Ein Girokonto kostet je nach Bank zwischen 0 Euro und mehr als 10 Euro monatlich. Günstige kostenpflichtige Konten gibt es häufig für etwa 5 Euro im Monat. Zusätzlich können Gebühren für Bankkarten, Überweisungen und Bargeldabhebungen entstehen. Entscheidend sind die gesamten Jahreskosten.
Ein Girokonto kostet in Deutschland je nach Bank und Kontomodell zwischen 0 Euro und mehr als 10 Euro im Monat. Bei günstigen kostenpflichtigen Konten liegt die Grundgebühr häufig bei etwa 5 Euro monatlich. Es gibt aber auch Girokonten ohne Kontoführungsgebühr, teilweise nur bei regelmäßigem Geldeingang. Entscheidend ist nicht allein der monatliche Grundpreis: Kosten für Bankkarten, Überweisungen und Bargeldabhebungen können den tatsächlichen Jahrespreis deutlich erhöhen.
Wie hoch sind die üblichen Kontoführungsgebühren?
Die monatliche Kontoführungsgebühr ist der Betrag, den eine Bank für die Bereitstellung und Führung eines Girokontos verlangt. Wie hoch sie ausfällt, hängt unter anderem vom Anbieter, dem gewählten Kontomodell und den enthaltenen Leistungen ab.
Zur Orientierung lassen sich verschiedene Preisbereiche unterscheiden:
- 0 Euro monatlich: Kostenlose Girokonten, teilweise mit Bedingungen wie einem regelmäßigen Mindestgeldeingang.
- Bis etwa 5 Euro monatlich: Günstige Kontomodelle, häufig mit Schwerpunkt auf Onlinebanking.
- Etwa 5 bis 10 Euro monatlich: Kostenpflichtige Konten, bei denen je nach Anbieter zusätzliche Leistungen enthalten sein können.
- Mehr als 10 Euro monatlich: Teurere Kontomodelle, beispielsweise mit erweitertem Filialservice oder zusätzlichen Leistungen.
Diese Bereiche dienen lediglich der Orientierung. Sie sind keine statistische Verteilung aller Girokonten. Einzelne Angebote können deutlich teurer sein, und selbst innerhalb derselben Bank unterscheiden sich die Preise häufig erheblich.
Wer monatlich 5 Euro Kontoführungsgebühren bezahlt, gibt dafür bereits 60 Euro im Jahr aus. Bei 10 Euro monatlich sind es 120 Euro. Über mehrere Jahre entsteht dadurch eine beachtliche Summe, obwohl die monatliche Belastung zunächst überschaubar erscheint.
Eine höhere Grundgebühr bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das Konto insgesamt teurer ist. Ein Kontomodell mit einem höheren Pauschalpreis kann günstiger ausfallen als ein vermeintliches Billigkonto, bei dem zahlreiche einzelne Buchungen zusätzlich berechnet werden.
Welche zusätzlichen Kosten können bei einem Girokonto entstehen?
Neben der Kontoführungsgebühr können Banken weitere Entgelte verlangen. Deshalb reicht es nicht aus, ausschließlich den monatlichen Grundpreis zu vergleichen.
Besonders wichtig sind die Kosten für die Bankkarten. Während eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte bei manchen Girokonten kostenlos enthalten ist, verlangen andere Anbieter eine jährliche Gebühr. Auch die klassische Girocard ist nicht bei jedem Konto kostenlos. Eine echte Kreditkarte kann ebenfalls zusätzliche Kosten verursachen.
Weitere Gebühren können entstehen, wenn Bargeld an fremden Geldautomaten abgehoben oder auf das Konto eingezahlt wird. Besonders bei Bargeldeinzahlungen unterscheiden sich Direktbanken und Filialbanken erheblich hinsichtlich der verfügbaren Möglichkeiten und Preise.
Auch Überweisungen sind nicht grundsätzlich kostenlos. Während elektronische Überweisungen bei vielen Kontomodellen ohne zusätzliches Entgelt möglich sind, können für Überweisungen auf Papier, bestimmte Buchungsvorgänge oder zusätzliche Serviceleistungen Gebühren anfallen.
Wer sein Girokonto im Ausland nutzt, sollte außerdem auf Fremdwährungsentgelte und mögliche Gebühren für Bargeldabhebungen achten. Bei Geldautomaten können zusätzlich Entgelte des Automatenbetreibers entstehen.
Ein weiterer Kostenfaktor sind die Dispozinsen. Sie fallen an, wenn ein eingeräumter Dispokredit tatsächlich genutzt wird. Für Menschen, die ihr Konto regelmäßig überziehen, können die Zinskosten deutlich stärker ins Gewicht fallen als die eigentliche Kontoführungsgebühr.
Die vollständigen Kosten stehen in den Entgeltinformationen und im Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen Bank.
Ist ein kostenloses Girokonto wirklich kostenlos?
Ein kostenloses Girokonto kann tatsächlich ohne laufende Kontoführungsgebühr angeboten werden. Allerdings bedeutet die Bezeichnung nicht zwangsläufig, dass sämtliche Leistungen kostenlos sind.
Einige Banken verlangen beispielsweise einen regelmäßigen monatlichen Geldeingang. Wird die festgelegte Grenze unterschritten, fällt eine Kontoführungsgebühr an. Das kann insbesondere bei einem Zweitkonto problematisch werden, auf dem nicht regelmäßig ausreichend Geld eingeht.
Wichtig ist auch, welche Art von Geldeingang die Bank voraussetzt. Bei manchen Angeboten genügt eine gewöhnliche Überweisung von einem anderen Konto. Andere Banken verlangen ausdrücklich einen Gehalts- oder vergleichbaren Zahlungseingang. Die jeweiligen Bedingungen müssen deshalb genau geprüft werden.
Darüber hinaus kann ein kostenloses Girokonto kostenpflichtige Zusatzleistungen enthalten. Wer eine Girocard benötigt, regelmäßig Bargeld einzahlt oder bestimmte Serviceleistungen nutzt, sollte diese Ausgaben berücksichtigen.
Ein Girokonto ohne Grundgebühr ist daher nicht automatisch das günstigste Konto für jeden Nutzungsbedarf.
Was kostet ein Girokonto tatsächlich im Jahr?
Ein realistischer Kostenvergleich berücksichtigt sämtliche regelmäßig anfallenden Entgelte. Die monatliche Kontoführungsgebühr bildet dabei nur den Ausgangspunkt.
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt den Unterschied zwischen Grundpreis und tatsächlichen Kosten.
Eine Person nutzt ein Girokonto mit einer monatlichen Kontoführungsgebühr von 5,90 Euro. Zusätzlich kostet die Girocard 12 Euro im Jahr. Für vier kostenpflichtige Bargeldabhebungen werden jeweils 4,95 Euro berechnet.
Die Rechnung sieht folgendermaßen aus:
| Kostenposition | Jahresbetrag |
|---|---|
| Kontoführung: 12 × 5,90 € | 70,80 € |
| Girocard | 12,00 € |
| Bargeldabhebungen: 4 × 4,95 € | 19,80 € |
| Gesamtkosten pro Jahr | 102,60 € |
Obwohl das Konto mit einer Grundgebühr von 5,90 Euro monatlich zunächst relativ günstig erscheint, kostet es in diesem Beispiel insgesamt 102,60 Euro im Jahr.
Ein anderes Kontomodell mit einer höheren monatlichen Grundgebühr könnte bei gleicher Nutzung günstiger sein, wenn die benötigte Bankkarte und Bargeldabhebungen bereits im Preis enthalten sind.
Umgekehrt kann ein kostenloses Girokonto besonders günstig ausfallen, wenn sämtliche tatsächlich benötigten Leistungen ebenfalls kostenfrei angeboten werden.
Die Beispielbeträge sind frei gewählte Rechenannahmen und stellen kein konkretes Bankangebot dar.
Warum unterscheiden sich die Preise zwischen Direktbanken und Filialbanken?
Direktbanken konzentrieren sich überwiegend auf digitale Bankdienstleistungen. Sie betreiben normalerweise kein flächendeckendes eigenes Filialnetz mit persönlichem Schalterservice. Dadurch können sie Kontomodelle mit niedrigen oder vollständig entfallenden Grundgebühren anbieten.
Filialbanken und Sparkassen ermöglichen dagegen häufig persönliche Beratung und bestimmte Bankgeschäfte vor Ort. Dieser Service kann sich in höheren Kontoführungsgebühren oder zusätzlichen Entgelten widerspiegeln.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Direktbank günstiger ist als jede Filialbank. Regionale Institute bieten teilweise preiswerte Onlinekonten an. Gleichzeitig können auch bei Direktbanken zusätzliche Gebühren entstehen, beispielsweise für Bargeldeinzahlungen oder bestimmte Bankkarten.
Entscheidend ist deshalb, welche Leistungen tatsächlich benötigt werden. Wer sämtliche Bankgeschäfte digital erledigt und selten Bargeld einzahlt, benötigt möglicherweise keinen umfangreichen Filialservice.
Für Menschen, die regelmäßig Bargeld einzahlen, persönliche Unterstützung wünschen oder Bankgeschäfte am Schalter erledigen möchten, kann ein kostenpflichtiges Filialkonto dagegen einen konkreten Mehrwert bieten.
Wann ist ein Girokonto zu teuer?
Ein fester Betrag, ab dem jedes Girokonto als zu teuer gilt, lässt sich nicht seriös bestimmen. Entscheidend sind der gesamte Jahrespreis und die dafür erhaltenen Leistungen.
Wer beispielsweise 120 Euro im Jahr für ein Konto bezahlt, ausschließlich Onlinebanking nutzt und zusätzlich für Karten oder Bargeldabhebungen zahlen muss, sollte prüfen, ob ein günstigeres Kontomodell den gleichen Bedarf abdecken kann.
Anders kann die Situation aussehen, wenn für diesen Betrag sämtliche benötigten Buchungen, eine Girocard und ein regelmäßig genutzter Filialservice enthalten sind.
Besonders kritisch sind Kontomodelle, bei denen eine niedrige Grundgebühr mit zahlreichen Einzelentgelten kombiniert wird. Schon wenige kostenpflichtige Buchungen im Monat können dazu führen, dass der zunächst günstige Tarif am Jahresende überraschend teuer ausfällt.
Auch langjährige Bankkunden sollten ihre Gebühren gelegentlich überprüfen. Bestehende Kontomodelle sind nicht zwangsläufig günstiger als neu angebotene Tarife. Manchmal bietet sogar die eigene Bank ein preiswerteres Modell an, ohne dass ein vollständiger Bankwechsel notwendig wird.
Gibt es besondere Konditionen für junge Menschen und bestimmte Kundengruppen?
Viele Banken bieten spezielle Girokonten für Kinder, Jugendliche, Auszubildende, Studierende oder junge Erwachsene an. Bei diesen Modellen entfällt die monatliche Kontoführungsgebühr häufig ganz oder teilweise.
Die Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch. Manche Banken knüpfen die Vergünstigung ausschließlich an das Alter. Andere verlangen zusätzlich einen Ausbildungs- oder Studierendenstatus.
Wichtig ist vor allem, was nach dem Ende der Vergünstigung passiert. Ein bislang kostenloses Jugend- oder Studentenkonto kann später automatisch in ein kostenpflichtiges Kontomodell übergehen. Deshalb lohnt es sich, die Bedingungen und mögliche Folgekosten frühzeitig zu prüfen.
Auch für Gemeinschaftskonten, Zweitkonten und Basiskonten können gesonderte Preise gelten. Insbesondere beim Basiskonto sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass es kostenlos ist. Dafür können ebenfalls Kontoführungsgebühren verlangt werden.
Wie findet man heraus, was das eigene Girokonto kostet?
Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die Kontoauszüge und die aktuellen Entgeltinformationen der Bank zu überprüfen.
Die monatliche Kontoführungsgebühr wird häufig direkt vom Girokonto abgebucht. Kartengebühren können dagegen jährlich belastet werden. Andere Entgelte erscheinen möglicherweise einzeln nach einer bestimmten Transaktion.
Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten sämtliche Kontokosten eines vollständigen Jahres zusammengerechnet werden. Anschließend lässt sich prüfen, welche Gebühren regelmäßig anfallen und welche durch eine andere Nutzung vermieden werden könnten.
Wer sein Girokonto vergleichen möchte, sollte dabei immer den gleichen Leistungsumfang zugrunde legen. Ein kostenloses Onlinekonto ohne Girocard ist beispielsweise nicht unmittelbar mit einem Filialkonto einschließlich Girocard und Schalterservice vergleichbar.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, wie hoch die monatliche Grundgebühr ausfällt, sondern was das Girokonto bei der persönlichen Nutzung insgesamt kostet.
Fazit: Wie viel sollte ein Girokonto kosten?
Ein Girokonto muss nicht teuer sein. Kostenlose Angebote sind weiterhin erhältlich, häufig allerdings mit bestimmten Voraussetzungen. Wer ein kostenpflichtiges Konto nutzt, findet bereits Modelle mit einer monatlichen Grundgebühr von etwa 5 Euro. Andere Angebote kosten 10 Euro oder mehr.
Ob sich diese Gebühren lohnen, hängt vor allem von den enthaltenen Leistungen ab. Entscheidend ist der tatsächliche Jahrespreis einschließlich Bankkarten, Buchungen und möglicher Bargeldgebühren.
Für Menschen, die überwiegend Onlinebanking nutzen, kann ein kostenloses oder günstiges Konto vollkommen ausreichen. Wer regelmäßig Filialleistungen benötigt, kann dagegen von einem umfangreicheren Kontomodell profitieren.
Ein Vergleich der gesamten Jahreskosten zeigt am zuverlässigsten, ob die Gebühren des eigenen Girokontos angemessen sind oder unnötige Ausgaben entstehen.