Ein Kontowechsel dauert mit der gesetzlichen Kontenwechselhilfe bei bereits eröffnetem Girokonto normalerweise etwa ein bis zwei Wochen. Die Banken haben für ihre Bearbeitungsschritte insgesamt bis zu zwölf Geschäftstage Zeit. Für einen sicheren Wechsel sollten beide Konten noch etwa zwei bis drei Monate parallel bestehen bleiben.
Ein Kontowechsel dauert in Deutschland in der Regel etwa ein bis zwei Wochen, wenn das neue Girokonto bereits eröffnet ist und die Banken die gesetzliche Kontenwechselhilfe nutzen. Für die vollständige Umstellung aller Zahlungen sollten Sie jedoch mehr Zeit einplanen. Bis Gehalt, Miete, Versicherungen und andere regelmäßige Buchungen zuverlässig über das neue Konto laufen, können mehrere Wochen vergehen. Am sichersten ist es deshalb, das alte und das neue Girokonto noch etwa zwei bis drei Monate parallel zu führen.
Wie lange dauert ein Kontowechsel mit Kontowechselservice?
Wer sein Girokonto zu einer anderen Bank verlegt, kann die gesetzliche Kontenwechselhilfe in Anspruch nehmen. Beide Banken müssen dabei zusammenarbeiten und bestimmte Fristen einhalten. Grundlage ist das Zahlungskontengesetz.
Die gesetzlich vorgesehenen Bearbeitungsschritte umfassen insgesamt bis zu zwölf Geschäftstage. Diese Frist ergibt sich aus drei aufeinanderfolgenden Schritten:
- Innerhalb von zwei Geschäftstagen: Die neue Bank fordert nach Erhalt Ihrer Ermächtigung die erforderlichen Informationen bei der bisherigen Bank an.
- Innerhalb von fünf Geschäftstagen: Die alte Bank übermittelt die verfügbaren Informationen über Daueraufträge, Lastschriften und Zahlungseingänge.
- Innerhalb weiterer fünf Geschäftstage: Die neue Bank richtet die gewünschten Daueraufträge ein, trifft die notwendigen Vorkehrungen für Lastschriften und informiert die vorgesehenen Zahlungspartner.
Die Fristen beziehen sich auf Geschäftstage. Wochenenden und Feiertage können die tatsächliche Dauer verlängern.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen der Bearbeitungszeit der Banken und dem vollständig abgeschlossenen Kontowechsel. Die zwölf Geschäftstage sind keine Garantie dafür, dass bereits sämtliche Unternehmen und Zahlungspartner ihre eigenen Systeme aktualisiert haben.
Außerdem ist die Eröffnung des neuen Girokontos in dieser Zeitspanne nicht enthalten. Sie sollte bereits abgeschlossen sein, bevor Sie den Wechselservice beauftragen.
Wie schnell ist das neue Girokonto einsatzbereit?
Ein neu eröffnetes Girokonto kann häufig schon nach erfolgreicher Identitätsprüfung und Freischaltung genutzt werden. Die konkrete Dauer hängt von der Bank und dem gewählten Eröffnungsverfahren ab.
Bei einer digitalen Kontoeröffnung erhalten Kunden ihre neue IBAN teilweise unmittelbar nach der Freischaltung. Bei anderen Instituten sind zusätzliche Prüfungen oder Unterlagen erforderlich.
Auch die Bereitstellung der Bankkarte kann länger dauern als die eigentliche Kontoeröffnung. Eine bereits verfügbare IBAN bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sämtliche Kontofunktionen einschließlich Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen sofort nutzbar sind.
Sobald das Konto freigeschaltet ist, können Sie grundsätzlich Geld darauf überweisen und die neue Bankverbindung an wichtige Zahlungspartner weitergeben. Voraussetzung ist, dass die betreffenden Funktionen bereits zur Verfügung stehen.
Für einen möglichst reibungslosen Wechsel sollten Sie zunächst überprüfen, ob Sie sich im Onlinebanking anmelden, Überweisungen durchführen und auf das neue Konto zugreifen können.
Erst danach sollte die eigentliche Umstellung des laufenden Zahlungsverkehrs beginnen.
Warum kann ein Kontowechsel mehrere Wochen dauern?
Die größte zeitliche Unsicherheit entsteht häufig nicht bei den beteiligten Banken, sondern bei den Unternehmen und Einrichtungen, die regelmäßig Geld auf Ihr Konto überweisen oder davon abbuchen.
Dazu gehören beispielsweise Arbeitgeber, Vermieter, Energieversorger, Versicherungen und Mobilfunkanbieter.
Zwar kann die neue Bank diese Zahlungspartner im Rahmen der gesetzlichen Kontenwechselhilfe über Ihre neue Bankverbindung informieren. Wie schnell die Empfänger die Änderung anschließend in ihren eigenen Systemen übernehmen, lässt sich allerdings nicht einheitlich bestimmen.
Ein Arbeitgeber könnte die Gehaltsabrechnung für den laufenden Monat beispielsweise bereits abgeschlossen haben. Die neue Bankverbindung wird dann möglicherweise erst bei der nächsten Abrechnung berücksichtigt.
Ähnliche Verzögerungen sind bei Versicherungen oder Versorgungsverträgen möglich, wenn eine Änderung erst nach einem internen Abrechnungslauf verarbeitet wird.
Entscheidend ist deshalb nicht allein, wann die neue Bank den Wechsel bearbeitet hat. Maßgeblich ist auch, wann alle wichtigen Zahlungen tatsächlich über das neue Konto laufen.
Zusätzliche Zeit kann erforderlich sein, wenn Informationen fehlen, Zahlungspartner nicht eindeutig zugeordnet werden können oder Sie bestimmte Kontoverbindungen selbst aktualisieren müssen.
Muss man trotz Kontowechselservice noch selbst etwas erledigen?
Ein Kontowechselservice übernimmt einen großen Teil der organisatorischen Arbeit. Er ist jedoch keine Garantie dafür, dass wirklich jede gespeicherte Bankverbindung automatisch geändert wird.
Die gesetzliche Kontenwechselhilfe erfasst unter anderem verfügbare Informationen zu Zahlungseingängen und Lastschriften aus den vergangenen 13 Monaten. Selten genutzte Kontoverbindungen können deshalb unentdeckt bleiben.
Denken Sie beispielsweise an eine Versicherung mit jährlicher Beitragszahlung, eine Mitgliedschaft oder einen Anbieter, bei dem Ihre bisherige IBAN zwar gespeichert ist, im betrachteten Zeitraum aber keine Zahlung stattgefunden hat.
Auch bei Zahlungsdiensten wie PayPal, Online-Shops und anderen Kundenkonten sollten Sie kontrollieren, ob dort noch das alte Girokonto hinterlegt ist.
Kreditraten verdienen besondere Aufmerksamkeit. Prüfen Sie bei bestehenden Darlehen, ob die Bankverbindung für die monatlichen Raten geändert werden muss und ob mit dem alten Girokonto vereinbarte Kredit- oder Dispositionsbedingungen betroffen sind.
Je mehr regelmäßige und unregelmäßige Zahlungsbeziehungen bestehen, desto größer ist der mögliche Nachbearbeitungsaufwand.
Wie lange sollte man das alte Girokonto parallel behalten?
Für einen sicheren Wechsel empfiehlt es sich, beide Girokonten etwa zwei bis drei Monate parallel zu führen. Das ist eine praktische Empfehlung und keine gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit.
Während dieser Übergangsphase können Sie kontrollieren, ob Gehalt und andere Einnahmen bereits auf dem neuen Konto eingehen und alle regelmäßigen Abbuchungen ordnungsgemäß erfolgen.
Besonders wichtig ist die Überprüfung der ersten vollständigen Monatsabrechnung. Achten Sie darauf, ob Miete, Strom, Versicherungen und andere wiederkehrende Zahlungen tatsächlich vom richtigen Konto abgebucht wurden.
Lassen Sie auf dem bisherigen Girokonto zunächst ausreichend Guthaben für noch ausstehende Belastungen stehen. Andernfalls können Rücklastschriften oder Zahlungsrückstände entstehen.
Überprüfen Sie gleichzeitig, ob versehentlich doppelte Daueraufträge eingerichtet wurden. Gerade während einer Übergangsphase mit zwei aktiven Konten besteht die Gefahr, dass eine Zahlung sowohl vom alten als auch vom neuen Konto ausgeführt wird.
Die zusätzliche Sicherheit hat allerdings möglicherweise ihren Preis: Sind beide Girokonten kostenpflichtig, fallen während der Übergangszeit unter Umständen doppelte Kontoführungsgebühren an.
Wann sollte man das alte Girokonto kündigen?
Das bisherige Girokonto sollten Sie erst kündigen, wenn alle wichtigen Zahlungsbeziehungen erfolgreich umgestellt wurden und keine relevanten Abbuchungen mehr zu erwarten sind.
Es ist grundsätzlich möglich, die Schließung des alten Kontos bereits im Rahmen der gesetzlichen Kontenwechselhilfe zu einem bestimmten Datum zu beauftragen. Das bedeutet allerdings, dass Sie sich schon zu diesem Zeitpunkt auf einen funktionierenden Wechsel verlassen müssen.
Bei einem privat genutzten Girokonto mit zahlreichen regelmäßigen Zahlungen kann es sinnvoller sein, die Schließung zunächst nicht zu beauftragen und sie später selbst zu veranlassen.
Vor der Kündigung sollten Sie insbesondere prüfen, ob noch offene Kartenzahlungen, ausstehende Lastschriften oder andere Verpflichtungen bestehen.
Falls das Konto überzogen ist, muss außerdem geklärt werden, wie der ausstehende Betrag ausgeglichen wird. Ein eingeräumter Dispositionskredit wird nicht automatisch auf das neue Konto übertragen.
Speichern Sie auch Ihre bisherigen Kontoauszüge und andere wichtige Bankunterlagen, solange Sie noch Zugriff auf das Onlinebanking haben. Nach der Kontoschließung kann dieser Zugang entfallen.
Beispiel: Wie lange dauert ein Kontowechsel in der Praxis?
Angenommen, Sie eröffnen am 5. Oktober ein neues Girokonto. Die Bank schaltet es nach erfolgreicher Identitätsprüfung frei und Sie beauftragen anschließend die gesetzliche Kontenwechselhilfe.
Im weiteren Verlauf fordern die Banken die erforderlichen Informationen an, übermitteln die verfügbaren Zahlungsdaten und richten die gewünschten Daueraufträge ein. Bei vollständigen Unterlagen und fristgerechter Bearbeitung können die vorgesehenen Arbeitsschritte innerhalb der gesetzlichen Fristen abgeschlossen werden.
Ihr Arbeitgeber hat jedoch möglicherweise die Gehaltsabrechnung für Oktober bereits vorbereitet. Es könnte deshalb passieren, dass Ihr Oktobergehalt noch auf dem bisherigen Girokonto eingeht.
Auch eine Versicherung könnte die Änderung erst bei der nächsten Abbuchung berücksichtigen.
Sie lassen beide Konten deshalb zunächst parallel bestehen und überprüfen im November, ob die wichtigsten Zahlungseingänge und Abbuchungen auf dem neuen Konto funktionieren.
Wenn keine offenen Zahlungen mehr bestehen, können Sie das bisherige Konto anschließend schließen.
Dieses Beispiel zeigt den entscheidenden Unterschied: Der technische und organisatorische Wechsel zwischen den Banken kann innerhalb weniger Wochen erledigt sein. Die sichere Umstellung sämtlicher Zahlungsbeziehungen benötigt möglicherweise eine längere Übergangsphase.
Was kann den Kontowechsel zusätzlich verzögern?
Bestimmte Situationen können dazu führen, dass ein Kontowechsel mehr Zeit und zusätzliche Abstimmung erfordert.
Bei einem Gemeinschaftskonto müssen beispielsweise alle betroffenen Kontoinhaber die erforderliche Ermächtigung zur gesetzlichen Kontenwechselhilfe erteilen. Fehlt eine Zustimmung, kann der Auftrag nicht wie vorgesehen durchgeführt werden.
Besondere Vorsicht ist außerdem bei einem Pfändungsschutzkonto erforderlich. Hier muss sichergestellt werden, dass der notwendige Pfändungsschutz auch beim neuen Institut besteht. Bestehende Pfändungen können den Wechsel zusätzlich erschweren.
Ein weiterer Sonderfall ist der Wechsel zu einer Bank im Ausland. Die gesetzliche Kontenwechselhilfe nach deutschem Recht gilt nicht uneingeschränkt für grenzüberschreitende Wechsel. Die bisherige Bank hat bei einem Wechsel innerhalb der Europäischen Union bestimmte Unterstützungspflichten, während die neue ausländische Bank nicht automatisch denselben deutschen Wechselvorschriften unterliegt.
Wer einen Kontowechsel zu einem bestimmten Termin benötigt, sollte daher genügend zeitlichen Spielraum einplanen und die Voraussetzungen vorab direkt mit den beteiligten Instituten klären.
Fazit: Wie viel Zeit sollte man für einen Kontowechsel einplanen?
Ein Kontowechsel lässt sich mit der gesetzlichen Kontenwechselhilfe vergleichsweise schnell organisieren. Für die vorgesehenen Bearbeitungsschritte der Banken gelten Fristen von insgesamt bis zu zwölf Geschäftstagen. Die Kontoeröffnung und mögliche Verzögerungen bei einzelnen Zahlungspartnern kommen gegebenenfalls hinzu.
Wer sicherstellen möchte, dass keine Überweisung verloren geht und keine wichtige Lastschrift scheitert, sollte deshalb nicht nur mit der gesetzlichen Bearbeitungszeit rechnen. Eine Übergangsphase von etwa zwei bis drei Monaten bietet ausreichend Gelegenheit, die wichtigsten Zahlungsbewegungen zu kontrollieren.
Sobald Gehalt, regelmäßige Abbuchungen und Daueraufträge zuverlässig über das neue Girokonto laufen, kann das bisherige Konto geschlossen werden.