kontofunktionen anbietet.

Wer sein Girokonto regelmäßig überzieht, sollte zusätzlich die Dispozinsen vergleichen. Ein niedrigerer Zinssatz kann die Finanzierungskosten reduzieren. Allerdings wird ein bestehender Dispokredit nicht automatisch auf das neue Konto übertragen. Die neue Bank entscheidet eigenständig, ob und in welcher Höhe sie einen solchen Kreditrahmen einräumt.

Wann lohnt sich ein Kontowechsel eher nicht?

Ein Wechsel ist nicht automatisch vorteilhaft, nur weil eine andere Bank mit kostenloser Kontoführung oder einer attraktiven Neukundenprämie wirbt.

Wenn das bisherige Girokonto bereits günstig ist, zuverlässig funktioniert und sämtliche benötigten Leistungen bietet, kann der Nutzen eines Wechsels gering ausfallen. Das gilt besonders dann, wenn das neue Konto nur vorübergehend günstiger ist oder die Gebührenfreiheit an Voraussetzungen gebunden ist, die sich möglicherweise nicht dauerhaft erfüllen lassen.

Auch ein einmaliger Wechselbonus sollte nicht den Ausschlag geben. Entscheidend sind die langfristigen Konditionen. Ein Konto, das im ersten Jahr durch eine Prämie attraktiv erscheint, kann anschließend höhere laufende Kosten verursachen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen bestehende Verbindungen zwischen dem Girokonto und anderen Bankprodukten. Bei bestimmten Baufinanzierungen, Kreditverträgen oder Kontopaketen können Konditionen an zusätzliche Voraussetzungen geknüpft sein. Vor einem Wechsel sollte deshalb geprüft werden, ob dadurch vertragliche Vorteile verloren gehen oder andere Verpflichtungen betroffen sind.

Wer sein Konto nur selten nutzt, sollte ebenfalls nachrechnen. Der Wechsel zu einer anderen Bank kann unnötig sein, wenn bereits ein günstigerer Tarif beim bisherigen Institut verfügbar ist.

Ist ein Kontowechsel mit viel Aufwand verbunden?

Ein Girokonto zu wechseln ist heute deutlich einfacher als früher. Bei einem Wechsel zwischen Banken in Deutschland besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Anspruch auf Kontenwechselhilfe. Die beteiligten Banken müssen auf Wunsch bei der Umstellung des Zahlungsverkehrs zusammenarbeiten.

Die neue Bank kann beispielsweise Informationen über bestehende Daueraufträge, regelmäßige Zahlungseingänge und Lastschriften bei der bisherigen Bank anfordern. Auf Grundlage einer entsprechenden Ermächtigung können unter anderem Daueraufträge eingerichtet und Zahlungspartner über die neue Kontoverbindung informiert werden.

Diese Unterstützung bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Zahlungsverbindungen garantiert und vollständig automatisch umgestellt werden. Besonders bei seltenen Abbuchungen, hinterlegten Kartendaten oder bestimmten Online-Diensten können zusätzliche Schritte notwendig sein.

Auch die gesetzliche Wechselhilfe ist nicht zwangsläufig vollständig kostenlos. Entgelte sind nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen zulässig und müssen insbesondere vorher vereinbart worden sein. Bestimmte Leistungen, darunter die Bereitstellung vorgeschriebener Kontoinformationen und die Schließung des alten Kontos, sind kostenfrei.

Wer den Wechsel selbst organisiert, sollte sämtliche regelmäßigen Zahlungen durchgehen und die neue Bankverbindung rechtzeitig hinterlegen. Dazu gehören beispielsweise Arbeitgeber, Vermieter, Energieversorger, Versicherungen und andere Vertragspartner.

Der Aufwand hängt vor allem davon ab, wie viele Zahlungsbeziehungen über das bisherige Konto laufen. Bei wenigen regelmäßigen Buchungen ist die Umstellung meist überschaubar. Ein stark genutztes Hauptkonto erfordert dagegen eine sorgfältigere Vorbereitung.

Welche Risiken sollte man beim Kontowechsel beachten?

Das größte praktische Risiko besteht darin, dass Zahlungen während der Umstellung übersehen werden. Eine nicht ausgeführte Lastschrift kann beispielsweise zu einer offenen Rechnung, einer Zahlungserinnerung oder weiteren Kosten führen.

Deshalb sollte das neue Girokonto zunächst vollständig eingerichtet und funktionsfähig sein. Erst danach sollten Gehaltseingänge, Daueraufträge und Lastschriften schrittweise umgestellt werden.

Es ist häufig sinnvoll, das bisherige Konto noch etwa zwei bis drei Monate parallel weiterzuführen. So können verspätete Abbuchungen erkannt werden. Gleichzeitig sollte ausreichend Guthaben auf beiden Konten vorhanden sein, damit laufende Zahlungsverpflichtungen erfüllt werden können.

Zu beachten sind außerdem Zahlungen, die nur einmal jährlich anfallen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Versicherungsbeiträge, Mitgliedschaften oder Abonnements. Diese lassen sich anhand der Kontoauszüge der vergangenen zwölf Monate identifizieren.

Die alte IBAN bleibt bei einem regulären Wechsel zu einer anderen Bank nicht erhalten. Deshalb müssen auch Bankverbindungen angepasst werden, die dauerhaft bei Unternehmen oder Behörden gespeichert sind.

Besteht auf dem alten Girokonto ein negativer Saldo, muss außerdem geklärt werden, wie dieser vor der Kontoschließung ausgeglichen wird. Ein Dispokredit wandert nicht automatisch mit.

Bei einem Pfändungsschutzkonto gelten zusätzliche Besonderheiten. Hier sollten Betroffene vor einem Wechsel insbesondere sicherstellen, dass der Pfändungsschutz auf dem neuen Konto rechtzeitig eingerichtet wird und der Übergang keine Versorgungslücke verursacht.

Das bisherige Konto sollte erst geschlossen werden, wenn alle wichtigen Zahlungen erfolgreich umgestellt wurden. Vor der Kündigung empfiehlt es sich außerdem, benötigte Kontoauszüge und andere Bankunterlagen zu sichern, da der Zugriff auf das bisherige Onlinebanking anschließend entfallen kann.

Wie findet man heraus, ob sich ein Wechsel persönlich lohnt?

Die Entscheidung lässt sich auf eine überschaubare Gegenüberstellung reduzieren: Was kostet das bisherige Konto tatsächlich, welche Leistungen werden genutzt und was würde ein vergleichbares neues Konto unter denselben Nutzungsbedingungen kosten?

Ein aussagekräftiger Vergleich sollte nicht nur die monatliche Grundgebühr berücksichtigen. Wichtig sind auch Kartenkosten, Bargeldversorgung, mögliche Gebühren für Überweisungen, Bedingungen für eine kostenlose Kontoführung und gegebenenfalls die Dispozinsen.

Anschließend lässt sich die jährliche Ersparnis berechnen. Von diesem Betrag sollten mögliche zusätzliche Kosten des neuen Kontos und gegebenenfalls einmalige Wechselkosten abgezogen werden.

Neben dem Preis zählt die Alltagstauglichkeit. Ein günstigeres Konto ist wenig hilfreich, wenn sich wichtige Bankgeschäfte anschließend nur noch umständlich erledigen lassen.

Wer zwischen zwei geeigneten Angeboten schwankt, sollte deshalb nicht ausschließlich den niedrigsten Preis betrachten. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Kosten, Leistungen, Zuverlässigkeit und persönlichen Anforderungen.

Fazit: Wann ist ein Kontowechsel die richtige Entscheidung?

Ein Kontowechsel lohnt sich vor allem dann, wenn sich dadurch dauerhaft Kosten reduzieren lassen, ohne bei wichtigen Bankleistungen Abstriche machen zu müssen. Auch bessere digitale Funktionen, günstigere Bargeldversorgung oder ein zuverlässigerer Service können einen Wechsel rechtfertigen.

Die entscheidende Grundlage ist ein Vergleich der tatsächlichen jährlichen Gesamtkosten und der persönlich benötigten Leistungen. Neukundenprämien oder kostenlose Kontomodelle sind nur dann überzeugend, wenn auch die langfristigen Konditionen passen.

Wer bei seiner bisherigen Bank zufrieden ist, sollte zunächst prüfen, ob ein günstigeres Kontomodell verfügbar ist. Fällt die Entscheidung auf ein anderes Institut, empfiehlt sich eine sorgfältige Umstellung mit vorübergehender paralleler Kontoführung. So lässt sich die mögliche Ersparnis nutzen, ohne unnötige Probleme im laufenden Zahlungsverkehr zu riskieren.

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